Meinung : Klinken putzen in Syrien

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Alle Wege in Nahost führen derzeit über Damaskus. Am Montag war der deutsche Außenminister bei Syriens Präsident Baschar al Assad und versuchte, ihn von einer weiteren Destabilisierung des Libanon abzuhalten. Und auch der palästinensische Ministerpräsident Ismail Hanija sprach gestern im Präsidentenpalast vor. Schließlich weiß Hanija genau, wer ihm gerade das Regieren versauert: Khaled Meschaal, der den noch etwas radikaleren Auslandsflügel der Hamas führt. Und Meschaal sitzt ebenfalls in Damaskus und darf sich der Protektion durch Syriens Herrscher sicher sein. In Sachen Destabilisierung von Nachbarn ist auf Syrien seit Jahren Verlass. Ob Irak, palästinensische Autonomiebehörde oder Libanon: stets hat Damaskus seine Finger im Spiel. Deshalb ist es richtig, dass westliche und nahöstliche Politiker Assad ins Gewissen reden, er möge sich statt in Dekonstruktion doch zur Abwechslung mal in Konstruktion üben. Allein, man sollte sich keine Illusionen machen: Wer Assad nicht glaubhaft mit Konsequenzen – etwa internationalen Sanktionen – drohen kann, wird von ihm keine neue Politik bekommen. clw

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