[Kommentare: 41]

Gastkommentar

Israel, Iran und die deutsche Linke

Rot-rote Bündnisse? Der Anti-Israel-Reflex der Linken ist sehr stark - so stark wie kaum ein anderes Antriebsmoment, meint FDP-Generalsekretär Dirk Niebel.
Anzeige
Bild vergrößern
Dirk Niebel. FDP-Generalsekretär. Foto: dpa
Bei Karl Marx hieß es: "Ein Gespenst geht um in Europa." Bei seinen Urenkeln in der Linken ist es heute ein Geist, ein problematischer. Er hat einen Namen: Professor Norman Paech. Er könnte aber auch Erwin Schulze heißen oder sonst wie. Die Paechs kommen und gehen, der Geist bleibt. Er haftet der Linken an wie der eigene Schatten. Wenn Marx, selbst jüdischer Herkunft, geahnt hätte, dass die Partei, die sich auf ihn beruft, einst beseelt sein würde von einem Anti-Israel-Reflex, nahezu zwanghaft und so stark wie kaum ein anderes Antriebsmoment.

Paech legt wiederholt zwischen den Zeilen Vergleiche zwischen Israels und Nazideutschlands Militärmaßnahmen nahe und verharmlost die vom Mullah-Regime im Iran ausgehende Gefahr. Er sieht sich in einer Märtyrerrolle, weil er dafür kritisiert wird, dass er Israels Politik kritisiert. Als ob man das nicht dürfte und mitunter nicht sogar sollte - wie zum Beispiel ich. Doch das ist seine Masche, eine Art Laufmasche. Ganz tief unten sitzt der Schaden. Jahrhunderte reicht es zurück, dass die Juden dafür selbst verantwortlich gemacht werden, was ihnen nach dieser Argumentation geradezu zwangsläufig angetan wird.

Paech ist nicht irgendwer. Er ist außenpolitischer Sprecher der Linken im Deutschen Bundestag. Und er ist offenbar einer, den die Linken ganz besonders brauchen. Nur so ist erklärlich, dass ihm in seinen Reihen kaum einer widerspricht, kein Gysi, kein Lafontaine, kein Junger, kein Alter, der weiß, was gerade auch Kommunisten in den Nazijahren erlitten haben. Auch keiner von denen, die in der Hauptstadt mitregieren.

Und Herr Wowereit? Was denkt er eigentlich, wenn sein Koalitionsgenosse Paech in der Tagesspiegel-Ausgabe vom 14. November schreibt: "Die unerträgliche Rhetorik des iranischen Präsidenten Ahmadinedschad heizt die antiisraelische und antisemitische Stimmung im Lande zwar mächtig an. Eine vergleichbare Drohung wie die israelische gegen Iran enthält sie aber definitiv nicht. Und das unveränderte Beharren auf der Urananreicherung zur zivilen Nutzung der Kernenergie - man mag der Versicherung glauben oder nicht - ist keine Drohung mit einem Angriff."? Paech bedauert also nur die Rhetorik in den Todesdrohungen Ahmadinedschads gegen das Volk Israels, ansonsten gibt er ihm Recht. So billigt er Iran "allzu plausible Gründe" zu, "sich mit dem ultimativen Mittel, der Atombombe also, zu schützen". Und Wowereit schweigt.

Was mir Angst macht, ist weniger die atemberaubende Argumentation des iranischen Herrschers oder des Linken-Außenmanns, sondern der Geist, der aus ihren Worten spricht. Der eine hat die Macht im Iran, der andere will sie hier. Linken-Chef Lafontaine hat vorige Woche angeboten: "Die SPD kann morgen mit uns regieren und den Kanzler stellen, wenn sie die deutschen Truppen aus Afghanistan zurückzieht." Der Traum wird jetzt nicht aufgehen. Aber später der von Klaus Wowereit? Er hat nach wie vor seine ganze Karriereplanung darauf ausgerichtet, sobald wie möglich eine Linksregierung zu bilden und anzuführen. Was wird dann aus der außenpolitischen Verlässlichkeit Deutschlands, aus den Bündnissen, die uns tragen, aus unserer historischen Verantwortung?

