Meinung : Klonen: Der große Graben

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Wenn es ein Zufall war, dann einer, der vieles klärt. Vorgestern beschloss das englische Unterhaus, therapeutisches Klonen zu erlauben - die Züchtung, Nutzung und Tötung werdenden menschlichen Lebens zu medizinischen Zwecken. Gestern äußerte sich der Bundeskanzler erstmals ausführlich zu den Chancen und Risiken der Gentechnik. Auch wenn er dabei einen fortschrittsschneidigen Ton anschlägt, in der Substanz ist er vom grenzensprengenden Liberalismus seines Freundes Tony Blair weit entfernt. Heute nun wird das neue Eckpunkte-Papier des Bundesgesundheitsministeriums veröffentlicht. Es liest sich wie eine nüchterne Ausführungsbestimmung des etwas blumigen Kanzler-Essays - und es liest sich restriktiver. Im Entwurf steht eindeutig, dass Deutschland den englischen Weg nicht mitgehen will. Bei uns soll der Embryo kein bloßes Rohmaterial sein. Zwischen Gesundheitsministerin Fischer und dem Kanzler liegen vorerst nur Nuancen. Aber der Ärmelkanal wurde gestern breiter.

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