Meinung : Kleiner Auftakt zum großen Kampf

TARIFEINIGUNG IN DER OSTDEUTSCHEN STAHLINDUSTRIE

-

8000 Menschen arbeiten in der ostdeutschen Stahlindustrie. Sie arbeiten drei Stunden länger in der Woche als ihre Kollegen im Westen – fürs selbe Geld. Aber nicht mehr lange: Die IG Metall hat den StahlArbeitgebern den stufenweisen Einstieg in die 35-Stunden-Woche abgerungen. Die Gewerkschaft verspricht sich davon neue Jobs, die Arbeitgeber haben klein beigegeben, weil sie keine Lust auf weitere Streiks hatten. Und weil die Sache auch nicht so wichtig ist. Denn die Stahlindustrie Ost besteht aus sieben Firmen, die allesamt zu größeren Konzernen gehören. Diese Konzerne können eine Reduzierung der Arbeitszeit verschmerzen. Die Arbeitgeber in der Metall- und Elektroindustrie Ost können das nicht. Auch hier streikt die IG Metall für die 35-Stunden-Woche, doch die meisten der 3000 Firmen sind kleine Unternehmen – im Besitz von ostdeutschen Eigentümern. Diese sind auf die Wettbewerbsvorteile angewiesen, die ihnen die längere Arbeitszeit bringt. Käme auch hier die 35-Stunden-Woche, würden noch mehr Arbeitgeber als bisher den Tarifverbund verlassen. Ihren Mitgliedern würde die IG Metall damit keinen Gefallen tun. hej

0 Kommentare

Neuester Kommentar