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Essay

Auch wer betet, kann ein guter Demokrat sein

Antimodern, illoyal, ferngesteuert, subversiv, gewalttätig: Auf Muslime in Deutschland prasseln diverse Vorurteile nieder. Claudia Keller schaut in ihrem Essay genauer hin.
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Illustration: Klaus Stuttmann
"Muslime wissen nicht, was Freiheit ist. Das Einzige, was sie verstehen, ist Gewalt."
(Francois Chateaubriand, 1810)

„Die Religion dominiert alles im Leben der Muslime. Deshalb fehlt ihnen ein Gespür für Gesetz und Ordnung.“
(Duncan Macdonald, 1918)

„Das europäische Modell der Persönlichkeitsentwicklung gibt es in der muslimischen Kultur nicht. Söhne und Töchter lernen Macht nicht als argumentative Überlegenheit kennen, sondern als dumpfe Gewalt.“
(Necla Kelek, 2006)

Die Zitate stammen aus unterschiedlichen Zeiten, die Botschaft ist gleich: Wer an Allah glaubt, tickt nicht richtig. Schon in den 1970er Jahren hat der arabischstämmige amerikanische Literaturwissenschaftler Edward W. Said nachgewiesen, dass die Europäer in den immer gleichen Klischees denken, wenn es um Muslime geht. Der Europäer ist in diesem Denken der Fortschrittliche, er ist human, diszipliniert und ein bisschen langweilig. Der Muslim, der „Orientale“, ist zurückgeblieben und irrational. Er ist gewalttätig und unterdrückt seine Frau. Das Einzige, was er zustande bringt, und das in bedrohlicher Menge, sind Kinder.

Bis heute prägen die alten Denkmuster das Verhältnis zu den Muslimen und verhindern, dass die Einwanderungsdebatte vorankommt. Die Hälfte der Deutschen ist überzeugt, dass Moscheegänger keine loyalen deutschen Staatsbürger sein können, weil sie unberechenbar sind. Wer als Muslim dennoch behauptet, der Islam sei mit Demokratie zu vereinbaren, dem wird vorgeworfen, er spreche mit „doppelter Zunge“ und wolle den Westen täuschen. Und wenn ein 16-jähriger Deutsch-Türke in Berlin das Recht für sich erstreitet, in einer Schule ungestört beten zu dürfen, sehen einige Kommentatoren die Integrationsarbeit gefährdet, andere gar das Abendland in Gefahr. Gerne wird auch Kopftuchträgerinnen unterstellt, sie seien eine aus Saudi-Arabien ferngesteuerte Masse, um Deutschland zu „unterwandern“. Denn wer ein Kopftuch trägt, zeige, dass er keinen eigenen Willen hat.

Die Berliner Juristin Seyran Ates hatte erklärt, dass sie am vergangenen Sonntag auf keinen Fall die Grünen wählen werde, weil man in deren Reihen „den meisten Kopftuchträgerinnen und Verteidigerinnen des Kopftuchs begegnet“. Denn auch für Ates ist das Kopftuch ein klares Zeichen von Unterdrückung. Wer so was duldet, arbeitet den Unterdrückern in die Hände. Dass Frauen aus eigener Entscheidung das Tuch umlegen, hält die Frauenrechtlerin nicht für möglich. Damit steht sie in bester Tradition der politischen Linken, die die vermeintlich rückständigen Muslime in leiser kolonialer Weise zum besseren, fortschrittlichen Menschen erziehen wollen.

In den 70er Jahren ließ es sich mit den kemalistisch-linken Einwanderern aus der Türkei noch gut Raki trinken und Revolution planen. Die Einwanderer erlösten einen mit Bauchtanz von der deutschen Piefigkeit. Für Folklorezwecke durfte sich die Muslimin auch gerne einen Schleier überziehen.

Nun aber, da immer mehr aus religiösen Gründen das Kopftuch umbinden, ist Schluss mit lustig. „Multikulti“ war in, „multireli“ ist out. Fortschrittlich ist, wer den Glauben an Gott für dummes Zeug hält. Religiosität ist für Linke etwas heillos Vorgestriges, die enge Bindung vieler Einwanderer an ihre Familien nichts als Zwang. Dass sich der erträumte Multikulti-Türke als frommer Bartträger entpuppt, der nicht zum Christopher-Street-Day geht, ist eine herbe Enttäuschung.

Ins Weltbild linker Feministinnen passt auch nicht, dass manche Türkin lieber im Ganzkörperanzug schwimmt, statt sich oben ohne zu sonnen. Der Islam bedroht die 1968 auch gegen die Kirchen mühsam erkämpften Errungenschaften: die Freiheit, das Leben selber zu gestalten, die Entzauberung der Autoritäten, die Befreiung der Frau aus den alten Zwängen und der Homosexuellen aus der Strafbarkeit ihrer Liebe.

Die gefühlte Bedrohung ist gleichwohl mehr Reflex auf die eigene Geschichte als das Ergebnis genauen Hinschauens. Wie und warum der andere anders ist, warum die einen Kopftuch tragen und die anderen nicht, das interessiert nicht wirklich. Die Linken haben sich von den Muslimen und Musliminnen abgewandt – und von den Mühen der Integration. Nach der letzten Wahl war der SPD die Drogenbeauftragte wichtiger. Die Integrationsbeauftragte hat man der CDU überlassen.

