[Kommentare: 15]

Die Mauer ist weg

Das Eigentliche ist unsichtbar

Zu viele Ostdeutsche träumen sich inzwischen eine DDR zurück, die es so gar nicht gab – eine kleine bunte Welt voller Nischen. Und in den Schulen der neuen Bundesrepublik ist die DDR fast so unterbelichtet, wie es einst die BRD in den Ost-Atlanten war. Robert Ide über den Mauerfall und die zwanzig Jahre danach.
Anzeige
Bild vergrößern
Der erste Gang führte über die Brücke an der Bornholmer Straße, meist Hand in Hand und mit dem Kopf voller Hoffnungen. Unbekannte Brüder und Schwestern warteten auf der Rückseite der eigenen Welt, die bis dahin unerreichbar war, auch sie mit Hoffnungen, viele mit geöffneten Armen. Die Ankunft in einem anderen Land, das doch zum eigenen gehörte zumindest in Gedanken – sie war an der Bornholmer Straße verbunden mit einem Innehalten. Der erste Blick auf die alten Altbauten des Arbeiterbezirks Wedding rief die Frage hervor: Und wo geht’s hier zum Westen?

Die Rückseite der eigenen Welt entdecken, auch wenn sie anders aussieht als erträumt. Vielleicht liegt darin der Sinn des Wortes Wende, das der damalige SED-Chef Egon Krenz ebenso zufällig geprägt hat, wie Günter Schabowski die Mauer fallen ließ – unverzüglich unvermittelt am 9. November des Glücks, heute vor 20 Jahren. Mit einem Sprung die Seiten wechseln, in einer Nacht das Unmögliche tun: Der Schritt hinüber in die eigene Freiheit ging von der Straße aus, er kam von Herzen und aus den Köpfen mutiger Ostdeutscher. Das Blatt, das angeblich nur eine Vorderseite hatte, wurde vom Volke gewendet, nicht von der Politik, und allein der Blick auf die verbotene Rückseite löste einen Gruppenrausch aus: Wahnsinnslust, Freiheitsdrang, auch Angst.

Inzwischen sehnt sich mancher Grenzgänger nach dem Gruppenrausch von ’89, als sich die Tage selbst überholten (erst am Vorabend des 9. November wurde das Neue Forum zugelassen; schon am Nachmorgen wirkte die Bürgerrechtsbewegung selbst im Umbruch). Was schwerer wiegt für die neue Zeit und die herbeidemonstrierte Demokratie: Zu viele Ostdeutsche träumen sich inzwischen eine DDR zurück, die es so gar nicht gab – eine kleine bunte Welt voller Nischen. Dieses auch aus Trotz wegen mancher Einheitsenttäuschung und aus Nostalgie für die eigene Jugend gehütete Traumbild ist unvollständig, weil ihm die harten Grenzen von damals fehlen. So wie schon an der Bornholmer Straße das Traumbild vom Westen nicht vollständig war, weil es sich aus Fernsehbildern zusammengesetzt hatte.

Heute geht Angela Merkel wieder über die Brücke an der Bornholmer Straße – 20 Jahre danach ist es eines der Gedenkrituale eines friedlich vereinten Deutschlands in einem fröhlich feiernden Berlin. Aber bei aller Freude über die selbst gewonnene Freiheit fällt auf: Eine Debatte in der Gesellschaft und in den Familien über das Gestern im Heute, über die Vorder- und Rückseiten von 1989 und 2009, über die kleinen Niederlagen im großen Einheitsgewinn, eine Debatte über das Erbe eines halben Landes für das Ganze ist noch nicht angestoßen worden. Auch nicht von der ostdeutschen Bundeskanzlerin. Auch nicht von den vielen jungen Wostdeutschen, die sich an Ossi-Stammtischen in Frankfurt am Main treffen. Und in den Schulen der neuen Bundesrepublik ist die DDR fast so unterbelichtet, wie es einst die BRD in den Ost-Atlanten war. Dabei ist das Neue ohne das eingravierte Alte gar nicht zu verstehen.

Erinnern jenseits der Rituale beginnt beim Innehalten; wie vor 20 Jahren nach dem Gang über die Grenze. Den Erlebnissen von 1989 wohnt eine Freude über die Freiheit inne, die noch heute von Herzen kommt. Auch eine Sehnsucht nach neuen Hoffnungen und nach geöffneten Armen. Die innere Einheit, nach der Ost-West- Deutschland manchmal so krampfhaft sucht, liegt im Inneren der Menschen verborgen, eher im Privaten als in der Politik. Diese Seite lässt sich noch entdecken, beim Erzählen.

