Meinung : Klein, aber nicht allein

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Wie viele gute Führungskräfte braucht ein Land? Viele. International denken sollen sie, die Sprachen von Politik und Wirtschaft gleich gut verstehen, gesellschaftlich verantwortlich handeln – regieren will gelernt sein, auch und gerade in Zeiten leerer öffentlicher Kassen. Die Absolventen der neuen Hertie School of Governance werden sich, wenn das Konzept aufgeht, in dem komplexen Gefüge von politischen, wirtschaftlichen und öffentlichen Institutionen souverän bewegen. Manch ein politikwissenschaftlicher Fachbereich dürfte allerdings neidisch auf die privat finanzierte Hochschule blicken, die mit Hochglanzbroschüren daherkommt und sieben Professoren auf die ersten 30 Studenten loslassen wird – eine Betreuungsrelation, von der normale Unis nur träumen können. Zum Vergleich: Die HumboldtUniversität baut mit der Europa-Universität Viadrina ebenfalls eine School of Governance auf. Auch hier gibt es viel Engagement – aber wenig Geld: Da die Ressourcen nicht aus dem Universitätshaushalt kommen können, müssen Sponsorengelder eingeworben werden. Die Hertie School dagegen startet mit einem Etat von 25 Millionen Euro für die ersten fünf Jahre. Aber Neid führt nicht weiter. Kleine, ehrgeizig betriebene Projekte können für alle befruchtend wirken, und dank großzügiger Stipendien hat jeder Bewerber eine Chance, aufgenommen zu werden. Gute Führungskräfte kann es nicht genug geben. D.N.

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