Der Weiterbau der Berliner Autobahn A 100 ist überflüssig und gestrig.
Die A-100-Debatte leidet bislang darunter, dass sich eher Bekenntnisse gegenüberstehen. Die Befürworter sagen, der Ring muss weitergebaut werden, um die Innenstadt zu entlasten. Die Gegner weisen auf Häuser, Bäume, Schäden durch Lärm und Stau hin. Zu tatsächlicher Diskussion kommt es so erst gar nicht: Die Fortführung des Stadtautobahnrings mag, nach den Erfahrungen, die man mit dem westlichen Stadtring gemacht hat, plausibel sein, ob er wirklich nötig ist, ist damit noch nicht gesagt. Der Abriss einiger Häuser und der Verlust von Bäumen mag beklagenswert sein – wenn er im Interesse der Gesamtstadt wirklich nötig wäre, müsste man das nicht doch hinnehmen?
Die entscheidende Frage ist also, ob das Projekt dort, wo es seinen Nutzen erbringen soll: im Südosten Berlins zwischen Neukölln und Treptow, tatsächlich verkehrstechnisch nötig und sinnvoll ist. Dass es dort massive Verkehrsprobleme gibt, ist nicht zu leugnen. Heute umrundet der Stadtring die gesamte westliche Innenstadt und entlastet die hoch verdichteten Stadtviertel massiv. Durch die Verlängerung bis zur Grenzallee erreicht der Stadtring auch im Südosten den entscheidenden Zielpunkt: die Anbindung an die A 113 und damit an den künftigen Großflughafen BBI und an den südlichen Berliner Ring.
Die ganze Frage ist nun, ob ein Weiterbau jenseits dieses Sollpunktes noch einen entscheidenden Vorteil bringt, einen Vorteil, der so groß ist, dass er die Eingriffe im Ortsteil Treptow (und die konkurrenzlosen Kosten) rechtfertigt. Im Westen folgt der Stadtring weitgehend dem Verlauf des S-Bahn-Rings. Das ist sinnvoll, denn dort hat die Entwicklung seit langem durch Grunewald und Havel ihre Grenze gefunden. Im Osten liegen die Dinge genau umgekehrt: Der S-Bahnring verläuft vergleichsweise zentrumsnah, und jenseits seiner, also östlich der geplanten Verlängerung der A 100, hat die gesamte Stadtentwicklung der DDR-Zeit stattgefunden. Dem entsprechen die vielen stark frequentierten Ausfallstraßen nach Osten und Südosten, deren Belastung vor allem außerhalb des Ringes ein Problem ist. Eine quer dazu, in Nord-Süd-Richtung, verlaufende Stadtautobahn-Fortsetzung würde diese Magistralen zusätzlich belasten.
Nun wird immer gesagt, der Osten müsse auch an die Autobahn so gut angeschlossen sein wie der Westteil. Dieses Argument übersieht, wie weit sich die Stadt jenseits des Rings nach Osten und Südosten ausgedehnt hat. Hohenschönhausener, Hellersdorfer, Marzahner, Friedrichsfelder Fahrer müssten, sollen sie auf den Stadtring abgeleitet werden, erst einmal nach Westen an den Innenstadtrand gebracht werden. Vor der Tür haben sie aber, da die DDR-Planer ja nicht geschlafen haben, eine eigene Osttangente: Rhinstraße/Am Tierpark/Treskowallee. Diese müsste im Süden nur besser an die A 113 angeschlossen werden.
Würde der Abschnitt 16 von Grenzallee bis zum Treptower Park die Innenstadt entlasten? Neukölln ist bereits durch den vorhandenen Ausbaustand entlastet, nur für Kreuzberg würde sich der Zugang leicht verkürzen. Dies allerdings um den Preis einer erheblichen zusätzlichen Belastung, vor allem im Ortsteil Alt Treptow. Am Knoten Elsenstraße/Am Treptower Park würde der Umschlag von der Autobahn in den normalen Stadtverkehr erfolgen. Dies unmittelbar im Wohngebiet westlich der S-Bahntrasse.
Dies würde nun aber das zentrale Treptower Verkehrsproblem, den ohnehin überlasteten Engpass Elsenbrücke, noch zusätzlich belasten, weil hier der Zentrumsverkehr von und nach Südosten vom Stralauer Ufer nördlich der Spree den Versatz zur Achse südlich der Spree zu bewältigen hat. An diesem Knotenpunkt würde mit extrem hohem Aufwand sehenden Auges eine Falle gebaut.
