Kommentar : Überführtes Verteidigungsministerium

Ist jemand ernsthaft überrascht von den Vorschlägen der Strukturkommission zum radikalen Umbau des Verteidigungsministeriums? Vielleicht allenfalls darüber, dass es mal jemand so deutlich ausspricht.

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Seit langem gehen die Klagen, dass der aufgeblähte Apparat mit Parallelstrukturen und unübersichtlich vielen Leuten, die bei einer Entscheidung mitreden, die Arbeit behindert, Effizienz oft verhindert. Und dass dies sogar das Leben von Soldaten im Auslandseinsatz gefährdet, weil wichtige Dinge nicht durchgesetzt werden oder viel zu spät kommen. Erschrecken dürfte das Urteil der Kommission allerdings viele Menschen. Ein Ministerium, das doppelt so viele Mitarbeiter hat, wie es bräuchte? Da fragen sich die Steuerzahler: Ist es nur ein Ministerium? Werden die anderen auch überprüft? Das wäre wohl nur folgerichtig. Wirklich interessant aber dürfte das Ganze werden, wenn es um die konkrete Umsetzung spektakulärer Reduzierungen geht. Im Ministerium sitzen Beamte, auch Berufssoldaten sind Beamte. Wer sie zum Gehen bewegen will, wird ihnen ein Angebot machen müssen. Das Sparpotenzial dürfte zunächst also nicht so hoch ausfallen. Aber es könnte sicher interessante Ideen für neue Aufgabengebiete geben.

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