Aber auch für Konservative ist das Verhältnis zu Muslimen geprägt von den alten Klischees und der eigenen Geschichte. Die Moscheegänger und Kopftuchträgerinnen erinnern an das, was man verloren hat, an die Sicherheit des Lebens und der Lebenswege. Und sie machen den Werterelativismus umso bewusster, in den sich Konservative heute geworfen sehen. Auch Eifersucht schwingt mit: Die Muslime haben das, was uns die Linken kaputtgemacht haben.

Dass viele Muslime Wert auf Familie und Ehe legen, gefällt vielen Konservativen. Auch dass Muslime viel beten und an die Kraft des Übernatürlichen glauben, ist dem CDU-Wähler nicht ganz fremd. Gleichzeitig sieht er aber das Abendland in Gefahr. Irgendwie steht der Türke immer noch vor Wien. Konservative Kirchgänger sind davon überzeugt, dass das Christentum die wahre und bessere Religion ist. Der Islam aber ist kämpferischer, aggressiver, steht fester im Glauben. Und die Muslime bekommen die Kinder, die die Christen nicht mehr bekommen. Das nährt die Angst, sozusagen niedergekindert zu werden, die Sorge, nicht mehr Mehrheit zu sein. Um Ansprüche von muslimischer Seite abzuwehren, geben sich sogar CDU und CSU feministisch und widmen der Rettung der muslimischen Frau aus „Notsituationen“ im neuen Regierungsprogramm ein eigenes Kapitel. Plötzlich sind die Konservativen auch homophil und machen die bedingungslose Akzeptanz von Homosexualität zur Voraussetzung für die Einbürgerung. Nach diesem Maßstab müsste der pietistische Hochlandschwabe draußen bleiben.

Klischees kann man nicht verhindern. Klischees können sogar helfen, weil man sich nicht jeden Tag das Leben neu erfinden kann. Aber sie können auch lebensbedrohlich werden, wie die Ermordung der jungen Kopftuch tragenden Ägypterin im Dresdner Gerichtssaal vor zwei Monaten gezeigt hat. Deshalb ist es Zeit, endlich genau hinzuschauen und Muslime so zu sehen, wie sie wirklich sind. Dazu lohnt ein Blick auf eine Studie des renommierten Gallup-Instituts in Washington. Die Meinungsforscher haben 2008 nicht nur viele tausend Muslime in Deutschland, Frankreich und Großbritannien nach ihrer Einstellung zu Demokratie, Religion und wirtschaftlicher Situation befragt, sondern auch die nichtmuslimische Bevölkerungsmehrheit. Es ist die erste groß angelegte vergleichende Studie über die europäischen Muslime. Man kann ihr glauben.

Demnach sind viele der rund vier Millionen Muslime in Deutschland konservativ, viele sogar richtig spießig. Für 82 Prozent ist die Religion wichtig im täglichen Leben, 36 Prozent bezeichnen sich als „stark gläubig“. Die Gläubigen sind gegen die Homo-Ehe, gegen Abtreibung, und auch die Scheidung ist in vielen Lebensplänen nicht vorgesehen. Aber auch das ist die Realität: Muslime sind treue Staatsbürger, sie sind sogar treuer als der Rest. Die überwiegende Mehrheit der Muslime vertraut der deutschen Justiz und der Regierung und glaubt, dass es bei den Wahlen ehrlich zugeht.

Bei den nichtmuslimischen Deutschen hingegen überwiegen hier die Zweifel. Nicht mal die Hälfte glaubt an den ehrlichen Wahlausgang und an die Justiz, nur ein Drittel traut der Regierung etwas zu. Die deutschen Muslime lehnen im übrigen Gewalt im gleichen Maße ab wie Christen, Buddhisten oder Atheisten. Die Befürchtung, in jedem frommen Bartträger stecke ein Terrorist, ist ein Hirngespinst.

Die Gallup-Studie zeigt: Wer betet, kann ein guter Demokrat sein. Religiosität, auch die der Moscheegänger und Kopftuchträgerinnen, könnte sogar ein Gewinn für die Demokratie sein. Ist das nicht ein Schatz, der sich gerade für konservative Politiker zu heben lohnt? Die Entwicklungen in der Gen- und Biotechnologie machen den Anfang und das Ende des Lebens verfügbar und planbar. Das verunsichert. Die ethischen Maßstäbe der Religionen können Orientierung bieten. Sie können säkulare Gesellschaften vor ihren selbstzerstörerischen Kräften bewahren, indem sie technischer Machbarkeit mit menschlichem Augenmaß begegnen. Sie fangen Kranke und Verzweifelte auf, bringen Junge und Alte zusammen und zeigen, dass es im Leben mehr gibt als Leistungszwang und Perfektionsdruck.

Der Philosoph Jürgen Habermas hat in diesem Zusammenhang den Begriff von der „postsäkularen Gesellschaft“ geprägt, in der Religionen eine neue, der heutigen Moderne angemessene Rolle spielen. Für die CDU, aber auch für die Wertkonservativen bei den Grünen, könnte es ein Alleinstellungsmerkmal sein, sich beherzt für Christen, Muslime und Juden einzusetzen und ein religiös-ethisches Gespür für sie zu entwickeln. Es geht nicht darum, den frommen Muslimen „nachzugeben“, die Säkularisierung zurückzudrehen oder die Trennung von Staat und Religion aufzuheben.

