Meinung : Kleinstapelei

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Wer hat noch nicht, wer will noch mal? Bei der FDP gilt frei nach Franz Josef Strauß selig: An ihr kann man sehen, dass da jeder Generalsekretär werden kann. Was für Namen genannt werden! Die bisherige Amtsinhaberin Cornelia Pieper war schon – einerlei, wie vertraut sie mit Parteichef Guido Westerwelle ist – nicht die richtige Wahl. Manche sprechen im Hinblick auf Generalsekretäre, die sprachlich und inhaltlich danebenliegen, schon verballhornend von einer „Pieperisierung“. Anstatt daraus nun aber ganz schnell die Konsequenz zu ziehen, sprich, das Amt wieder ernst zu nehmen und entsprechend zu besetzen, wird in aller Öffentlichkeit darüber nachgedacht, welcher Landesverband wohl wie abgefunden werden muss, und sei es – notfalls – mit dem Posten des Generalsekretärs. Zu dessen besseren Zeiten konnte man sagen, der Generalsekretär ist der geschäftsführende Vorsitzende der Partei; ist derjenige, der zum Beispiel sagt, was der zur Integration verpflichtete Vorsitzende nicht sagen darf. Bei den Freien Demokraten hatte diese Form der Integration vor Westerwelle Tradition. Außerdem ist der Generalsekretär kraft Amtes derjenige, der neue Inhalte durchdenkt und darauf auch mal mittelfristig das Interesse lenkt, erst das der Partei, dann das allgemeine. An seiner Auswahl wird sich zeigen, ob Westerwelle in Zukunft einen starken Mann, eine starke Frau neben sich ertragen kann. Er kann ja nicht alles selber machen. Und wenn die Auswahl schwach ausfällt? Dann schwächt sich die FDP. So viel Spielraum nach unten ist aber nicht. cas

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