Das wissen die Verkehrsplaner im Senat natürlich auch. Anders gesagt, der 16. Bauabschnitt ist sinnlos, wenn nicht die Fortsetzung nach Norden mindestens bis zur Frankfurter Allee hinzukommt. Nun steht der Weiterbau nach Norden, vom Treptower Park bis zur Frankfurter Allee, aber in den Sternen – dort, nördlich der Spree, multiplizieren sich noch die Schwierigkeiten.
So bleibt nur fragen, wie zeitgemäß eigentlich die Planung ist. Das Ringsystem ist eine Idee der fünfziger und sechziger Jahre. Dass die Verkehrsplaner in der Senatsverwaltung daran hängen, ist verständlich. Aber die Politik sollte etwas weiter blicken und fragen, ob das System noch in die heutige Zeit passt. Autobesitz und Autogebrauch nehmen in Berlin statistisch ab: hier wird bald nur noch ein Drittel der Bevölkerung Auto fahren. Und dass die Entwicklung der Berliner Wirtschaft von der A100 abhänge, dieses Märchen sollte unter Erwachsenen nicht mehr erzählt werden dürfen.
Der Autor ist Stadtplaner und Publizist.
(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 12.11.2009)
Kommentare [ 39 ] Kommentar hinzufügen »
Es ist fast so, als würde man Heroinabhängigen die Drogenpolitik überlassen. Die Politik muß endlich lernen, dass in den Zeiten des Klimawandels Verkehrsvermeidung das Gebot der Stunde ist. Veranstaltungen wie den Klimagipfel in Kopenhagen sollte man sich lieber gleich sparen, wenn eine Umkehr der autogerechten Planungen der 60 Jahre nicht in Frage kommt.
Wenn die Internationale Energieagentur heute mit deutlich höheren Energiepreisen rechnet, wird sich der von den Autosüchtigen großzügig kalkulierte Zuwachs an Verkehr in der Zukunft über diesen Faktor regulieren.
PS: Auch die Strasse am Treptower Park und die Köpenicker Landstrasse/Schnellerstrasse würden beim weiterbau der A100 entlastet werden.
Für die Straße Am Treptower Park mag ein Rückgang zwar da sein, ok. Aber hier ist die Senatsverwaltung, die das nächste Projekt plant: Zweirichtungsverkehr am Treptower Park. Die beiden Themen sind zwar an sich völlig unabhängig voneinander - aber leider doch eng verzahnt geplant.
Heute ist bekannt, dass diese Strategie nicht funktioniert hat, dass sogar das Gegenteil eingetreten ist. Mit jedem Ausbau des Straßennetzes steigt die Anzahl der Autofahrer, steigt die Distanz der gefahrenen Strecken und steigt die Anzahl der unnötigen Autofahrten. Die Probleme die so entstehen, sind gewaltig: Flächenversiegeleung, Lärm, Gestank, Feinstaub, Klimawandel, tödliche Verkehrsunfälle, Zerschneidung von Innenstädten, Schaffung von unüberwindbaren Barrieren usw.
Überflüssige Autobahnprojekte erzeugen überflüssigen Verkehr. Die Behauptung, man könne mittels Autobahnbau eine verkehrliche Entlastung erreichen, ist eine Lüge.
Statt immer neuen Straßen und Autobahnen brauchen wir besseren, schnelleren und billigeren ÖPNV, mehr Fahrradwege und vor allem eine gesellschaftliche Ächtung von übermäßigem Autokonsum. Vielen Menschen ist bis heute überhaupt nicht klar, was sie ihrer Umwelt, ihren Nachbarn und ihren Kindern mit der ganzen Autofahrerei antun.
Es wird Zeit für ein Umdenken, die Stadt gehört nicht den Autos und nicht den Autofahrern, sie gehört uns allen - holen wir sie uns zurück !!!
Hier weicht "Zentralflughafen" und "Zentralflughafen der DDR" einem Stadtflughafen plus Schließung aller anderen drumherum - hoffentlich keine Reichstagsverhüllung wieder oder keine Fußballweltmeisterschaft, weil dann die Privatflieger zusehen müssten, wo sie landen.
