Der Aufmarsch europäischer Rechter wird in Köln bis zum letzten Bierdeckel bekämpft. Dafür lieben wir die Frohsinnskapitale am Rhein. Doch es passt schlecht zu einer liberalen Gesellschaft, wenn sie ihre Gegner nicht zu Wort kommen lässt. Es ist Zeit zu begreifen, dass nicht Muslime unsere Gesellschaft bedrohen, sondern der Umgang mit ihnen.
Dafür lieben wir sie, die Frohsinnskapitale am Rhein. Ein Aufmarsch europäischer Rechter wird in Köln bis zum letzten Bierdeckel bekämpft und mit der Höchststrafe bedroht („Kein Kölsch für Nazis“), Wolfgang Niedecken und seine Lokalrocker rufen wieder entschlossen „Arsch huh!“, und vermutlich sind die Motivwagen, auf denen am Rosenmontag die Ereignisse dieses Wochenendes veralbert werden, bereits in Arbeit. Bevor die Chose aber ganz unter Strüßjer und Kamelle verschwindet, vielleicht doch ein Zwischenruf: Vor kurzem noch, auf dem Höhepunkt des Streits um die Kölner Moschee, hätten die Stichworte der rechten Truppe von „Pro Köln“ nicht Gegendemonstranten auf die Straße gebracht, sondern Unterschriftenlisten gefüllt. „Gegen den Islam“ ist man, auch außerhalb Kölns, schon lange nicht nur in Neonazikneipen, sondern in den besseren Wohnvierteln. Der Schriftsteller Ralph Giordano, der jetzt unter den Gegendemonstranten war, verstieg sich damals zu der Aussage, die geplante große Moschee in Köln symbolisiere den Angriff auf unsere Demokratie, der Islam sei unvereinbar mit einer liberalen Gesellschaft. Erst jetzt, da „Pro Köln“ die Creme der europäischen Rechtsszene an den Rhein rief, scheint die gute Gesellschaft zu erschrecken; sie ruft zum Widerstand.
So könnte es doch weitergehen. Es wäre längst Zeit zu begreifen, dass nicht die Muslime die liberale Gesellschaft bedrohen, sondern der Umgang mit ihnen. An die Stelle von Indiz und Beweis tritt eine Kultur des Verdachts, die auch Menschen an den Rand oder unter die Beobachtung des Verfassungsschutzes stellt, die stockkonservativ oder bigott sein mögen, aber nicht deswegen schon Straftäter oder Terroristen sind. Diese Unkultur ist vor- und antidemokratisch, sie teilt in Freund und Feind und ihre Opfer sind am Ende nicht nur Muslime – was schlimm genug wäre –, sondern jede Form angeblich abweichenden Verhaltens. Sie bedroht jeden und jede von uns. Ganz abgesehen davon, dass sich diese Gesellschaft, die immer noch viel zu weiß, männlich, europäisch dominiert ist, um in einer globalisierten Welt erfolgreich zu bleiben, sich mit dem Ausschluss des „Anderen“, der Muslime, der Migranten, um wichtige Chancen bringt, sich zu erneuern und, ja auch, zu modernisieren.
Zu viel Hoffnung nach diesem kölschen Wochenende? Ein bisschen können wir sie, demoskopisch abgesichert, auf jeden Fall auf Kölns
genius loci setzen. Wenn man einer neuen US-Studie glauben darf, dann sind überzeugte Gläubige in der Regel auch tolerant gegen Andersgläubige. Ohne nun Kurzschlüsse auf eine besondere Intoleranz von Atheisten und Agnostikern zu ziehen: Vielleicht war das katholische Köln ja die perfekte Kulisse für eine Demonstration, die zeigte, dass auch die Mehrheitsgesellschaft nicht nur aus Integrationsverweigerern besteht. Schade nur, dass Kölns Polizei sich lieber von anderen Überzeugungen leiten ließ. Dass die Kundgebung der Rechten am Samstag „aus Sicherheitsgründen“ verboten wurde, schafft denen nicht nur Märtyrer, sie passt auch schlecht zu einer liberalen Gesellschaft. Die ist am sichersten und demonstriert am eindrucksvollsten Stärke, wenn sie auch ihre Gegner zu Wort kommen lässt. Und nimmt ihnen, wenn sie sie daran hindert, sich zu versammeln, ein Recht, das historisch noch viel älter ist als das auf Wahl und freie Rede.