Mir macht keine Angst, wenn die Linken soziale Visionen verfolgen. Dafür sind sie da. Sollen Sie uns doch gehörig Druck machen von links! Wenn die Wähler Sozialisten in unseren Parlamenten wollen, obwohl jeder weiß, was das gescheiterte sozialistische Experiment für Deutschland gebracht hat, dann muss ich das als Liberaler hinnehmen. Das gehört genau so zur demokratischen Gesellschaft wie die breite Ablehnung einer revolutionären Veränderung unserer freiheitlichen Grundordnung. Was wir nicht hinnehmen können, das wären friedensgefährdende Abenteurer in der Regierung. Herr Wowereit, Herr Gysi, wir hören!

Der Autor ist Generalsekretär der FDP. Auf seiner Homepage www.dirk-niebel.de steht Näheres zu der Auseinandersetzung mit den Argumenten Norman Paechs.
Sie interessieren sich für dieses Thema und wollen keinen Artikel im Tagesspiegel dazu verpassen? » Informieren | » Login

Aus anderen Ressorts

Israel:

Wer ist Benjamin Netanjahu?
Er verliert an Zustimmung, hat aber die Macht. Was er will, weiß niemand genau. Klar scheint aber, dass er Obama misstraut. Doch es heißt, dass er ihn Anfang der Woche trifft.

Flughafen Tegel:

Alle Poker-Räuber gefasst
UPDATE Zwei Wochen nach dem Überfall auf ein Pokerturnier in Berlin ist auch der letzte der vier Tatverdächtigen gefasst worden. Jihad C. wurde gegen 19 Uhr am Flughafen Tegel festgenommen.

Kommentare [ 41 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von berndmy berndmy ist gerade offline | 11.12.2008 13:58 Uhr
Antisemitismus geht immer
Der Vorwurf eignet sich für alles, gegen alle und wird damit leider entwertet. Wenn alles zur Not antisemitisch ist, weiss irgendwann keiner mehr was das eigentlich ist. Klar die Linke hat was auf dem Kerbholz, z.B. soziale Gerechtigkeit, während die Partei der Niebels es gut findet, das Menschen für 5€ oder gar noch weniger arbeiten gehen. Also immer feste drauf.
Comment
von exil12 exil12 ist gerade offline | 11.12.2008 15:39 Uhr
Auf dem Teppich bleiben!
Man kann ja von der SED-Nachfolgepartei halten, was man will (im Zweifel nicht zu viel...). Aber dass ihr latenter oder nicht latenter Anti-Israel-Reflex "so stark wie kaum ein anderes Antriebsmoment" sein soll, dürfte doch eine glatte Fehleinschätzung und eher der Versuch der FDP sein, in einer Zeit, in der ein eisiger sozialer Wind herrscht, den auch die Windmaschinen der FDP anfachten, abzulenken, auf dass nicht noch mehr Wähler darauf kommen, dass die von der FDP stets gepredigte und gepriesene unbeschränkte Marktwirtschaft vielleicht doch nicht das non plus ultra ist.

Da sollte sich die FDP doch etwas anderes einfallen lassen und die Kirche im Dorf lassen. Die FDP muss andere Argumente formulieren, um die SED-Nachfolgepartei in vielfacher Hinsicht bloß zu stellen. Dabei wird sie auch um eine ktritische Selbstreflexion nicht herum kommen.
Comment
von klaus_weiss klaus_weiss ist gerade offline | 11.12.2008 15:51 Uhr
Niebelwurfkörper
1. Herr Niebel lese sich die amtliche Übersetzung von Ahmadinejads Rede durch. Er muß sie nur vom Übersetzungsbüro des Deutschen Bundestages anfordern. Soviel Gründlichkeit muß man schon verlangen dürfen. Er will also nicht ernst genommen werden.

2. Das National Intelligence Estimate von vor einem Jahr stellte mit den Stimmen aller Dienste der USA fest, daß der Iran sein nukleares Waffenprogramm 2003 eingestellt hatte. Soviel Gründlichkeit muß man schon verlangen dürfen. Er will also nicht ernst genommen werden.

3. Herr Niebel setzt Judentum mit Israel gleich. Das ist Unsinn. Soviel Gründlichkeit muß man schon verlangen dürfen. Er will also nicht ernst genommen werden.

4. Herr Niebel macht sich offensichtlich Sorgen, als Partei Nummer 5 in der Mottenkiste der Geschichte zu verschwinden. Immerhin haben wir Wahlkampf, und die FDP sieht sich mit einer der neoliberalen Ideologie geschuldeten Finanzkrise konfrontiert, für die sie selbst keine Lösung anbieten kann, weil sie -- siehe oben. Soviel Ehrlichkeit muß man schon verlangen dürfen. Er will also nicht ernst genommen werden.

