[Kommentare: 25]

25 Jahre Privat-TV

Was ihr wollt

Die meisten Beispiele für gutes Fernsehen stammten aus Privatsendern. Das ist kein Zufall. Auch nach 25 langen Jahren haben die Öffentlich-Rechtlichen keine Antwort auf die private Herausforderung gefunden.
Anzeige
Bild vergrößern
Harald Martenstein. Tagesspiegel-Kolumnist. Foto: ddp
Anfang Januar 1984 ging das „Kabelpilotprojekt Ludwigshafen“ auf Sendung, später umbenannt in „Sat1“. Als vor 25 Jahren in Deutschland das Privatfernsehen eingeführt wurde, sollte damit nicht etwa die Kultur verändert werden oder der Alltag, sondern die Politik. Treibende Kraft war die CDU, die entscheidenden Fäden zog der Postminister Christian Schwarz-Schilling. Die CDU, frustriert von der ihrer Ansicht nach unausrottbaren Linksliberalität der öffentlich-rechtlichen Journalisten, erhoffte sich vom Privatfernsehen eine für sie günstigere Medienlandschaft. Die Hoffnung erfüllte sich nicht. Das Privatfernsehen war an Parteipolitik nur wenig interessiert. Verändert haben sich die Kultur und der Alltag. Schwer vorstellbar, dass – im Ausland erfundene – Sendungen wie „Deutschland sucht den Superstar“ oder „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“ unter öffentlich-rechtlichen Verhältnissen hierzulande übernommen worden wären.

Dass die schlimmsten Befürchtungen eingetreten seien, behauptete vor einiger Zeit der alte Kritiker Marcel Reich-Ranicki. Das Fernsehen, sagte er sinngemäß, sei dumm und niveaulos. Man kann die gleiche Diagnose auch anders formulieren: Das Fernsehen ist nicht mehr pädagogisch. Das Fernsehen sendet, jedenfalls meistens, nicht mehr das, was eine gebildete Elite sich wünscht oder dem Volke, mit guten Gründen vielleicht, zuzuteilen geruht. Seit es Privatfernsehen gibt, wird gesendet, was die Leute sehen möchten. „Quote“, „Markt“, „Demokratie“, diese drei Wörter beschreiben das Gleiche, die Herrschaft der Mehrheit. Demokratie hat viele Vorteile, aber es kommt dabei als kulturelles Endprodukt nicht unbedingt Niveau heraus. Künstlerische Wagnisse, neue, komplizierte Ideen, Bildung, all das kommt ohne ein bisschen Zwang und ohne Nachhilfe nicht auf die Welt.

Trotzdem, wer möchte schon ernsthaft den alten Zustand zurückhaben? Vor 25 Jahren funktionierte das Fernsehen wie eine Heizung. Man stellte die Maschine an und sie strahlte immer das Gleiche ab, Wärme oder eben eine Art „Tagesschau“. Heute ist das Fernsehen eine weite, zerklüftete Landschaft, in der jeder fast alles finden kann, wenn er nur sucht. In den ersten Jahren des Privatfernsehens machten ein neues Gerät und ein neues Wort Karriere, die Fernbedienung und das Zappen. Heute ist das Zappen wieder aus der Mode gekommen. Es gibt zu viel, auch zu viel Schrott. Wer fernsieht, braucht einen Kompass.

Als Gegenbeweis zu seiner Niedergangstheorie wurden Reich-Ranicki zahlreiche Sendungen vorgehalten, die für ein Fernsehen stehen, das auch Gebildeten gefällt: amerikanische Serien wie „24“ oder die „Sopranos“, deutsche Serien wie „Stromberg“, Frank Plasbergs Talkshow, die Simpsons, die Liste ließe sich lange fortführen. Die meisten Beispiele für gutes Fernsehen stammten aus Privatsendern. Das ist kein Zufall. Auch nach 25 langen Jahren haben die Öffentlich-Rechtlichen keine Antwort auf die private Herausforderung gefunden. Ihre Lage ist schwierig, das stimmt. Werden sie zu populär, wirft man ihnen die Gebühren vor, die sie kassieren. Die Privaten leisten das Gleiche gratis! Werden sie zu elitär, wirft man ihnen ebenfalls die Gebühren vor. Jeder muss zahlen, aber ihr macht nur ein Programm für wenige!