(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 21.09.2008)
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Über das "männlich" kann man reden. Aber weiss und europäisch? Ist die Mehrheit im Land zufällig weiss und europäisch? Von wem würden Sie diese Mehrheitsgesellschaft denn am liebsten dominiert sehen?
Ja, ich möchte diese Gesellschaft auch weiterhin von europäischen Werten dominert sehen. Ja, ich will, dass Errungenschaften wie Aufklärung, Meinungsfreiheit, Demokratie, freie Bildung, Pluralität weiterhin die Fundamente dieser Gesellschaft bilden. Ich halte es nicht für einen Zufall, dass genau diese Werte in islamisch geprägten Gesellschaften in der Regel nicht übermäßig geschätzt werden. Innerhalb dieser Gesellschaften ist Pluraltät eher die Ausnahme. Und ich halte es auch nicht für einen Zufall, dass sich gerade die Einwanderer aus diesen Ländern mit der Integration besonders schwer tun. Dies alles blendet Frau Dernbachs Artikel aus, das ist sehr schade. Offenbar besteht hier Gesprächsbedarf.
Was haben Sie denn gegen eine europäisch dominierte Gesellschaft, Frau Dernbach? Mögen Sie die Gesellschaft nicht, in der Sie leben? Die Gesellschaft, die Ihnen ein gutes Auskommen, Wohlstand, Demokratie, Frieden und Freiheit bietet? Was ist daran denn so schlecht und verachtenswert? Welche Alternative schwebt Ihnen denn vor? Sollen wir uns lieber an der islamischen Kultur ausrichten, von der Sie ja einen Modernisierungsschub für unsere Gesellschaft erwarten?
Entschuldigen Sie bitte, Frau Dernbach, aber ich habe selten etwas derart Haarsträubendes im Tagesspiegel gelesen wie Ihre Sätze.
"Ganz abgesehen davon, dass sich diese Gesellschaft, die immer noch viel zu weiß, männlich, europäisch dominiert ist, um in einer globalisierten Welt erfolgreich zu bleiben, sich mit dem Ausschluss des „Anderen“, der Muslime, der Migranten, um wichtige Chancen bringt, sich zu erneuern und, ja auch, zu modernisieren." - Also unsere weiße, männliche und europäische Gesellschaft soll sich durch eine Religion, die für männliche Dominanz pur und Rückständigkeit steht, modernisieren? Wo ist da die Logik? Ich kann keine erkennen.
Darüber hinaus wäre es interessant zu erfahren, was am europäisch sein so rückständig ist. Aber das ist Frau Dernbach wahrscheinlich sowieso egal. Denn sie wird schon kaum ausdrücken können, was sie denn mit europäisch überhaupt meint.
Seltsam: Dieser Kontinent hält bei der Globalisierung ganz gut mit. Und darauf sollten wir stolz sein, statt zu jammern.
Aber ich weiß etliche Beispiele, wo Europa und europäisch sein Vorbild ist für andere Länder. Nicht zufällig steht dieser Kontinent neben den USA für eines der erfolgreichsten Gesellschaftsmodelle: Sowohl kulturell als auch wirtschaftlich, politisch und nicht zuletzt wissenschaftlich.
Allerdings kenne ich auch etliche weitere Beispiele für Leute wie Frau Dernbach, die zu ihrer eigenen kulturellen Herkunft ein etwas gestörtes Verhältnis haben. Die Islamisten werden sich über solche Kommentare sicherlich freuen. Sie sehen sich einmal mehr und in diesem Fall zu recht in ihrer Einschätzung bestätigt, dass unsere Liberalität eigentlich Schwäche ist.
Überhaupt ist es mir schleierhaft, wie Menschen, die sich selber als links verorten, eine Religion verteidigen können, die insbesondere die Rechte der Frauen massiv einschränkt.
Als in Südafrika die Schwarzen wie der letzte Dreck behandelt worden ist, gingen die Linken völlig zu recht auf die Straße. Es wurden Petitionen und Resolution verabschiedet, man rief zum Boykott südafrikanischer Waren auf.
Momentan werden in mehreren islamischen Ländern ca 50% der Bevölkerung in ähnlichen Unrechtsverhältnissen gehalten - aber hört man etwas von Demonstrationen? Von Resolutionen? Gar von einem Boykott der Waren aus dem Iran oder Saudi Arabien? - Nein.