5. Daß Herr Niebel sich genau mit der Karriereplanung von Wowereit auskennt, aber die eigene Karriere in der wohl intrigantesten Partei Deutschlands (auf Verlangen kann ich ein Dutzend peinlicher Fälle aus dem Gedächtnis zitieren) dabei völlig außer Acht läßt, ist eine Schmierenkomödie, die uns der Ministerpräsident ohne Land lieber erspart hätte. Dann lieber Guido Westerwelle als Freiheitsstatue Deutschlands. Das hat wenigstens noch Unterhaltungscharakter.
Comment
von unbekannt | 11.12.2008 16:03 Uhr
Unserer historischen Verantwortung
lieber Herr Niebel würde ich nach der bedingungslosen Kapitulation Hitlerdeutschlands nicht mit einem Krieg zur Aufrechterhaltung einer korrupten Regierung in Afghanistan in Zusammenhang bringen.

Wir haben dort nichts verloren, lieber Herr Niebel. Die breite Mehrheit unserer Bevölkerung sieht das genauso.

Die Väter des Grundgesetzes haben nicht ohne Grund den Artikel 26 Absatz 1 in das Grundgesetz geschrieben.
Comment
von fariborsm fariborsm ist gerade offline | 11.12.2008 21:37 Uhr
Wir haben dort nichts verloren,
in Afghanistan. soweit korrekt. Aber unsere Freunde wollen dass wir ihnen bei ihrem Gewinnversuch dort beistehen, damit sie auch wirklich gewinnen und die gewinne einstecken können. Wir helfen doch wo wir können ganz freiwillig bevore Schläge gibt. Gruß
Comment
von kaefermichnicht kaefermichnicht ist gerade offline | 11.12.2008 16:08 Uhr
Inhalt richtig, Bote ungeeignet.
Der linke Antisemitismus ist genauso idiotisch wie jeder andere auch. Daran wir die Linke sicher auch noch einiges nachzuholen haben, und es ist nur einer der Gründe, warum sie zu meiden ist.
Die FDP, Kundenpartei der Profiteure, sollte sich allerdings nicht allzu groß zum Lehrmeister aufspielen, nachdem sie im Gefolge Möllemanns in den peinlichsten und ekelhaftesten antisemitischen Schlamassel überhaupt geraten ist. Übrigens mit ähnlichen Argumentationen, man dürfe sich doch nicht von Israel das Maul verbieten lassen. Und war da nicht noch ein Iraner im Geschehen verwickelt? Dann Projekt 18%, um am braunen Rand zu fischen...
Wer noch ein Bischen weiter zurückschaut in die glorreiche Parteigeschichte findet dann noch Fackelmärsche zum Hermannsdenkmal unter dem Motto "Es muß wieder ein Reich geben!"
Also: Finger weg von beiden, Linke und FDP, und allen, die gern mal populistischen Wahlkampf mit Ressentiments machen.
Comment
von hdschmidt hdschmidt ist gerade offline | 11.12.2008 16:33 Uhr
ein durchsichtiger und schwacher...
...Kommentar des Herrn Dirk Niebel.
Wie groß muss die Angst in der FDP sein, dass es für schwarz-gelb nicht reichen wird. Hinzu kommt die Angst vor Herrn Wowereit wenn der in die Bundespolitik wechselt und SPD Kanzlerkandidat wird.
Dann auch noch die Landtagswahlen 2009 im Nacken bei denen die FDP keine Chance hat mitzureden.
Da kann ein Generalsekretär schon nervös werden.
Kopf hoch Herr Niebel, das mit den 18 wird wohl nichts mehr weil es zu viele Ottonormalverbraucher gibt.
Comment
von vielflieger vielflieger ist gerade offline | 11.12.2008 20:34 Uhr
@ hdschmidt
Ihr Kommentar zum Kommentar ist auch nicht viel besser. Man kann der FDP nun vieles unterstellen, aber nicht, dass Sie Angst vor dem politischen, linken Gegner haben muss. Für die FDP läuft es doch zur Zeit sehr gut. In Hessen wird sie in die Regierung kommen, und bei der Bundestagswahl sind ihre Chancen auch sehr gut. Und Wowereit braucht nun wirklich niemand mehr zu fürchten, dessen Zeit läuft ab. Nur unverbesserliche Gesundbeter können hier noch von einer Kanzlerschaft Wowereit´s träumen.

