Meinung :  KIOSK 

Über die Zinssenkung der Europäischen Zentralbank EZB schreibt die Zeitung aus der Schweiz: Es fehlt nicht an Stimmen, die meinen, die EZB sei zu zögerlich vorgegangen. Aber aus verschiedenen Gründen dürften solche Einwände bei der EZB kein Gehör finden. Erstens weiß sie, dass auch mit einer ausgesprochen aggressiven Zinspolitik à la Fed nur begrenzte Erfolge im Kampf gegen die Rezession möglich sind. Zweitens möchte die EZB eine dezidierte Politik des billigen Geldes vermeiden, weil damit in Europa Fehlentwicklungen ermöglicht würden, wie sie in Amerika mit Blick auf den Immobiliensektor bis zum Platzen der Blase besonders spektakulär stattgefunden haben. Drittens bleibt für die EZB noch unklar, wie tief und wie lang die Rezession im Euro-Raum ausfallen wird. So liegt es nahe, dass sie ihr Potenzial für weitere Zinsschnitte vorderhand nicht ganz ausschöpfen will.

Die französische Tageszeitung kommentiert das Konjunkturprogramm von Präsident Sarkozy: Mit seiner Unterstützung für die Unternehmen und mit einer bescheidenen Prämie für die ärmsten Franzosen hat der Staatschef den Konsum ausgelassen, und besonders den entscheidenden der Mittelschicht. Dabei ruht die Dynamik der Wirtschaft zu einem guten Teil auf der Stimmung der Haushalte und besonders auf ihren Zukunftsaussichten. Der Plan dürfte daher viele Menschen enttäuschen. Den Volkswirtschaften in Frankreich, Europa und der Welt stehen ernste Schwierigkeiten bevor, aber keine tiefe Depression. Doch das Fehlen einer Wirtschaftsregierung für die Welt und einer zweiten Reservewährung (außer dem Dollar noch der Euro) verstärkt in China

und anderswo protektionistische Tendenzen. Sollten sich die schlimmsten Befürchtungen bewahrheiten, dann würde dieses Konjunkturprogramm nicht viel ausrichten.

Die Turiner Tageszeitung „La Stampa“ schreibt über die massiven Jobverluste in den Vereinigten Staaten: Noch sieht man in den USA keine Schlangen von Arbeitslosen, die für eine Suppe anstehen, so wie es in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts war. Die Statistik ist aber dennoch erbarmungslos und bietet wenig Raum für Illusionen. Nahezu zwei Millionen Jobs sind in den ersten elf Monaten des Jahres verloren gegangen, und mehr als eine halbe Million davon haben sich in einem beeindruckenden Crescendo allein im vergangenen Monat November in Luft aufgelöst.

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