Zwei mögliche Antworten:
- Die Rechte der Frauen interessieren keinen Linken.
- Ein Boykott von Waren aus Saudi Arabien würde linke Zeitgenossen schmerzen. Öl und so - Sie wissen schon, also das, was sonst nur die Amis brauchen.
Ich nehme an, es ist von beidem etwas.
In den Ereignissen der letzten Tage spiegelt sich ein gefährlicher Trend zu einer authoritäten Staatsgesellschaft wider, die vernünftiges und staatskonformes Verhalten der Bürger mit Gesetz und notfalls auch mit Gewalt erzwingen will. Neu ist dabei, dass auch viele Journalisten von ursprünglich liberalen Medien diese Entwicklung unterstützen. Viele Redakteure sehen "das Volk" anscheinend nur noch als launische triebhafte Masse, welches von einer intellektuell-wirtschaftlich-journalistischen Elite zu vernünftigen Verhalten erzogen werden muss.
Toleranz ist ein wichtiges, unverzichtbares Gut unserer Gesellschaft, aber sie darf nicht zu Lasten der Freiheit des Einzelnen gehen, Deutschland darf nicht zu einer Erziehungsdiktatur werden.
Es ist keine Gefährdung der Demokratie, wenn man intolerant gegenüber Gruppen ist, die Intoleranz predigen.
Die Rechten nehmen demokratische Rechte für sich in Anspruch, die sie letztendlich abschaffen wollen. Das gleiche gilt für Islamisten, hinter deren Bekämpfung die Rechten ihren Ausländerhass verstecken.
Nein, es war absolut richtig, diesen Leuten ein deutliches NEIN entgegenzuhalten. Genauso wird hoffentlich in Zukunft gegen die Auswüchse des Islaminismus gekämpft. Wohlgemerkt: gegen den Islamismus, nicht gegen den Islam. Und genau zu dieser Differenzierung sind die Rechten nicht fähig.
ist es nicht genau die Definition von Atheismus, dass er Götterglauben verneint; also eine gewisse kritische Haltung gegenüber Gläubigen einnimmt. Wenn wundert dann das statistische Ergebnis?! Unzulässig ist eine generelle Verallgemeinerung, z.B. dass Atheisten generell intolerant - etwa gegenüber Homosexuellen - seien. Und hat sich in der Geschichte nicht gezeigt, wie intolerant Gläubige gegen Andersgläubige sein können? Etwa in Zeiten, wo es nicht Mainstream war, sich tolerant zu nennen?
Ich weiß es nicht genau, aber ich habe gehört, dass diese Studie eine eher religiös-rechtskonservativer Verein erstellt hat. Eine gewisse Vorsicht und kritischen Überprüfung der Methodik wäre also - gerade für Journalisten - geboten.
Diese Umfrage entstand wohl eher aus der Intention: "Wie zeigen wir am besten, dass ...?".
Hier wird demonstriert für ein System, das umgekehrt nur den Islam erlaubt. Nicht-muslimische Geistliche können in der Türkei weder ausgebildet werden, noch erhalten sie eine Arbeitsgenehmigung. Es gibt an staatl. Schulen keinen Religionsunterricht für religiöse Minderheiten. Selbst für die Aleviten, obwohl der Europ. Gerichtshof für Menschenrechte die türk. Regierung aufgefordert hat, ihnen Religionsunterricht zu gewähren.
Broder:
'So ist das mit dem Antifaschismus heute: Er blüht und gedeiht mangels an Faschisten, jeder Sesselpupser ein Widerstandskämpfer.'
Hier mehr:
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/tollerantes_koelle1/
Ich frage mich, wieviele der hier so ängstlichen Bürger jemals sozialen Kontakt zu Muslimen hatte.
Die Bedrohung geht aus von Menschen, die man schlichtweg nicht kennt, daher ist kein tatsächlicher Umgang mit ihnen möglich.
Ich erlebte in den USA die selbstverständliche Verknüpfung von Deutsch-sein zu Nazi-sein. Genauso erlebe ich das momentan hier in Israel. Deutliche war diese Bild nur vertreten von Menschen ohne Kontakt zu Deutschen.
