Meinung : Kleine Kinder brauchen kleine Klassen

„Politik geschockt über hohe Wiederholer- Quote“ von Patricia Hecht vom 19. Juni

Selbst die engagiertesten Lehrer schaffen es bei 27 Kindern in einer Klasse der Schulanfangsphase nicht, alle nach ihren individuellen Bedürfnissen ausreichend zu fördern. Die Misere beginnt zum Schulanfang: Die Klassen sind einfach zu groß! Wer JüL (Jahrgangsübergreifendes Lernen) und SAPH (Schulanfangsphase) will, muss auch für die passende materielle und personelle Ausstattung sorgen. Nur dann sind die Voraussetzungen für individuelle Maßnahmen gegeben. Das gilt übrigens auch ganz besonders für die angestrebte „Inklusion“ in der alle Kinder nur noch als „verschieden“ angesehen werden – ohne Rücksicht auf ihren besonderen Förderbedarf. Wer alle Kinder optimal fördern will, muss sich an den Kindern orientieren – nicht an politischen oder an Sparambitionen. Kinder brauchen alle Hilfen, um sich zu entwickeln – ihre Lernschwierigkeiten müssen benannt werden dürfen, denn nur so können die passenden Lernhilfen gefunden werden.

Wann endlich haben wir eine Schule, die jedem Kind optimale Förderung anbietet, kein Kind zurücklässt, jedem Kind optimale Startbedingungen bietet?

Alexander Bungard, Berlin-Schöneberg

Richtig, es gibt Kinder die länger in der Schuleingangsphase verweilen. Ich finde die andere Seite aber ebenso tragisch. Es gibt nämlich auch Kinder, die in der Schuleingangsphase eine Klasse überspringen. Leider liegt auf diesen Kindern gar kein Fokus. Nach dem Motto: wenn du mit einem hellen Köpfchen gesegnet bist, dann schaffst du deinen Weg mit deinen Eltern schon alleine.

Da liegt offensichtlich ein besonderes Potenzial in manchen Kindern und unserem Bildungssystem fällt nichts dazu ein. Jedenfalls nichts, was im „Schulalltag“ stattfindet bzw. aufgefangen wird. Kinder, Eltern und auch Lehrer werden hier völlig alleine gelassen. Bei ständiger Orientierung nach unten wird Deutschland weiterhin Mittelmaß bleiben, da es eben nicht in der Lage ist, seine Potenziale an allen Rändern zu nutzen.

Sybille Geisenheyner, Berlin-Steglitz

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