Meinung : KIOSK

Zur Großoffensive der US-Truppen in Südafghanistan schreibt die Tageszeitung aus London:

Mit der Entsendung von 4000 US-Marineinfanteristen für den Kampf gegen die Taliban in der Provinz Helmand hat Barack Obama die riskanteste strategische Entscheidung seiner Amtszeit getroffen. Wenn die Strategie aufgeht, kann die Operation ein Wendepunkt des Krieges sein. Wenn aber die Rückschläge und das Blutvergießen dadurch nicht eingedämmt werden, könnte es die Nato weiter demoralisieren, Afghanistans Abwärtsspirale beschleunigen und Obamas Autorität im In- und Ausland ernsthaft beschädigen.

Die römische Tageszeitung kommentiert die Situation der italienischen Truppen in Afghanistan:

Eine breite Operation gegen die Taliban im Musahy-Tal, ein Selbstmordattentäter gegen italienische Soldaten auf der Straße nach Farah: Das militärische Engagement des italienischen Kontingents in Afghanistan wächst nur noch weiter an. Es ist kein Krieg, bekräftigt das Verteidigungsministerium, doch ist es immer schwieriger, die Unterschiede festzustellen. Und auch im Parlament ist man wieder unschlüssiger, was die Natur dieser Mission in Afghanistan angeht. Das immer intensivere Engagement der Soldaten ruft jedenfalls Kritik aus oppositionellen Parteien auf den Plan und wirft Fragen auf. Die konservative polnische Zeitung meint zum Krieg in Afghanistan:

Vom Erfolg dieser Offensive hängt womöglich der endgültige Ausgang des Afghanistan-Konflikts und – weil in Afghanistan offensichtlich über das Schicksal der Nato entschieden wird – auch die Zukunft des Bündnisses ab. Die Schlüsselfrage lautet: Wie definieren wir den Erfolg? Die früheren Operationen verfolgten das Ziel, den Feind zu finden und ihn zu zerstören. Diesmal geht es um die Übernahme der Kontrolle über die wichtigsten Städte. Die Regierung von George W. Bush hatte vom Aufbau der Demokratie und der Zivilgesellschaft gesprochen. Die Obama-Regierung betont, dass diese Ziele eindeutig zu anspruchsvoll waren. Die neue Macht in Washington will ein stabiles Afghanistan, das den Taliban oder Al Qaida nicht als Einsatzzentrum dient.

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