ARD und ZDF haben die Politik und das Pädagogische zu großen Teilen auf Beiboote wie „Phoenix“ oder „3Sat“ ausgelagert, die Mutterschiffe halten sich meist in der Flussmitte auf, ein risikoloses, innovationsloses, im Wesentlichen bei den Privaten abgeschautes Programm, das niemanden begeistert und niemanden ärgert. Hier gibt es wirklich Niedergang. Selbst der Ankauf intelligenter amerikanischer Serien ist für ARD und ZDF inzwischen eine zu große Herausforderung. Die Abwesenheit von Werbeblöcken im Abendprogramm ist heute tatsächlich das stärkste Argument für die Programme von ARD und ZDF. Ob das auf die Dauer reichen wird? Sein 50. Jubiläum wird das Privatfernsehen ganz sicher erleben, bei den Öffentlich-Rechtlichen, in ihrer heutigen Form, ist die Zukunft weniger sicher.

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 07.01.2009)
Sie interessieren sich für dieses Thema und wollen keinen Artikel im Tagesspiegel dazu verpassen? » Informieren | » Login

Aus anderen Ressorts

Abstimmung :

Obama zittert um historische Reform
Die Abstimmung über die Gesundheitsreform von US-Präsident Barack Obama ist am Sonntagabend zur Zitterpartie geworden. In den USA gilt das Votum als Wendepunkt der Präsidentschaft Obamas.

Spektakulärer Überfall:

Wurden Poker-Räuber den Fahndern ausgeliefert?
Die Polizei prüft, ob eine Großfamilie als Auftraggeber hinter dem waghalsigen Überfall auf das Pokerturnier steckt. Möglicherweise drängten Angehörige die Verdächtigen selbst zur Aufgabe.

Kommentare [ 25 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von jb jb ist gerade offline | 6.1.2009 21:45 Uhr
Die meisten Beispiele für gutes Fernsehen stammten aus Privatsendern.
Herr Martenstein, da haben Sie aber wohl sehr lange keine ö-r Sender mehr geguckt, oder??? Anders kann ich mir dieses Urteil nicht erklären. In den ö-r Sendern jagt eine gute Sendung, insbesondere gilt das für Dokumentarfilme und Reportagen, die andere, derweil sich bei den Privaten Boulevard, Blut, Sex und Killertum die Klinke in die Hand drücken.

Ihre Ausführungen zur angeblichen Qualität privater Sender sind mir ein schier unlösbares Rätsel.
Comment
von tagesspiegel.de tagesspiegel.de ist gerade online | 7.1.2009 17:37 Uhr
Ihr Kommentar
Lieber jb,

Dr. House? Der Restaurantberater, der Schuldenberater, Super-Nanny? Bauer sucht Frau? Alles Mist, alles Sex und Crime? Ihr Urteil basiert auf Klischees, finde ich. Beim den ÖR findet doch fast nur noch ideenlose Routine statt. Die Dokus und
Reportagen, ok, da haben Sie Recht.

Mit freundlichem Gruß
Harald Martenstein
Comment
von stopsi stopsi ist gerade offline | 6.1.2009 23:16 Uhr
Demokratie? wo ist die Meinungsvielfalt!?
"„Quote“, „Markt“, „Demokratie“, diese drei Wörter beschreiben das Gleiche, die Herrschaft der Mehrheit."
Unsere Demokratie beruht immer noch auf dem Meinungsvielfalts-Prinzip! Heutiges Fernsehen ist für mich dagegen nur noch Mainstream-Fernsehen. Wenn ich anständige Filme sehen möchte muss ich meist bis nach Mitternacht warten (nein nicht die schweinischen), wenn der Mainstream schlafen gegangen ist und dann oft auf den Öffentlichen!
Und in Sachen Niveau: Wer wundert sich eigentlich, dass die "Jugend von heute" so verkommt (in Sachen Bildung & Krimminalität), wenn sie Vorbilder wie Dieter Bohlen, Stefan Raab und Konsorten haben!? Gerade Sendungen wie DSDS verbreiten doch den Glauben Schule sei nicht wirklich wichtig - mit ein bisschen Talent käme man ganz leicht ganz groß raus! ...ein wirklich toller Beitrag zur Demokratie!
Comment
von udo.lihs udo.lihs ist gerade offline | 7.1.2009 4:30 Uhr
Jugendklischee!
Die Jugend "verkommt"? Jens Jessen hat letztes Jahr behauptet, dass "die Jugend" "nur noch" aus Strebern besteht! Immer wieder faszinierend, wie "die Jugend" auf Einzelaspekte reduziert wird und Heterogenität und Vielfalt somit völlig ignoriert wird!