Es sollen auch nicht Probleme kleingeredet werden – die in der muslimischen Gemeinschaft nicht und auch nicht die der christlichen Fundamentalisten. Es gibt Zwangsehen, Ehrenmorde und auch Hassprediger. Aber das sind die Ausnahmen. Sie dürfen nicht geduldet werden, keine Frage. Aber Aufgabe gerade konservativer Politik wäre es, trotzdem deutlich zu machen, dass man Religion nicht mit antimodernem Fundamentalismus gleichsetzen kann.

Die Islamkonferenz der CDU war ein Anfang, um mit muslimischen Verbänden ins Gespräch zu kommen. Aber es ging vor allem um Sicherheitsfragen. Die nächste Regierung sollte Muslime nicht nur als Risikofaktoren ernst nehmen. Es ist Zeit, dass Politiker und Verfassungsrechtler Wege suchen, um den Islam in das Staats-Kirchen-Recht zu integrieren. Es ist auch Zeit, dass flächendeckend islamischer Religionsunterricht an den Schulen angeboten wird und nicht ein Wildwuchs von Modellversuchen. Auch die Ausbildung von islamischen Theologen an den Universitäten ist überfällig. Indem man sie konsequent einbindet, fordert und fördert, lassen sich Religionen am besten modernisieren. Das zeigt die Geschichte der katholischen Kirche.

Das Leben in einer postsäkularen, multireligiösen Gesellschaft ist eine Zumutung. Es verlangt von allen Seiten Einschränkungen. Die Gottesfürchtigen müssen ihren Glauben an die Prämissen des liberalen Verfassungsstaates anpassen und die Autorität der Wissenschaften anerkennen. Sie müssen akzeptieren, dass Homosexuelle heiraten und Frauen in Miniröcken die gleichen Rechte haben. Die nichtreligiösen Bürger müssen damit leben, dass Religion nicht mehr nur Privatsache ist.

„Die Grenze zwischen säkularen und religiösen Gründen ist fließend“, schreibt Habermas. „Deshalb sollte die Festlegung dieser umstrittenen Grenze als eine kooperative Aufgabe verstanden werden, die von beiden Seiten fordert, auch die Perspektive der jeweils anderen einzunehmen.“ Dass das geht, zeigen die USA. Die Kalifornier wählen seit Jahren mehrheitlich links. Und doch ist Kalifornien ein äußerst wertkonservativer Landstrich, geprägt durch die katholischen Einwanderer aus Lateinamerika. Es wird ständig darum gerungen, ob sich linke oder konservative Ansprüche durchsetzen, religiöse oder säkulare. Das ist anstrengend, hält aber die Demokratie wach. Diese Spannung auszuhalten, ist einfacher, wenn nicht immer die Unterschiede im Vordergrund stehen.

„Solange unsere Beziehungen von unseren Unterschieden definiert sind, werden wir diejenigen stärken, die eher Hass als Frieden verbreiten.“ Daran hat Barack Obama in seiner Rede an die muslimische Welt in der Universität in Kairo erinnert. „Wir alle teilen diese Welt nur für einen kurzen Augenblick. Die Frage ist, ob wir uns in dieser Zeit auf das konzentrieren, was uns auseinandertreibt, oder ob wir uns verpflichten, Gemeinsamkeiten zu finden, uns auf die Zukunft zu konzentrieren, die wir für unsere Kinder wollen.“ Was Obama im Weltpolitischen versucht, sollte uns im eigenen Land alle Mühe wert sein.

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 04.10.2009)
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Comment
von cz284 cz284 ist gerade offline | 3.10.2009 18:57 Uhr
Wunsch und Wirklichkeit
Ein guter Beitrag, der das Große und Ganze in Vergangenheit und Zukunft beschreibt.
Ein Blick in die gegenwärtige Wirklichkeit des Einzelnen sieht etwas anders aus, wohl noch viel mehr rückwärtsgewandt als vorauslebend, sowohl auf christlicher, atheistischer als auch auf muslemischer Seite.
Auch eine im Großen durchaus gewollte Säkularisation andersgläubiger ist oftmals noch in sehr weiter Ferne, das beginnt schon mit der Sprache und der zwischenmenschlichen Akzeptanz.
Die angesprochene Geschichte der Katholischen Kirche ist ebensoweit von der konsequenten Einbindung in die Moderne entfernt. Gerade dort sind starke Bestrebungen erkennbar, die Festlegungen des II. Vatikanischen Konzils zu unterlaufen, nicht einmal eine gleiche Augenhöhe unter den großen christlichen Kirchen ist selbstverständlich.
So bleibt denn zu vermuten, dass der gegenwärtige Zustand noch einige Generationen überdauern wird, weil es m.E. keine der angesprochenen Seiten wiklich ändern will und auch nicht kann.
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von lupo lupo ist gerade online | 3.10.2009 19:14 Uhr
Ich glaube,
dass die Durchführung der Scharia, bei der Frauen wegen Hosentragens öffentlich gezüchtigt werden, vieles zur Festigung von Vorurteilen beitragen.

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von alterschwede alterschwede ist gerade online | 3.10.2009 19:35 Uhr
Multireligiöse Gesellschaft
GERADE eine multireligiöse Gesellschaft muss ihre öffentlichen Angelegenheiten unter möglichst völliger Ausklammerung der Religion regeln, also säkular. Dies ganz einfach deshalb, um die Reibungsflächen in der Gesellschaft, die es ohnehin gibt, nicht noch zu vergrössern.
Auch weiss ich nicht, warum Religiösität eine Bereicherung der Demokratie darstellen soll. Mit jemandem, der sich auf Gott/Allah/Bhudda oder wen auch immer beruft, kann man im öffentlichen Diskurs keine sachliche Debatte zu Fragen wie Steuern, Wirtschaftsförderung, Schulfächer oder was auch immer führen.
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von snorema snorema ist gerade offline | 4.10.2009 12:00 Uhr
@schwede
wieso sollte man keinen diskurs mit (Gottes-) Gläubigen führen können???, wenn (nicht-Gottes-) Gläubige doch auch ihren Glauben haben...

