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Finanzkrise

Die Wall Street hat den Dollar verspielt

Die Hasardeure der Wall Street haben nicht nur Banken verspielt, sondern auch Amerikas kostbarstes Privileg: die Leitwährung Dollar. Der Euro, der Yen und vielleicht sogar der chinesische Yuan werden bald seinen Platz einnehmen.
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Es war im Oktober 2007, da verkündete Josef Ackermann, Chef der Deutschen Bank und Vorsitzender des globalen Bankenverbandes „Institute of International Finance“ in Washington eine frohe Botschaft: Der Verlauf der Krise, die aus dem weltweiten Handel mit faulen Hypothekenpapieren entstanden war, habe gezeigt, dass die meisten Institute seines Gewerbes „fundamental stark“ seien. Auch das Weltfinanzsystem sei „fundamental gesund“, befand Europas führender Banker und warnte vor einer „Überreaktion“ der Aufsichtsbehörden. Der Staat, so lautete die kaum verhohlene Forderung, solle sich doch besser raushalten aus der Krisenbekämpfung.

Der Irrtum hätte nicht größer sein können. Elf Monate nach Ackermanns fundamentaler Fehleinschätzung steckt die Weltwirtschaft in der schlimmsten Finanzkrise seit den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Von den fünf großen, vordem unabhängigen Investmentbanken der Wall Street sind nur noch zwei übrig, und auch deren Zukunft ist ungewiss. Die US-Regierung musste die beiden größten Hypothekenbanken des Landes und den ehedem weltgrößten Versicherungskonzern verstaatlichen und deren Verluste auf die Steuerzahler verlagern, um eine noch größere Katastrophe zu abzuwenden. Gleichzeitig hat die Notenbank Federal Reserve (Fed) Milliarden-Kredite gegen höchst unsichere Sicherheiten vergeben und den Basis-Zins unter die Inflationsrate gesenkt. Mindestens 500 Milliarden Dollar Staatsgeld stehen nun im Feuer, das Staatsdefizit wächst explosiv und die elektronische Notenpresse der Fed läuft auf vollen Touren.

Dieser Vorgang markiert eine historische Wende in der Geschichte des globalisierten Kapitalismus, deren Konsequenzen weit über eine bloße Re-Regulierung der außer Kontrolle geratenen Finanzindustrie hinausgehen werden. Absehbar ist, dass die Kapitalvernichtung im Herzen der US-Ökonomie auch den Anfang vom Ende der seit mehr als 60 Jahren währenden Hegemonie des Dollars in der Weltwirtschaft mit sich bringt.

Denn anders als alle früheren Krisen trifft dieser quälende Crash auf Raten die Vereinigten Staaten zu einer Zeit, da ihre Volkswirtschaft höchst verwundbar geworden ist. Ursache dafür ist die explosiv angewachsene Abhängigkeit der USA vom Kapitalzufluss aus dem Ausland. Vergangenes Jahr beruhten mehr als fünf Prozent der US-Wirtschaftsleistung darauf, dass ausländische Investoren bereit waren, an die Stabilität des Dollars zu glauben und in amerikanische Wertpapiere zu investieren. So konnten Staat und Bürger, wie schon seit Jahren, jeden Tag für zwei Milliarden Dollar mehr Waren und Dienstleistungen verbrauchen, als sie selber produzierten.

Dieses Leistungsbilanzdefizit der USA ist im Prinzip ein beinahe unvermeidliches Phänomen für das Ursprungsland der globalen Leitwährung. Weil der überwiegende Teil der Handels- und Finanztransaktionen in Dollar abgewickelt wird und zudem viele Menschen aus Staaten mit unsicheren Weichwährungen seit je in Dollar sparen, kann die US-Notenbank weit mehr ihrer gedruckten und elektronisch gehandelten Greenbacks in Umlauf setzen, als es realwirtschaftlichen Gegenwert im Lande gibt. Quasi automatisch kann Amerika damit mehr importieren, als es exportiert, oder wie der New Yorker Währungsfachmann Brad Setser es ausdrückt: „Die Ausländer liefern uns ihre Waren, und dafür kriegen sie von uns Papier mit den Bildern unserer toten Präsidenten.“

