Meinung :  KIOSK 

aus Zürich kommentiert die Konjunkturprogramme, mit denen die Finanzkrise gemildert werden soll: Das Leben auf Pump stand am Ursprung der Krise – jetzt wird Konsumieren zur ersten Bürgerpflicht. Die Politik des billigen Geldes verursachte die Immobilienblase – jetzt pumpen die Notenbanken Geld in das System wie noch nie. Hypokredite für jedermann haben das Problem geschaffen – jetzt verbilligt der Staat den Hauskauf mit allen Mitteln. Finanzkonglomerate haben uns in den Sumpf geführt – jetzt forciert man Zusammenschlüsse zu noch größeren Gebilden. Jede Maßnahme muss Mindestanforderungen genügen: Sie muss klar auf die Konjunktur zielen, rasch wirksam sein und sie darf den langfristigen Zielen der Volkswirtschaft nicht zuwiderlaufen.

aus Paris wirft Europa vor, sich in Nahost nicht genügend zu engagieren: Die Europäische Union scheint außerstande zu sein, im israelisch-palästinensischen Konflikt ein gerechtes Gleichgewicht zwischen den beiden Parteien zu halten. Sie hat sich hinter die USA eingereiht, um nach dem demokratischen Wahlsieg der Hamas im Januar 2006 Wirtschaftssanktionen gegen die Palästinenserbehörden zu verhängen. Als im April 2007 eine Regierung der nationalen Einheit geschaffen wurde, hat sie die Chance nicht ergriffen, den Fehler zu korrigieren. Europa verschafft sich weiter ein gutes Gewissen, indem es der Palästinenserbehörde wichtige Hilfen gewährt, ohne von den Israelis irgendeine Gegenleistung zu fordern. Das läuft auf die Finanzierung der Besatzung hinaus. Und wenn Europa eines nahen Tages in Übereinstimmung mit den Resolutionen der Vereinten Nationen Israel mit mehr Festigkeit auffordern würde, die Gebiete zu verlassen, die es seit mehr als 41 Jahren besetzt hält?

aus London schreibt über die Zukunft der anglikanischen Kirche: In einer der heiligsten Woche im christlichen Kalender behauptet eine Studie, dass in nur etwas über einer Generation die Zahl der Menschen, die an den Sonntagsgottesdiensten der Church of England teilnimmt, auf weniger als ein Zehntel der heutigen Zahl fallen wird. Christian Research, der statistische Arm der Biblical Society, meint, dass im Jahr 2050 nur noch 88 000 Menschen am Sonntag einen Gottesdienst besuchen werden, statt der ungefähr einer Million Menschen heute.

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