Im Tunnel ist es dunkel!

Comment
von apo apo ist gerade offline | 7.1.2009 2:40 Uhr
Erbarmungslos
Trotzdem kann ich nicht nachvollziehen, warum ARD und ZDF derart erbarmungslos im Seichten fischen? Im Zweifel liesse ich meine Kinder eher Raab als Showmaster der Öffentlichen schauen..Die wirklci extrem schlecht gemachten Serien..nein, kaum zu ertragen. Dann doch lieber Dr. House etc. und zwar ohne eine Sekunde zu überlegen!
Mir ist aus dem Artikel nicht wirklich klar geworden, worin nun die Gründe liegen, dass es derart schlecht geworden ist; warum selbst beim Aufkaufen von Serien der Müll gekauft wird. Am Geld kann es ja nicht liegen: für Sport ist ja scheinbar keine Latte zu hoch gehängt. Selbst beim Boxen wird nur Peinliches serviert..Für mich haben diese Anstalten ihre Glaubwürdigkeit schon lange verloren; allein dem Rundfunk mag ich noch Berechtigung zugestehen!
Comment
von mibo mibo ist gerade offline | 7.1.2009 7:57 Uhr
unerträglich...
...aber auch irgendwie komisch finde ich das Bestreben der ÖRs, private Formate zu kopieren.

Sie können das nämlich nicht, es fehlt dort an Kreativität.

Darüber hinaus frage ich mich, muss das überhaupt sein? Hat sich das Modell "Staatsrundfunk" nicht schon selbst überholt? Wir können doch gut am Beispiel rbb sehen, dass sich diese Rentenanstalt mit angeschlossenem Sendebetrieb kaum noch halten kann.

Um Zahlungsverpfichtungen gegenüber Pensionären nach zu kommen, teure Studios für immer dünnere Programme bauen zu können und den Verwaltungswasserkopf zu tragen, werden GEZ-Gelder verbraten. Diese landen zu einem ganz kleinen Teil dort, wofür sie eigentlich bestimmt sind: im Programm selbst.

Die Existenzberechtigung dieser Anstalten sollte überprüft werden. Soweit ich informiert bin, lautet der Auftrag: "Garantie einer Grundversorgung mit Information". Da steht nichts von "Kopie privater Formate" oder "aufwändige Produktion von SOAPs".

Comment
von fernsehstar fernsehstar ist gerade offline | 7.1.2009 8:06 Uhr
Innovation durch die Privaten
Dass die Privaten besonders innovativ seien, kann ich anhand der genannten Beispiele nicht nachvollziehen. Die genannten Serien kommen doch fast alle aus den USA oder aus Großbritannien.

Eigene Ideen haben die (deutschen) Privaten auch nicht. Von daher finde ich das Loblied nicht angebracht.