Interkontinental-Drehkreuz ohnehin verschenkt
Halbe Flugbereitschaft hierher,
Fusion mit Brandenburg KEIN Thema mehr,
halbe Regierung: Hier muss nur her, was hierher muss!??
- in Frankfurt oder München hätte sich die Zerteilung mit Bonn längst als Aberwitz entlarvt. Hier schafft man trotz "vollem Bonn-Ausgleich" zum dritten Mal ein "Bekenntnis" zum Berlin/Bonn-Gesetz!???
LEIDER
dieses Jahr. Normalerweise komme ich vom Kudamm zum S-Bahnhof Wannsee in 15 Minuten, bei Sperrung der Auvs habe ich fast eine Stunde gebraucht. Der Bau der Autobahnen durch Berlin in den 60er und 70er JAhren und der Ausbau z.B. nach Schönfeld sind ein Gottessegen. vorher hatte man zu flugh. Schönefeld vom Kudamm 1 Stund gebraucht, jetzt ist das ganze in 20 min. möglich. Keine ampeln, keine fußgänger werden umgefahren, viel weniger Unfälle als auf Hauptverkehrsstraßen, auch das sind Fakten
Übrigens hat Gott mit Autobahnen nix zu tun.
Wenn ich nach Ihrem Namen "googel" glaube ich zu erkennen, dass sie basierend auf den Studien der Fachrichtungen Theologie, Philosophie und Geschichte ihre Sicht der Dinge gewinnen.
Sind sie da nicht vielleicht von Haus aus ein "Bewahrer"?
Darf ich Ihnen die Pläne zuschreiben, nach denen Straßenzüge wie die Breite Straße und die Leipziger Straße verkleinert wurden bzw. werden sollen. Sind Sie nicht eher jemand, der die aufstrebende, ENDLICH wachwerdende Mauerstadt Berlin in historischen Straßenzügen längst vergangener Epochen sehen möchte?
Sind Sie wirklich qualifiziert die Probleme eines Berlin 2050 durch eine, nach meinem persönlichem Empfinden, rückwärts gewandte Sicht der Dinge beurteilen zu können?
Ihre Aussage "Autobesitz und Autogebrauch nehmen in Berlin statistisch ab" - ist das nicht dieser typische "Inselblick", der die Entwicklung der Umgebung nicht sieht? Sehen Sie bei Ihren Planungen jeweils nur die Einwohner einer Stadt, bis zu deren Ortsschild? Der "Brandenburger Speckgürtel" - existiert der in ihren Planungen nicht?
Ein riesiger Flughafen entsteht im Süd-Osten. Als Laie sehe ich, wie es rund um andere deutsche Flughäfen aussieht. Sehen nicht auch Sie, das sich rund um den "BBI" viele kleinere Unternehmen ansiedeln werden, die angebunden sein wollen? Angebunden auch an Berlin-Mitte!?
Ja, eine Weiterführung zur Frankfurter Allee sollte später durchaus folgen. Aber die kann, um es bildlich auszusprechen, doch erst "als oberes Stockwerk gebaut werden, wenn das Erdgeschoß fertig ist."
Ich wünsche mir sogar den Ringschluß zur Ostseestr, wohl wissend, dass ich das nicht mehr erleben werde.
Ihre Argumente und Ansätze sind, aus meiner Sicht, nicht geeignet die Zukunft einer aufstrebenden Metropole zu verbessern, die dies dringend nötig hat. Sie wollen IMHO die östliche City konservieren. Ich nenne dies "Infarkt"-Planung. Nicht zukunftsgerichtet.
MfG
Na ja, aber wenigstens lassen sich die Planungen aus Kassel nahtlos in Berlin umsetzen.
Wann gibt es endlich auch beim Verkehr "Abrüstungsverhandlungen"? Denn, auch wenn es manche kaum glauben wollen, es gibt auch noch andere Möglichkeiten von A nach B zu kommen, als immer nur das Auto.
Ich möchte nicht in dieser Stadt leben.
Warum also nicht den Restteil anbinden und sehen, wie sich die Verkehrsströme bündeln?
Im Westteil fehlt schon seit 20 Jahren die Erweiterung und der Ausbau in Richtung AVUS. Da ließe sich mit wenigen Schritten einieges bewegen. Die Sanierung des ICC könnte die Chance sein real über den Abriss nachzudenken ( Kosten / Nutzen ) und dieses Areal dem Verkehr zu erschließen. Das "Neues ICC" könnte dann an der Deutschlandhalle gebaut werden, die nur Kosten verursacht. In diesem Bereich könnte schon lange eine zweite Ebene für den Fernverkehr für Entlastung sorgen, wenn da nicht die vielen Hindernisse wären.
