[Kommentare: 136]

Positionen

Die Leere vom 9. November

Wer über Darfur nicht reden will, sollte über Auschwitz schweigen.
Anzeige
Bild vergrößern
Es ist vollbracht! Der 9. November liegt hinter uns. Und nichts ist passiert, an das künftige Generationen sich erinnern müssten. Dabei muss man an diesem Tag auf alles gefasst sein. Am 9. November 1918 rief Philipp Scheidemann die Republik aus, am 9. November 1923 marschierten Hitler und Ludendorff auf die Münchner Feldherrenhalle, am 9. November 1938 erklang die Ouvertüre zur Endlösung der Judenfrage, und am 9. November 1989 begann die Auflösung der DDR im Dunst der Geschichte. Es scheint, als hätte der Allmächtige eine Vorliebe für dieses Datum, oder als wollte er den Vergesslichen entgegenkommen, indem er so viele „Events“ an einem Tag geschehen ließ.

Doch heuer zählte nur das Pogrom von 1938, denn es jährte sich zum 70. Mal. Überall im Lande fanden Gedenkfeiern statt, bei denen immer das Gleiche gesagt wurde: dass man den Anfängen wehren und nicht vergessen dürfe, dass die Erinnerung das Geheimnis der Erlösung sei, und dass derjenige, der sich nicht erinnern möchte, dazu verdammt wäre, die Fehler der Vergangenheit zu wiederholen.

Sagen wir es höflich und mit der gebotenen Zurückhaltung: Überall wurden dieselben Sprüche gedroschen, als ginge es darum, die Nazis im letzten Moment auf ihrem Marsch zu stoppen. Wie in einer Zeitmaschine trieb die Berliner Republik in das Jahr 1938 zurück, wo man sich beinah schon mit den Nazis arrangiert hatte.

In einem heroischen Akt nachgeholten Widerstands wurden sie dann in die Flucht geschlagen – wie vor einigen Wochen einige Dutzend „Rechtspopulisten“, die sich in Köln zu einer Anti-Islam- Konferenz treffen wollten.

Dieser retroaktive Erfolg war nur möglich, weil sich die Zeiten geändert haben: Es steht kein Viertes Reich vor der Tür, die Neonazis sind eher eine ästhetische Zumutung als eine politische Gefahr, und dort, wo sie sich herumtreiben, wie in einigen „nationalbefreiten Zonen“, liegt ein Versagen der Polizei vor – aber kein Systemfehler.

Es stimmt auch nicht, dass die Farce die Fortsetzung der Tragödie ist, wie es Marx, Hegel im Sinn, behauptete. Die Fortsetzung der Tragödie ist eine noch größere Tragödie, ein Supergau der Geschichte. Hätte Hindenburg den Gefreiten nicht zum Reichskanzler ernannt, wäre Deutschland und der Welt vieles erspart geblieben. Und so wie es wahr ist, dass die notwendigen Grausamkeiten am Anfang begangen werden müssen, so ist es auch richtig, dass man sich gerne in die Vergangenheit flüchtet, um sich mit der Gegenwart nicht beschäftigen zu müssen.

Für den 9. November bedeutet das: Statt Tränen über den letzten Holocaust zu vergießen, hätte man über den kommenden reden müssen, der im Nahen Osten geschehen wird, wenn die Bundesrepublik und Europa ihren Kurs gegenüber dem Iran nicht ändern. Denn „aus der Geschichte lernen“, heißt auch, die Zeichen an der Wand rechtzeitig zu erkennen, Despoten und Fanatiker ernst zu nehmen, die ganz ungeniert aus ihren Herzen Mördergruben machen. Weil das aber mit allerlei Folgen verbunden wäre, unter anderem für die Außenhandelsbilanz, diskutiert man in der Bundesrepublik lieber darüber, ob der derzeitige iranische Präsident gedroht hat, Israel von der Landkarte auszuradieren, oder nur den Wunsch geäußert hat, das zionistische Regime möge von den Seiten der Geschichte verschwinden, quasi von alleine und ohne Gewalteinwirkung.

Es ist einfacher und macht mehr Spaß, sich gegenseitig zu versichern, dass der 9. November 1938 „nie wieder“ geschehen dürfe, und über den Verlust zu klagen, den die Austreibung der Juden der deutschen Kultur zugefügt hat. Denn die Welt liebt Juden, die auf dem Weg in den Tod noch schnell ein paar Gedichte schreiben, über die später Literaturseminare abgehalten und Dissertationen verfasst werden können. Der tote Jude ist ein gern gesehener Gast in der guten Stube des schlechten Gewissens; Juden, die etwas weniger feingeistig sind, dafür aber Kampfjets fliegen und mit Gewehren umgehen können, werden ermahnt, ihre eigenen Traditionen nicht zu verraten: die des Humanismus, des Pazifismus und der Wehrlosigkeit.