Anders als bei anderen Defizitländern erfolgt die damit einhergehende Verschuldung der USA gegenüber dem Ausland zudem in der eigenen Währung. Wenn der Dollarkurs sinkt, ist das ein zusätzlicher Vorteil. Automatisch verringert sich die Verschuldung im Verhältnis zu allen anderen Währungen – ein „exorbitantes Privileg“, wie sich einst schon Frankreichs Nachkriegspräsident Charles de Gaulle empörte. Getragen von dieser Mechanik konnten Amerikas Geldpolitiker darum stets jener Prämisse folgen, die John Connally, der Finanzminister des Skandalpräsidenten Richard Nixon, im Jahr 1971 seinen europäischen Kollegen entgegenhielt: „Der Dollar ist zwar unsere Währung, aber euer Problem.“ So richteten die Fed-Direktoren ihre Politik ausschließlich an der Lage der amerikanischen Binnenwirtschaft aus. Kippte die Konjunktur, warfen sie die Notenpresse an und nahmen eine Dollarabwertung in Kauf, auch wenn das für ihre Lieferanten aus aller Welt gravierende Einbußen brachte. Drohte Inflation, trieben sie Zinsen und Dollarkurs nach oben, auch wenn das viele Entwicklungsländer mit Auslandsschulden in den Ruin trieb. Am Status des Dollars als Leitwährung änderte sich nichts. Im Gegenteil, jede Krise trieb noch mehr Anleger in den als „sicheren Hafen“ angesehenen US-Kapitalmarkt.

Doch seit der Jahrhundertwende hat sich das Machtgefüge im globalen Währungssystem grundlegend verschoben. Die Hüter des Dollars haben überzogen, ihre Schuldenmaschine läuft heiß und sie verlieren die Kontrolle. Schuld daran ist nicht zuletzt der legendäre ungekrönte König des Greenback, Alan Greenspan. Als der damalige Fed- Chef im Jahr 2001 mit Negativzinsen Amerikas Wirtschaft wieder auf Touren brachte, bedachte er nicht, dass China, der größte Handelspartner der USA, sich mit aller Macht einer Abwertung des Dollars entgegenstellen würde. Die Staatskapitalisten in Peking hatten schon früh erkannt, dass nichts das Turbowachstum ihres Landes besser auf Touren hielt als ein stabiler Wechselkurs. Wo mehr als die Hälfte der Volkswirtschaft vom Außenhandel abhängig ist, gibt der Fixkurs den Unternehmen langfristige Sicherheit. Genauso hatten es einst die Aufsteiger Südkorea und Taiwan gehalten und auch das deutsche Wirtschaftswunder beruhte ganz wesentlich auf dem bis 1973 geltenden Festkursregime der westlichen Welt.

Diesem Beispiel folgend setzt Chinas Zentralbank seit 1995 mit eiserner Hand einen stabilen Kurs des Yuan zum Dollar durch, ganz gleich, wie die US-Währung im Rest der Welt gehandelt wird. Die strikte Kontrolle des Kapitalverkehrs schützte das Land zunächst gegen die Asienkrise und dann gegen Greenspans Dollar-Vulkan. Als dieser die US-Währung per Billigzins auf Abwärtskurs setzte, begann die Zentralbank in Peking alle hereinströmenden Dollars zum Festkurs gegen Yuan zu tauschen und vorwiegend in US-Staatsanleihen anzulegen. Entsprechend wuchsen Chinas Handelsüberschuss mit den USA und die Reserven. Mit jetzt schon 1800 Milliarden Dollar hält das Reich der Mitte mittlerweile den größten Devisenschatz aller Zeiten.

Ein ähnliches Phänomen spielt sich in den Ölstaaten ab. Weil Erdöl zu Dollarpreisen gehandelt wird, haben auch die Ölexporteure am persischen Golf ihre Währungen an den Dollar gekoppelt. Entsprechend explosiv wuchsen ihre Dollarvermögen inzwischen auf annähernd die gleiche Summe wie in China. Gemeinsam drücken die Staaten des informellen Dollar-Blocks aus Nah- und Fernost so mit dem Kauf von US-Anleihen die Zinsen auf dem amerikanischen Kapitalmarkt. Damit trugen sie nicht nur dazu bei, dass die US-Bürger mehr konsumierten und mehr Häuser bauten, als sie sich leisten konnten und Amerika bei der Auslandsverschuldung nun weit vor Brasilien liegt. Zugleich geriet die US-Wirtschaft in tiefe Abhängigkeit von den Entscheidungen der Wirtschaftslenker in Peking und am arabischen Golf. Würden diese auch nur ihre Käufe von US-Wertpapieren einstellen, würde aus der jetzigen Krise ein Dollar-Crash.