Und bei dem, was gerade bei Sat1 passiert, habe ich ernste Zweifel, ob sich das Privatfernsehen in den nächsten Jahren positiv entwickeln wird.
Comment
von zardoz zardoz ist gerade offline | 7.1.2009 8:13 Uhr
Gutes Fernsehen ?
in den Privatsendern ? Daß ich nicht lache. Deutsche Spielfilmproduktionen sind regelmäßig billig und seicht. Von den ganzen überlangweiligen Dokusoaps ganz zu schweigen. Da lobe ich mir doch die anständig recherchierten Hintergrundberichte der öffentlich-rechtlichen. Diese sollten bloß nicht den Fehler machen, wegen der Quote auch diese Sendungen in ihr Programm aufzunehmen (wie schon mit Bruce geschehen und gefloppt).
Comment
von spiegler spiegler ist gerade offline | 7.1.2009 9:32 Uhr
Intelligent zappen
Seit ich die Privatsender auf die hinteren Programmplätze verbannt habe, macht auch das Zappen wieder Spaß: Von ARD und ZDF über die Dritten (die allesamt, außer dem MDR mit seinem unerträglichen Dudelmusik-Überangebot, fast nur qualitativ Hochwertiges bieten), 3sat und Arte zu Phoenix, dann zu den englischsprachigen und den privaten Nachrichtensendern. Anschließend folgt der ganze restliche Privatquatsch. Zappen von 1 bis 14 und zurück - kein Problem.
Comment
von hoernerw hoernerw ist gerade offline | 7.1.2009 10:08 Uhr
Neil Postman
Natürlich ist das Öffentlich-Rechtliche immer noch qualitativ hochstehender als die Privaten. Leider aber nicht bei ARD und ZDF. Schuld daran ist auch hier die Jagd nach der Qoute.
Erst nach 22Uhr gibt es gute Programme.
Gewiß, phoenix, arte und 3sat wie auch die Dritten kann man einschalten, aber wie hoch ist der Anteil der Zuschauer?
Und das ist das Problem.
Früher war es eben so, daß politische Magazine zur Prime time um 20.15 mit längerer Sendezeit erschienen, heute erst ab 21.45Uhr eine halbe Stunde. Politisches Kabarett kam um 20.15 Uhr, heute nach 22Uhr.
Die Entpolitisierung hat ihren Grund.
Wie schrieb Neil Postman in seinem Buch "Wir amüsieren uns zu Tode": "Es ist nicht schlimm, daß es Unterhaltungssendungen gibt, sondern, daß alles zur Unterhaltung wird".
Comment
von the_master the_master ist gerade offline | 7.1.2009 13:42 Uhr
Stimmt die Errechnung der Quote?
"Die Leute sehen das, was sie sehen wollen".
Ich bezweifel, dass die Quote tatsächlich aussagt, wie viele Leute eine Sendung gesehen haben!
Comment
von karlerich karlerich ist gerade offline | 7.1.2009 15:14 Uhr
Was guckt der?
Ich habe im Urlaub in Marokko Privatfernsehen geguckt und da ist mir fast schlecht geworden. Das ist doch ein derartiger Schmarrn. Wie kann man da behaupten, dass das Prvatfernsehen die besseren Sendungen bringt. Ihr Harakiri Marterstein leidet an Geschmacksverirrung.
Comment
von yellow yellow ist gerade offline | 7.1.2009 15:33 Uhr
Negativauswahl
Die Liste der unerträglichsten Sendungen würden mit Abstand die Privaten anführen. Außerdem ist Privatfernsehen ebensowenig umsonst wie ARD/ZDF etc. Wir zahlen entweder direkt bei der GEZ oder aber beim Kauf all der penetrant beworbenen Artikel und nicht nur dort.
Comment
von uwemohrmann uwemohrmann ist gerade online | 7.1.2009 18:21 Uhr
ich hatte
den Artikel von Herrn M erst für eine Satir gehalten. Aber nach seinem Einwurf hier, schaue ich doch ziemlich verdutzt.Dr. House finde ich auch recht ordentlich, wenn auch nicht so ganz meine Wellenlänge.Aber das andre, kann doch wol nur nen Scherz sein. Vergessen sollte man auch nicht einen grossen Teil der Tatorte, einem grossen Teil der Mittwochsfilme in der Ard u ab und zu Montags im Zdf. Die abendliche Kulturzeit im 3 sat usw. Aber vielleicht hat der martenstein damit seine Probleme. Werde in Zukunft seine Kolumnen mit anderen Augen lesen und mich fragen, ob sie von ihm sind.
Comment
von jb jb ist gerade offline | 7.1.2009 18:38 Uhr
Duplik auf Herrn Martenstein
Ich danke Ihnen, dass Sie direkt auf meinen Kommentar eingegangen sind. Gestatten Sie mir folgende Duplik:

