Offenbar zweifeln bis auf China alle Vetomächte im UN-Sicherheitsrat an der Redlichkeit der iranischen Regierung im Atomstreit. Sie gehen davon aus, dass Teheran den Bau der Bombe will.
Die Münchner Sicherheitskonferenz markiert wahrscheinlich eine Zeitenwende in den Beziehungen zwischen Iran und der internationalen Staatengemeinschaft. Bis zum Wochenende waren die westlichen Gesprächspartner Teherans bereit, dem Regime ein Mindestmaß an Kompromissbereitschaft im Streit um die Nuklearpolitik abzunehmen. Mit dem Doppelspiel am Wochenende zwischen dem sich konziliant gebenden Außenminister Mottaki und dem Hardliner im Präsidentenamt, Mahmud Ahmadinedschad, ist diese Phase vorbei. Offenbar zweifeln bis auf China nun alle Vetomächte im UN-Sicherheitsrat an der Redlichkeit der iranischen Regierung und gehen davon aus, dass es den Fanatikern nicht um friedliche Nutzung der Kernenergie, sondern um den Bau der Bombe geht. Schnelle und harte Handelssanktionen, der Bau umfassender Raketenabwehrsysteme in den Nachbarstaaten und eine weltweite Einschränkung der Bewegungsfreiheit iranischer Diplomaten werden die Folge sein. Darunter leiden würde vor allem die Bevölkerung. Die Machthaber in Diktaturen wissen allemal, wie sie sich ein bequemes Leben sichern können. Aber ein Krieg gegen Iran würde die Menschen noch viel brutaler treffen, ohne dass mit einem solchen Angriff auf die Atomanlagen auch deren komplette Zerstörung gesichert werden könnte. apz
(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 09.02.2010)
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Wie bitte?
Was für eine Zeitenwende soll denn da durch wen oder was verursacht sein?
Wer dem iranischen Außenminister noch nicht einmal 15 Minuten in seiner Heimatsprache zubilligen möchte und sich im Wesentlichen über seine am Handgelenk wackelnde Armbanduhr mokiert, wie Ihre Kollegin Müller, möge sich in seiner atemberaubenden Arroganz des „Westens“ nicht darüber beklagen, wenn der Iran irgendwann die Nase voll hat.
Schnelle und harte Handelssanktionen, der Bau umfassender Raketenabwehrsysteme in den Nachbarstaaten und eine weltweite Einschränkung der Bewegungsfreiheit iranischer Diplomaten werden die Folge sein.
Wie bitte?
Was glauben Sie denn, würde damit erreicht? Ich kann es Ihnen verraten.
Nichts weiter als die Empörung der iranischen Bevölkerung gegenüber den Sanktionären, eine herbe Delle für den Treibstoffexport des Westens in den Iran und ein schneller und harter Ausbau der persischen Raffineriekapazität.
Raketenabwehrsysteme gegen (vorgebliche) Nuklearraketen? Ein Witz. Selbst wenn man unterstellte, dass der Iran eine nukleare Bewaffnung anstrebte, weiß mindestens jeder Militär, dass man solche Waffen besitzt, um nicht angegriffen werden zu können. - Nicht um anzugreifen.
Einschränkung der Bewegungsfreiheit iranischer Diplomaten? Interessant. Sie werden sich zu Tode grämen über solche Albereien. Und ihrerseits einschränken.
Wer dem iranischen Außenminister noch nicht einmal 15 Minuten in seiner Heimatsprache zubilligen möchte und sich im Wesentlichen über seine am Handgelenk wackelnde Armbanduhr mokiert, wie Ihre Kollegin Müller, möge sich in seiner atemberaubenden Arroganz des „Westens“ nicht darüber beklagen, wenn der Iran irgendwann die Nase voll hat.
Ihr Einwand ist interessant. Eine japanische Bekannte erzählte mir, nachdem sie davon in der Zeitung gelesen hatte, wie unmöglich sie es fand, dass Delegierte während der Rede Ahmedinedschads bei der Anti-Rassismus-Konferenz den Saal verließen. Es ginge nicht darum, ob man jemandem zustimme oder nicht, sondern um den Respekt, den man seinem Gegenüber trozt geteilter Meinung zeigen müsse - so viel auch zur freien Meinungsäußerung. Das ist die Arroganz derer, die - wie in den letzten zwanzig Jahren deutlich wurde - sich vor niemandem für irgendetwas rechtfertigen müssen.
Und wie wäre es, vor allem auch darüber nachzudenken, wie die israelische Militaria zurückgehalten werden kann, über den Iran herzufallen. – Die Folgen eines solchen, bereits seit geraumer Zeit geplanten und eifrig geübten Aggression, wären nicht absehbar. Auch für „uns“.
Aber wie im Irak wollen wir uns nur vor den Bösen Moslems schützen.
Ich kann aber zwischen Christen wie Bush/Cheney und Irans Machthaber kaum einen Unterschied erkennen. Und die nette Marionette Obama (weiß der eigentlich überhaupt das er eine ist?) hilft da auch nicht viel. Wenn ich sehe das da eine Palin auf die Chance wartet Präsidentin zu werden wird mir sowieso schlecht.
Was ist das nur für eine Welt in der nicht Wissenschaftler sondern Juristen und Banker regieren.
Ätzend. Ah genau! Der Planet der Primaten.
Das die Menschheit nicht das Ziel der Schöpfung war sondern ein Produkt der Evolution sieht man auch daran das man 22 KRIEGSschiffe braucht um der Bevölkerung in Haiti zu helfen.
Wir könnten soviel weiter sein wenn wir uns nicht von Alphamännern und Betaweibchen regieren lassen würden.
Ich habe den Fernsehauftritt als einen Schritt in Richtung Dialog empfunden. Warum sollten nicht auch bei ihm neue Denkprozesse einsetzen? Wenn es so sein sollte, wäre es angebracht auch einen Schritt entgegen zu gehen, zumindest wenn es ein Interesse an Deeskalation gibt. Gutenberg und Westerwelle hatten keinen Willen diesen “Schritt der naiven Hoffnung” zu wagen, sie sind einen Schritt nach hinten gewichen , haben sich umgedreht und dabei noch eine Ohrfeige verteilt. Die Koalition hat durch das Auftreten ihrer Junghengste sich jegliche diplomatische Optionen verbaut, zukünftig deeskalierend auf den Konflikt einzuwirken. Fast jeder in dem von ihnen regierten Land wünscht sich aber eine Deeskalation.
Sollte das wirklich ein unübermitteltes Zeichen des Entgegenkommens gewesen sein, wäre es nun vorteilhaft ein Zeichen zu setzen, welches sich nicht missinterpretieren lässt. Ein Zeichen mit weitreichender Signalwirkung wäre ein milderer Umgang mit Kritikern und ein Aussetzen der Todesstrafe. Sadam Hussein war sich zu lange sicher, dass er nicht ein zweites mal angegriffen wird. Er war berechenbar und hat sich meistens so Verhalten, wie es sich sein Gegner erwünscht hat. Das hat ihm den Kopf gekostet und viele Menschen im Irak in ein Dilemma gestürzt. Etwas ähnliches muss den Menschen im Iran erspart bleiben. Ein Aussetzen der Todesstrafe würde jetzt eine ungeahnt positive Dynamik auslösen, die die Pläne der Kriegstreiber durchkreuzen dürfte.