Meinung :  KIOSK 

Die Zeitung aus Zürich schreibt zur Übernahme von Porsche durch VW:

Die erbitterte Auseinandersetzung hat noch einmal gezeigt, worauf die Macht bei VW fußt. Ferdinand Piëch, der starke Mann bei Volkswagen, ist der König der Hinterzimmer, der Champion in den Disziplinen Mauscheln und Meucheln. Beim Thema VW wirken deutsche Politiker wie Marionetten an den Fäden des Alten aus Wolfsburg. Der Sieg von VW gegen Porsche bedeutet die Zementierung einer Unternehmenskultur, die auf einen einzigen Patron zugeschnitten ist. Ob die Zukunft von VW in den Händen der von Eitelkeiten und Empfindlichkeiten geplagten Unternehmerfamilien tatsächlich am besten aufgehoben ist? Gut möglich, dass die zurückliegende Schlacht zwischen VW und Porsche bald schon wie ein nettes Familienfest erscheint – verglichen mit den Machtkämpfen um die bald anstehende Nachfolge von Ferdinand Piëch.

Das Blatt aus Österreich meint dazu:

Der Abgang Wiedekings ist logisch. Denn sein Plan, dass Porsche den nach Umsatz 15-mal größeren Volkswagen-Konzern übernehmen soll, ist gescheitert und hat den Sportwagenbauer in eine Schieflage gebracht. Zehn Milliarden Euro Schulden haben sich durch den Übernahmeversuch angehäuft, das ist selbst für ein profitables Unternehmen wie Porsche auf die Dauer nicht zu schultern. Wiedeking hat an einem „verdammt großen Rad“ gedreht, wie er selbst sagte. Jetzt dreht er an gar keinem mehr. Ob der Abgang des Porsche-Chefs die Machtkämpfe im Porsche-Imperium tatsächlich beendet hat, wird man bald sehen. Auch wenn die Aufsichtsräte beider Unternehmen den Weg für eine Fusion von VW und Porsche freigemacht haben, liegen auf dem Weg dorthin noch einige Stolpersteine.

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