Die Konsequenzen wären verheerend. Der schlechter verdienende Teil der US-Bevölkerung würde regelrecht verarmen, weil Importgüter aller Art, vom Benzin bis zu Elektrogeräten, drastisch teurer würden. Der Nachfrageeinbruch würde automatisch in Rezession, hohe Arbeitslosigkeit und ein rapide steigendes Staatsdefizit münden. Die Folgen würden kein Land unbehelligt lassen. Schließlich ist rund die Hälfte aller Wertpapiere der Welt in Dollar ausgewiesen. Vermögensverwalter würden überall gleichzeitig panikartig Dollarpapiere auf den Markt werfen, Bank- und Fondspleiten würden folgen und das ganze Gefüge der globalen Produktionsketten und Kapitalbeteiligungen käme ins Rutschen. Spätestens dann wäre die Krise auch politisch nicht mehr beherrschbar. Antiglobalisten aller Couleur könnten in vielen Staaten an die Macht drängen und ähnlich wie während der Großen Depression mit nationaler Abschottung das globale Handels- und Finanzsystem zerstören.

Das Gute an diesem Szenario ist: Kein Staat der Welt hat ein Interesse daran, es so weit kommen zu lassen. Die Dollarbombe ist scharf, aber niemand wird sie mit Absicht zünden. Keine der beteiligten Zentralbanken wird ohne Not einen Crash auslösen. Es wäre nur zu ihrem eigenen Schaden. Der Harvard-Ökonom Lawrence Summers nannte diese Konstellation deshalb das „Gleichgewicht des finanziellen Schreckens“. Nur leider ist das kein Grund zur Beruhigung. Denn nun stellt die US-Regierung das fragile Gleichgewicht selbst massiv in Frage. Indem sie die Krise, die aus Greenspans Politik des billigen Geldes entstand, mit noch mehr billigem Geld bekämpft, riskiert sie eine massive Entwertung des Dollars und brüskiert ihre Gläubiger. Die Ironie der Geschichte will es, dass es nicht renditehungrige Spekulanten sind, die Amerikas Überkonsum finanzieren, sondern staatliche Akteure, die Stabilität auf dem wichtigsten Absatzmarkt für ihre Exporte wollen. Darum blieb der große Absturz des Dollars bisher aus.

Doch auch die Geduld der Wirtschaftslenker in Peking, Riad oder Dubai hat Grenzen. Wenn ihre gigantischen Dollarvermögen entwertet werden, müssen sie reagieren. Die beste Möglichkeit, ihre Verluste auszugleichen, wäre eine offene Tür für Investitionen. Könnten Unternehmen aus China und den Öl-Staaten mit den Dollars ihrer Zentralbanken unbehindert produktive US-Unternehmen kaufen, müssten sie die Inflation nicht fürchten. Eben diesen Ausweg hat der US-Kongress aber weitgehend versperrt, weil sich mit der China- Angst oder der Denunziation arabischer Investoren als Sicherheitsrisiko viele Wählerstimmen fangen lassen. Darum scheiterte selbst der Verkauf der drittklassigen Ölfirma Unocal nach China oder der Erwerb von ein paar Hafenbetrieben durch ein Unternehmen aus Dubai.

Nur: Wer die Hand aufhalten muss, kann nicht ungestraft gleichzeitig die Faust ballen. So ist es nur eine Frage der Zeit, bis Amerikas Gläubiger nach einer Alternative suchen. Weil Chinas Regenten gerne langfristig planen, wird das vermutlich nicht von heute auf morgen geschehen. Aber mit der Aufwertung des Yuan in kleinen Schritten haben die Planer in Peking begonnen, sich aus der Abhängigkeit vom Export in die USA zu befreien. Die Öl-Staaten wiederum stoßen an die Grenzen ihres Währungsmanagements. Je länger sie sich mit Dollarkäufen gegen die Aufwertung ihrer Währungen stemmen, umso mehr eigenes Geld setzen sie in Umlauf, die Inflationsraten am Golf nähern sich darum schon dem zweistelligen Bereich. Früher oder später werden daher alle Ölexporteure dem Beispiel Kuwaits folgen und den Kurs ihrer Währungen an einem Korb aus Devisen aller Art ausrichten. Wenn es gut läuft, wird sich dieser Prozess über viele Jahre hinziehen und Amerikas Volkswirtschaft Zeit zur Anpassung lassen. Doch gleich ob es per Crash oder langsamer Erosion geschieht, eines erscheint jetzt schon sicher: Die Zeit des US-Dollar als einzige globale Handelswährung geht ihrem Ende entgegen. Der Euro, der japanische Yen und vielleicht sogar der chinesische Yuan werden alsbald einen ähnlichen Rang einnehmen und die US-Wirtschaft wird mit weit weniger Subventionen vom Rest der Welt auskommen müssen als bisher. So haben die Hasardeure der Wall Street nicht nur ihre Banken verspielt, sondern auch Amerikas kostbarstes Privileg.

