Klage gegen die Deutsche Bank : Bare Schmerzen

Die Klage der USA gegen die Deutsche Bank ist echter Verbraucherschutz. Nur so wird sich das Geschäftsgebaren ändern.

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Fast hätte man meinen können, die Krise sei vorüber. Die Unternehmen verdienen wieder glänzend, allen voran die Banken, von alten Fehlern und neuer Bescheidenheit ist kaum noch die Rede. Außer vor Gericht. Die USA verklagen die Deutsche Bank wegen angeblich betrügerischer Geschäfte mit Immobilienkrediten. Erst im März hat der Bundesgerichtshof das Institut zu einer Schadensersatzzahlung von 540 000 Euro verurteilt, weil die Bank einem Mittelständler zu einem komplizierten Geschäft geraten hatte, das sich später als riesiger Verlust entpuppte. Die Summe, die jetzt im Raum steht – eine Milliarde Euro – könnte dem Institut richtig wehtun. Noch schmerzhafter wäre der Imageverlust auf dem US-Markt. Ganz gleich wie das Verfahren ausgeht, die Tatsache, dass die Justiz die Sache nicht auf sich beruhen lässt und mit Strafen in dieser Höhe droht, wirkt abschreckend, nicht nur für die Deutsche Bank, sondern auch für alle anderen. Was die Gerichte machen, ist echter Verbraucherschutz. Beratungsprotokolle und Produktinformationsblätter sind schön und gut. Wirklich ändern wird sich das Geschäftsgebaren der Banken aber nur, wenn die Verantwortlichen wissen, dass Fehlverhalten bestraft wird. Und zwar empfindlich. Geld ist immer noch die Sprache, die Banker am besten verstehen.

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