Dabei sind die Juden noch relativ gut dran, denn sie haben aus der Geschichte gelernt. Man hätte an diesem 9. November auch über andere Minderheiten reden können, die heute verfolgt werden: über Christen in moslemischen Ländern, über die Armenier in der Türkei, die Kopten in Ägypten und vor allem über die Baha’i im Iran, deren Situation sehr wohl mit der Lage der Juden in Deutschland zwischen ’33 und ’39 vergleichbar ist. Oder auch über Frauen, die der Scharia geopfert werden, wie das 13-jährige Mädchen in Somalia, das zuerst von drei Männern vergewaltigt und dann als Strafe für ihr Fehlverhalten gesteinigt wurde.

Es ist ganz einfach: Wer über Darfur nicht reden will, der sollte über Auschwitz schweigen.

Der Autor ist Reporter beim „Spiegel“.



(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 11.11.2008)
Sie interessieren sich für dieses Thema und wollen keinen Artikel im Tagesspiegel dazu verpassen? » Informieren | » Login

Aus anderen Ressorts

Bundesregierung:

Bafögsätze sollen steigen
Die Bundesregierung will zum 1. Oktober 2010 das BAföG erhöhen. Gleichzeitig soll ein nationales Stipendiensystem für besonders leistungsstarke Studenten eingeführt werden.

Umweltschutz:

Entsorgungsfragen

Mitte:

Festnahmen bei Protestaktion am Hotel Adlon
Die Polizei hat mehrere Teilnehmer einer Protestaktion am Hotel Adlon festgenommen.

Kommentare [ 136 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von josse josse ist gerade offline | 10.11.2008 22:08 Uhr
"hätte man über den kommenden reden müssen..."
Über welchen Holocaust schreiben Sie da? Meinen Sie die Bedrohung des iranischen Volkes mit dem atomaren Erstschlag durch die IDF und US-Truppen? Anders herum ist es nämlich schlicht und ergreifend unmöglich, mögen Sie auch mit noch soviel Fantasie begabt sein. Selbst wenn der Iran tatsächlich ein A-Bömbchen zusammenbasteln sollte, nur Irre würden sie dann auch einsetzen. Die Perser sind aber weder lebensmüde noch irr. Die einzigen, die diese Waffe je eingesetzt haben sind die USA - mit Hilfe der entsprechenden Wissenschaftler.
Comment
von s.theile s.theile ist gerade offline | 10.11.2008 23:02 Uhr
Ermüdende Wiederholungen
Hier schafft es der Autor, mit dem Hintern einzureißen, was er zuvor mit den Händen aufbaute. Herr Broder, kennen Sie kein anderes Thema als Ihre - mal vorsichtig ausgedrückt - Abneigung ggü. dem Islam? Ist Ihnen nie in den Sinn gekommen, daß Gewalt gegen Andersartige auch Ergebnis von Armut und fehlender Bildung sein kann? Die Religion dient zumeist nur als Rechtfertigung, Rationalisierung. Gucken wir auf den Balkan, da ging es lustig hin und her zwischen Orthodoxen, Katholiken und Moslems. Die Bereitschaft zur Gewalt besitzen also nicht nur Moslems.
Comment
von commentator commentator ist gerade offline | 11.11.2008 1:51 Uhr
Lysis
" ... und am 9. November 1989 begann die Auflösung der DDR im Dunst der Geschichte ..."

War es denn überhaupt geschichtsdunstig seinerzeit?

Kann sich etwas in so etwas wie einem "Dunst der Geschichte" auflösen? Was die DDR betrifft, scheint sie sich partout nicht aufzulösen.

Comment
von unbekannt | 11.11.2008 6:27 Uhr
die Neonazis sind eher eine ästhetische Zumutung als eine politische Gefahr
Formulierung des Jahres
Comment
von bruellapfel bruellapfel ist gerade offline | 11.11.2008 6:57 Uhr
... des Lied ich sing ...
wessen Lied singt man eigentlich, auf wessen Geige fiedelt man wenn man Holocaustgedenken so wie Herr Broder abtut? Inhaltlich gleich meinte ich solche Ausführungen schon mal "woanders" gelesen zu haben. Zufall? Da wirkt für mich sein plakatives "pro-Israel" und "pro-USA" recht aufgesetzt und ein "Geschmäckle" reizt mein Zäpfchen.
Übrigens: wer in DE (hat im anglischen Sprachraum auch eine andere, allgemeinere Bedeutung) mit dem Begriff "Holocaust" hausieren geht, ihn und die Singularität des Naziverbrechens dadurch beliebig macht, spielt dadurch letztlich den Rechtsextremisten in die Karten. Zufall?
Comment
von trebor trebor ist gerade offline | 11.11.2008 7:45 Uhr
@s .theile
s.theile, Sie meinen also, Gewalt gegen Andersartige ist auch Ergebnis von Armut und fehlender Bildung? Wenn das so ist, warum hört man nie von Hindus, die sich und Andere mit Bomben ins Jenseits befördern? Es gibt doch genug arme und ungebildete Hindus (leider).
Comment
von dali dali ist gerade online | 11.11.2008 9:35 Uhr
wie kommt @trebor denn auf den dünnen Ast???
Ständig sind auch in Indien Bombenattentate und diverse kleine Aufstände zu verzeichnen. Nur list man davon Hier kaum etwas in der Zeitung. Hier konzentriert man sich eher auf Pakistan, da man ja dort ständig den "Terrorismus" im Auge hat. Hört doch bitte mal auf mir der ach so friedliche Hindu-Religion.
auch buddhistische, gerade im ach so friedlichen Tibet, sind und waren in fröhliche Gemetzel verwickelt.
Dieser oder jener Religion Friedfertigkeit oder Kriegslüsternheit zu unterstellen, ist genauso richtig wie falsch, es sind immer Menschen, die mit ihnen umgehen...
Comment
von unbekannt | 11.11.2008 15:39 Uhr
@dali
Was soll dieses Spekulieren?

Nennen Sie, dali, bitte Anschläge in Indien oder sonstwo, die von Hindus verübt worden sind und in unseren Zeitungen nicht die gebührende Beachtung fanden.

Wie sieht es mit Tibet aus? - Welche Anschläge haben Sie da verzeichnet, die sonst keiner kennt?

Bis zum Gegenbeweis gilt: Nicht alle Moslems sind Terroristen. Aber die meisten Terroristen sind Moslems.
Comment
von dali dali ist gerade online | 12.11.2008 12:34 Uhr
@hebold
www.suedasien.info/nachrichten/1216
sueddeutsche.de/thema/artikel/Manmohan%20Singh
www.bmeia.gv.at/aussenministerium/buergerservice/reiseinformation/a-z-laender/indien-de.html
www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,426255,00.htm
www.bjrundschau.com/nachrichten/txt/2008-05/04/content_114461.htm

reicht das für's erste???
Comment
von dali dali ist gerade online | 12.11.2008 13:02 Uhr
@hebold
www.suedasien.info/nachrichten/1216
sueddeutsche.de/thema/artikel/Manmohan%20Singh
www.bmeia.gv.at/aussenministerium/buergerservice/reiseinformation/a-z-laender/indien-de.html
www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,426255,00.htm
www.bjrundschau.com/nachrichten/txt/2008-05/04/content_114461.htm

reicht das für's erste???
Comment
von anneliese anneliese ist gerade offline | 12.11.2008 16:29 Uhr
political Correctness
Es muss doch möglich sein das Verhalten von Moslems zu kritisieren ohne gleich sämtliche Fälle von Gewaltätigkeit auf zu zählen, die andere irgendwann begangen haben oder begehen.
Polemik ist niemals ausgewogen, aber gerade deswegen auch nicht langweilig und provoziert Widerspruch.
Comment
von dali dali ist gerade online | 12.11.2008 17:40 Uhr
Weil es immer wieder Leser wie @annelise gibt,
die den Text, auf den sich ein Kommentar bezieht nicht gelesen haben,
denn
im Text von trebor steht,
"Wenn das so ist, warum hört man nie von Hindus, die sich und Andere mit Bomben ins Jenseits befördern?"
und dem galt es zu widersprechen,
so einfach ist das...
Comment
von alterschwede alterschwede ist gerade offline | 11.11.2008 8:18 Uhr
Darfur
Viel ist richtig, was Broder über das Holocaust-Gedenken schreibt, aber der letzte Vergleich (abgesehen von seiner unberechtigten Iran-Angst)ist missglückt. In Auschwitz können wir, wie selten in der Geschichte, glasklar zwischen gut und böse, Täter und Opfer unterscheiden, und genau dies ist bei Darfur unmöglich. Dort gibt es viele Milizen, die Regierungen Sudan/Tschad und ausländische Mächte, die ein unüberschaubares Interessengeflecht bilden. Ausserdem haben mehrere der Milizen die Seiten öfter als wir unsere Unterwäsche gewechselt. Aber Differenzierungen sind natürlich nicht Broders Sache.
Comment
von bruellapfel bruellapfel ist gerade offline | 11.11.2008 8:52 Uhr
Hindus?
der User S. Theile mag wohl übersehen haben, dass es DEN Hinduismus gar nicht gibt, sondern dass unter ihn ein breites Spektrum an ganz unterschiedlichen Richtungen fällt. So ist, ebenfalls pauschalisierend, auch nicht von einer generellen Gewaltfreiheit zu reden. Da taugt DER Hinduismus als Vorbild/Beispiel nicht.

Der Autor und Diplom-Theologe Stephan Schlensog weiss über DEN Hinduismus, auch und gerade zur Anwendung von Gewalt, Erhellendes zu berichten.

Einen evidenten Unterschied gibt es allerdings: auf der öffentlichen Betroffenheitsscala zeigen Anschläge von Hindus versus indische Christen (Zynismus an: das sind ja nur Einheimische)- und umgekehrt - ein viel geringeres Beben an als wenn gewaltbereite Islamisten (aufgemerkt: ich werfe nicht alle Muslime in einen Topf) westliche Touris wegsprengen
Comment
von bruellapfel bruellapfel ist gerade offline | 11.11.2008 9:01 Uhr
Korrektur
Fehler, in meiner Antwort meinte ich den User "trebor", nicht "theile"

Bitte um Entschuldigung - und wenn es geht um ein Edit des Moderators
Comment
von wilhelm wilhelm ist gerade offline | 11.11.2008 9:07 Uhr
The usual
Herrliche Sache das, nicht wahr, liebe notorischen Broder-Fresser! Man beiße sich an einem Detail fest, um nur ja nicht in den Spiegel schauen zu müssen, den Broder einem vorhält, man könnte gar ins Nachdenken über den Inhalt des Artikels hineinstolpern.
Comment
von nielas.aran nielas.aran ist gerade offline | 11.11.2008 9:30 Uhr
Unberechtigte Iran-Angst?
Klar die Angst ist vollkommen unberechtigt vor einem Staat,
- in dem die "Protokolle der Weisen Zions" und "Mein Kampf" Best-Seller sind
- wo der Staatchef sagt, das Israel ausgelöscht werden muss
- in dem Minderjähige gehängt werden
- in dem jedes Gesetz der Sharia entsprechen muss
- in dem Minderheiten auf brutalste Weise verfolgt und ermordet werden.
Außer den oben genannten Punkten ist es bestimmt total super da! Sie fliegen sicherlich auf Perserteppichen umher und reiben den ganzen Tag an Wunderlampen!
So wird ja der Mittlere und Nahe Osten gerne hier von einer Menge Leuten gesehen. Romantisch wie in Tausend und eine Nacht. Dass das nichts mit der Realität zu tun hat, wollen die wenigsten dann einsehen.
Comment
von nielas.aran nielas.aran ist gerade offline | 11.11.2008 9:31 Uhr
Nein...
... er schreibt über das, was der Iran angekündigt hat. Israel von der Landkarte vernichten zu wollen. Bitte immer dran denken. Der Iran redet von einem Vernichtungskrieg, nicht Israel!
Comment
von phantomias phantomias ist gerade offline | 11.11.2008 9:54 Uhr
Hart aber wahr
Vielen Gutmenschen ins Gewissen geschrieben, die sich in der moralischen Feedbackschleife befinden. Vielen Dank Herr Broder.
Comment
von nolte nolte ist gerade offline | 11.11.2008 10:02 Uhr
Interessenausgleich
Der einzig gangbare Weg in eine friedlichere Welt ist ein an Vernunft und Fairness orientierter Ausgleich der Interessen der Völker und Staaten untereinander. Das Existenzrecht bestehender Staaten ist dazu eine Grundvoraussetzung, die nicht verhandelbar sein kann. Hinzu kommt ein Grundrecht auf Selbstverteidigung. Aggressive Reden und militärische Muskelspiele sind nicht geeignet, die notwendige Vertrauensbildung zu erzielen, welche wiederum Voraussetzung ist für alle weiteren Schritte. Die Zeichen an der Wand sind erkennbar, aber deren richtige Deutung bereitet Schwierigkeiten. Die Wahl Obama’s zum nächsten amerikanischen Präsidenten lässt einerseits auf einen Politikwechsel hin zu den genannten Grundsätzen hoffen, andererseits ist sie der Testfall für die Reaktion darauf seitens der Staaten im Nahen Osten.
Comment
von bruellapfel bruellapfel ist gerade offline | 11.11.2008 10:43 Uhr
re: The usual 'festgebissen'
ZITAT:
The usual
Herrliche Sache das, nicht wahr, liebe notorischen Broder-Fresser! Man beiße sich an einem Detail fest, um nur ja nicht in den Spiegel schauen zu müssen, den Broder einem vorhält, man könnte gar ins Nachdenken über den Inhalt des Artikels hineinstolpern.
ENDE

Sensationell, bester Wilhelm. Sensationell ist es Broderkritikern "festbeissen" vorzuwerfen.
Zur Info: wenn irgendwo auf der Welt ein Muslim beerdigt wird müssen vorher noch die Gebisse von Broder & Co. (Co= "Pro Köln" , "die Achse des Guten" etc.) operativ entfernt werden. Die hängen da nämlich noch fest verbissen und im Beisskrampf erstarrt am entsprechenden Körperteil.

... und zum Inhalt des Artikels: wier oft und wo auch immer liest man - in den unterschiedlichsten Varianten - doch immer das Gleiche von ihm. Da reiht sich sein Artikel in eine endlose Schlange ein. Eigentlich schade und auch traurig dass ein Mensch mit seinen linguistischen Talenten thematisch so sehr beschränkt ist, dass seine paar Grundthemen in alle möglichen Artikel zu allen möglichen Anlässen einfliessen müssen.
So, jetzt geh ich in den Keller - zum Nachdenken *ggg*
Comment
von delius delius ist gerade offline | 11.11.2008 10:56 Uhr
Auf den Punkt gebracht
Broder hat es mal wieder auf den Punkt gebracht: Das besinnliche "Wehret den Anfängen" paßt nun einfach nicht zum Schmusekurs gegenüber dem Iran - wo übrigens wirklich ein Irrer die Macht hat. Und heute ist es eben der RADIKALE Islamismus, der die ausgreifendste menschenverachtende Ideologie darstellt und insbesondere gegenüber Israel sich Drohungen erlaubt, die haarsträubend sind und widerliche Erinnerungen wecken. Broder hat m. E. in jedem Punkt recht. Daß er auch mal übertreibt, ist nur zu verständlich bei den vielen Berlinern, die nichts anderes haben als ihren kommoden Anti-Amerikanismus. Ich werde - nicht nur unserer Geschichte gedenkend, sondern auch aus meiner Gegenwart heraus - immer solidarisch mit Amerika und Israel sein - was auch kritische Urteile nicht ausschließt.
Comment
von unbekannt | 11.11.2008 11:20 Uhr
@josse
"Anders herum ist es nämlich schlicht und ergreifend unmöglich, mögen Sie auch mit noch soviel Fantasie begabt sein. Selbst wenn der Iran tatsächlich ein A-Bömbchen zusammenbasteln sollte, nur Irre würden sie dann auch einsetzen."

Irgendwie sind Sie wohl von Ihrem eigenen Argument nicht ganz überzeugt. Zunächst geht es nicht - im nächsten Satz geht es wohl doch, aber der Iran ist nicht so irre, dass... - Was denn nun?

Ich nehme mal die zweite Variante: Die Iraner können womöglich doch bald die Bombe bauen. Mit einem bißchen Geschichtswissen - siehe obiger Artikel - können Sie sehr schnell feststellen, dass auch Hitler einmal für irre gehalten wurde.

Und nur zur Erinnerung: Noch 1944 transportierten die Deutschen auf ihren dringend für Truppen benötigen Eisenbahnwegen lieber Juden in die Gaskammern, als SS-Panzerdivisionen an die Front.

Rationalität hat ihre Grenzen.

Comment
von alterschwede alterschwede ist gerade offline | 11.11.2008 11:26 Uhr
@nielas.aran - Iran
Was Sie zum Iran schreiben, ist größtenteils richtig, aber leider einseitig. Bedenken Sie, dass es sich bei dem Iran immerhin um ein relativ stabiles Land handelt, indem es eine gut ausgebildete Mittelschicht gibt, die durchaus als proamerikanisch eingestuft werden kann. Frauen müssen zwar verschleiert gehen, das Kopftuch sitzt aber außerordentlich locker und mit Schminke wird auch nicht gerade gespart - sollten Frauen in den Nachbarländern Irak und Afghanistan so auftreten - in denen ja die USA mit Freiheit und Demokratie herumlaborieren - wäre die Steinigung vorprogrammiert. Mehr als die Hälfte der Hochschulabsolventen sind übrigens Frauen.
Es geht für den Iran auch eine Bedrohung von der Atomwaffenmacht Israel aus, das ja mehrfach für sich das Recht von Raketenangriffen ggü. dem Iran in Anspruch genommen hat - natürlich nur wenn es sich akut bedroht fühlt, aber das kann man ja hinterher immer sagen. Außerdem ist es, wie gesagt, von amerikanischen Truppen eingekreist - also bitte schön, wie wahrscheinlich ist eine "Vernichtung Israels von der Landkarte"? Diese Worthuberei ist auch mehr mit Blick auf die arabische Welt erfolgt, um dort den Hass auf die Schiiten ein Stück weit abzumildern. Also, Differenzierung tut gut und bringt uns einer realistischen Einschätzung ein wenig näher.
Comment
von unbekannt | 11.11.2008 14:36 Uhr
@alterschwede Ausgleich
Das mit dem Ausgleich ist richtig. Man könnte zum Beispiel damit beginnen, dass der Iran das Existenzrecht Israels anerkennt, so wie Israel das des Irans anerkennt.

Was Sie über den Iran sagen, ist zum Teil richtig - aber eben nur zum Teil. Denn was Sie beschreiben, das ist die Situation in Teheran. In der Provinz sehen die Verhältnisse ganz anders aus.
Comment
von klarenn klarenn ist gerade offline | 11.11.2008 11:39 Uhr
Könnt ihr,
Broderkritiker mal sagen was an diesem Artikel auch nur Ansatzweise falsch ist?
Man kann zu Broder stehen wie man will, ich stehe ihm auch nicht Unkritisch gegenüber, allerdings möchte ich diesen Artikel mal Anonym veröffentlicht gesehen haben, ich behaupte die Zustimmung zu dem selben wäre Überwältigend.
Wenn man Themen und Personen nicht auseinanderhalten kann, sollte man es zumindest Versuchen noch einmal zu lesen oder schweigen.
Gesülze und Dumpfbackiges Gehabe ist dem ernst des Themas sehr Abträglich und man begibt sich in die Gefahr in eine rechte Ecke zu gelangen!
Also Hirn einschalten!!
Comment
von unbekannt | 11.11.2008 11:58 Uhr
Die Lehre vom 9. November
soll sein: „Wer über Darfur nicht reden will, der sollte über Auschwitz schweigen“?

Dieser Satz ist wirklich die reine Leere, wahre Pseudo-Lehre, und vielleicht gerade deshalb voller interessanter Konsequenzen.

Darfur und Auschwitz hängen nicht zusammen. Auschwitz steigert Deutschlands Verantwortung für Darfur nicht. Auch wenn es Auschwitz nicht gegeben hätte, müsste über Darfur geredet werden.

Wer sich für Auschwitz nicht interessiert, warum auch immer, darf nicht nur, er sollte natürlich über Darfur reden und entsetzt sein und sich für Verbesserungen der Situation dort engagieren.

Es ist besser über Darfur zu reden als über Auschwitz. Wer über Auschwitz redet, hilft Darfur überhaupt nicht.

Wer über Auschwitz schweigt, hat mehr Zeit sich über Darfur Gedanken zu machen, ist wohl ein Satz, der sich der Zustimmung Darfurs sicher sein dürfte.

Ich glaube, Auschwitz mit Darfur zu verbinden, schadet Darfur mehr als es Darfur nützt. Die sogenannte Schuld der Deutschen motiviert mich jedenfalls nicht dazu, mich für Auschwitz oder Darfur zu interessieren und verantwortlich zu fühlen.

Es ist eine Menschheitspflicht, sich für Auschwitz und Darfur zu interessieren, und diese Pflicht erfüllt jeder anständige Mensch, soweit er die Möglichkeiten hat, gerne; und zwar unabhängig davon, ob er Deutscher, Amerikaner, Iraner, Deutschtürke, Jude, Christ, Muslime usw. ist.

Doch zu fordern, dass die Erinnerung an Darfur am 9. November bei der Gedenkfeier anlässlich des 70. Jahrestages der Pogromnacht zu geschehen habe und besprochen werden müsse, ist einfach nur: abwegig, Broders Leere halt.
Comment
von dali dali ist gerade online | 11.11.2008 14:42 Uhr
Thema verfehlt, @furunkel
Boder geht es eindeutig nicht darum, was an diesen Tag gefaselt wird,
sondern darum was die, die da schwadronieren, dagegen tun, dass Mord, Massenmord und Völkermord jetzt und heute, da und dort NICHT passieren.
Ja und da stehen wir dann wirklich in einer Reihe
mit den Nachbarn, die nichts wussten,
Und den Nachbarländern, die auch nichts wussten und vor allem nichts Taten
und vor allem die USA und GB, die nun absolut nichts wussten und gar nichts tun konnten.
Die sogar noch nach dem Krieg die Exodus abfangen wollten.
Und genauso wie die damals "nichts tun konnten",
können wir scheinbar heute auch nichts tun,
außer Beileidsreden halten.


Mir geht Broders Haltung nur zu oft auf den Senkel,
aber wenn er uns berechtigt auf unserer aller Untätigkeit hinweist, ist es müßig, in völlig determiniertem Denken zu kaprizieren und am Kern der Aussage vorbei zu gehen:

WAS TUST DU GEGEN DAS MORDEN!!!
Comment
von unbekannt | 11.11.2008 14:50 Uhr
@furunkel
Eigentlich ist das doch ganz einfach:

Die Lehre aus den Gedenkfeiern zum Jahrestag des 9.November 1938 - also aus den Feiern, nicht dem Ereignis - ist: Wer sich heute nicht für wehrlose Minderheiten einsetzt - und statt dessen lieber die wehrhaften Juden aus Israel kritisiert -, sollte auch nicht so tun, als würden ihn die wehrlosen Opfer der Jahre 1938 bis 1945 interessieren.

Und nun muss ich mich selber korrigieren: Es ist nämlich keine Lehre Broders. Es ist eine Aufforderung. Eine Forderung an die Gedenktagmoralisten, endlich das Maul zu halten. Oder sich eben mit wirklich bedrohlichen Situationen auseinanderzusetzen.

Comment
von noahd noahd ist gerade offline | 11.11.2008 12:15 Uhr
Die Humanitas ist unteilbar (Ralph Giordano)
Ich finde diesen letzten Satz von Broder sehr zutreffend. Es mag sein, dass die Lage im Dafur kompliziert ist, aber Tatsache ist, und das ist das Entscheidende, dass dort viele Unschuldige leiden müssen – und die Welt schaut mehr oder weniger tatenlos zu. Die Unschuldigen dort sind genauso unschuldig wie die Juden in der Nazi-Zeit in Europa - wenn hilflose Menschen umgebracht werden, ist das immer und überall ein Verbrechen. Man hat doch der Generation von damals vorgeworfen, dass sie nichts oder nicht genug getan hat. Aber sind wir besser?
Comment
von jakob jakob ist gerade offline | 11.11.2008 16:33 Uhr
Broder ist ...
... einfach nur geil. Gekonnt reisst er den Heuchlern die Maske vom Gesicht. Gutmenschen, die nie unter Lebensgefahr gezwungen waren, ihre vermeintlich Ideale zu verteidigen und deswegen mit umso stärkerer Entschiedenheit den gefahrlosen Kampf gegen Rechts aufgenommen haben. Der heutige Widerstand gegen Nazis ist wohlfeil und wächst diametral mit der wachsenden zeitlichen Distanz zum Dritten Reich. Reale totalitäre Bedrohungen wie die schwindenede Vielfalt auf unserer Welt und das Vordringen der konsumgeilen, gehirngewaschenen Kultur der Habgier oder der religiösen Intoleranz werden dagegen ausgeblendet.

Ich habe bewusst am 9. November keine Nachrichten gesehen, um mir den Verdruss über die gestelzten, vor gespielter Betroffenheit triefenden Reden unserer Herrschaftskaste zu ersparen.

