Meinung : Klone sind nicht alle gleich Die US-Universität Stanford plant Stammzellen-Institut

Bas Kast

Sobald das Wort „Klonen“ fällt, denken wir an kopierte Kinder, Frankenstein-Visionen werden wach, Horrorszenarien tauchen in unseren Köpfen auf. Und das nicht zu Unrecht. Denn weltweit geht gerade ein Wettrennen in seine letzte Runde, bei dem es das Ziel ist, als erster Schöpfer eines Klonkindes in die Weltgeschichte einzugehen. In wenigen Wochen wird das erste kopierte Kind die Welt erblicken, sagt der römische Babymacher Severino Antinori – und natürlich wird es ein Junge sein. Nein!, sagt seine Konkurrentin aus den USA, Brigitte Boisselier, Chefin der US-Firma Clonaid: Es handelt sich nur noch um Tage – und das Kind wird kein Junge, sondern ein Mädchen sein. Ein makaberes Kinderspiel, das sich im Moment nicht aufhalten lässt, weil es weltweit kein Klonverbot gibt.

Das alles schwingt mit, wenn eine US- Elite-Universität wie Stanford verkündet, ein neues Stammzellen-Institut ins Leben zu rufen, wobei man auch auf das „therapeutische Klonen“ nicht verzichten will. Zwar haben wir es hier mit zwei verschiedenen Sachen zu tun – die aber dennoch eng miteinander verknüpft sind. Im einen Fall handelt es sich um das Kopieren von Menschen – kein vernünftiger Mensch und kein demokratischer Staat will das. Dennoch scheiterten die Vereinten Nationen in diesem Monat mit dem Versuch, das Menschenklonen weltweit zu verbieten. Aus der Sicht der deutschen Delegierten lag es daran, dass die USA – und andere – eine „Maximalforderung“ vertraten, die auch ein Verbot des therapeutischen Klonens mit einbezieht.

Genau das, das therapeutische Klonen, will nun auch die Universität Stanford machen. Es handelt sich dabei um eine medizinische Form des Klonens, bei der zwar keine Kinder hergestellt, aber dennoch Embryonen vernichtet werden. Viele lehnen deshalb auch diese Form des Klonens ab. Andere befürworten es und verweisen auf das Heilungspotenzial.

Am besten aber wäre es, wenn wir die beiden Formen des Klonens – das Menschenkopieren und das medizinische Klonen – voneinander lösen lernten. Dann nämlich steht einem weltweiten Verbot des Menschenkopierens nichts mehr im Wege. Umgekehrt können wir erst dann nüchtern über den Sinn oder Unsinn des therapeutischen Klonens nachdenken.

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