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von alterschwede alterschwede ist gerade online | 4.10.2009 19:29 Uhr
@snorema
Kann man, solange der/die sich nicht auf Gott/Allah etc, beruft. Genau das geschieht jetzt aber in der Schule: "Ich will einen Gebetsraum haben, weil Allah mir befiehlt, fünf Mal am Tag zu beten." Akzeptiert man dies einmal, muss man bald konsequenterweise auch andere Dinge tolerieren - kein gemeinsamer Unterricht mit Mädchen etc pp.
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von snorema snorema ist gerade offline | 5.10.2009 11:54 Uhr
na gut
@ schwede dann is ja allet klar...
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von unbekannt | 3.10.2009 23:56 Uhr
Ein Postscriptum
Erheitert hat mich aber Stuttmanns Karikatur. Denn die beiden Karikierten sind ja durchaus zu erkennen.
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von unbekannt | 4.10.2009 9:33 Uhr
@maiglöckchen
Das stimmt so sehr, dass, wer die Namen zuerst richtig genannt hat, den Hauptgewinn sicher hat.

Der Begriff der postsäkularen Gesellschaft ist natürlich abwegig.

Nur, weil Habermas fast sein ganzes Leben lang die Religion in der säkularen Gesellschaft übersehen hat, ist die säkulare Gesellschaft jetzt, wo Habermas nun endlich die Religion in ihr wahrnimmt, nicht postsäkular geworden. Sie ist weiterhin säkular, trivial.
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von lacher lacher ist gerade offline | 4.10.2009 0:55 Uhr
Guter Essay
Sehr treffend wird die Auflösung linker und konservativer Standunkte und gewissheiten in hinsicht auf eine sich verändernde welt beschrieben, welche mittlefristig zu einer auflösung dieser begriffe führen wird.
anstatt Postsäkular wäre der begriff postmaterialistisch sicher passender für die zu erwartende entwicklung.
die geistige und kulturelle verarmung die das materialistische denken hervorgerufen hat ist es schließlich welche die menschen umtreibt und die antworten nicht nur im religiösen suchen lässt.
Religion sollte dabei allerdings Privatsache bleiben , weil in einer Welt deren Staatsgrenzen und kulturgrenzen immer mehr verwischen, auch immer mehr glaubensrichtungen, kulturen und überzeugungen neben- und miteinander existieren werden, für die ein übergeordnetes recht welches das zusammenleben regelt und sich allein auf Vernunft und Menschlichkeit gründet, gelten muß.
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von Frank2 Frank2 ist gerade offline | 4.10.2009 8:36 Uhr
im Gegenteil
Religion ist Privatsache und hat dort zu bleiben. Wir brauchen eher eine Verstärkung der Säkularität in Richtung Laizismus.Warum "religiöse Bedürfnisse" von Minderheiten (Schächten, Glockenläuten etc.) über Tierschutz und Lärmschutz stehen sollen ist nicht recht nachvollziehbar. Und die Schule muss religionsfreie Zone werden, mit integrierendem Ethik/Philosophieuntericht für alle, statt schon Kinder nach Religionen auszusortieren.
In den USA gibt es übrigens keinen Religionsunterricht an öffentlichen Schulen!

MfG,
Frank
Comment
von snorema snorema ist gerade offline | 4.10.2009 12:18 Uhr
@ frank
religionsfreie zone...

wenn die schule religionsfreie zone sein muss, müsste ja jeder der religiös ist, seine religiösität vor der schule vergessen, vernichten oder in nem schließfach verstauen...
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von Frank2 Frank2 ist gerade offline | 4.10.2009 19:23 Uhr
eben
Du solltest in der Schule DENKEN -nicht BETEN- lernen. Das erste ist wichtig für ein Individuum, für eine Gesellschaft, das andere fakultativ.
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von snorema snorema ist gerade offline | 5.10.2009 11:52 Uhr
...
@frank ist nicht die religion ein teil eines Menschen und kann genausowenig ausge- "was auch immer" werden, wie besipielsweise seine politische Gesinnnung...

es wäre deshlab illusorisch einem Menschen zu verbieten seine Religion in die Schule mitzunehmen...

ob es abgesehen davon nötig ist, jeden schüler beten zu lassen ist eine andere frage
Comment
von hege hege ist gerade offline | 4.10.2009 10:34 Uhr
Konfessionsloser
Ich gebe Frank2 hundertprozentig recht!
Religion ist schon allein deshalb schädlich, weil sie nicht begründet werden muss.
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von snorema snorema ist gerade offline | 4.10.2009 12:37 Uhr
guter essay - find ick zumindest
mag sein, dass sich das im artikel beschrieben nicht mit den realitäten vieler deckt...

es gibt ein sprichwort (ich weiß leider nicht mehr woher) nachdem es unzählig viele realitäten gibt und die einzige, die wir alle teilen ist die der ungewissheit...

manch einer glaubt, dass es einen gott gibt und manch einer nicht, doch keiner kann es mit gewissheit sagen...

genauso glaubt mancher, dass es mal nen gr0ßen knall gegeben hat und manch einer glaubt es machte mal einer licht...

doch keiner weiß was...


es ist jedoch auch klar, dass es viel sinnvoller ist, das zu sehen was man teilt, statt das was einen unterscheidet...

ich bin ein Mensch (glaub ich ;)) und jeder moslem ist ein Mensch...

ich erfahre gerne schönheit, ich mag glücklichsein, ich finde es schön, wenn ich lache und ich freue mich, wenn menschen mir aufrichtig, freundlich und mit empathie begegnen

auf eine gesellschaft die es lernen möge sich als gemeinschaft zu begreifen...

