Meinung : Kohle für den Übergang

„Der Dreck bleibt oben“

vom 24. September

Im Land von Carl Benz, Robert Bosch, Fritz Haber und Werner von Siemens bedarf es eines Gesetzes zur Erprobung einer neuen Technik. Das verwundert. Es geht um die großtechnische Erprobung der Abscheidung und unterirdischen Speicherung von Kohlendioxid, einem Gas, von dem jeder Mensch täglich etwa ein Kilogramm ausatmet. Dieses Gesetz scheitert nun offenbar an der Schwarmintelligenz von Wutbürgern und Holsteiner Kohlbauern. Das beschämt. Greenpeace- „Experten“ vergleichen einen Kohlendioxidspeicher mit der Asse, wobei sich die Technik seit 15 Jahren unter dem Meeresboden vor Norwegen bewährt hat. Damit dies auch noch skandalisiert werden kann, sendet RTL den Horrorstreifen „Bermuda-Dreieck Nordsee“. Das verärgert. Wenn wir richtigerweise jetzt endlich aus der Atomenergie aussteigen, sollten wir der Kohle wenigstens eine Übergangschance einräumen. Dazu gehört die Erprobung der Carbon-Capture-and-Storage-Technik. Natürlich stehen Energieeinsparung, Energieeffizienz und erneuerbare Energien im Vordergrund.

Ich bezweifle allerdings, ob wir damit allein unsere Klimaziele erreichen. Zumal gegen die erneuerbaren Energien vor Ort auch schon wieder die Wutbürger ausschwärmen. Bei denen kommt bekanntlich der Strom aus der Steckdose.

Dr. Ing. Manfred Breitenkamp,

Berlin-Halensee

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