Also bleiben Sie auf dem Boden der Tatsachen.
Comment
von funyx funyx ist gerade offline | 11.12.2008 16:36 Uhr
des Niebelchen
*lach* also lieber TS, gehen jetzt die Schreiberlinge aus???

DIRK NIEBEL als Gastkommentar, also wer kommt als nächstes? Duffy Duck???
Dieser Mann ist sowas von...also ich sag Ihnen, sowas von...mir fehlen die Worte.

Zu den demonstrierenden Schülern im Bundestag meinte er doch, das sei der schlimmste Anschlag auf die Demokratie in Deutschland gewesen. Jaja, unser Niebelchen. was hat er nich schon alles tolles gesagt.
Übrigens schrieb Herr Niebel auch schon ne Kolummne für die Praline. Weiterer Kommentare bedarfs da sicher nicht, oder? :-) :-) :-)
Comment
von funyx funyx ist gerade offline | 11.12.2008 16:39 Uhr
und noch was....außenpolitik mit fdp
wie man hört, möchte ja herr westerwelle außenminister werden....na dann gute nacht deutschland.

das reicht aber auch, mehr buchstaben ist ein niebel nicht wert. :-)
Comment
von fritz fritz ist gerade offline | 11.12.2008 16:41 Uhr
Genau hinsehen
Morden sie nicht? Stehlen sie nicht?
Comment
von plumpe plumpe ist gerade offline | 11.12.2008 17:48 Uhr
Unsäglich
ist die hämische Kritik der meisten Kommentare an der FDP und Herrn Niebel. Verglichen mit der Linkspartei ist die FDP doch ganz zweifellos eine demokratische Partei, die für die Geschichte unseres Landes oft wesentliche Impulse (zum Guten!) gegeben hat. In der Sache geht es aber nicht darum, sondern um unsere Haltung zu Israel. Und hier muß man völlig eindeutig sein: Deutschland hat aus historischen Gründen eine unbedingte Beistandspflicht Israel gegenüber. Dies hat die Kanzlerin jüngst auch unmißverständlich bekräftigt. Davon abgesehen ist Israel die einzige Demokratie in einer Region autokratischer und totalitärer Systeme, so daß unsere Parteinahme für das westlich geprägte, liberale, wirtschaftlich und militärisch starke Israel eindeutig sein muß. Im Konflikt mit den - vorsichtig formuliert - ein wenig wirren Ayatollas im Iran gehören unsere Sympathie und (notfalls) unsere Unterstützung dem Staat der Juden.
Comment
von coyote coyote ist gerade offline | 11.12.2008 17:53 Uhr
Unverständlich !
Wie Einige hier die iranische Bedrohung für Israel herunterspielen , ist schon erstaunlich.
Comment
von klaus_weiss klaus_weiss ist gerade offline | 11.12.2008 19:08 Uhr
@plumpe
Die F.D.P. (ja, noch die gute alte mit den drei Punkten) suchte sich nach dem Fall der Mauer und während der Auflösung der Sowjetunion einen zu ihr passenden liberalen Partner in Rußland. Den fand sie dann auch: im Antisemiten Schirinowski (*. Weitere Beispiele gefällig?

*) http://www.hagalil.com/antisemitismus/osteuropa/russland-1.htm
Comment
von klaus_weiss klaus_weiss ist gerade offline | 11.12.2008 19:10 Uhr
@coyote
Wenn Sie im Besitz von Beweisen für ein iranisches Atomwaffenprogramm sind, sollten Sie sofort den entsprechenden Behörden Meldung davon machen. BND, CIA und Mossad erreichen Sie bequem über deren Homepage. Also hurtig!
Comment
von s.theile s.theile ist gerade offline | 11.12.2008 19:14 Uhr
Eine Lanze für Niebel
Für mich persönlich wird Dirk Niebel wird wohl nie imstande sein, Interesse für seine Position oder jene der FDP allgemein hervorzurufen. Allerdings will ich auch sagen, daß ich schon weit dümmeres von ihm gehört habe, was mich dann nicht selten daran zweifeln ließ, ob diese Ausfälle nur seiner Rolle als Generalsekretär, also Haudraufmann, geschuldet sind.

Folglich kann ich nicht recht die Schärfe nachvollziehen, der sich Niebels Beitrag hier ausgesetzt sieht. Ich glaube, seine Darstellung ist genauso ungenau und vielleicht nicht tiefgründig genug wie so ziemlich jeder andere politische Gastkommentar auch. Insgesamt enthält Niebels Beitrag nicht einen Punkt, über den man nicht wenigsten einmal kurz diskutieren könnte.