Wer die neue Abfahrt Grenzallee in Neukölln benutzt, weiß das man dort oft 15 Minuten in Stau steht, bevor man die Ampel überquert hat. Und hier ist kein Wohngebiet ! Wenn man diese Erfahrung nun auf den sensiblen Bereich an der Elsenstraße überträgt, der eh schon ein Kreuzungspunkt Nord-Süd Ost-West mit hohem Verkehrsaufkommen ist, dann ist der Infarkt programiert. das damit die umgebenden Wohnviertel in Kreuzberg und Treptow noch mehr durch Verkehr belastet werden, ist nicht hinnehmbar.
Und wohin soll der Verkehr Richtung Osten dann weitergehen ?
Die Warschauer Straße als einzige Verbindung zur Frankfurter Allee ist bereits heute überlastet.
Verkehrstechnisch würde nur ein direkter Weiterbau bis zur Frankfurter Allee Sinn machen.
Städtebaulich und ökologisch gesehen ist das ganze Unterfangen ein Anachronismus wie Herr Axthelm ganz richtig bemerkt, zusätzliche einfache Verbindungsstraßen zwischen Ost und West würden reichen um die Skalitzer und Warschauer Straße zu entlasten und die Flächen für späteren Wohnungsbau zu erschließen.
PS.: wahrheitler - seit wann baut Gott Autobahnen ?
Alles andere ist atavistischer Unsinn und pure Stadtzerstörung. Wie auch der gute Artikel von Hoffmann-Axthelm noch einmal pointiert.
Ergo werden auch in 100 Jahren noch Straßen sein und gebraucht werden. Der tiefere Grund: die Menschen wollen immer etwas transportieren - entweder nur sich selbst, oder auch ihr Gepäck. Das Gepäck aber ist oft zu schwer und sperrig, als dass man es immer in der S- oder U-Bahn mitschleppen könnte. Da ist das Auto gegen ÖPNV im Vorteil - so einfach ist das. Das hat überhaupt nichts mit Autofetischismus zu tun.
Also sollte man den Ringschluss der Autobahn planen. Wohin es führt, wenn man dies vernachlässigt, kann man in Frankfurt/Main studieren: der Alleentunnel, der die A66 - Enden miteinander verbinden soll, wird geplant und geplant, aber nicht gebaut. Fazit: ständiger Stau in der Innenstadt - sehr umweltfreundlich! Obwohl es U- und S-Bahnen gibt - genauso, wie in Berlin.
Was sicher nötig ist, bei der Stadtplanung die Flächen- und Straßenentwicklung besser zu koordinieren.
Wenn man einen Autobahnring zu schmalbrüstig plant, verschlingt die spätere Nachrüstung Unsummen. Das kann man aktuell am Beispiel Mainz studieren: allein die neue Brücke über den Rhein mit 6 Spuren kostet hunderte von Millionen Euronen...
Ebenso will ja Herr Ramsauer den Kölner Ring (>Aufbau West!) aufbohren. Ja, da hätte man vielleicht früher schon...
Noch einfacher ist es, sich für die 3 bis 4 sperrigen Transporte im Jahr einen Kleintransporter zu leihen.
Ansonsten läuft ohnehin alles in Richtung Internetbestellung und auf diese Weise optimierte Lieferung.
Und eines ist auch klar: Das Auto MUSS immer sperriger sein als das in ihm irgendwann einmal transportierte sperrigste Sperrgut. Was daraus folgt erleben sie auf zugestauten, mithin gesperrten Straßen.
Dort gilt dann: Wo ein Körper ist, kann kein zweiter sein.
Das ist auch ganz einfach.
Ziel jeglicher wirtschaftsorientierten Verkehrspolitik ist
es Verkehr zu beschleunigen. Erst in zweiter oder dritter
Priorität steht das Ziel "Entlastung".
Die A100 (incl. Ringvervollständigung) ist zweifellos eines der sinnvollsten Ergänzungen im Berliner Verkehrsmix.
Traurig zu sehen, dass der TSP in Fragen von Infrastruktur und Wirtschaftspolitik immer noch keine Kompetenz entwickelt hat.