Comment
von borax borax ist gerade offline | 4.10.2009 11:30 Uhr
Auf mich....
wirken diese pädagogisch gedachten Beiträge immer etwas sonderbar.

Überhaupt kommt es mir immer komisch vor, wenn zugereiste Menschen wie die Autorin TSP-Lesern, die vielleicht einen Großteil ihres Lebens in Kreuzberg, Neukölln oder Wedding verbracht haben, pädagogische Vorträge in Sachen Multikulti halten. Das ist sicher alles gut gemeint, wirkt auf mich allerdings wie eine Melange aus Wunschdenken, pastoralem Ethos, Snobismus und Realitätsverweigerung.

Denn viele Menschen, die irgendwann mal in eines der so genannten Brennpunktgebiete gezogen sind, hatten mal die Vision vom bunten, bereichernden Multikulti und wurden dann mit einer Realität konfrontiert, die stellenweise leider Negativ-Klischees noch toppen.

Eine Autorin, die aus der Provinz zugereist ist und Brennpunktgebiete nur von Ausflügen kennt, die aber eingefleischten Hauptstädtern Sätze wie "Deshalb ist es Zeit, endlich genau hinzuschauen und Muslime so zu sehen, wie sie wirklich sind" mit auf den Weg gibt, sitzt schon auf einem verblüffend hohem Ross.

Überhaupt ist der pädagogisch-belehrende Anteil der Texte im TSP in letzter Zeit auffallend hoch und ersetzt zum großen Teil die rein informativen, sachlichen Beiträge. Ich weiß nicht, ob das so gewollt ist, aber ich für meinen Teil lese Zeitungen eigentlich eher nicht, um mich über das ideologische Weltbild und die Lebensstil-Empfehlungen der Autorinnen zu informieren, sondern weil ich an Fakten interessiert bin. Es wäre gut, wenn der Tagesspiegel da mal wieder eine ausgewogene Gewichtung herstellen könnte. Wenn allein an einem Tag drei pädagogische Artikel zum Thema Multikulti erscheinen, voll mit Ratschlägen, wie der Leser dies doch bitte zu sehen hat, dann geht das schon in Richtung ideologische Schulung.

Abgesehen davon hat die Vergangenheit gezeigt, dass gerade in Sachen Islam und Multikulti Palaver uns keinen Zentimeter weiterbringt, sondern nur Handlung. Und dafür ist es schon ein bisschen spät.
Comment
von giselamittruecker giselamittruecker ist gerade offline | 4.10.2009 12:07 Uhr
Am meisten sagt wohl die Überschrift
Wer unter Personen, die beten, ausschließlich Muslime versteht, muss schon sehr weit in eine Parallelwelt abgedriftet sein
Comment
von snorema snorema ist gerade offline | 4.10.2009 12:19 Uhr
@ gisela
loggär bleim...

in den meisten fällen wird die überschrift nicht vom autor ausgesucht
Comment
von snorema snorema ist gerade offline | 4.10.2009 12:14 Uhr
@ borax
1. "Überhaupt ist der pädagogisch-belehrende Anteil der Texte im TSP in letzter Zeit auffallend hoch und ersetzt zum großen Teil die rein informativen, sachlichen Beiträge."

mag sein, dass der anteil insgesamt zu hoch ist; in dem fall befinden wir uns jedoch auf der meinungsseite

2. "Denn viele Menschen, die irgendwann mal in eines der so genannten Brennpunktgebiete gezogen sind, hatten mal die Vision vom bunten, bereichernden Multikulti und wurden dann mit einer Realität konfrontiert, die stellenweise leider Negativ-Klischees noch toppen."

ich leb mein ganzes leben schon in kreuzberg und fürwahr es ist eine Bereicherung, dass ich bei jemandem aus Pakistan essen und arbeiten, mit jemandem aus Ghana fussball spielen und mit jemandem aus bayern über die vorzüge von nächstenliebe auch ausserhalb religiöser zusammenhänge philosophieren kann...

multikulti ist realität (beinahe überall auf dieser erde)

und wenn es dabei zu reibungen kommt, mag sein, doch müssen diese reibungen nicht zwingend der tatsache geschuldet sein, dass es sich um multikulturelle/multireligiöse Gesellschaften handelt...

es könnte auch sein, dass die reibung dadurch entsteht, dass wir in einer gesellschaft leben und nicht in einer gemeinschaft... ;)

3. "Abgesehen davon hat die Vergangenheit gezeigt, dass gerade in Sachen Islam und Multikulti Palaver uns keinen Zentimeter weiterbringt, sondern nur Handlung. Und dafür ist es schon ein bisschen spät." wie soll man das verstehen???

liebevolle grüße an dich...
Comment
von lindblom lindblom ist gerade offline | 5.10.2009 14:38 Uhr
@borax 4.10.2009 11:30 Uhr
Nicht nur, aber vor allem den vorletzten Abschnitt Ihres Kommentars kann ich voll und ganz mitunterzeichnen!
Comment
von unbekannt | 4.10.2009 12:02 Uhr
immer wieder dasselbe
Die Autorin ist und bleibt für mich sehr weltfremd. Ausgeblendet wird von ihr immer wieder die Ungleichbehandlung insbesondere junger Frauen im Gegensatz zu den gleichaltrigen Männern.
Comment
von Jaddy Jaddy ist gerade offline | 4.10.2009 13:54 Uhr
_kann_
Gläubige Menschen _können_ gute Demokraten sein, aber eigentlich nur, wenn sie entscheidende Teile ihrer Religion verleugnen.

Wir waren hier jetzt Jahrzehnte an sog. Weichspül-Christen gewöhnt, die aus der Bibel nur die Bergpredigt kennen, aber den Absolutheitsanspruch auch in gesellschaftlichen und politischen Fragen kleinreden oder ignorieren. Dazu entwickelt sich Religion, wenn es ihren Anhängern materiell und sozial gut geht, siehe http://hpd.de/node/7545

Prinzipiell jedoch ist Religion irrational, intolerant und totalitär. Sie basiert auf weder begründeten, noch nachweisbaren Dogmen, die prinzipiell nicht diskutiert und nicht verändert werden dürfen und wer diese Dogmen nicht für sich akzeptiert wird maximal toleriert, ist aber eine Bedrohung, die bekämpft werden muss.

Wer wissen will, wie ein echter Katholik zu leben hat, der sollte sich nicht die Caritas ansehen, sondern J.Ratzinger. Wer den Kern des Protestantismus erfahren will sollte sich nicht den fast schon agnostischen Herrn Huber anschauen, sondern die Hassprediger der Freikirchen und der PBC. Und wer den Kern einer muslimischen Gesellschaft erfahren will, der schaue nach Saudi-Arabien etc.

Kurz: Religion ist in ihrem Kern das genaue Gegenteil der Idee einer freiheitlichen, demokratischen, pluralistischen Gesellschaft.

Und deshalb traue ich niemandem, der als erwachsener Mensch an unsichtbar Freunde glaubt und deren angeblichen Vorschriften folgt.
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von angel angel ist gerade offline | 4.10.2009 16:24 Uhr
Wer wissen will wie ein echter Katholik zu leben hat
Ja, wer wissen will, wie ein echter Katholik zu leben hat und/oder wie Katholiken so drauf sind, der lese Joseph Ratzinger. Vielleicht mal "Deus Caritas est" ("Gott ist die Liebe") oder "Caritas in Veritate" ("Liebe in der Wahrheit"), da hat er nämlich "Caritas" mit dabei. ;-)
Empfehlenswert ist aber auch "Jesus von Nazareth" von Joseph Ratzinger. Aber Vorsicht: Wer seine Vorurteile behalten will, der sollte das doch lieber nicht lesen. ;-)
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von dali dali ist gerade online | 4.10.2009 21:13 Uhr
Na ja @angel
wenn alle Katholiken so schlechte Lateiner wären,
würde es schlecht um die vatikanischen Tragdtionen stehen,
denn Caritas ist alles mögliche, wie Wertschätzung, Hochachtung, auch Nächstenliebe,
wer es aber mit "Liebe" übersetzt, verfolgt böse Absichten...
Comment
von angel angel ist gerade offline | 5.10.2009 10:45 Uhr
Caritas
Naja, der Vatikan übersetzt "Caritas" in beiden Fällen mit Liebe. Kannst ja böse Absichten dahinter unterstellen ...
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von dali dali ist gerade online | 5.10.2009 14:12 Uhr
@angel
ja, genau das tue ich.
Natürlich wissen die, was sie tun,
sie benutzen den Begriff im Lateinischen korrekt, wenn "unter "uns Lateinern", besser unter uns Betschwestern, diskutiert werden soll,
aber für die doofen Gläubigen ist es besser,
wenn der Begriff nicht so konkret ist,
und man dann damit diesem doofen Volk beibringen kann,
was es unter "Liebe" zu verstehen hat.
Genau aus diesen Gründen bin ich ein strammer Anti-Papist und halte Ökomene für einen Irrweg...
Comment
von unbekannt | 5.10.2009 13:55 Uhr
angel...
sooviel arbeit. differenzieren,definieren, worüber man sich streitet, bevor man sich streitet, sich befassen mit dem, was man ablehnt.und dann noch enzykliken lesen.....das hat sicher vorzeitige alterung zu folge. so kleine artikel in den tagesszeitungen sind gerade noch zu verkraften zwischen dokusoaps und bingo, oder sonstwie eingeschränktem arbeitsalltag. und der allumfassenden bemerkung..das ist doch alles unwichtig, befassen wir uns lieber mit...
Comment
von Jaddy Jaddy ist gerade offline | 5.10.2009 17:51 Uhr
hab ich...
... also gelesen. Allerdings auch die fachgerechte Zerlegung des darin enthaltenen Unsinns. Durch Hans Albert zum Beispiel.