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 09.11.2009)
Sie interessieren sich für dieses Thema und wollen keinen Artikel im Tagesspiegel dazu verpassen? » Informieren | » Login

Aus anderen Ressorts

Kundus-Untersuchungsausschuss:

Ex-Generalinspekteur belastet Guttenberg
Der entlassene Bundeswehr-Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan hat sein Verhalten nach dem verheerenden Luftschlag im afghanischen Kundus verteidigt. Als Zeuge vor dem Untersuchungsausschuss betonte er, Verteidigungsminister Guttenberg ausreichend informiert zu haben.

Kundus-Ausschuss:

Ziel der Aufklärung

Poker-Raub:

Voller Einsatz
"Krass ist der schon", sagen sie auf der Straße über Ahmad El-A., einen der vier Gangster, die das Pokerturnier überfallen haben. "Aber das ist auch für den zu krass, oder?" Wie von einem dreisten Berlin-Coup nur Dummheiten übrig blieben.

Kommentare [ 15 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von commentator commentator ist gerade offline | 9.11.2009 13:37 Uhr
Träume und Traumata


Zitat von Ide

Zu viele Ostdeutsche träumen sich inzwischen eine DDR zurück, die es so gar nicht gab – eine kleine bunte Welt voller Nischen.



Das ist nicht der Punkt.

Viele Ostdeutsche (und Westdeutsche) - und es werden immer mehr - erträumen sich eine Welt, die weniger asozial ist als die heutige.
Dass der DDR nicht gelungen ist, was viele Ostdeutsche wollten, bedeutet aus kurzer historisch Distanz eine Menge. Darüber hinaus aber immer weniger. Traumata sind vergänglicher als Träume.

Gesellschaft gelingt nur SOZIAL. Die gegenwärtige Entwicklung verläuft diametral.
Fortgesetzt ist sie das Ende von Gesellschaft.
Es wird das Ende geben.
Oder etwas deutlich anderes als die Fortsetzung des Asozialen.
Comment
von unbekannt | 9.11.2009 17:37 Uhr
Traum und Wahrheit
Doch, das ist der Punkt. Nostalgische Gefühle zu persönlichen Erfahrungen machen ein menschenverachtendes System nicht besser. Wenn heute praktisch nur Schulklassen aus dem Westen die Stasi-Gedenkstätte in Hohenschönhausen besuchen, braucht man sich nicht zu wundern, wenn die DDR von Schülern, die sie nie erlebten, rosa gemalt wird. Die sozialer gewesen sein soll und damit eigentlich besser. Gehirnwäsche reloaded.
Comment
von commentator commentator ist gerade offline | 9.11.2009 23:20 Uhr
@ Traum
Die DDR als menschenverachtendes SYSTEM zu bezeichnen ist schlichter Unsinn.
Dass es dort auch Menschenverachtung gab, ist eine andere Frage.
Auch dass Schulklassen sich anschauen, WAS DDR war. Es war gewiss nicht nur jene Gedenkstätte, auf die sie einige ideologische Weihrauchhändler bisweilen glauben kondensieren zu können.

Und Menschenverachtung ist 1989 überhaupt nicht ausgestorben.
Comment
von unbekannt | 10.11.2009 9:41 Uhr
@commentator
Der alte Mief der Unterdrückung wird leider nicht, wie im Westen nach dem Krieg, nach zwanzig Jahren durch eine revoluzzende Jugend erzwungenermaßen gelüftet. In der Diktatur war das nicht möglich. Und heute feiert gerade die ehemalige Unterdrückungsorganisation sich als Fundamentalopposition und malt Che Guevara auf ihre Fahnen. Das ist so verlogen, wie es die ganze DDR war. Ein völlig absurder Anspruch von Leuten, die Geschichte nicht aufarbeiten sondern leugnen. Wer Hohenschönhausen nicht sehen will, sondern selbst bestimmt, was DDR war, der zeigt Geist von Leuten mit denen Wolf Biermann völlig verständlich "nicht mal mehr übers Wetter reden will".
Comment
von commentator commentator ist gerade offline | 10.11.2009 11:15 Uhr
@ Traum
„Das ist so verlogen“, reklamieren Sie.
Untersuchen wir einmal, wer oder was verlogen ist:

Sofern Sie unter Ihrer „ehemaligen Unterdrückungsorganisation“ die LINKEN verstehen, ist dieser Unsinn nun 20 Jahre nach 89 gründlich abgedroschen.