An dieser Eigendynamik wird kein Gesetzgeber oder Autoklub etwas ändern. Unter diesem Aspekt ist der Autobahnbau mit öffentlichen und noch dazu knappen Geldern, reine Geld und Ressourcenvernichtung. Ich selbst bin Fußgänger und Radfahrer , manchmal nutze ich Bahn und Bus. Wenn ich extrem eilig unterwegs bin, nutze ich eines der vielen Taxis in der Stadt. Das Eilig sein klappt allerdings oft nur Nachts, weil dann erst der Verkehr fließt.
es Verkehr zu beschleunigen. Erst in zweiter oder dritter
Priorität steht das Ziel "Entlastung".
Unsinn.
Abstrakte Beschleunigung bedeutet gar nichts. Entscheidend ist immer Effizienz.
Das verzopfte Paradigma der autogerechten Stadt müssen Sie hier nicht wieder aufwärmen.
Zudem kann man nicht auf der einen Seite beschaulich-kitschiges Mittelalter ins Stadtzentrum zurückbauen wollen, damit dort 18 plus oder minus x FDP-Wähler ihrer Town-House-Bürgerlichkeit retrofrönen können, um im Gegenzug um den Ring herum die Autohölle losbrechen lassen.
Als Tipp gebe ich Ihnen aber mal auf den Weg, solange ihre Füße noch ihre Beine tragen, fahren sie den Abschnitt von der Frankfurter bis Hoch in den Wedding hinein mit dem Fahrrad ab oder laufen sie das Stück und kommen mir dann nochmal mit den Plänen und wie Sie sich es vorstellen, dort eine Autobahn zu realisieren und mindestens 200 000 Menschen einen schönen Altbauwohnraum wegzunehmen. Zumal auch die Frage gestellt werden darf, wohin überhaupt mit den Tram Linien auf der Visbyer und der Kreuzzung Prenzlauer Allee. Aber Trams kannten die damaligen Wessis im Stadtplanungsbüro noch nicht.
Im übrigen bedeutet eine Beschleunigung auch Entlastung. Wenn Bürger x möglichst schnell von a nach B kommt entlastet er die Umwelt vom Betrieb seines Autos um diesen Faktor. Wird Bürger x aber bewußt genötigt länger auf der Straße zu verweilen, den Faktor C, dann belastet er dadurch entsprechend länger die Umwelt. - Wobei mir persönlich natürlich am liebsten wäre wenn die Berliner ihre Autos komplett abschaffen, die Busse und Bahnen ihren Betrieb auf zwei Drittel ihrer jetzigen Frequenz reduzieren würden. Dann hieße es endlich: Freie Fahrt für freie Unternehmer.
Eine Stadt ist zum Leben da. Dazu gehört heute auch das Auto. Verstehen Sie? .... AUCH.
Ich habe Ihren Kommentar nun mehrfach gelesen, versucht zu verstehen, aber es fällt mir schwer ihn als sinnvoll zu erachten. Ich versuche Ihnen aber trotzdem zu antworten.
Ich schrieb nichts davon, dass man von der Frankfurter Allee zur Ostseestr. oder darüber hinaus eine "Autobahn" bauen solle. Ich schrieb von einem Lückenschluß, den ich persönlich wünschen würde und hatte dabei zunächst einmal schlicht eine geschlossene Ring-Verbindung im Sinn. Ob diese nun als Autobahn ausgeführt wird oder durch eine Verlängerung im Baustiel der See/Osloer/Wisbyer Str. oder gar als einspurige Straße ist eine andere Frage, die sich aber doch, wie ich auch schrieb, gar nicht wirklich stellt, da dieses Projekt nicht mehr in der Planung ist.
Insofern bauen sie hier ein "Horror-Szenario" auf, beschießen dies lang und breit mit konstruierten Vorstellungen (Autobahn an der Böse-Brücke) und in Wirklichkeit steht dies doch gar nicht zur Diskussion!?
Ich wohne übrigens praktisch in Sichtweite der Böse-Brücke und wünsche mir dementsprechend eine bessere Anbindung in Richtung A10 Center, Waltersdorf, BBI.
Heimat, um Ihnen diese Frage zu beantworten: Meine Heimat ist Deutschland. Nicht Düsseldorf, nicht Frankfurt, nicht Berlin und schon gar nicht eine Straße oder ein Haus. Ich klebe in der Tat nicht am gestrigen fest und es ist nicht mein Weltbild Dinge als unumstößlich anzusehen, insbesondere wenn man sich und sein Umfeld verbessern kann.