Und ich habe zum Beispiel die Entscheidungen der Glaubenskongregation gelesen - damaliger Chef: J. Ratzinger - zum Thema "wann entsteht menschliches Leben" und das daraus gefolgerte Abtreibungsverbot. Blühender Unsinn von der ersten bis zur letzten Seite. Lesen Sie es nach, es steht ja alles online: Nicht nur von jeglicher wissenschaftlichen Grundlage unbelastet, sondern teilweise sogar im klaren Widerspruch dazu.

Nichtsdestoweniger verlangt die katholische Kirche aufgrund der Interpretation ihrer frei erfundenen Märchen im gesellschaftlichen Diskurs ernst genommen zu werden. Gleiches gilt natürlich für alle anderen Religionen auch.

Aber Sie wollten ja eigentlich vom Thema ablenken, indem Sie die katholische Kirche als menschenfreundlich und hilfsbereit hinstellen. Sorry, das ist Unsinn.

Erstens ist "die katholische Kirche" keineswegs menschenfreundlich und war es nie, wenn es um Menschen geht, die sich nicht nach ihrem Willen verhalten. Zeigen Sie mir ein katholisches Hospiz für Homosexuelle (nein, kein Priesteraltenheim...), offizielles Eintreten für die Gleichberechtigung der Frauen in allen Lebensbereichen, usw.

Menschenrechte, Gleichberechtigung und Humanismus sind gegen den Widerstand der Kirchen erkämpft worden und müssen auch heute noch gegen sie verteidigt werden.

Ich kann Ihnen mühelos zahllose Ungerechtigkeiten zeigen, von der Ausgrenzung nicht-katholischer Schüler an vom Staat finanzierten(!) sog. Bekenntnisschulen, Rauswurf von Mitarbeitern wegen deren Scheidung, usw.

Zweitens ist der eigentliche Knackpunkt: Religion ist für humanistisches Engagement nicht nötig, sondern letztlich schädlich. Sie verzerrt den Blick auf den Menschen durch die Dogmenbrille.

Und wozu religiös verzerrter "Humanismus" führen kann hat Frau Gonxha ja gezeigt, nämlich zu unnötigem Leid mit folgender Seligsprechung. http://is.gd/3YKHZ
Comment
von wilhelm wilhelm ist gerade offline | 4.10.2009 14:39 Uhr
„Klischees kann man nicht verhindern“
Dieser Satz steht im Zentrum des Artikels von Frau Keller, und Ihr Artikel selbst demonstriert das dann auch. Da wird ein vermeintlich weit verbreitetes Klischee nach dem anderen ans vermeintliche Tageslicht gezerrt um dann von der Autorin höchstselbst als solches mit journalistischer Bravour entlarvt zu werden. Dass das den Charakter von Taschenspielertricks hat merkt die Autorin dann selbst und führt im Schlussspurt viele richtige Dinge auf. Nicht ein neuer, weiterführender Gedanke. Sicher sind solche Artikel nicht verkehrt, aber darf man auf dieser Seite des Tagesspiegels und insbesondere von dieser Autorin nicht mehr erwahrten?
Comment
von wilhelm wilhelm ist gerade offline | 4.10.2009 14:58 Uhr
Die Aufgabe der Schule ist Wissensvermittlung
Praktische Vermittlung von Werten? Sicher. Das ist allerdings kein Spezifikum der Schule, sondern gilt ebenso für die Eltern und die gesamte Gesellschaft. Religion gehört nicht an die Schule, weil Religion kein Wissen ist, sondern Glaube. (Als reine Wissensvermittlung von Inhalten und Geschichte gehört Religion selbstverständlich an die Schule.) Wer als erwachsener Mensch zum ersten Mal von den Inhalten und Ritualen des Christentums hört, den beeindrucken Dinge wie die Bergpredigt, aber der Religion als Ganzes begegnet er bestenfalls mit ungläubigem (sic!) Kopfschütteln: Wie können Menschen an so etwas hängen? Mit dem Judentum und dem Islam sieht’s in dieser Hinsicht keineswegs besser aus.
Comment
von dali dali ist gerade online | 4.10.2009 21:20 Uhr
Wenn @willi
es an der Schule von miin üble wib noch einen protestantischen Schüler gäbe,
könntest Du gerne beobachten was protestantischer RU heute ist:
er vermittlet nämlich die Kenntnisse, wie die Welt aus "protestantischer Sicht" zu betrachten ist und was sich daraus für ein Verhalten zu anderen Menschen allgemein, besonders aber zu anderen Religionen.
Dann gilt es die Unterschiede zu den anderen Religionen herauszuarbeiten.
Das ist alles...

Gruß


dali
Comment
von unbekannt | 5.10.2009 13:47 Uhr
dali,
unterschiede herauszuarbeiten hört sich ja schon schweißtreibend an. wie wäre es, wenn wir einfach alle die sau rauslassen und der stärkste hat gewonnen?
Comment
von RCC RCC ist gerade offline | 4.10.2009 16:45 Uhr
Zwei Sätze
einfach mal - aus dem Zusammenhang gerissen - zitiert.

"Die Gläubigen sind gegen die Homo-Ehe, gegen Abtreibung, und auch die Scheidung ist in vielen Lebensplänen nicht vorgesehen…. Ist das nicht ein Schatz, der sich gerade für konservative Politiker zu heben lohnt?"

