Meinung :  KIOSK 

meint zum Ausgang des EU-Referendums in Irland: Ausschlaggebend war die Verunsicherung der irischen Bürger wegen der tiefen Wirtschaftskrise, die seit dem ersten Referendum über das Land hereingebrochen ist. Die Befürchtung, dass die EU sich nach einem zweiten Nein von Irland abwenden könnte, war weit verbreitet. Es ist in der Tat bemerkenswert, dass eine Mehrheit der Wähler heroisch der Versuchung widerstand, die zutiefst unpopuläre Regierung zu bestrafen. Manche mögen sich gedacht haben, gerade in dieser prekären Wirtschaftslage sei die Kontrolle der einheimischen Regierung durch Brüssel unabdingbar. Für die angeschlagene irische Regierung wäre eine zweite Ablehnung möglicherweise fatal gewesen, die Zustimmung aber ist kein Freipass.

aus Straßburg kommentiert ebenfalls die Zukunft des Lissabonner EU-Vertrages: Nach dem Ja der Iren darf man noch nicht den Sieg ausrufen. Nun beginnt ein neuer, dornenreicher Hürdenlauf, nicht einmal wegen der kafkaesken Obstruktionspolitik des tschechischen Präsidenten Vaclav Klaus. Die Union wird Prag schon zum Einlenken bringen. Doch wie steht es um die Ernennung des Präsidenten der Union, die der Vertrag von Lissabon vorsieht? Wer soll es sein, vielleicht der ultra-liberale Tony Blair? Und welche Befugnisse soll er haben? Eine starke Persönlichkeit wird sehr schnell auf die Kompetenzen des EU-Kommissionspräsidenten übergreifen. Interessenkonflikte sind vorprogrammiert.

aus Rom sieht die Entscheidung gegen Chicago als Olympia-Stadt als Niederlage für Barack Obama: Dass Chicago aus dem Rennen geworfen wurde, ist für die USA ein Schock und eine Erniedrigung. Ein Schock deshalb, weil die Amerikaner angesichts des persönlichen Einsatzes von Barack und Michelle Obama davon überzeugt waren, in der «Pole Position« zu sein. Eine Erniedrigung ist es, weil man zwar befürchtet hat, sich nicht gegen Rio durchsetzen zu können, niemand sich dabei aber vorgestellt hatte, dass Chicago sogar weniger Stimmen als Madrid und Tokio bekommen könnte. Diese Niederlage folgt auf die New Yorks vor vier Jahren und ist eine wahre Schlappe für Obama, der als erster amerikanischer Präsident der Geschichte persönlich vor dem IOC für die Sache seines Landes eingetreten ist.

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