Vielen Dank, Herr Broder.
Comment
von meegan meegan ist gerade offline | 11.11.2008 17:40 Uhr
Die Leere vom 9. November
Vielen Dank Herr Broder,
und immer schön weiter den Spiegel vorhalten, denn Ewiggestrige und Chamberlains gibt es immer noch zuhauf, siehe oben!
Ist eigentlich jemandem aufgefallen, dass der Artikel "Die Leere..." heisst und nicht "Die Lehre..."?
Was sagt das den Schlaumeiern hier? wieder nix gelernt...
Comment
von unbekannt | 11.11.2008 19:46 Uhr
@meegan
Wenn Sie mich meinen sollten, haben Sie meinen Kommentar überhaupt nicht verstanden.

Sie wären dann mit hebold und dali in "bester" Gesellschaft.
Comment
von unbekannt | 11.11.2008 19:54 Uhr
@dali Broder hat das Thema verfehlt,
weil er den Tag, an dem er sich hätte äußern sollen, nicht erkannt hat und außerdem absurde Zusammenhänge konstruiert hat.

"Broder geht es eindeutig nicht darum, was an diesen Tag gefaselt wird …"

Gut, dass Sie darauf noch einmal hinweisen - hat nun wirklich noch niemand hier bemerkt - und damit den ganzen Schwachsinn des Broderschen Textes verdeutlichen.

Er läuft auf die Aufforderung hinaus, am Todestag der Oma nicht nur an den Todestag des Opas zu denken, sondern vor allem darüber zu reden, dass bald der Todestag des Opas folgt, denn sonst hätte man das Recht verloren, den Todestag der Oma anständig zu begehen. Was man also am Todestag der Oma auf keinen Fall dürfe, sei der Oma zu gedenken. Wer das mache, sei ein Heuchler.

Im Übrigen ist der Brodersche Vorwurf, es hätten nur Heuchler der Pogromnacht gedacht, schon ziemlich verwegen. Na ja, wenn man nichts zu sagen hat, brüllt man halt laut rum.
Comment
von dali dali ist gerade online | 12.11.2008 9:20 Uhr
Es dürfte ja wohl nahe liegend, @furunkel
dass der Thema Verfehlende nicht Broder, sondern furunkel ist. Außer ihm haben das auch alle so verstanden.
auch wäre es furunkel, so er die Denkmaschine anwerfen würde, ein Leichtes zu erkennen, dass es Broder nicht um Omas oder Opas Geburtstag geht, sondern um die Wertigkeit solcher Feierlichkeiten.
Da aber ist sein Vorwurf, wenn man ihn nicht immer und immer wieder auf Israel verkürzt, berechtigt...
Comment
von commentator commentator ist gerade offline | 11.11.2008 19:59 Uhr
@ phantomias | 11.11.2008 09:54:42

Der eigenartige Begrifff "Gutmenschen" meint eigentlich was?

"Gutmenschen" befänden sich in der "moralischen Feedbackschleife". Was das denn?
Schlechtmenschen hängen dann vermutlich in der unmoralischen Schleife? Bringt mich aber auch nicht wirklich weiter.

Da "Gutmensch" augenscheinlich nicht Sie, sondern andere sind, sind sie vermutlich ein wackerer "Schlechtmensch".
Ach. Klären Sie mich doch auf, vielleicht schlage ich mich ja dann auch zu denen.


Möglich wäre auch, das Nachplappern von Modeworten zu überdenken. "Rückbau" und "Nullwachstum" kann man bei der Gelegenheit einbeziehen.
Comment
von unbekannt | 12.11.2008 4:58 Uhr
@commentator Was ist ein Gutmensch
Gutmenschen sind z.B. jene, die im Interesse des Weltfriedens ein abgerüstetes Israel fordern - und sich einen Dreck um die Folgen für eben jenes Israel scheren. Ja, sie würden nach der dann anstehende Zerstörung Israels in Tränen ausbrechen und einen weiteren Gedenktag einrichten, für den sie von den hiesigen Migratenverbänden einen Beitrag erwarten.

Kurz, es sind Leute, die es immer gut meinen. Und daüber vergessen, was schon G.Benn gesagt hat: Das Gegenteil von gut ist gut gemeint.

Comment
von unbekannt | 11.11.2008 20:16 Uhr
@hebold Seit wann praktizieren Sie Heldenverehrung?
Was Broder als „ganz einfach“ bezeichnet, ist die reinste Leere, Anti-Lehre sozusagen.

"Wer sich heute nicht für wehrlose Minderheiten einsetzt, sollte auch nicht so tun, als würden ihn die wehrlosen Opfer der Jahre 1938 bis 1945 interessieren."

Woher wollen Sie wissen, dass, wer sich heute nicht für wehrlose Minderheiten einsetzt, nur so tut, als ob ihn die wehrlosen Opfer von 38-45 interessieren?

So etwas zu unterstellen, ist moralisch zweifelhaft. Sie entziehen sich selbst dadurch die Berechtigung, mit dem erhobenen Zeigefinger durchs Internet zu kommentieren.