Straßenbahnen sind durchaus ein disskussionswürdiges Thema, das aber diesen Rahmen sprengen würde und dieses Thema nun ganz und gar verfehlt.
Ich kam übrigens 2005, nach einem längeren Auslandsaufenthalt, nach Berlin. Ohne Auto. Zunächst mit dem Fahrrad (ja, auch zwischen Wedding und Mitte), dann mit Bus& Bahn, ja selbst mit Car-Sharing habe ich es versucht. So beschränkt möchte ich aber nie wieder leben und habe mir dann doch wieder ein Auto zugelegt. Meine Familie hat es mir gedankt, dass dieser Streß ohne Auto ein Ende fand.
Sie betrachten all das ohne Konzept und sie vergessen, die A100 macht nur Sinn, wenn man sie ganz realisiert. Und natürlich ist der Lückenschluss weiter geplant, mit ganzer Sicherheit. Die Politik verschweigt uns das natürlich, aus vielerlei Gründen. Eine Politik des nach und nach. Wenn die A100 bis zum Treptower Park fertig ist, muss sie weiter verlängert werden. Und auch bis zur Frankfurter Allee macht sie keinen Sinn, sie muss wieder verlängert werden.
Noch kruder sind Ihre Ansichten zur Bösen Brücke. Sie wohnen da und wünschen sich dort eine Autobahn? Warum ziehen Sie nicht an einen verkehrsgünstigeren Ort in oder außerhalb Berlin? Warum nehmen sie nicht die Öffentlichen? Weil sie nur an sich denken und garnicht den Horizont besitzen, sich vorzustellen, wenn auch ein sehr geschichtsträchtiger Ort und ein riesiges schönes Wohngebiet abgewertet wird. Mal ganz davon abgesehen, dass sich dort realistisch überhaupt keine Schnellstraße auf Niveau einer A100 realisieren lässt. Höchstens als ewiger Tunnel ohne Ausfahrten. Sie wären doch der erste, der sich wegen dem Baulärm beschweren würde. Der gesamte Teil wäre für mindestens ein Jahrzehnt eine einzige Baustelle, nur damit Sie bequemer irgendwo hinkommen.
....
Es ist klar, dass sich Ihr Begriff von Heimat weit ausgeweitet und ausgedehnt hat. Aber nicht für mich. Und auch das müssen Sie akzeptieren. Aber für Sie ist das Negativ - wie drücken Sie es aus ? "Ich klebe in der Tat nicht am gestrigen fest und es ist nicht mein Weltbild Dinge als unumstößlich anzusehen" Das halte ich für sehr amüsant, geht es doch vollkommen am Thema vorbei und offenbart Ihre Ignoranz. Und so kann ich auch sagen, das Zitierte, trifft doch garnicht auf mich zu, obwohl mir viel an der Historie liegt. Denn Zukunft ist unabdingbar mit Vergangenheit verknüpft. Eine Erkenntnis, die viele noch immer nicht begriffen.
Wenn Sie solange im Ausland und in anderen Städten gelebt, wüssten Sie das Berliner Nahverkehrssystem zu schätzen und zu würdigen, denn es ist eines der weltweit besten. Das konnten Sie aber nicht, weil sie ungeduldig und scheinbar planlos durch die Stadt irrten. Ich lebe hier nun schon immer und hatte nie das Bedürfnis nach einem Auto, es sei denn ich will andere Ziele bereisen. Doch auch da nehme ich lieber den Zug, auch wenn die DB sehr kritisch zu sehen ist. Und selbst viele Autofahrer lassen mittlerweile das Auto stehen. Wenn natürlich die BVG streikt und die S-Bahn chaotisch wird, kann ich einiges verstehen. Aber nicht das, an der eigenen Grundüberzeugung zu rütteln. Es wäre mir viel zu stressig, mich täglich durch den Verkehrswahnsinn zu schlängeln. Zumal jede Stadt in der Größe Berlins mit dem Verkehrsaufkommen auf den Straßen zu kämpfen hat.
So hat jeder sein eigenes Bedürfnis. Der Unterschied zu Ihnen ist jedoch, ich stelle nicht meine eigenen Interessen über Die Anderer und ich möchte auch nicht "meine" Stadt verschandeln, nur weil mir gerade mal so danach ist und ich bequem sein möchte.