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 21.09.2008)
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Comment
von commentator commentator ist gerade offline | 21.9.2008 4:09 Uhr
Ja,
so ist es. Und man weiß noch nicht, ob man lachen oder weinen soll.
Comment
von friedrich.lautemann friedrich.lautemann ist gerade offline | 21.9.2008 10:46 Uhr
Zweimal lesen!
Bitte zweimal lesen! Man versteht besser, was die Welt zusammenhält: Gier und Dummheit in ihrer gefährlichsten Spielart, des wahnvollen Denkens. Das Credo von Ackermann, der Chef der Bank mit dem Slogan: Leistung aus Leidenschaft, offenbart es wenn auch wohl unfreiwillig: das Weltfinanzsystem un die meisten seiner Institute seien "fundamental gesund." Fundamental gesund sind die Jongleure und Hasardeure des Systems, das sie alle unumkehrbar durch Betrug und Untreue zum Nachteil der halben Weltbevölkerung reich gemacht hat, die Politiker inklusive, die die Schuldenmaschine in Gang gesetzt haben. Das einzig Positive daran: die Zeit des US-Dollar als einzige globale Handelswährung geht zu Ende. Der Euro, der japanische Yen und vielleicht sogar der chinesische Yuan werden alsbald einen ähnlichen Rang einnehmen und die US-Wirtschaft wird mit weit weniger Subventionen vom Rest der Welt auskommen müssen als bisher. Darin könnte die Rettung der Welt vor dem amerikanischen (Alb)Traum liegen.
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von fritz fritz ist gerade offline | 21.9.2008 11:00 Uhr
Kompliment
Mit Abstand die beste Problembeschreibung, die ich zu diesem Thema je gelesen habe: sehr gut verständlich, präzise und sachlich.
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von tinto tinto ist gerade offline | 21.9.2008 11:03 Uhr
Der Dollar
Das amerikanische Jahrhundert geht dem Ende entgegen. Zwei Weltkriege haben die Amerikaner nach oben gespült. Ohne den Dollar als Leitwährung wird auch die wirtschaftliche Dominanz der Amerikaner sehr schnell der Vergangenheit angehören. Mit dem Dollar konnten sie auf Kosten der restlichen Welt gut leben. Jetzt müssen sie wieder selbst arbeiten und können sich nicht mehr mit ihren Gewinnen an der Wall Street ein fürstliches Leben gönnen.
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von henrykonfu henrykonfu ist gerade offline | 21.9.2008 13:39 Uhr
Dank an Harald Schumann für diesen großartigen Kommentar
Mir kommen immer wieder die Agitatoren und Propagandisten aus DDR-Zeiten in den Sinn, deren Palaver und Hetze gegen den Westen ich gehasst habe. Doch schon seit einiger Zeit, habe ich das Gefühl, das etliches noch untertrieben war und vieles zumindest eine selbsterfüllende Prophezeiung wird.
Wenn damals ein Propagandist von sich gegeben hätte, dass man im Westen bei jeder Gelegenheit Gefahr läuft abgezockt zu werden und dass das auch noch rechtsverträglich ist, hätte wohl selbst der überzeugteste Kommunist die Augen verdreht. Und wie war das mit dem „parasitären, faulenden und sterbenden Kapitalismus“? Möglicherweise so wie Schumanns Kommentar es hier offenbart.
Die DDR war mit einem Schuldenberglein von etwa 20 Milliarden DM abgewirtschaftet. Bei diesem Schuldenbetrag würde Sarrazin Freudentänze aufführen, ganz zu schweigen von Bush mit seinem astronomischen Loch.
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von dali dali ist gerade online | 21.9.2008 17:08 Uhr
@henry
die Zahlen, die DDR betreffend, sind falsch.
Den tatsächlichen Schuldenstand der DDR haben ich und andere hier schon öfters dargestellt, er kann aber auch bei SPIEGELarchiv gezogen werden.
Wenn man dann noch die Versäumnisse bei der Erneuerung von Infrastrukturen, berücksichtigt, dürften die DDR Schulden (natürlich nur im Verhältnis) dem der heutigen USA, jedoch bei weit geringerer (auch verhältnismäßig) Produktivkraft...
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von michaelm michaelm ist gerade offline | 21.9.2008 14:46 Uhr
Prophetischer Realist
Als Oskar Lafontaine in seiner Zeit als Finanzminister Regularien für den Finanzmarkt gefordert hat, ging ein Aufheulen durch die westliche Welt und durch die Medien. Als gefährlichster Mann Europas betitelte ihn die Londoner Times sogar.
Alles populistische Phrasen, Lafontaine war seinerzeit der einzige Realist und an die seinerzeitigen Forderungen von ihm hänge sich heute die Populisten von FDP bis CSU - leider so spät, daß es den deutschen Steuerzahler mindestens um die 10 Mrd kosten wird.
So gehts, wenn man Populismus und Realismus verwechselt!
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von dali dali ist gerade online | 21.9.2008 17:15 Uhr
Von wegen @michael,
Oskar hat ja einiges gesehen (so etwa die Kosten des DDR Beitritts),aber was michael da über Lafos damalige Einschätzung der "Finanzmärkte", sagt, ist SO falsch:
Oskar wollte nämlich nur eine Rückkkehr zu fixen Wechselkursen. Die Problematik, die in den Derivatemärkten stecken, waren ihm damals unbekannt.
So wäre denn die aktuelle Krise auch unter Befolgung der damaligen Vorschläge Lafos ausgebrochen.
Vor allem aber,
welcher Vorschlag Lafos hätte dem Steuerzahler auch nur einen Euro gespart.
Ich bitte um Stellungnahme...
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von freidenker freidenker ist gerade offline | 21.9.2008 17:48 Uhr
lohnende Lektüre
Danke!
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von garda garda ist gerade offline | 21.9.2008 19:12 Uhr
Ein brillianter Artikel
und eine exakte Analyse. Bleibt die Frage wie sich die USA wieder herauswinden und vor allem auf wessen Kosten.
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von jw jw ist gerade offline | 21.9.2008 19:52 Uhr
@Garda