Selbst wenn der Apfel nicht weit vom Stamm fällt, so wird er doch meist ganz woanders gegessen. Und dann mundet er sogar bisweilen.

Alles kommt irgendwoher, aber alles ist irgendwann auch anders.

Und die LINKEN sind heute eine demokratische Partei, deren Gesellschaftsrezeption mit wachsender Tendenz mittlerweile von Millionen Menschen mitgetragen wird. Nicht weil es um die DDR ginge. Sondern weil gesellschaftliche Entwicklung als antigesellschaftlich und selbstzerstörend empfunden wird … und als sich vom Grundgesetz zunehmend entfernend.
Das hat mit der Gegenwart zu tun. Fast nur mit dieser.

„Der alte Mief der Unterdrückung“ weht heute viel mehr aus den moderigen Kellern von Manchester als aus denen von Hohenschönhausen.
Das hat damit zu tun, dass letztere Keller im Unterschied zu den sich öffnenden ersteren verschlossen wurden.

Ein Biermann, der frisch in die BRD ausgewiesen, Franz Josef Strauß postwendend noch als schwarzen Wüterich restgeißelte … wandelte zum Kumpanen des Irakkrieges des schwarzen Gotteskriegers George W. Bush: "Ich bin für diesen Krieg, damit das ganz und gar klar ist!" rief er im März 2003 von der Konzertbühne. Im Spiegel verspottete er die Kriegsgegner als "Nationalpazifisten", die "Frieden irgendwie geiler als Krieg finden".
Zwar wisse er auch nicht, warum der amerikanische Präsident die Beweise über die Massenvernichtungswaffen zurückhalte, "Ich behaupte aber, dass absolut jeder weiß, ob er nun für oder gegen den Krieg ist, dass Saddam all diese Waffen besitzt."

Wer Realitäten nicht sehen will, sondern selbst bestimmt, was Realitäten sind, der zeigt Geist von Leuten wie Wolf Biermann, mit denen Wolf Biermann völlig verständlich "nicht mal mehr übers Wetter reden will".
Comment
von unbekannt | 10.11.2009 12:39 Uhr
@commentator
Unterdrückung ist, sich als uneingeschränkter Herrscher über die Bevölkerung gerieren. Das Leben und die Persönlichkeit - die gesamte Denkweise bestimmen. Man darf ihn einsperren, wenn er gehen will, ihn jahrelang in den Knast stecken über die beruflichen Chancen bestimmen, je nachdem wie treu er die Lügen der Regierung nachbetet. Dann kriegt er vielleicht sogar einen Wartburg - naja, sagen wir, wenn er zusätzlich noch ein bißchen aufpasst, ob seine Nachbarn Kollegen oder gar die eigene Familie die Lügen auch richtig akzeptiert.

Sie finden wahrscheinlich Harz VI schlimmer.
Gut. Dann also: Eine Familie von nur Arbeitsloser kann heute ein weit besseres Auto haben, als jede Werktätige der DDR, wenn sie 15 Jahre gewartet hatte. Kein Thema? Gut. Nur nebenbei: Was fahren Sie?

Zum Thema Verlogenheit: Sarah Wagenknecht hat kürzlich zur Zensur gesagt (wir wissen noch, was dem passierte, der eine einzige Zeitung aus dem Westen mit rüber nahm) - sie hat also gesagt:
Das mit der Zensur war nicht so, man konnte doch alles mögliche lesen in der DDR. Es war halt Mangel. Es gab halt nicht immer alles... (Das wäre genug. Aber jetzt kommts:) Im Kapitalismus sei das genauso, denn Bücher kosten Geld und das hat hier nicht jeder so viel.

Das zu ihrem Vergleich der Keller.

