Meinung : KIOSK

Die französische Tageszeitung kommentiert die Afghanistan- und Pakistan-Politik der USA:

Obama hat von seinen Gesprächspartnern in Pakistan und Afghanistan die Zusicherung erhalten, dass sie den Kampf gegen die als „gemeinsame“ Feinde qualifizierten Taliban und Al Qaida verstärken wollen. Doch Washington hat es mit schwierigen und doppeldeutigen Partnern zu tun. Erstes Hindernis ist der Territorialkonflikt zwischen Afghanistan und Pakistan, ein Erbe der britischen Kolonialzeit, das jede aufrichtige Partnerschaft behindert. Im gegenwärtigen Chaos wiegt die Verantwortung der Amerikaner schwer, so für die kürzlichen Tragödien getöteter ziviler Opfer in Afghanistan. All diese Faktoren zusammen könnten sich als böse Fallen unter den Schritten Obamas auftun.

Die Gründung der „Östlichen Partnerschaft“ kommentiert die in Moskau erscheinende Zeitung als Vorstoß der EU in die traditionelle Einflusssphäre Russlands:

Der Gipfel von Prag gibt Russland Anlass zur Unzufriedenheit. So erklärten bei dem Treffen zum Beispiel die Präsidenten von Aserbaidschan und Armenien, Ilcham Alijew und Sersch Sargsjan, unter dem Patronat der EU, dass sie ihren Konflikt um die Region Berg-Karabach im beiderseitigen Einvernehmen lösen wollen. Dabei hat Moskau erst jüngst wieder aktiv seine Monopolstellung als Vermittler zwischen Baku und Eriwan zu behaupten versucht. So gesehen gab es in Prag den Präzedenzfall, bei dem sich beide Konfliktparteien ohne Russland getroffen haben.

Über den Lebensstil britischer Abgeordneter schreibt die Sonntagszeitung aus London:

Wer geglaubt hat, dass der Ruf britischer Politiker nicht schlechter werden kann, hat jetzt erfahren, dass der Bodensatz noch längst nicht erreicht ist. Normale Familien kämpfen mit der schlimmsten Rezession der Nachkriegszeit, während es sich unsere Politiker auf Kosten der Steuerzahler gut gehen lassen. Die Renovierung ihrer Wohnhäuser in London und in ihren Wahlkreisen ist nur ein besonders eklatantes Beispiel dafür, wie Steuergelder missbraucht werden. Wir empfehlen: Das Parlament sollte von 646 auf 500 Abgeordnete verkleinert werden. Diese Verringerung könnte eine Gehaltserhöhung auf 100 000 Pfund (111 000 Euro) pro Jahr finanzieren, allerdings nur unter der Bedingung, dass Abgeordnete auch tatsächlich von ihrem Gehalt leben. Das System muss dringend reformiert werden.

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