Vielleicht wird es langsam Zeit, dass wir uns öffnen und Stärke zeigen. Wir erwarten von Menschen die sich nicht willkommen fühlen in dieser (Werte-) Gesellschaft, dass sie ihre Kultur aufgeben - für etwas das sie nicht kennen.
Was ich hier in Israel sehe (20% arabische Bürger), sind ernorme soziale und kulturelle Vorteile durch Kulturvermischungen, der entsteht hier durch den notwendigen tagtäglichen Kontakt.
Es ist doch belegt, dass Konflikte notwendig sind einen Prozess, eine Entwicklung in die Moderne anzuleiten. Die tatsächliche und sachliche Auseinandersetzung mit unseren muslimischen Mitbürgern läuft so oder so. Wenn wir uns für diese fremde Kulturen öffnen haben wir dennoch alle Möglichkeiten offen Kulturelemente abzulehnen. Ich würde mich freuen, wenn unser sozialer Alltag noch stärker von weltweiten Einflüssen profitieren könnte.
" Die ist am sichersten und demonstriert am eindrucksvollsten Stärke, wenn sie auch ihre Gegner zu Wort kommen lässt"
für unrealistisch. Auch ich fände es besser, wenn die Gesellschaft solche Rechtsextremen gewissermaßen "verkraften" könnte. Doch das geht an der Realität vorbei, wo sich rechte Ideologien, voll von oberflächlichen Lösungen gepaart mit Menschenhass und Sündenbocktheorien rasant verbrieten können.
Meinungsfreiheit ist ein höchstes Gut - es handelt sich hier jedoch nicht um irgendwelche "anderen Meinungen", die man irgendwie in die demokratische Konsensbildung mit einbeziehen sollte (so hätten sie nämlich ihr schützenswertes Existenzrecht), die Ansichten und Ideologien, die über NPD/Pro-Köln- "Aktivisten" verbreitet werden sind purer Rassismus, Diskriminierung, ja, Aufruf zum Mord. Und das verbietet (zum Glück!) das Grundgesetz!
Meine Meinung zum Thema "Toleranz auch gegen Rechts": Nein! Denn Faschismus (egal in welchem Mäntelchen er daher kommt), ist keine "Meinung" (die mit Meinungsfreiheit toleriert werden müsste), sondern es ist ein Verbrechen! Und gegen Verbrechen gibt es weder Toleranz noch Meinungsfreiheit.
...
der Kommentar wäre wahrscheinlich von der Redaktion wegen offenem Rassismus niemals veröffentlich worden.
Dass Deutschland jedoch zu weiß dominiert ist darf man sagen, solcher Rassismus ist offenbar tolerant und demokratisch.
Als weißer, europäischer Mann fühle ich mich durch diesen Artikel diskrimminiert, denn Frau Dernbach unterstellt mir nicht wegen meiner persönlichen Einstellung sondern wegen dieser Attribute - für die ich von Natur aus nichts kann - eine Rückständigkeit, Intoleranz und Frauenfeindlichkeit mit der ich den Erfolg der deutschen Gesellschaft sowie deren Modernisierung verhindere.
Wie war das nochmal mit der Verdachtskultur?
Dann also noch einmal: Nennen Sie einen Vorteil, den wir - also die europäischen Bewohner dieses Landes - durch den Islam haben. Bitte! Nur einen. Und kommen Sie mir nicht mit Döner usw. Ich möchte wissen, was diese Religion uns gebracht hat, bringt oder bringen könnte. Ich sehe weit und breit genau nichts. Und der nette türkische Nachbar ist nicht deshalb nett, weil er oder sie Moslem ist, sondern weil er als Mensch und Nachbar nett ist. Doch darum geht es überhaupt nicht. Es geht um diese Religion mit ihren Sitten, Regeln und Ideen.
Also: Was bringt uns der Islam?
Die arabische Kultur, geprägt durch den Islam besitzt bspw. viele Moral-, Respekt-, Familien- und Wertevorstellungen, die heute von vielen westlichen Industriestaaten vermisst werden.
Bitte verstehen Sie das nicht als Wertung, ich möchte nur hervorheben wie profitiert werden kann, nicht welche Kulturmerkmale besser oder schlechter sind.
Wir habn im übrigen solche Werte, allerdings beziehen wird die Regeln nicht mehr aus der Religion sondern aus Gesetzten, da seit der Aufklährung Humanismus und Verstand an die Stelle der Religion getreten ist (oder getreten sein sollte). Also nocheinmal die Frage: Was bringt der Islam der westlichen Welt?