Ob Dr. House, Restaurant-/Schuldenberater, Super-Nanny oder Bauer sucht Frau Mist, Sex und Crime sind? All dies (bis auf Dr. House, das sah ich noch nie) ist in der Tat Unterschichtfernsehen - oh ja, weissgott! Banal, trivial, eine Beleidigung oder wenigstens Belästigung für jeden halbwegs denkenden/gebildeten Zeitgenossen. Der Schuldenberater zieht nichts an als sensationslüsternes Publikum, das mal sehen will, wie sich irgendwelche Leute in die finanzielle Sch... geritten haben. "Der Restaurantberater" - was soll sowas? Finden Sie das irgendwie anspruchsvoll, irgendwie publizistisch relevant? Irgendwelche Leute machen irgendwo Restaurants auf (boah, wie ungewöhnlich), und irgendwer berät und testet. Na und? Müll, nichts sonst. Volksverblödung durch die Glotze, herbeigeführt durch eine Flut von Banalitäten. "Bauer sucht Frau" - dort ergötzt sich das Publikum an manchmal etwas skurrilen Typen und generell daran, dass es auf dem Lande aufgrund zahlenmässig geringerer Auswahl mitunter schwerer fällt, eine Partnerin oder einen Partner zu finden. Na und? Ist das neu, ist das publizistisch relevant, lernen wir etwas daraus, wissen wir das nicht alles sowieso, gibt es nicht auch dort eine Zurschaustellung von Individuen, die gelegentlich zumindest als etwas unnötig zu empfinden ist? Ist das nicht alles Zeittotschlägerei, sich so etwas anzusehen? Sind es nicht letztlich alles quotenstarke Vehikel, um geldbringende Werbeplätze damit zu koppeln und zu vermarkten? Kreierte Informations- und Unterhaltungsbedürfnisse, künstlich erschaffene Attraktionen und Sensationen, die in Wahrheit Normalität und Banalität abbilden, und nichts sonst? Müssen wir wissen, ob Bauer X Bäuerin Y kriegt? Wenn Ihr gutes Fernsehen so aussieht, dann befürchte ich, verwechseln Sie Quote mit Qualität.

Beste Grüsse, Ihr jb
Comment
von apo apo ist gerade offline | 7.1.2009 18:51 Uhr
Vorurteile?
Interessant, diese Statesments zu lesen..Kein Titel wird genannt, nur wahllos und mit Schmackes behauptet. Da mache ich doch mal mit: die Formate der Privaten sind oftmals deutlich innovativer als die der ästhetisch in den 80ern hängengebliebenen Öffentlichen.Alles, was die Öffentlichen außerhalb der Politsendungen und Tatort produzieren, ist seicht, formal ungenügend und von ätzender Langeweile. Und ich bin kein 25 Jähriger, sondern ein 50Jähriger . Martenstein ist einer der Geschmackssichersten im Tagesspiegel..und sein provokanter Artikel zeigt´s mal wieder: die Öffentlichen erreichen scheinbar nur noch eine bestimmte Schicht der Bevölkerung: die, die mit Socken zum Beischlaf kommen ohne Zigarette danach..Die Zwangsgebühren sind jedenfalls unbedingt boykottierenswert-weder Valuew will ich für teuer Geld, noch die Bundesliga ( die gehört-ganz klar-den Privaten!)..aber das wollen die Sockenträger nun auch wieder nicht. Unterhalten wollen sie schließlich auch werden; koste es , was es wolle..und sei es noch so schlecht präsentiert..Janusköpfig, wie die Anstalten..
Comment
von the_master the_master ist gerade offline | 7.1.2009 19:42 Uhr
Gutes Programm wird versteckt!
Leider wird das gute Programm in den ÖR spät in den Abend / die Nacht verschoben, nach langweiligen Degetofilmen.

Neues aus der Anstalt
Extra 3
Das kleine Fernsehspiel
Polylux (und jetzt auch noch eingestellt worden für diesen schwachsinnigen Zibb Blödsinn)
Hart aber fair

Muss die Jugend davor bewahrt werden, oder wie? Darf sie sich nur seichten Scheiß reinziehen?
Gott sei Dank gibt es heutzutage das Internet und YouTube.