Zum wiederholten Male schreiben sie mir Meinungen und Worte zu, die nicht von mir kamen.
Ich sehe keine Basis für eine sinnvolle Diskussion, wenn sie zum einen nicht verstehen (wollen) was ich schrieb, zum anderen ein grundsätzliches Problem mit anderen Meinungen haben, nur weil diese aus einem anderen Sichtwinkel her kommen.
Ich habe auch schlicht keine Lust diese Seifenblasen von Anschuldigungen immer wieder aufs neue zum Platzen zu bringen.
Ich würde mich freuen, wenn sie, auch ohne Auto, mehr aus ihrer beschriebenen Wilhelm II Idylle in modernere Gegenden von Berlin fahren würden, gerne auch mit dem Fahrrad, um zu sehen, wie sich Moderne und Menschen positiv ergänzen, denn das tun sie.
Ich bin nun seit über 30 Jahren mit dieser Stadt eng verbunden, ja habe sogar vor gut 20 Jahren in Köpenick (als Westdeutscher "Ausländer" in der DDR) geheiratet. Ich sehe sehr genau hin, wo und was die letzten 30 Jahre dieser Stadt an Veränderungen gebracht haben.
Ich kenne aber persönlich auch so manchen Berliner, der es noch nie in ihrem Leben geschafft hat zumindest einmal auf dem Fernsehturm gewesen zu sein, um sich von dort ein anderes, neues Bild der Stadt zu machen...
Wie ich schon schrieb: Man sollte Veränderungen zunächst einmal Positiv sehen, denn die Erfahrung lehrt, dass sie dies, im Nachhinein betrachtet, auch sind. Sie werden es mehr als schwer haben ein Beispiel dafür zu finden, dass eine in den letzten 20 Jahren aus-/um-/neu-gebaute Straße die Situation nicht verbessert hätte. Sehen sie sich z.B. die Wisbyer Str. an. Ist doch ein voller Erfolg für die Anwohner dort nicht mehr dieses Kopfsteingerumpel ertragen zu müssen!
Angst vor Veränderung, Angst die gewohnte Umgebung könnte sich Verändern, Angst man könnte in der neuen Zeit nur verlieren... Angst ist noch nie ein guter Ratgeber gewesen sondern blockiert unnötig das logische Denken. Denken sie positiv!
WilhelmII Idylle? Netter Vorwurf, doch so ganz an meiner Persönlichkeit und Menschenkenntnis vorbei. Aber in einem haben Sie recht, Stuck halte ich für sehr kostbar - im Gegensatz zum mehr als langweiligen und seelenlosen modernen Bauhaus-Stil. Ich solle mehr vom modernen Berlin erkunden? Das habe Ich mehr, als sie zu denken glauben. Zumal genau das, überall in Berlins Mitte vorzufinden ist und da wohne ich zufällig. Auch hier geht Ihre Kritik vorbei.
Das Sie seit mehr als 30 Jahren mit der Stadt verbunden zu sein glauben, kaufe ich Ihnen nur ungerne ab. Das einzige Positive in Ihrem Satze, was Berlin betrifft, das es doch so unheimlich positiv wäre. Das kommt mir vor, als wären sie 30 Jahre nichtmehr in Berlin gewesen.
Um generelle Veränderungen geht es hier doch überhaupt nicht und es geht hier auch nicht um schöne Gebäude, Architektur oder etwas Revolutionäre, sondern um eine absolut hässliche Autobahn, in jedem Belang! Auch hier geht Ihre Argumentation wieder prima ins Leere. Ich habe keine Drogen genommen, um mir das, wie Sie, schön zu reden.
Natürlich sind Ängste da. Das sie mit logischem Denken argumentieren, belustigt mich, halte ich ich Ihr Festklammern am Projekt A100 doch für amüsant, denn es ist die Unlogik in Reinstform. Logisches Denken wäre nämlich, rational über das Projekt nachzudenken und wenn man das tut, kann einem nur die Idiotie des Projekts auffallen. Naivität ist im Übrigen auch kein guter Ratgeber. In diesem Sinne, denken sie mal logisch und real! Und das von einem User, der Utopie für bestimmend hält. Die A100 ist aber keine Utopie, sie ist Schwachsinn hoch zehn. Und das bleibt bei allem positiven Denken fest im Sattel.