Meinung : Klong! Knirsch! Schepper!

-

Na, jetzt ist endlich Musik drin in der deutschen Haushaltsdebatte. Denn Hans Eichel hat, wie er selbst sagt, einen „Dreiklang“ angeschlagen aus „Konsolidierung, Reformen und Wachstum“. Dennoch weiß bislang kein Mensch, wie der eigentlich klingt – das schrille Gekreisch aus Richtung der Parteizentralen kann es eigentlich nicht gewesen sein. Schon der Klang der Konsolidierung allein hört sich an wie ein taktisches Erdbeben, ungefähr so wie das massenhafte Plündern der Sparschweine unserer Kinder, das Friedrich Merz heraufbeschworen hat. Klong! Knirsch! Schepper! Die Regierung muss also schleunigst einen hoch dotierten Kompositionsauftrag erteilen, der aus Eichels Getröt richtige Musik macht, eine Art Singspiel unter dem Titel „Die Zauberkasse“ oder doch wenigstens irgendeine nachgemachte BrucknerSymphonie, die das titanische Ringen der Finanzgewaltigen mit dem Mahlstrom der Schulden hörbar werden lässt. Sehr wichtig ist auch der Silberstreif am Horizont, der am besten durch langsames Umschlagen der Konjunktur in heiteres C-Dur verdeutlicht werden kann. Geht alles gut, kann eine neue Nationalhymne draus werden: „Auferstanden aus Krediten / und dem Wachstum zugewandt …“

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben