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Zentralrat der Juden

Henryk M. Broder: Meine Kippa liegt im Ring

Warum ich für das Amt des Präsidenten des Zentralrates der Juden kandidiere. Henryk M. Broder erläutert seine Gründe in diesem Beitrag für den Tagesspiegel.
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Henryk M. Broder, "Spiegel"-Reporter, Blogger und regelmäßiger Gastkommentator beim Tagesspiegel. Foto: privat
Ich habe nach reiflicher Überlegung beschlossen, mich um das Amt des Präsidenten des Zentralrates der Juden in Deutschland zu bewerben. Das Procedere ist nicht ganz einfach, man muss der Repräsentantenversammlung einer jüdischen Gemeinde angehören und von dieser nominiert werden. Nachdem mir aber zwei kleine Gemeinden ihre Unterstützung zugesagt haben, sind das keine unüberwindlichen Hindernisse. In zwei Jahren werde ich 65, ich habe immer das getan, was ich tun wollte. Jetzt ist die Zeit gekommen, das zu tun, was ich tun sollte.

Die offizielle Vertretung der Juden in Deutschland befindet sich in einem erbärmlichen Zustand. Die Präsidentin – intern „Tante Charly“ genannt – scheint von dem Job überfordert. Wer die Pressemitteilungen liest, die von ihrem Büro herausgegeben werden, erfährt, dass ein Besuch bei der Frau des Bundespräsidenten zu den wichtigsten Erfahrungen ihres Lebens gehört. Ihre Stellvertreter belauern sich gegenseitig und warten darauf, wer als Erster aus der Deckung geht.

Was der Zentralrat tut oder unterlässt, das entscheidet dessen Generalsekretär, der die schwindende Bedeutung der Organisation durch taktische Allianzen und sinnfreien Aktionismus auszugleichen versucht. Zuletzt hat er den ehemaligen Berliner Finanzsenator, Thilo Sarrazin, wegen dessen kritischen Äußerungen über integrationsunwillige Migranten in eine Reihe mit Hitler und Goebbels gestellt und sich bald darauf für diese Entgleisung auf eine Weise entschuldigt, die vor allem eines demonstrierte: dass er keine Ahnung hat, wovon er redet.

Der Zentralrat vertritt eine kleine Minderheit, etwa 100 000 Juden, von denen die meisten nach 1989 aus der ehemaligen Sowjetunion in die Bundesrepublik gekommen sind, sein Wort hat aber Gewicht. Besser gesagt: Es hatte Gewicht. Inzwischen werden dessen Stellungnahmen kaum noch wahrgenommen, weil er sich inflationär zu allem und jedem äußert. Den Rücktritt eines Ministerpräsidenten zu fordern, weil dieser sich in der Wortwahl vergriffen und von einer „Pogromstimmung gegen Manager“ gesprochen hat, ist nicht nur unangemessen sondern auch dumm. Man soll keine Forderungen erheben, zu deren Durchsetzung man nicht in der Lage ist. Es sei denn, man will sich vorsätzlich blamieren.

Der Zentralrat versteht sich als eine Art Frühwarnsystem gegen politischen Extremismus und andere aufziehende Gefahren. Das war die Rolle, die den kapitolinischen Gänsen im alten Rom zukam. Dennoch haben sie den Untergang Roms nicht verhindern können.
Es kann nicht die Aufgabe des Zentralrates sein, sich als das gute Gewissen Deutschlands aufzuführen. Es bringt auch nichts, „Wehret den Anfängen!“ zu schreien, wenn eine Handvoll Neonazis durch Möllenhagen in Mecklenburg-Vorpommern marschiert, und das Verbot der NPD zu fordern, was die Partei, die im Begriff ist, sich selbst zu zerlegen, nur in ihrer Scheinbedeutung bestätigt. Ebenso ist es nicht die Aufgabe des Zentralrates, den übrigen 79,9 Millionen Deutschen vorzuschreiben, wie sie mit ihrer Geschichte umgehen sollten. Liebesbeweise, die erzwungen werden, sind keine.

Der Zentralrat tritt als Reue-Entgegennahme-Instanz auf und stellt Unbedenklichkeitserklärungen aus, wobei es weder nach oben noch nach unten eine Schamgrenze gibt. Der Zentralrat hat seine Beziehungen zum Vatikan und zur deutschen Bischofskonferenz im Zuge der „Williamson-Affäre“ zeitweise abgebrochen; wenn ein Theater in der Provinz Fassbinders Stück „Der Müll, die Stadt und der Tod“ aufführen will, eilt der Generalsekretär persönlich hin, um den Theaterleuten zu sagen, was sie machen beziehungsweise nicht machen sollen. Wenn das keine Beschäftigungstherapie ist, dann ist es nur lächerlich.

Als Präsident des Zentralrates werde ich für ein Ende des kleinkarierten Größenwahns sorgen, der sich immer mehr zumutet, als er zu leisten in der Lage ist. Ich werde mich dafür einsetzen, dass Holocaustleugnung als Straftatbestand aufgehoben wird. Das Gesetz war gut gemeint, hat sich aber als kontraproduktiv erwiesen, indem es Idioten dazu verhilft, sich als Märtyrer im Kampf um die historische Wahrheit zu inszenieren. Unser aller Problem ist nicht der letzte Holocaust, dessen Faktizität außer Frage steht, sondern der Völkermord, der vor unseren Augen im Sudan stattfindet. Wir brauchen nicht noch mehr Holocaustmahnmale und Gedenkstätten, sondern eine aktive Politik im Dienste der Menschenrechte ohne politische Rücksichtnahme auf wirtschaftliche Interessen. Wer vom Kampf der Dissidenten in China und der Verfolgung der Baha’i im Iran nichts wissen will, sollte auch am 27. Januar und am 9. November zu Hause bleiben.

Ich werde mich um gute Beziehungen zu den in Deutschland lebenden Moslems bemühen. Nicht zu religiösen Eiferern oder türkischen Nationalisten, die den Paragrafen 301 des türkischen Strafgesetzbuches („Beleidigung des Türkentums“) verteidigen oder verharmlosen und sich um jede Stellungnahme zu der Armenierfrage drücken, sondern zu solchen, die für eine strikte Trennung von Staat und Religion und für eine säkulare Gesellschaft eintreten.

Ich bin überzeugt, dass es keine partikularen jüdischen Interessen gibt. Ob jemand koscher isst oder halal oder doch lieber Kassler, ist Privatsache. Ebenso wann und zu welchem Gott er betet. Religionsfreiheit beinhaltet auch das Recht, areligiös und antireligiös zu sein und sich über den eigenen und seiner Nachbarn Gott lustig machen zu können, ohne deswegen bedroht zu werden. Freiheit, Demokratie, Rechtsstaat sind die Werte, die offensiv verteidigt werden müssen.

Von Juden, Christen, Moslems, Atheisten, Agnostikern, Häretikern, von Ariern und Vegetariern, Frauen und Männern, Heteros und Homos – meine Kippa liegt im Ring.

Der Autor ist Reporter beim „Spiegel“ und regelmäßiger Gastkommentator beim Tagesspiegel.