Grüße
The Master (bin übrigens 17)
Comment
von jb jb ist gerade offline | 7.1.2009 20:15 Uhr
@apo
Da haben Sie sich ja einen programmatischen Aliasnamen gewählt, der auch gleich einiges erklärt, was Ihren Kommentar oben angeht.

Ich verrate Ihnen mal etwas: Ich praktiziere den Beischlaf niemals mit Socken, die Zigarette danach gibt's allerdings weder bei mir, noch bei meiner Freundin, da wir beide Nichtraucher sind. Und jetzt zur Sache:

Wenn kein Titel genannt wird, haben Sie offenbar nichts hier gelesen. Es werden diverse Titel genannt, im übrigen wird (auch von Ihnen) Programmkenntnis vorausgesetzt. 3SAT, ARTE, Phoenix, ZDFDoku senden pausenlos NIVEAU! Alle Dritten senden sehr viel Niveau; viel mehr, als alle Privaten es je tun. Insbesondere handelt es sich um Dokumentationen zur Zeitgeschichte, zur Tier- und Pflanzenwelt, zur Naturwissenschaft und Technik (NaNo!), zur Kultur, sogar zu Antiquitäten (Kunst & Krempel). Wer sind dagegen die Privaten? RTL spannt sich bis hin zu SuperRTL! Schonmal was gesehen dort, was auch nur ansatzweise mit Niveau zu tun hat? SAT1? Die Nachrichten kann man ertragen.

Die ÖR haben einen Sendeauftrag, der beinhaltet, alle Schichten/Geschmäcker/Interessen leidlich im Programm abzubilden - jeder soll also mal zu seinem Recht kommen. Da muss es so sein, dass auch mal seichtes dummes Zeugs dabei ist. Die Privaten sind dort frei und senden als zwangsläufig gewinnorientiert natürlich das, was den Verkauf von Werbeplätzen ermöglicht. Sie haben also keinen Sendeautrag, sondern agieren nach einer Zielgruppenorientiertheit. Und je grösser die Zuschauergemeinschaft ist, desto besser die Werbeeinnahme. Zwangsläufig folgt daraus, dass massenkompatibles ausgestrahlt werden muss. Und genauso zwangsläufig ist das Massenkompatible bestenfalls durchschnittliches, niemals aber überdurchschnittliches Niveau. Das liegt in der Natur der Sache resp. in der Bildungsstruktur der Gesamtpublikums.

Und das weiss doch eigentlich jeder, oder etwa nicht...?
Comment
von germane germane ist gerade offline | 8.1.2009 17:45 Uhr
Socken
"Ich verrate Ihnen mal etwas: Ich praktiziere den Beischlaf niemals mit Socken"