Richtig angenehm fällt mir die Abkehr von seinem sonst üblichen Motto „Lieber tot als rot“ auf, um sich stattdessen wie hier eine reifere Position anzueignen, die auch der Linken ihre Rolle und Berechtigung 'innerhalb' des demokratischen Parteienspektrums zubilligt. Da ist er zusammen mit den Grünen weiter als die CDU und manche in der SPD. Schade nur, daß dieser liberale Geist in der FDP bei anderen Themen so verkümmert ist.
Comment
von coyote coyote ist gerade offline | 11.12.2008 19:37 Uhr
@ klausweiss
Es geht doch nicht nur darum ,wie weit der Iran beim Bau einer Atomwaffe ist . Sondern , dass der unberechenbare Herr Ahmadinedschad Israel am liebsten von der Landkarte tilgen würde . Und Ahmadinedschad es wohl auch tun würde , wenn er es denn könnte .

Und das die Linke offenbar Sympathien für Ahmadinedschad hat .
Comment
von timchen timchen ist gerade offline | 11.12.2008 19:45 Uhr
@plumpe
"unbedingte Beistandspflicht" - im Sinne von bedingungslos? Uneingeschränkt? Wirklich??
Comment
von get get ist gerade offline | 11.12.2008 20:29 Uhr
Gut gesagt
Das spricht ein echter Liberaler:
"Mir macht keine Angst, wenn die Linken soziale Visionen verfolgen. Dafür sind sie da. Sollen Sie uns doch gehörig Druck machen von links! Wenn die Wähler Sozialisten in unseren Parlamenten wollen, ..."

Wir Liberalen wissen, dass es keine Endgültigen Wahrheiten gibt, weder konservative, noch marxistische, und wir diese schon gar nicht gepachtet haben. Demokratisches Streiten ist wichtig, auch mit den Sozialisten, auch wenn ihre Positionen uns gar nicht gefallen.

Trotzdem gibt es immer wieder Dinge, die nicht so toll sind. Und die sollten angesprochen werden.
Comment
von kb kb ist gerade offline | 11.12.2008 20:30 Uhr
Wo der Niebel Recht hat, hat er Recht.
Natürlich ist die Linkspartei bis auf die Knochen anti-israelisch und in nicht geringen Teilen wohl auch anti-semitisch. Paech ist nur ein Beispiel.

Darüber muss man sich auch nicht wundern. Die SED-Teile leben in der Tradition der DDR weiter. Dort wurden die sog. "Patrioten" (sic!) der PLO hofiert - und Israel strikt abgelehnt. Und aus DDR-Zeiten stammt auch noch, dass vor allem unter den Nazis die Kommunisten verfolgt wurden - der Holocaust wurde systematisch heruntergespielt.

Die Jugendorganisationd der Linkspartei ist sogar stramm auf Anti-Israel-Kurs. Hätte Gysi nicht interveniert, wäre es im Frühjahr zu einem Beschluss gekommen, in dem der angebliche Befreiungskampf der Araber in Palästina hochgejubelt worden wäre.

Und über die Westdeutschen, die es zur Linkspartei gezogen hat, muss man wohl kein Wort verlieren. Der anti-israelische Reflex ist bei den Westdeutschen, die sich als links bezeichnen, weit verbreitet. Das gilt für die "Autonomen" wie für die ollen DKPler.

