Koalition I : Trennungsgründe

Man könnte auf die Idee kommen, dass die FDP doch recht hat mit ihrer Forderung nach Neuwahlen. Denn so kann es nicht weitergehen zwischen den Koalitionären. Jetzt prügeln sie doch unerträglich aufeinander ein. Ohne Rücksicht auf das, was der Bundespräsident an Wohlverhalten fordert.

Stephan-Andreas Casdorff

Kein Tag vergeht, an dem nicht die eine der anderen Partei schwerwiegende Vorwürfe macht. Das wird eine Führungsfrage. Apropos: Die Kanzlerin ist in einem Fall aufgefordert, wirklich richtungweisend einzugreifen. Wolfgang Schäuble, der so sehr viel wert auf seine Juris-Prudenz legt, hat dem Ministerkollegen Frank-Walter Steinmeier wegen dessen Auftritt vor Opel-Arbeitern „zumindest versuchten Betrug“ vorgeworfen und den Vorwurf bis heute nicht aus der Welt geschafft. Das ist übel. Daran ändert auch nichts, wenn Schäuble wieder irgendeinen Grund findet, warum das, was er gesagt hat, gar nicht falsch sein kann. Einen Fehler zuzugeben, sich dafür zu entschuldigen, fällt ihm sicher schwer. Aber in diesem Fall muss er sich besinnen. Versuchter Betrug steht unter Strafe, könnte bis ins Gefängnis führen. Ein solcher Vorwurf geht eindeutig zu weit. Im normalen Leben wäre das ein Grund für eine Trennung.cas

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