Meinung : KIOSK

Die konservative Pariser Zeitung kommentierte am Ostersamstag die Arbeit des Papstes:

Benedikt XVI. hat sich bei seinem Amtsantritt vor vier Jahren in eine langfristige Perspektive gestellt und ein „Regierungsprogramm“von vornherein abgelehnt. Er ist Professor und nicht Minister, Pädagoge und nicht Kommunikator. So hat er eine Art Zyklus des Katechismus eröffnet, um den Christen die Grundlagen des Glaubens und allen Menschen die Bezugspunkte des Lebens wiederzugeben. Das Unternehmen ist auf lange Frist angelegt. Das hat eine schlechte Presse. (...) Derzeit legt Professor Benedikt XVI. letzte Hand an eine Sozialenzyklika. Nicht, um dem IWF und der G20 auf dem Gebiet des Kredits, der Beschäftigung und der Goldenen Handschläge Konkurrenz zu machen. Er wird sich aber nicht versagen, uns an unsere

Pflichten in Bezug auf die Armut und soziale Gerechtigkeit zu erinnern.

Die liberale Zeitung aus Wien kritisiert die Zinspolitik der Banken angesichts der Finanzkrise:

Das kann es ja wohl nicht gewesen sein: Die Notenbanken schütten Unsummen in die Märkte, senken die Leitzinsen auf Rekordniveau. Die Staaten nehmen Abermilliarden Euro in die Hand, um für die Banken zu garantieren. Aber die Kredite werden nicht billiger, sondern teurer. (...) Auch wenn es prinzipiell stimmt, dass Sicherheiten das notwendige Korrektiv zum verblichenen Wahnsinn völlig deregulierter Märkte sind – hier stimmt die Gesamtrechnung nicht. Vielmehr besteht der Verdacht, dass die Banken die Gunst der Stunde nutzen, sich eine goldene Nase auf Kosten der Allgemeinheit, letztlich des Steuerzahlers, zu verdienen.

Über die Ostermärsche schreibt die in Zürich erscheinende Zeitung:

Hätte man 1983 jemandem gesagt, dass die Absicht des US-Präsidenten und die der Friedensbewegung dereinst deckungsgleich seien, man wäre für unzurechnungsfähig erklärt worden. Aber Obamas Vorschlag für eine Zukunft ohne Atomwaffen zeigt, dass sich auf der Welt fast alles verändert hat (außer den Ostermärschen). (...) Die Hauptgefahr bildet heute eben nicht der globale Atomkrieg, viel gefährlicher ist die Verbreitung von Nuklearwaffen an weitere Staaten.

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