Comment
von unbekannt | 11.12.2008 20:31 Uhr
Wer Kernkraft bertreibt .....
..... der macht dies aus einem einzigen Grund: Atomwaffen. Siehe USA. Siehe USSR/Russland. Siehe Südafrika. Siehe Frankreich. Siehe Israel. Siehe Iran. So viel Durchblick muss schon sein, Herr Weiß!
Comment
von fariborsm fariborsm ist gerade offline | 11.12.2008 21:16 Uhr
Wer Kernkraft bertreibt .....
will die Bombe. Aber wieso fehlen in der Liste die übrigen 7 Länder? Und die Islamische Republic Iran treibt das auch schon? offiziel sind die feierlichkeiten erst für das Neue Iranische Jahr angesagt. Aber gut, dass ich jetzt über Facten informiert bin. Gruß
Comment
von fariborsm fariborsm ist gerade offline | 11.12.2008 21:29 Uhr
Israel, Iran und die deutsche Linke
die atemberaubende Argumentation des iranischen Herrschers? Und wer ist denn das bitte schon Herr Nierbel? Der Iranische Herrscher? Vielleicht wollten Sie so gut sein und zuerst sich und dann mich und die übrigen Leser Informieren? Na, wollen Sie?
Übrigens soweit bekannt die Iraner geben nichts auf Einschmeicheleien. Weder auf die aus dem Osten noch auf die aus dem Westen. Vergessen wir auch nicht, dass Herr lafontain schon mal ausgeladen worden ist. Aus der Islamischen Republic. Die Fanatiker daunten am Perser Golf zählen 70 Millionen und seit anno 1978/79 - wiederum wie allgemein bekannt - schmeicheln sie sich selbst und sind die eigentlichen Herrscher in ihrem Lande. Es sei denn sie weisen Belege vor für Ihre Aussage.
Mit freundlichen Grüßen
Comment
von klaus_weiss klaus_weiss ist gerade offline | 11.12.2008 20:32 Uhr
@coyote
Genau das hat er nicht gesagt. Deswegen mein Verweis auf die amtliche Übersetzung aus dem Bundestag. Die iranische Frauenrechtlerin Armirpour hat sich überdies gleichlautend geäußert; in der Süddeutschen müßte der Artikel noch vorrätig sein.

Ahmadinejad leugnet auch nicht den Holocaust, wie oft kolportiert wird. Sein Interview mit MSNBC ist in dieser Hinsicht eindeutig, weil der Journalist im Studio über sieben Minuten lang versucht, ihn darauf festzunageln. Allerdings stellt er die Frage, ja, das tut er, wieso die Palästinenser die Leidtragenden der deutschen Verbrechen sein müssen. Ohne die Diskussion dieses Problems wird es im Nahen Osten aber eh keinen Frieden geben, weil mit der Antwort auf die Frage die Rückkehr der palästinensischen Flüchtlinge verbunden ist und umgekehrt.

Übrigens sind Ahmadinejads Revolutionsgarden die Haupteigentümer von Coca Cola Teheran (ja, das gibt es, genauso wie jüdische Schulen mit 4000 Schülern, sechs koschere Metzger (Berlin hat wie viele?), jüdische Anwaltskanzleien und ein jüdisches Krankenhaus). Der will Macht haben, weil damit Geld zu verdienen ist. Der Rest ist Ritual. Sein Vorgänger Rafsandschānī, die Verkörperung des guten Liberalen, des Hoffnungsträgers, wenn man westlichen Medien glauben darf, hat jedes Jahr dieselben Worte wiederholt, aber keiner hat es gehört.

Die westliche Wahrnehmung ist sehr selektiv, vor allem, wenn es um Staaten geht, die am selben Ölvorkommen saugen. Da werden dann schon mal PR-Agenturen eingespannt, die kuwaitische Krankenschwestern weinen lassen, Geheimdienstberichte gefälscht und aus Rache lügenresistente Agentinnen enttarnt. Politik ist ein Drecksgeschäft.
Comment
von unbekannt | 11.12.2008 22:43 Uhr
@klaus_weiss
Binnen zwei Wochen wurden sechs jüdische Schüler, zwei jüdische Rechtsanwälte grundlos festgenommen und anschliessend gehenkt. Das jüdische Krankenhaus wurde zum Teil geschlossen, so geschehen vor drei Tagen. Die Ermordung der Juden und Teilschließung sprechen eine deutliche Sprache hinsichtlich der Judenverfolgung. Die ermordeten Juden wurden angeklagt: Religionsausübung unter Ausschluß der Öffentlichkeit.
So viel dazu zu der Judenfeindlichkeit.
Comment
von paule paule ist gerade offline | 15.12.2008 9:48 Uhr
@festuca
*lacht laut und lange* - wenn der Iran anfangen wuerde Juden wegen Religionsausuebung umzubringen dann haetten die allerdings schon einen Krieg am Allerw*.