Bleibt eigentlich nur der Iran.......
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von henrykonfu henrykonfu ist gerade offline | 21.9.2008 20:04 Uhr
@dali
Den wahren Schuldenstand wird wohl nie jemand nennen können, auch Dali nicht. Egal, wo man sucht, die Zahlen reichen von 11 Milliarden bis 112 Milliarden DM.
Ich hatte seinerzeit von 17 Milliarden DM gehört, kann für diese Zahl aber natürlich nicht garantieren. Sie ist in diesem Zusammenhang aber auch unwichtig. Natürlich war es ziemlich unmöglich, die Schulden jemals zu begleichen, wenn beispielsweise ein Ei für einen einzigen Westpfennig verhökert wurde, um überhaupt auf den westlichen Markt zu gelangen.
Und noch ein Beispiel, dessen Zahl ich kenne: Ein Kofferradio für 1100 DDR-Mark wurde für 10 DM verkauft.
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von dali dali ist gerade online | 21.9.2008 21:15 Uhr
Das kann man sehr wohl einschätzen, @henry...
die von henry genannten (ca. 17-20 MRDn.) "Schulden, waren die reinen reinen Valutakredite bei westlichen Kreditinstituten, nicht die Verbindlichkeiten, die z.B. Ostfirmen sowohl in RGW- als auch in westlichen Staaten hatten, einschließlich aller Summen, die, berechtigt oder gefälscht, nach der Wende "umgerubelt" wurden.
Allein diese Verpflichtungen, nebst der Einlagen von DDR Bürgern auf ihren Sparkonnten, addieren sich locker in den mittleren dreistelligen Milliardenbereich,
von den Spielchen, die mit der "aktiven Preisgestaltung" von der DDR-Regierung da getrieben wurde, die henry benennt, brauchen wir dann gar nicht erst zu reden...

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