Kommentar : Pension für HRE-Manager - Ohne Grund und Boden

Anstrengungsloser Wohlstand ist nichts für Arme – aber durchaus für Banker, wie dieser Tage festzustellen ist. Bei der Schrottbank Hypo Real Estate gönnen sich die Vorstände üppige Pensionen und Boni. Aber, bitte, nur kein Neid. Ein Kommentar.

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Es ist gut, dass der Wirtschaftsforscher Hans-Werner Sinn, der als Hobbyhistoriker die aktuelle Kritik an Bankmanagern wegen der Finanzkrise schon mal in einem Atemzug mit der Judenverfolgung in der Weltwirtschaftskrise von 1929 nannte, dieser Tage noch mal den eigentlichen Zweck der Basissicherung erklärt: „Es geht bei Hartz IV darum, das Existenzminimum zu sichern, und nicht darum, Luxus zu finanzieren.“ Richtig erkannt: Anstrengungsloser Wohlstand ist eben auch in Zeiten spätrömischer Dekadenz nichts für Arme – aber durchaus für Banker, wie ebenfalls dieser Tage festzustellen ist.

Ein schönes Beispiel dafür ist die Hypo Real Estate, dieser Schrotthaufen einer Bank. Mit mehr als 100 Milliarden Euro hafteten die deutschen Steuerzahler bereits für die Giftpapiersammler im Management, da kam dieser Tage die Nachricht, dass noch mal 40 Milliarden gebraucht werden fürs Saubermachen – und dass sich die 1400 Angestellten für diese beachtenswerte Leistung insgesamt 25 Millionen Euro an Boni teilen.

Der zwischenzeitliche Vorstandsvorsitzende der HRE, Axel Wieandt, hatte sich da schon wieder aus dem Staub gemacht. Bereits im Frühjahr behagte ihm der Job nicht mehr, nach gerade 19 Monaten. Immerhin dürfte er seine persönlichen Ziele voll erreicht haben: Unabhängig von der Dauer seiner Zeit bei der HRE bekommt Wieandt, heute Mitte 40, von seinem 60. Lebensjahr an eine monatliche HRE-Pension von 20 000 Euro – bis zu seinem letzten Tag auf dieser seltsamen Welt. Das hat offenbar zwei weitere Vorstandsmitglieder animiert, es Wieandt gleichzutun. Auch sie wollten im Frühjahr gehen, bequemten sich aber noch ein paar Monate. Doch jetzt reicht es ihnen, Schluss, Aus, Feierabend, ihren Pensionsanspruch hatten sie nach einem Jahr sicher: Je 15 500 Euro monatlich, von 60 bis ans Lebensende. Da kommen leicht ein paar Millionen zusammen, wenn sie es sich gutgehen lassen und ihre Gesundheit pflegen. Ach ja, fast vergessen: Boni erhalten sie natürlich auch, das sind jedoch nur ein paar Hunderttausend. Aber, bitte, nur kein Neid: Das ist kein Luxus. Es geht hier darum, das Existenzminimum zu sichern.

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