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Kommentare [ 182 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von asbach asbach ist gerade offline | 21.10.2009 15:43 Uhr
Von wegen, der alte Schmock, ...
[b][/b]der kann das. Es wird höchste Zeit, dass wieder eine ernst zu nehmende Persönlichkeit an die Spitze dieser wichtigen gesellschaftlichen Gruppierung tritt.
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von deejay deejay ist gerade offline | 21.10.2009 16:54 Uhr
Seit wann
Seit wann ist dieser Zyniker ernst zu nehmen?
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von Amlesen Amlesen ist gerade offline | 21.10.2009 17:58 Uhr
Weil...
seit dem sie ihn evidenzfrei in Frage stellen müssen?
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von wilhelm wilhelm ist gerade offline | 21.10.2009 18:11 Uhr
@ deejay | 21.10.2009 16:54 Uhr
Wie können Sie jemanden als Zyniker bezeichnen, der mit seinen Äußerungen die Dinge so oft auf den Punkt bringt? Und seit wann sind argumentationsabstinente und reflektionsfreie Kritiken ernst zu nehmen?
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von Rene_Artois Rene_Artois ist gerade offline | 22.10.2009 13:59 Uhr
Der Zynismus der Zyniker ...
... besteht nicht darin, daß sie sagen, was sie denken, sondern darin, daß sie – denken (Gabriel Laub).
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von kaleu kaleu ist gerade online | 22.10.2009 17:34 Uhr
Aber deejay, das ist schnell....
...beantwortet.
Immer dann, wenn die Meute seine Texte nicht verträgt.
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von juttador juttador ist gerade offline | 23.10.2009 19:58 Uhr
Dr.F.Dieter Jaechel
Herr Broder hat vollkommen recht. Die permanenten Rundumschläge dieses Herrn Kramer setzen den ZdJ in ein denkbar schlechtes Licht. Besonders junge Leute, wie meine Schüler, geben verheerende Aussagen von sich über den ZdJ.
Hinweise, diesen Mann doch mal zurückzupfeifen werden nicht beantwortet.
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von selberdenker selberdenker ist gerade offline | 21.10.2009 16:58 Uhr
eine ernst zu nehmende Persönlichkeit ...
... an die Spitze des Zentralrates zu berufen, ist eine Frage, die sich erst nach dem Ende der Ära Knobloch stellt. Allein mit dem Versuch der öffentlichen Demontage von Frau Knobloch hat sich der Herr mit dem Mittelinitial weit ans hintere Ende der Schlange möglicher Nachfolger begeben. Als langjähriges enfant terrible der deutschen polit-Talk-Shows ist Broder ja bisweilen ganz unterhaltsam. Wenn es ihn ins Rechtspopulistische zieht, dann noch nicht mal das.
Broder aber eine "ernst zu nehmende Persönlichkeit" zu schimpfen, wird seinen Bemühungen um öffentliche Wahrnehmung nun wirklich nicht gerecht.
Allerdings halte ich die Balance zwischen Eitelkeit und Klugheit bei Broder nicht für derart verrutscht, dass er sich auch nur die geringsten Chancen auf das Amt ausrechnet. Und das ist, wie der Berliner sagt, auch gut so!
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von loucass loucass ist gerade offline | 21.10.2009 18:03 Uhr
@selberdenker
Stimmt. Der mit dem "... und das ist auch gut so!" hat es nur mit Eitelkeit und ohne Klugheit geschafft. Schlechte Karten für HMB...
Comment
von unbekannt | 21.10.2009 15:44 Uhr
"Ich werde mich...
...um gute Beziehungen zu den in Deutschland lebenden Moslems bemühen."

Freut mich zu hören, allein mir fehlt der Glaube. Ihr gesamtes bisheriges öffentliches Wirken in dieser Frage legt das Gegenteil nahe. Lassen Sie den Job besser bleiben, er verträgt keine rechten Populisten.
Comment
von jakob jakob ist gerade offline | 21.10.2009 15:50 Uhr
Einfach nur geil !
;-)
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von fledermaus fledermaus ist gerade offline | 21.10.2009 15:51 Uhr
"ein Ende des kleinkarierten Größenwahns"
Wäre in der Tat eine schöne Vorstellung. Mal sehen, ob diese Wende jetzt schon möglich ist.
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von unbekannt | 21.10.2009 15:52 Uhr
Wenn es nur möglich wäre
würde ich Henryk M.Broder sogar zum Bundespräsidenten vorschlagen!Einen Mann von solchem Mut,Witz,Humor,Klarsicht,Wortgewalt und solch persönlicher Integrität hatten wir noch nicht mal mit Weiszäcker.Und neben Broder wirkt der geenwärtige Amtsinhaber-bei allem schuldigen Respekt-doch wie ein Schlafmittel.
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von alterschwede alterschwede ist gerade offline | 22.10.2009 8:32 Uhr
@syracus - Skandal
Lieber ein Schlafmittel als jeden Monat einen handfesten aussen- und innenpolitischen Skandal, nur weil Broder offenbar unter Aufmerksamkeitsdefiziten leidet.
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von nielas.aran nielas.aran ist gerade offline | 21.10.2009 15:54 Uhr
Herr Broder...
... ich hoffe wirklich das Sie gewählt werden! Ich kann Ihren Standpunkten uneingeschränkt zustimmen!
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von balkonien balkonien ist gerade offline | 21.10.2009 19:09 Uhr
Broders klare Worte
Eine pointierte Beschreibung !Danke !
Es wird zeit, daß man nicht nur "political correctnes" übt, sondern klar beschreibt was eigentlich los ist in diesem Land...Zentralräte hier und da.
Jeder beschönigt oder protestiert zu seinen Gunsten.
Sarrazins z.T. harsche und ungerechte Kritik hat schon positiv zu einer Diskusssion im Land geführt. Vielleicht gelingt Herrn Broder auch so ein Antoß zum Nachdenken über die Rollen und "Aufgaben" der Zentralräte.Wäre sehr wünschenswert.

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von wilhelm wilhelm ist gerade offline | 21.10.2009 15:55 Uhr
Von einem ohne Kippa, die er werfen könnte
Guten Tag Herr Broder,

ich habe dort nichts zu sagen; hätte ich es, auf meine Stimme könnten Sie zählen.

(Auch wenn mir der nötige Einblick in die … äh … Strukturen des Zentralrats fehlt, glaube ich nicht, dass Sie Chancen haben: Sie sind nicht gerade dafür bekannt, harmonisch im Strom mitzuschwimmen und elegant und diplomatisch unter Problemen hindurchzutauchen. Aber vielleicht liegt das Amt als solches auch gar nicht in ihrer Absicht.)

Gruß, wenn auch nur aus der Anonymität eines Pseudonyms
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von nevergiveup nevergiveup ist gerade offline | 21.10.2009 15:57 Uhr
Viel Glück
in einer Lesung sagten sie unlängst noch, sie nähmen kein größeres risiko auf sich, als in einer talkshow zu erscheinen. wie ermutigend, dass sie nun dieses vorhaben gefasst haben. ich wünsche ihnen erfolg.
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von BRDMatrix BRDMatrix ist gerade offline | 21.10.2009 15:59 Uhr
Endlich einmal Klasse da oben in den präsidialen Sphären, oder Niederungen...
H.M.Broder ist sicher ein sperriger Zeitgenosse. Aber er weiß sehr gut wovon er redet und ist immun gegen sich selbst verleugnende Nettigkeitstendenzen, die unter unseren "Eliten" leider Normalität geworden sind. Es gibt viel zu wenige Köpfe und Stimmen seines Formates, die die freiheitliche demokratische Grundordnung so eindeutig und mutig vertreten, wie er. Kürzlich sagte ein Bekannter zu mir, und ich zitiere ihn, weil ich diesen Satz selbst nicht so formulieren würde: "Broder hat noch Eier in der Hose".
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von Pizazz Pizazz ist gerade offline | 21.10.2009 19:59 Uhr
Was 'ne Wohltat
Endlich mal jemand, der nicht konfliktscheu ist und Dinge beim Namen nennt. Wir sind leider zu einer Gesellschaft von politisch-korrekten (Janus)-Köpfen und/oder Abzockern derer "da oben" und Lamentierer derer "da unten" verkommen.
Wenn's beim Zentralrat der Juden nicht klappen sollte, möge sich Herr Broder doch bitte für andere Ämter bewerben, damit wir endlich mal aus diesem Gesülze und dieser Unbeweglichkeit herausfinden. So würde ich mir Herrn Broder z.B. als Bildungsminister wünschen, der jeden nach Abschluss der Ausbildung/des Studium per Gesetz dazu verfplichtet, einige Jahre im Ausland zu verbringen, damit der Realitätssinn hier nicht vollkommen vor die Hunde geht.

Glückauf HMB !
Comment
von Marian Marian ist gerade offline | 21.10.2009 16:02 Uhr
Wow!
Wow! Das war das erste Mal, dass mir Herr Broder sympathisch war! Broder for president!
Comment
von koshernostra koshernostra ist gerade offline | 21.10.2009 16:03 Uhr
Na denn mal los...
Herr Broder - ich werfe meine dazu!
Comment
von casimirkatz casimirkatz ist gerade offline | 21.10.2009 16:08 Uhr
@ Herr Broder
...bitte schreiben Sie in Zukunft nur noch solche intelligenten Texte und nicht immer nur so ein Zeug über "Freiräume" etc.

Und bitte: Werden Sie Zentralrats-Präsident!
Comment
von unbekannt | 21.10.2009 16:15 Uhr
Gartuliere!
Manche entwickeln in ihrem Leben ja nie ein Pflichtbewußtsein. Wenn man's noch mit 65 schafft - alle Achtung!

Viel Erfolg und viel Spaß beim Tanz mit Tante Charly!
Comment
von unbekannt | 21.10.2009 22:03 Uhr
Ich muss
mir aufgrund meines Pflichtbewusstseins an dieser Stelle jedweden weiterführenden Kommentar versagen und hoffe im Allgemeinen wie Besonderen auf jedwedes Verständnis.
Comment
von lear lear ist gerade offline | 21.10.2009 16:15 Uhr
!!! Bingo !!!
Die ideologische und personelle Neupositionierung des Zentralrats ist überfällig.

Die jüdische Community, die sich überall auf der Welt als
gesellschaftlich progressiv versteht braucht auch in Deutschland Frischfleisch und Zeitgeist.

Die erhobene Sarrazin-Nazi-Karte aus Kreisen des Zentralrats erschien wie ein Relikt aus West-BRD Zeiten.
Es war wohl das allerletzte mal, dass der Zentralrat sich exclusiv auf dieses Thema kapriziert hat.

Broder hat das erkannt und in seiner wachen Art eine Erneuerung gefordert. Zurecht. Ob eine dringend benötigte Frischzellenkur in Person Henrik M. Broders als Präsident
notwendig wird bleibt abzuwarten.

Broder ist ein instinktsicherer Agent Provocateur und ein Genie
in Eigen-PR, ob das reicht, Hm ????

Comment
von Amlesen Amlesen ist gerade offline | 21.10.2009 18:00 Uhr
Wie er wohl wäre..
Fürs Zeugnisausstellen vor dem Arbeit abliefern wäre es klein wenig früh oder?
Comment
von Diabolo Diabolo ist gerade offline | 22.10.2009 18:51 Uhr
Zeugnis ausstellen
Wieso zu früh ? Wenn man für die Erklärung nobler Absichten schon einen Friedensnobelpreis bekommen kann (der Herrn Obama durchaus gegönnt sei), dann müßte eine wohlwollende Prognose auf der Basis der bisher gelieferten Leistungsnachweise von Herrn Broder doch zulässig sein.
Comment
von wurstmaxe wurstmaxe ist gerade offline | 21.10.2009 16:17 Uhr
gute idee, herr broder!
viel glück bei der wahl!
der aktuelle Generalsekretär des Zentralrats hat sich durch die "Auschwitzkeule" gegen Suppenkasper Sarrazin selbst diskreditiert und Fr. Knobloch hat keine "Message" geschweige denn Ausstrahlung...
Comment
von Jamuro Jamuro ist gerade offline | 21.10.2009 16:26 Uhr
Bravo!!
Sehr geehrter Herr Broder,
zugegeben, frühere Beiträge von Ihnen fanden nicht immer meine Zustimmung. Doch nun, vielleicht auch durch die Altersweisheit(?), kann, nein. muss man Ihnen uneingeschränkt Recht geben. Nicht nur zu den Inhalten Ihres Buches "Kritik der reinen Toleranz", sondern auch zu vorstehendem Artikel beziehungsweise Ihrer Bewerbung, kommen doch die richtigen Akzente zum Ausdruck. Dann kann man den ZDJ auch wieder ernst nehmen, und dann wird man ihm vermutlich auch wieder öfter und lieber zuhören, weil die Antisemikeule weitestgehend wieder da ist, wo Waffen üblicherweise hingehören. Im Waffenschrank. Herauszunehmen nur dann, wenn es unabwendbar ist.
Ich fände es gut, wenn Sie der "Neue" würden.
Comment
von unbekannt | 21.10.2009 16:27 Uhr
Wie meistens, Herr Broder
auf den Punkt treffend kommentiert und als veröffentlichte Bewerbung wäre Ihnen meine Stimme gewiss, wenn ich wählen könnte.
Comment
von samuelrees samuelrees ist gerade offline | 21.10.2009 16:48 Uhr
Sehr gut, Herr Broder
meine Stimme hätten Sie.
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von uwemohrmann uwemohrmann ist gerade online | 21.10.2009 16:54 Uhr
na ja
ichlese Herrn B. eigentlich auch sehr gerne, und kann ihm häufig zustimmen. Aber leider ist er auch ein sehr eitler, von sich eingenommener Populist. Da bezweifel ich, das er da der richtige Mann für den Posten ist.
Comment
von wilhelm wilhelm ist gerade offline | 21.10.2009 18:04 Uhr
@ uwemohrmann | 21.10.2009 16:54 Uhr
„Populist“ scheint zum Universalschimpfwort verkommen zu sein. Keine besseren Argumente als der X? Kein Problem, da sagen wir der X ist ein Populist, das wirkt immer. Broder, ein Mensch, der mit seinen These stets trifft und damit fast immer und überall aneckt, wie kann der Populist sein?
Comment
von selberdenker selberdenker ist gerade offline | 21.10.2009 22:04 Uhr
hier eckt Broder kaum an
Machen Sie sich die Mühe, diese Forum zu durchforsten und Sie werden festestellen, dass Broder hier kaum aneckt. Ein Möchtegernzentralratsvorssitzender der im nichtjüdischen Milieu derartige Begeisterungsstürme hervorruft, verspricht alles zu vertreten, nur nicht die Interessen der Jüdischen Gemeinde. Das aber ist die Aufgabe des Zentralrats. So unefreulich das für Manchen sein mag: Die Juden entscheiden über ihre Repräsentanz, nicht die Gojim.
Comment
von chani chani ist gerade offline | 21.10.2009 23:16 Uhr
ich würd ihn wählen
Als "jüdischer Mitbürger", wie es so schön heißt, und Mitglied einer Gemeinde, die Mitglied im Zentralrat ist, fände es erfrischend, Herrn Broder im Präsidium zu sehen. Leider kann ich ihn nicht wählen, da das keine basisdemokratische Angelegenheit ist und das gemeine Gemeindemitglied keinen direkten Einfluß auf die Zusammensetzung des Präsidiums hat. Sein Wahlprogramm finde ich auf jeden Fall sehr überzeugend.
Comment
von mittellateinerin mittellateinerin ist gerade offline | 22.10.2009 13:39 Uhr
hm.
selberdenker, gestern um 22:04:

"hier eckt Broder kaum an
Machen Sie sich die Mühe, diese Forum zu durchforsten und Sie werden festestellen, dass Broder hier kaum aneckt. Ein Möchtegernzentralratsvorssitzender der im nichtjüdischen Milieu derartige Begeisterungsstürme hervorruft, verspricht alles zu vertreten, nur nicht die Interessen der Jüdischen Gemeinde. Das aber ist die Aufgabe des Zentralrats. So unefreulich das für Manchen sein mag: Die Juden entscheiden über ihre Repräsentanz, nicht die Gojim."

Mir direkt aus der Seele gesprochen.

Es auch immer wieder erstaunlich, wie Herr Broder es versteht,
die Massen zu spalten.
Mag man von ihm halten was man will, es wäre sicherlich eine interessante Angelegenheit, ihn an der Spitze des ZRs zu sehen.
Ich persönlich finde allerdings, dass das Problem bei Herrn Broder darin liegt, dass er allzu oft eine ganz bestimmte Meinung vertritt und sich nicht scheut, sie auch intensiv zu vertreten und sich dabei über andere Ansichten lustig zu machen.

Sollte er denn aber doch gewählt werden, würde er nicht nur sich selbst vertreten müssen, sondern sämtliche Juden in Deutschland und deren Ansichten.

Zu sehen, ob er dazu tatsächlich in der Lage ist, d.h. seine eigene, ganz individuelle Meinung zwar einzubringen, sie aber nicht zur allgemeinen zu erheben, und vor allem, wie im Artikel angekündigt, nicht nur über den eigenen zynischen Tellerand, sondern das ganze deutsche religiöse Suppengeschirr zu sehen,
das würde ich wirklich gerne erleben.

Und tatsächlich, irgendwie traue ich ihm das auch zu.
Comment
von selberdenker selberdenker ist gerade offline | 22.10.2009 18:13 Uhr
lieber nicht
Nein, das möchte ich lieber nicht erleben. Mir ist an einer seriösen Repräsentanz der heterogenen Gemeindestruktur gelegen. Verbindlich im Ton, klar in der Sache. Und, wo es Not tut, auch offensiv.
Da ist mir alles, was Herr Broder erwarten ließe denn doch zu eitel und nabelbezogen.
Comment
von gitta_rost gitta_rost ist gerade offline | 21.10.2009 17:00 Uhr
Das ist eine gute Idee
Herzlichen Glückwunsch, Herr Broder, erstmal zu der Idee, sich aktiv und öffentlich einmischen zu wollen. Ich bin gespannt, wie die jüdische Öffentlichkeit auf Ihre Kandidatur reagiert und wen sie eventuell für eine besssere Wahl hält. Mir ist das Procedere nicht klar, mit dem man Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland wird und wen man überzeugen muss, aber Ihre Kandidatur und Ihre Begründung dürfte Unruhe und Aufregung bringen, die guttun könnte. Nach einer Präsidentin, die sich vom Generalsekretär des Zentralrates derart blamieren lässt, wie Frau Knobloch bei der Sarrazin-Geschichte, wird es Zeit für etwas Neues und Gutes.
Comment
von kochawa kochawa ist gerade offline | 21.10.2009 17:01 Uhr
Meinen Respekt
haben Sie, Herr Broder.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei diesem Vorhaben.

Seite : 1 2 3 4 5 >> (5 Seiten)

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