Es gibt viele Menschen, die haben sich so sehr für den Holocaust interessiert, dass sie den Glauben verloren haben, dass es sinnvoll sei, sich für wehrlose Minderheiten zu interessieren. Dennoch können diese Menschen aufrichtig an Gedenkfeiern zur Pogromnacht teilhaben. So etwas zu bezweifeln, ist ziemlich niederträchtig.

Vor allem, und das ist die entscheidende Frage, die Broder völlig übersehen hat: Darfur und Auschwitz haben nichts miteinander zu tun.

Es gibt überhaupt keinen Grund, bei einer Gedenkfeier, die die Pogromnacht zum Thema hat, an Darfur oder andere Pogrome zu denken.

Ferner ist die Unterstellung, dass die, die der Pogromnacht gedenken, sich nicht für Darfur interessieren, völlig abwegig, pseudoradikaler Moralismus auf unterstem Niveau, reinste Niedertracht, die Lehre eines Leeren.

Komische Helden haben Sie!
Comment
von unbekannt | 12.11.2008 5:10 Uhr
@furunkel
"Woher wollen Sie wissen, dass, wer sich heute nicht für wehrlose Minderheiten einsetzt, nur so tut, als ob ihn die wehrlosen Opfer von 38-45 interessieren?"

Da machen Sie ein gefährliches Faß auf. Denn wer sich nicht für die möglichen Opfer heute, sehr wohl aber für die von 1938 interessiert - und hier hat Broder objektiv recht -, muss schon einen ernsthaften Grund nennen können, warum er die Opfer von gestern privilegiert. Handelt es sich in beiden Fällen um Juden, wird das ganze ziemlich heikel. Wieso melden sich Leute an jedem 9.11., schweigen aber zur Bedrohung Israels durch den Iran? Ja, diese aktuelle Bedrohung wird geradezu verniedlicht. Für mich steckt da eine dicke Portion Genuss der eigenen pseudomoralischen Aufgeregtheit hinter, die sich an der Vergangenheit aufbaut, mit wirklicher Moral aber nichts zu schaffen hat. Bezogen auf den 9.11. habe ich sogar manchmal den Eindruck, hier wird mit dem Gedenken an die Progromnacht der aktuelle Antisemitismus kaschiert.
Comment
von unbekannt | 12.11.2008 5:16 Uhr
@furunkel
"Es gibt viele Menschen, die haben sich so sehr für den Holocaust interessiert, dass sie den Glauben verloren haben, dass es sinnvoll sei, sich für wehrlose Minderheiten zu interessieren."

Diese Formulierung ist verräterisch. Denn eigentlich sollten die Leute den Glauben an die Kraft des Widerstands verlieren - aber doch nicht an den Einsatz für die wehrlosen Minderheiten. Damit treffen Sie aber ungewollt den Kern. Die Leute gedenken der Opfer, schrecken aber überall da zurück, wo der Widerstand etwas kostet. Sie zucken vor den Tätern zurück. Ja, sie haben die Täter so weit ausgeblendet, dass die Opfer schließlich an ihrem eigene Schicksal Schuld sind. Sie sind es, warum wir das Interesse an den Wehrlosen verloren haben.

Seite : 1 2 3 4 >> (4 Seiten)

Kommentar hinzufügen Neue Community-Funktionen Richtlinien


Sie können noch Zeichen schreiben.
Kommentare werden nicht sofort angezeigt. Beachten Sie hierzu unsere Richtlinien.

Um diesen Beitrag absenden zu können, müssen Sie eingeloggt sein.

Benutzername  
Passwort  
     
Sie haben noch keinen eigenen Account? Dann bitte
Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.
Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet, und nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben werden!

gewünschter Benutzername:
gewünschtes Passwort:
Wiederholung Passwort:
Email:


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wie viel ist 10 : 2 = 


Anzeige
Weitere Themen

Da kommt noch mehr, wetten? Lesezeichen hinzufügen

Von Friedhard Teuffel
Manipulation beim Fußball ist wie Doping. Beides verdirbt die Idee des Spiels. mehr...

Schicksalsbuch der Nation Lesezeichen hinzufügen

Von Stephan-Andreas Casdorff
Der Bundeshaushalt erst wird zeigen, welche Substanz die neue Koalition hat mehr...

Nachmittags, in einem Lichtspielhaus Lesezeichen hinzufügen

Pascale Hugues, Le Point
Man sollte das Kino verlassen, wenn man im falschen Film ist mehr...

Gleise in die Wüste Lesezeichen hinzufügen

Von Carsten Brönstrup
Die Bahn agiert erfolgreich im Ausland. Warum also gehört es immer noch dem ... mehr...

PORTRÄT ALOIS GLÜCK PRÄSIDENT KATHOLISCHER LAIEN Lesezeichen hinzufügen

Von Claudia Keller
Der 70-Jährige wollte endlich Zeit haben für seine Familie und den ... mehr...
Fotostrecken

Die Feier im neuen Haus (36 Bilder)

Gedenken an Robert Enke (7 Bilder)

Die neue Zentralbibliothek der HU (11 Bilder)

WM 2010 - Die Teilnehmer (33 Bilder)

15 Jahre Cookies-Club (7 Bilder)

Gasometer in Polaroid (30 Bilder)