Also entweder Sie informieren sich bei den falschen Quellen oder wollen platteste Propaganda machen. Beides so durchsichtig und auffaellig das es mich wundert das ihr Kommentar ueberhaupt eingestellt wurde.
Comment
von wilhelm wilhelm ist gerade offline | 11.12.2008 21:07 Uhr
Niebel? Pofalla?
Lassen wir sie plappern. Ihr Quirkelquarkel erledigt sich selbst.
Comment
von timchen timchen ist gerade offline | 11.12.2008 21:27 Uhr
@klaus
wieviele Sympathipunkte darf man eigentlich vergeben? ;-)
Comment
von wilhelm wilhelm ist gerade offline | 11.12.2008 21:29 Uhr
Sind die Panzer der Linken schon auf dem Weg nach Nahost?
Zündeln sie an Synagogen? - Erstaunlich, was hier so alles über die Linke gewusst und so mir nichts dir nichts mit Sippenhaft belegt wird. Der - vermeintliche oder tatsächliche - Antisemitismus der Linken wird in Stürmer-Manier nachgewiesen und angeprangert. Wirklich eine feine Phalanx von Demokratievertretern und -verteidigern.
Comment
von rathauspiefke rathauspiefke ist gerade offline | 11.12.2008 22:22 Uhr
Dirk Niebel, Volksvertreter
Vielen Dank an den Tagesspiegel, dass er den bei Heidelberg renommierten Politiker Herrn Dirk Niebel einmal in einem eigenen Beitrag zu Wort kommen lässt. Herr Niebel ist schießlich nicht irgendwer, sondern Generalsekretär - also ein Gipfel der innerparteilichen Auslese der CDUSPDFDP. Dass jemand wie Herr Dirk Niebel überhaupt an die Spitze dieser Partei gelangen kann, sagt an sich schon genug.
Angesichts der mediokren Qualität vieler genuin journalistischer Beiträge des Tagesspiegel sind sogenannte "Gastkommentare" mitunter eine Abwechslung. Im Grunde liegt in dieser Textgattung ein enormes Potential, eine Zeitung aufzuwerten, wenn man Menschen findet, die etwas zu sagen und nicht in Express-Rhetorik-Kursen gelernt haben, wie man belanglose Sprüche repetiert und dazu die passende Krawatte trägt.
Aber was bringt's, wenn die zuständigen Redakteure, die für die Auswahl verantwortlich sind, sich vorwiegend an Mittelmaß und Internet-Einschaltquoten orientieren?

Comment
von klaus_weiss klaus_weiss ist gerade offline | 11.12.2008 22:29 Uhr
Nachtrag und später Fernsehtip
Eben ist ein entsprechender Beitrag der aktuellen Ausgabe von "Panorama" gesendet worden -- es lohnt sich, sich die Wiederholung anzusehen. Thema: Während die US-Regierung und Obama scharfe Sanktionen fordern, die Bundesregierung in dieselbe Richtung nötigen und deutsche Mittelständler ihren iranischen Kunden nicht erklären können, was überhaupt los ist, macht die Wirtschaft aus welchem Land tolle Gewinne? Genau. Derselbe ehemalige US-Botschafter in Berlin, der eben noch Sanktionen begründete, bricht dann schon mal ein Interview ab, wenn es unangenehm wird: "Ich will das Handeln einzelner Unternehmer nicht kommentieren." (Aus dem Gedächtnis.)

http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2008/panoramairan100.html
Comment
von klaus_weiss klaus_weiss ist gerade offline | 12.12.2008 0:02 Uhr
@festuca
Darf ich um eine Quelle bitten. Anscheinend haben weder die BBC noch CNN und auch nicht die "Welt", die Morgenpost, Haaretz, Hagalil oder der Tagesspiegel etwas davon gehört ...
Comment
von unbekannt | 12.12.2008 15:59 Uhr
@klaus_weiss
Quellen sind u.a.: Jerusalem Post, Haaretz (hebräisch also iwrit), Jediochonot (ebenfalls auf hebräisch, iwrit), Washington Post und New York Times. Diese Medien berichteten vor einigen Tagen über diesen schlimme Vorfälle. Seltsam nur, dass die deutschen Medien über diese Vorfälle nicht berichteten. Nun können Sie weiter behaupten, dass Iran angeblich ein judenfreundliches Land sei.
Comment
von paule paule ist gerade offline | 15.12.2008 9:53 Uhr
klar
koennte auch bedeuten das die Meldungen Propaganda und dumme Luegen waren - in diesem Sinne posten Sie doch bitte Links! (Ich war auf den von Ihnen genannten Seiten und konnte partout keinen Eintrag finden.)
Comment
von wilhelm wilhelm ist gerade offline | 12.12.2008 8:58 Uhr
rathauspiefke | 11.12.2008 22:22:32 Uhr
Ihr Angriff auf den Tagesspiegel, verbunden mit der Empfehlung eines Dirk Niebel, das ist wie eine Kritik an den Gerichten eines Restaurants mit der Empfehlung doch Hamburger und Currywurst zu servieren. Guten Appetit!
Comment
von funyx funyx ist gerade offline | 12.12.2008 9:00 Uhr
@klaus_weiss
Danke für den fernsehtipp :-)
er zeigt mal wieder die typische amerikansiche vorgehensweise.
und die mediale öffentlichkeit dackelt brav einfach jedem dahergesagten mist aus unserem kanzleramt oder washington hinterher.
der "übersetzungsfehler" war sogar schon gegenstand bei der zdf sendung "neues aus der anstalt".
Comment
von turtle turtle ist gerade offline | 12.12.2008 11:30 Uhr
Israel und die Linke....
In den 50er und 60er Jahren haben die Linken, insbesondere auch die SED, Israel wohlwollend gesehen, erst ab dem 6Tage-Krieg hat sich das geändert.
Die einzige Konstante, die es da gibt, ist die, dass "Linke" es eher mit den Underdogs halten, Konservative dagegen mit den "Starken". - und direkt nach der Staatsgründung waren die Israelis die Underdogs, später dagegen die Palästinenser. Und das gilt auch bei anderen Konflikten, Nato/Warschauer Pakt, ....
PS: Und das gilt ja bekanntlich auch im Fußball, wo eine Niederlage der Bayern immer gern gesehen ist, vor allem gegen den Tabellenletzten....