Desweiteren sind viele dieser Werte nicht im Gesetz verankert und sollte auf natürliche Weise durch die Sozialisation in der Familie, Schule usw. übernommen werden.
Halten Sie arabisch-islamische Ehr- und Moralvorstellungen für vorbildhaft für unsere Gesellschaft? Wissen Sie, was Sie da vom Stapel lassen? Haben Sie eine Vorstellung, wie viele Leben die Aufrechterhaltung dieser "Ehre" täglich kostet?
Halten Sie arabisch-islamische Wertvorstellungen für integrierbar in unsere Gesellschaft? Welche mögen das sein?
Was Sie alleine meinen können, ist die naive Vorstellung vom Zusammenleben und vom Zusammenhalt in der arabischen Großfamilie. Es ist nicht lange her, da war auch in Europa die (Gross-)Familie das Standardlebesmodell. Man kann dem nachtrauern, aber sie ging mit der zunehmenden Individualisierung perdu, und sie wird nicht wieder aufleben.
Wahrscheinlich brauchts einen Paragraphen gegen Selbstdiskriminierung. Denn das ist es, was einige angeblich aufgeklärte Europäer hier veranstalten. Wir - das sind die chauvinistischen, frauenfeindlichen, rassistischen Europäer. Die anderen - das sind die guten aus den ach so tollen anderen Kulturen.
Merkwürdig: Warum kommen die alle so gern nach Europa? Wieviele Iraner leben in Europa, weil sie nicht im Iran leben wollen? Wieviele Saudis in den USA, weil die nicht in Arabien leben wollen?
Und umgekehrt: Wieviele Europäer leben in Arabien, weil sie die dort kulturelle Vermischung betreiben wollen? - Richtig. Praktisch keiner.
Also irgendwie kanns so schlecht nicht sein hier im alten Europa.
Wenn diese Frau für die Türkei steht, kann die Türkei meintwegen sofort in die EU. Und ich bin sicher, vielen Europäern geht es genauso wie mir.
Mit der Türkei der Ditib will ich dagegen nichts zu tun haben.
Meine Religiosität ist demokratisch, meine Religion heißt Demokratie. Einer ihrer Grundwerte ist Toleranz. Intolerant wird die Demokratie, wenn ihre werthaltige Grundordnung nicht akzeptiert oder bekämpft wird. Weder wird ein antidemokratisches Christentum noch ein antidemokratisches Judentum oder ein antidemokratischer Islam toleriert. Die Demokratisierung des Christen- und Judentums ist erfolgt. Nun passiert die Demokratisierung des Islams. Zu hoffen ist, dass dies schneller geht als beim Christen- und Judentum, nicht Jahrhunderte dauert.
Und SCHÄTZEN Deutschland.
Soviel zur Passage
"(...)dass sich diese Gesellschaft, die immer noch viel zu weiß, männlich, europäisch dominiert ist, um in einer globalisierten Welt erfolgreich zu bleiben, sich mit dem Ausschluss des „Anderen“, der Muslime, der Migranten, um wichtige Chancen bringt, sich zu erneuern und, ja auch, zu modernisieren."
Daß die deutsche Gesellschaft als zu weiß bezeichnet wird, ist schon eine solche Geschichtslosigkeit, bedenkt man z.B. die Trümmerfrauen in Berlin. Was soll das ?
Und zur Liberalität gehörte auch, daß nicht die Zeitungen , wie die Süddeutsche übers Wochenende, das Hamburger Abendblatt und auch teilweise die WELT die Kommentarfunktion bei ihren Artikeln einfach blockieren, weil die Lesermeinung so konträr zur Journalistenmeinung war.
Wenn man z.B. den Professor Hans-Ulrich Wehler mit seinem kurzen Überblicksartikel "Türkenprobleme ohne Ende" liest, bekommt man schon einen anderen Blick auf die innergesellschaftliche Situation.
Eine Demonstration von Türken gegen den Bau einer großen Kirche in Istanbul: durch die türkische Polizei verboten: undenkbar
Bis auf diese grottenschlechte Passage ("zu weiß, zu männlich, zu europäisch ...") ist Dernbachs Kommentar allerdings erfreulich ausgewogem.