Vielleicht doch ein Zusammenhang?
Comment
von zweifel zweifel ist gerade offline | 4.10.2009 17:13 Uhr
Über Religion kann man nicht diskutieren.
Am Punkt des Glaubens gibt es kein rationales "So ist es und so ist es nicht".
Wenn jemand daran glauben will, dass die Welt vor 6000 Jahren geschaffen wurde - von mir aus. Aber wenn jemand aufgrund seines Glaubens andere Menschen unterdrückt und tötet, dann befindet er sich einfach in Widerspruch zu der in Deutschland mit vielen Rückschlägen und unter tiefen Schmerzen entstandenen Demokratie, in der Staat und Kirche getrennt sind.
Gleichültig, ob mir der Koran befiehlt, keine Vertrauten außerhalb des Kreises derer, die fest im Islam sind zu nehmen, da sie mich anlügen - ich kann mir in einer Gesellschaft wie der deutschen kein Ghetto bauen. (Ein Ghetto entsteht zuerst im Kopf und dann in der Realität.)
Ansonsten müssen wir den Satz "Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich" aus dem Grundgesetz streichen.
Religion ist Privatsache, Religion gehört nicht in die Schule - ansonsten kann man auch einen keltenstein auf dem Schulhof fordern, um den die entsprechenden Gläubigen in der Mittagspause herumtanzen können.
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von dali dali ist gerade online | 4.10.2009 21:23 Uhr
Sicher @zweifel
KANN man über Religionen streiten,
nur über Glauben nicht.
Und die Ghettos sind zuerst nicht "in den Köpfen" entstanden,
sondern durch eine verfehlte Wohnungspolitik...
Comment
von unbekannt | 5.10.2009 13:45 Uhr
warum
keinen keltenstein?auf dem schulhof machen die sich gut. besser als graffiti
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von enguerrand enguerrand ist gerade offline | 4.10.2009 17:57 Uhr
Im Prinzip ja, aber...
Muhammads Islam ist keine "beliebige" Religion, ein Vergleich mit anderen wird energisch bestritten. Dies ist zu respektieren, auch von der Autorin. Sie sollte nicht versuchen, muhamm. MuslimInnen in Zweifel zu führen, es wird nicht gelingen. Muhammeds Islam ist a priori Prinzip und unwandelbar gültig, eine Veränderung ist prinzipiell undenkbar, unmöglich und verboten - wer sie versucht, ist kein Muslim mehr, steht außerhalb und ist eine Gefahr für die muslimische Gemeinschaft.
In diesem Sinne ist auch das Urteil des angesehenen Geistlichen Maulana Sufi Mohamad vom 19. 4. 09 (TSP Nr20238, Dienstag 21. 4. 09, S. 9, "gefährlicher Friede mit Islamisten" von Christine Möllhoff, Print- Ausgabe! )zu verstehen, das der Maulana auf der Höhe des Triumphes der islamischen Kräfte in Pakistan abgab : Demokratie verstößt gegen den Islam. Man wird (zunächst erstnmal dort) die Sharia einführen !!!
Kann also ein "guter Demokrat (oder eine Demokratin) beten"?
Im Prinzip ja, aber...

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von wilhelm wilhelm ist gerade offline | 4.10.2009 21:15 Uhr
@ enguerrand | 4.10.2009 17:57 Uhr
Hat es Sinn, eine Religion auf die Scharfmacher und Hohlköpfe unter ihren Vertretern zu reduzieren?
Comment
von enguerrand enguerrand ist gerade offline | 5.10.2009 4:38 Uhr
imPrinzip II. ...
hallo Wilhelm, ich FÜRCHTE, es liegt hier ein Mißverständnis vor, wenn wie von Scharfmachern/Hohlköpfen sprechen, wenn "wir" DIE allein nur hätten. Stattdessen handelt es sich um honorige respektierte und verehrte Vertreter einer ca. 1,3 mrd Menschen zählenden Weltkultur, deren Gründer seinen Nachfolgern strengste Richtlinien hinterlassen hat, bewehrt mit allerhärtesten Sanktionen gegen jede(n) ÜbertreterIn oder AbweichlerIn. Das wwollen/können/sollen Viele nicht akzeptieren.
Wilhelm, lass uns für die Demokratie und ihre (Medien)-VertreterInnen beten und hoffen, dass es noch nicht zu spät sein möge..

Comment
von wilhelm wilhelm ist gerade offline | 5.10.2009 21:08 Uhr
Mit Maß
Wir waren bei moslemischen Familien essen und haben moslemische Familien zu uns eingeladen. Und siehe da: Die suchen genau wie wir nach guten Arbeitplätzen, Familienglück, Sicherheit auf den Straßen usw. Und wir sind in islamischen Ländern (unmittelbar als Nicht-Moslems erkennbar) mindestens ebenso freundlich aufgenommen worden, wie sonst irgendwo auf Reisen.

Sicher ist das nicht auf alle Moslems übertragbar, ebenso wenig wie Bin Laden oder die saudiarabische Herrscherclan und ebenso wenig wie unsere haar- und hirnfreien Neonazis auf alle Deutschen. Die Vernünftigen auf beiden Seiten müssen das Heft in die Hand nehmen, sonst wiederholt sich Ähnliches wie das Dümmste der Geschichte überhaupt, nämlich die „ewige Erbfeindschaft“ zwischen Franzosen und Deutschen. In der Spitze steht die christliche Welt der moslemischen in Sachen Unvernunft nicht nach. Zwei Beispiele: Der Irak-Krieg war ausschließlich den US-amerikanischen Waffen- und Ölkonzernen geschuldet. Europa exportiert hoch subventioniertes Fleisch nach Afrika und zerstört so die landwirtschaftliche Selbstversorgung.

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