Kitas rechnen falsch ab : Phantom-Erzieher

Berlin zahlt offenbar mehrere Millionen Euro pro Jahr für Kita-Erzieher, die es gar nicht gibt. Das ist ein Skandal.

Sylvia Vogt

Das, worauf der Berliner Landeselternausschuss am Mittwoch aufmerksam machte, ist nichts weniger als ein Skandal: Berlin zahlt offenbar mehrere Millionen Euro pro Jahr für Kita-Erzieher, die es gar nicht gibt. Die Träger der Kindertagesstätten müssen der Senatsverwaltung melden, wie viel Personal sie haben und über welche Qualifikationen ihre Mitarbeiter verfügen. Pech nur, dass der Senat das weder überprüft noch Konsequenzen folgen lässt, falls Missstände auffallen. Doch die gibt es zuhauf: Der Rechnungshof hat festgestellt, dass es in zahlreichen Einrichtungen weniger Erzieher gibt als gesetzlich vorgeschrieben. Das bedeutet, dass Kinder in viel zu großen Gruppen betreut werden.

Die Einrichtungen greifen offenbar auf Tricks zurück, um an die Zuweisung der Personalmittel zu kommen. Da wird die Praktikantin ebenso auf den Erzieherschlüssel angerechnet wie die Fachkraft für Sprachförderung, die bereits aus Bundesmitteln bezahlt wird. Der Senat schiebt die Verantwortung auf die Träger. Die seien dafür zuständig, dass die Bestimmungen eingehalten werden. Fragt sich nur, wofür sich die Verwaltung dann eine Abteilung für Kita-Aufsicht leistet.

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