Comment
von burri19 burri19 ist gerade offline | 12.12.2008 12:38 Uhr
Leute,
in der Sache hat der Mann doch Recht: es geht um Verharmlosung der Iraner und um Hetze gegen Israel. Ihr müsst doch nur lesen.
Den Rest erklärt KB in einer der Beiträge weiter oben.
Comment
von wilhelm wilhelm ist gerade offline | 12.12.2008 17:57 Uhr
burri19 | 12.12.2008 12:38:34 Uhr
Herzlichen Dank für diesen äußerst differenzierten Kommentar. Folgen Sie einmal Ihrem eigenen Rat, und Sie werden zu einem anderen Ergebnis zu kommen.
Comment
von klaus_weiss klaus_weiss ist gerade offline | 14.12.2008 16:01 Uhr
@festuca
Da bleibe ich jetzt hartnäckig. Die Suchmaschine der Washington Post listet unter "jewish hospital" nichts dergleichen auf. Bitte seien Sie so nett und posten Sie den Link. Er muß nicht einmal aktuell sein.

Seite : 1 2 >> (2 Seiten)

Kommentar hinzufügen Neue Community-Funktionen Richtlinien


Sie können noch Zeichen schreiben.
Kommentare werden nicht sofort angezeigt. Beachten Sie hierzu unsere Richtlinien.

Um diesen Beitrag absenden zu können, müssen Sie eingeloggt sein.

Benutzername  
Passwort  
     
Sie haben noch keinen eigenen Account? Dann bitte
Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.
Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet, und nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben werden!

gewünschter Benutzername:
gewünschtes Passwort:
Wiederholung Passwort:
Email:


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wie viel ist 8 + 2 = 


Anzeige
Weitere Themen

Klar und doch nicht klar genug Lesezeichen hinzufügen

Von Paul Kreiner
In seinem Hirtenbrief geht Benedikt XVI. das derzeit brennendste Kirchenthema ... mehr...

Die 68er haben sich geirrt Lesezeichen hinzufügen

Von Harald Martenstein
Ein paar Tabus möchten die meisten von uns eben doch behalten, zum Beispiel das ... mehr...

Mein Geld gehört mir Lesezeichen hinzufügen

Von Gerd Appenzeller
Grundsätzlich bleibt richtig, dass weniger Steuern besser ist als mehr Steuern mehr...

Tagesgeschäftler Lesezeichen hinzufügen

Von Moritz Schuller
Der schwarz-gelbe Papst: Horst Köhler sollte sich nicht in die Tagesspolitik ... mehr...

Mörderische Einkindpolitik Lesezeichen hinzufügen

Von Gunnar Heinsohn
Die Chinesen töten ihren weiblichen Nachwuchs: Was wird aus den 17 Millionen ... mehr...
Fotostrecken

Tierbabys (74 Bilder)

Nikolaikirche (9 Bilder)

Generaldebatte im Bundestag (22 Bilder)

Simulationen zur Museumsinsel (4 Bilder)

Gefährliche Hunde (9 Bilder)

Paralympics-Fotoreportage (22 Bilder)
Gewalttätige Biker
» ERGEBNIS ANSEHEN