Ich lasse sogar den Schlips an, dafür aber das Fernsehen dauerhaft aus.
Comment
von apo apo ist gerade offline | 7.1.2009 21:40 Uhr
re
Als ich postete, gab es diese Artikel,noch nicht.
Hinterseher und wie die Barden der Unterhaltung in den Öffentlichen heißen, kann ich nicht verzeihen. Jedenfalls keinem, der sich für etwas Besseres hält. Unkundige, nationalistische Sportreporter brauche ich seit Premiere nicht mehr zu ertragen.Ich glaube, hier wird die Republik noch sehr in Schwaz und Weiss geteilt. Wenn ich nach ca. 20 sec erkenne: "aha, eine deutsche Produktion!"-dann muss in der Kreativabteilung etwas falsch gelaufen sein.-Wenn in den Privaten eine Armada an guten amerikanischen Serien ( alle im verteufelten Privatfernsehen entstanden) gesendet wird, die alle locker mit deutschlands Sperrspitze der Unterhaltung , den Tatort, mithalten und ihn teilweise um Längen schlagen; dann frage ich mich: was läuft hier falsch und warum ? Ich muss sie nicht alle aufzählen oder? Im Tagesspiegel, in der Zeit, im Spiegel wurde darüber schon häufig berichtet.In den letzten Jahren wuchs der Anteil an prämierten TV-Formaten und Sendungen immer mehr. Selbst Grimme-Priese werden mehr und mehr dorthin vergeben. Hallo! Bitte zur Kenntnis nehmen! Keiner sagt: "die Privaten sind die Priester der Hochkultur!" Aber: jenseits der Senioren und Lehrersender Arte und 3Sat, gibt es wenig, auf das ARD und ZDF stolz sein dürfen: denn: das wird gerne vergessen: es muss intelligente Unterhaltung geben. Und das, das gibt es bei den Öffentlichen so gut wie gar nicht. Heroen wie Plassberg gefallen sich auch immer mehr, verglühen bald in ihrer Eitelkeit.Begabte wie Kerner und Pilawa werden verheizt und tauchen in nahezu jeder Sendung auf. Und die Lafers gehen mir auch auf den Geist. Wo nur, ist ihr tolles Fernsehen?-Ihr bürgerliches Fernsehen ist keinen Millimeter wertvoller als all´das andere, nur bilden diese sich das gerne ein, geben sich Rentenverträge und schmusen mit den Politikern gerne unter den Decken. Ganz schön leichtlässt man sich in deutschlands Akademikerkreisen leimen. Pisa scheint kein Jugendproblem zu sein.
Comment
von dali dali ist gerade offline | 8.1.2009 0:15 Uhr
Ich glaube, wir müssen die Frage etwas ander stellen,
nämlich WAS hat sich an unseren Gewohnheiten verändert, seit es die Privatkanäle gibt?
Haben wir uns geändert und diese Sender sind schneller darauf eingegangen,
oder haben diese Sendungen unsere Gesellschaft verändert?
Ja, ich weiß,
zunächst einmal klingt das nach Ei oder Henne, aber es muss etwas geschehen sein, das wir nicht bemerkt haben.
Ich erinnere mich an '86 in Hamburg, wir wohnten in einer Wohnung in der Innenstadt, die aber eine Terrassen-Treppe zum Vorgarten hatte. Unvorsichtig wie ich war, ließ ich die Veranda-Tür stets offen.
Dann begann die Fußball-Weltmeisterschaft und wir wollten das erste Spiel er deutschen Mannschaft sehen.
Da erst stellten wir fest, dass uns der Fernseher geklaut worden war. Die ganze Familie hatte (wie sich hinterher herausstellte) 3 Wochen nicht bemerkt, dass der (zugegeben transportable 38er) Fernseher geklaut war.
Die 93 geborene Jüngste, die genauso wie die Großen ihre Kindheit im Kinderladen verbracht hat, benötigte unverzichtbar mit 5 Jahren einen Fernseher im eigenen Zimmer ("weil man ja bei dir nur immer n-tv oder PHOENIX sehen kann und nie was für Kinder")
Das gleiche bei Thema Computer,
da seit '84 so etwas im Hause war, galt der PC nicht als sonderlich interessant, es wurde zwar auch mal gespielt, aber Sport, Musik und Freunde treffen war unvergleichlich wichtiger.
Nur wenige Jahre später bekam ich die Jüngste vom PC nicht mehr weg.
Und was ist heute?
Freunde Treffen? Hmm, naja
Sport? igitt (außer Schwimmen)
Kultur (selbst Popkonzerte ihrer "Stars")? Ooch nööö,
lieber am Computer sitzen oder Glotze kieken.
Was ist in der Zwischenzeit gelaufen?
Was hat sich an und in uns verändert,
durch das Privatfernsehen,
durch den PC???
Comment
von apo apo ist gerade offline | 8.1.2009 1:14 Uhr
re
Mein 11 Jähriger spielt gerne am PC, sieht gerne TV. Trifft täglich Freunde, spielt draußen und Drinnen , geht zum Training und gerne in´s Stadion findet Mädchen noch doof. Ansonsten: dreht sich die Welt in der Tat etwas anders als zu unserer Kindheit. Das ist aber nichts gefährliches oder krankes.Noch ist der Umgang mit allem entscheidend..und genau dafür sind wir Eltern verantwortlich..oder?
Comment
von dali dali ist gerade offline | 8.1.2009 2:05 Uhr
Zja @apo
da kommst Du aber trotzdem ins Grübeln, wenn Du das Pech, meinetwegen auch das Glück hast, wenn die lieben Kleinen mehr als 10 Jahre Altersunterschied haben, nahezu identisch sozialisiert sind und trotzdem jeweils Verhalten haben, als kämen sie aus zwei verschiedenen Welten...
Comment
von bln.eastside bln.eastside ist gerade offline | 8.1.2009 3:18 Uhr
Dauerwerbesendung Privat-TV
Privatfernsehen ist doch im Grunde nichts weiter als eine Dauerwerbesendung, durch einzelne Filmausschnitte unterbrochen sowie mit "erbrochenem" Füllmaterial bis zur Bewusstlosigkeit angereichert.

