Meinung :  KIOSK 

Die spanische Zeitung kommentiert zur Krise des Euro:

Die Europäische Union hat sich auf ihrem Gipfeltreffen dazu verpflichtet, kein Mitgliedsland in die Zahlungsunfähigkeit abstürzen zu lassen. Weder Griechenland noch irgendeinen anderen Staat. Dies ist ein Beschluss von großer Tragweite. Er sollte die erste spekulative Krise überwinden, der der Euro sich ausgesetzt sah. Die Finanzminister der Eurogruppe werden beizeiten konkrete und effektive Maßnahmen beschließen. Frankreich und Deutschland waren die Hauptakteure bei dieser Entscheidung. Die spanische EU-Ratspräsidentschaft trat kaum in Erscheinung. Das zeigt, dass für die Führung Europas eine wenig geeignete Formel gewählt wurde. Allerdings sind Frankreich und Deutschland auch die einzigen Länder, die derzeit in der Lage wären, eine Rettungsaktion anzuführen.

Die Zeitung aus der Schweiz kommentiert die Rolle Deutschlands bei der Lösung der Haushaltsprobleme in Griechenland:

Der finanzielle Kollaps eines Mitgliedsstaates wäre die größte Katastrophe in der Geschichte der Einheitswährung. Deshalb hat der EU-Gipfel interveniert. Aber nach dem Gipfel schwächelt der Euro weiter, und die Unsicherheit um Griechenlands Finanzen bleibt. Sie wird sogar künstlich verstärkt, denn Unsicherheit ist der beste Nährboden für Finanzspekulationen. Die Euro-Staaten könnten griechische Obligationen kaufen, um den Spekulanten einen Strich durch die Rechnung zu machen und den Euro zu stabilisieren. Bloß würde damit Portugiesen, Spaniern, Italienern und Iren allzu deutlich vor Augen geführt, dass es sich in der Euro-Zone gut Schulden machen lässt. Weil am Ende der Zahlmeister immer Deutschland heißt.

Die Zeitung aus Wien schreibt dazu:

Was bewegt die Staatenlenker also zum Bail-out (Schuldenübernahme)? Es dürfte wieder einmal um die eigenen Banken gehen, die hohe Bestände griechischer Staatsanleihen in ihren Büchern stehen haben. Die Papiere verkauften sich dank hoher Renditen wie die warmen Semmeln. Eine Feuerwehraktion der Union tritt somit nicht nur

die Prinzipien der EU mit Füßen und belohnt die Schuldenmeister, sondern vergoldet auch noch die Nase der Spekulanten, die auf ein internationales Fangnetz gesetzt haben.

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