Meinung : Komisch platt

Comic „Wohnungsmakler ihr seid Schweine“ vom 29. September

Die als Comic getarnte Hetze gegen Makler schlägt dem Fass den Boden aus und tut weh. Sie spart nicht mit sexistischem Beiwerk und gezielter Desinformation. Auch wird dem Makler geschickt die Verantwortung für hohe Mieten und Nebenkosten untergejubelt, obwohl dafür steigende Instandhaltungskosten, hohe Energiepreise und Inflation verantwortlich sind. Nicht zuletzt sind in jeder Provision 19 Prozent MwSt. enthalten, die an den Fiskus abgeführt werden. Nur für einen sehr kleinen Teil der Wohnungen auf dem Berliner Markt besteht eine riesige Nachfrage und wird schnell ein Mieter oder Käufer gefunden. Zur Arbeit des Immobilienmaklers gehört nicht nur der „Schlüsseldienst“, sondern das Erstellen von Exposés, Besichtigungstermine, Vertragsverhandlungen, Erläutern der Konditionen, Beratung und häufig auch Vertragsvorbereitung. Tatsächlich ist auch die Vermittlung und Anbahnung einer Lösung zwischen den gegenläufigen Interessenten von Vermieter/Verkäufer und Mieter/Käufer. Es entstehen Kosten für Insertion in Medien, Immobilienportalen, Anfahrtskosten, Zeitaufwand für Telefonate, Korrespondenz, Besichtigungen, Besprechungen, Büromiete und -ausstattung. Es kommt immer wieder vor, dass man von Interessenten versetzt wird und Anfahrt und Wartezeit umsonst sind. Ein Teil der Zeit geht sogar komplett verloren, da Immobilien zurückgezogen werden oder unter der Hand weggehen oder Ähnliches. Durch erfolgreiche Abschlüsse muss auch diese nicht bezahlte Arbeit abgedeckt werden.

Ingrid Henke, Berlin-Charlottenburg

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