Mein für die GEZ nicht mehr existenter Fernseher steht seit 10 Jahren eingestaubt in einer Ecke rum und würde bei spontaner Wiederinbetriebnahme sicherlich sofort Feuer fangen!

Filme gucken? Die schau ich mir liebend gerne an, im Kino natürlich! Denn dort läuft abseits der Mainstream-Multiplexe durchaus auch eben anspruchsvolles Programm, man muss sich allerdings eingehend informieren, im Internet selbstverständlich. Denn auch die ehemals vielfältigen Kinosendungen sind ja mittlerweile längst aus allen TV-Kanälen auf nimmer Wiedersehen verbannt worden ... - scheinbar zu große Konkurrenz für das bildungsferne Unterschichten-TV :)

PS: Kompliment auch an "The Master" für das Lesen einer Tageszeitung mit Niveau in seinen jungen Jahren! Gehen wir mal gemeinsam ins Kino ???
Comment
von apo apo ist gerade offline | 8.1.2009 20:05 Uhr
@bin.eastside
Dieses (für mich) leicht angestaubte elitäre Lebensgefühl, mag ja ausfüülend sein; am Thema sind Sie vorbeigekracht. Es ging ja nicht um Lebensentwürfe..auch wenn manche darüber amLiebsten von morgens bois abends referieren möchten. Weil alles so schön ist. Weil man so schön ist.Weil man nur einenSpiegel für das Glück braucht. Moin. Moin.

Kommentar hinzufügen Neue Community-Funktionen Richtlinien


Sie können noch Zeichen schreiben.
Kommentare werden nicht sofort angezeigt. Beachten Sie hierzu unsere Richtlinien.

Um diesen Beitrag absenden zu können, müssen Sie eingeloggt sein.

Benutzername  
Passwort  
     
Sie haben noch keinen eigenen Account? Dann bitte
Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.
Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet, und nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben werden!

gewünschter Benutzername:
gewünschtes Passwort:
Wiederholung Passwort:
Email:


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wie viel ist 1 + 1 = 


Anzeige
Weitere Themen

Was der Stadt nutzt Lesezeichen hinzufügen

Von Gerd Appenzeller
Von der Wende bis 1996 stritten sich Berlin, Brandenburg und der Bund jahrelang ... mehr...

Ohne drei Lesezeichen hinzufügen

Von Andrea Dernbach
Der Koordinationsrat der Muslime hat seine Bewährungsprobe nicht bestanden mehr...

Unter Kontrolle Lesezeichen hinzufügen

Von Hannes Heine
Warum Polizei hat den spektakulären Fall schnell und souverän aufgeklärt hat mehr...

Raus aus den Schützengräben  Lesezeichen hinzufügen

Von Alexander Gauland
Missbrauch ist nicht ideologisch, ist nicht links oder rechts - sondern ... mehr...

Das rote Phantom Lesezeichen hinzufügen

Von Jürgen Zurheide
Jürgen Rüttgers malt ein Schreckgespenst an die Wand. mehr...
Fotostrecken

Tierbabys (74 Bilder)

Nikolaikirche (11 Bilder)

Generaldebatte im Bundestag (22 Bilder)

Simulationen zur Museumsinsel (4 Bilder)

Gefährliche Hunde (9 Bilder)

Paralympics-Fotoreportage (22 Bilder)
Gewalttätige Biker
» ERGEBNIS ANSEHEN