Christa Luft (auch die werden Sie kennen) predigte noch viele Jahre nach 89, die DDR sei eine der zehn stärksten Industrienation der Welt gewesen. Das Bild, ein tolles Land sei im Interesse des westdeutschen Kapitals systematisch zugrunde gerichtet worden, ist eigentlich zum schmunzeln. Man muß nur einen Tag in der DDR verbracht haben. Das Eigentliche ist, dass die SED sich posthum noch der Seelen bemächtigt, indem die PDS das gleichgeschaltete Kollektivdenken mißbraucht: Wer in der DDR lebte war Teil von ihr, und wer nicht selbst schlecht sein will, darf sie nicht schimpfen. Oder nur so ein bißchen, liebevoll, wie Gregor Gysi das gern zu Amüsement und Verblödung des Fernsehpubnlikums macht.
Comment
von commentator commentator ist gerade offline | 12.11.2009 12:06 Uhr
@ traum
@ traum

So träumen Sie weiter Ihren Traum vom veritablen Hartz, dem schöneren Auto, den guten Zeitungen.
Sie dürfen auch Schmunzeln.

Und auch mir werden Sie es gestatten.
Comment
von kohlfreund kohlfreund ist gerade offline | 9.11.2009 18:28 Uhr
Der große Unterschied
"Das Eigentliche ist unsichtbar" - das ist fast wie in der Quantenphysik. Sichtbar ist nur der Effekt.

Aus meiner Sicht ist der größte Unterschied zwischen den Systemen, daß die heutige Gesellschaft ständig und tagtäglich neue Chancen produziert, massenhaft, auch wenn nicht jeder damit glücklich wird. Darin enthalten ist auch die Chance zu einer höheren Stufe von Sozialstaat. Ich weigere mich, das naiv zu nennen.

Die DDR war ein schier endloser grauer Kellergang, wo das Leben für jeden Einzelnen in erheblichem Grade vorbestimmt war von der Geburt bis zur Altersschwäche. Begleitet von einem riesigen Sortiment an Lügen, Losungen und Trugbildern. Begleitet von sinnlosen Zwängen, bis hinein in die Forderung, bestimmte Überzeugungen zu denken. Und nicht zu neugierig zu sein, auch nicht zu ehrgeizig, nicht einmal im besten wissenschaftlichen oder aufklärerischen Sinne. Nicht einmal zum besten Nutzen aller Mitbürger.

Also es geht mir heute wirklich nicht gut. Aber ich verachte jene Zeit. Und ich bedaure es, in jungen Jahren nie versucht zu haben, jenes Land zu verlassen.

Comment
von commentator commentator ist gerade offline | 10.11.2009 9:01 Uhr
Endlos, graue Kellergänge.


Zitat von kohlfreund

Also es geht mir heute wirklich nicht gut. Aber ich verachte jene Zeit. Und ich bedaure es, in jungen Jahren nie versucht zu haben, jenes Land zu verlassen.



Verraten Sie dem Publikum noch Ihr Rezept des Masochismus.
Die Befriedigung, die sie erleben, dass es Ihnen "wirklich nicht gut geht!, resultiert woraus?

Daraus, "daß die heutige Gesellschaft ständig und tagtäglich neue Chancen produziert, massenhaft, auch wenn nicht jeder damit glücklich wird"?

Sie produziert Chancen. Ja. Sogar tagtäglich. Nur bei weitem nicht für jeden. Und was hinzu kommt: Letztere werden immer mehr. Und die haben nicht das "Glück" sich in ihr freigesetztes Leben als tröstendes Kontrastprogramm "endlose, graue Kellergänge" ins Gedächtnis zu weben. Denn sie leben in ihnen. Heute.
Comment
von unbekannt | 10.11.2009 10:27 Uhr
@commentator
Auch Westdeutschland war nicht das Paradies und Gesamtdeutschland nach 1989 auch nicht. Das gibt es nun mal nicht auf Erden. Aber tausendmal weniger war es die DDR-Diktatur, die Hilter-Diktatur oder sonst Unterdrückungsregimes auf der ganzen Welt. Der Zynismus der Ewiggestrigen gegen den angeblichen "Masochismus" von Menschen, die sich noch gut an die DDR erinnern können und die sehen, dass hier nicht schlechter oder ungerechter ist als irgendwo sonst auf der Welt, ist wirklich abstoßend. Wir haben nun leider mit dem Erbe zu kämpfen, dass die Privilegierten in der DDR auch die Bildungs-Chancen hatten und sich heute besser artikulieren können als die Masse damals. Das hat zwar mit Sozialismus nichts zu tun, aber das wußte schon Dutschke. Das ist das Erbe der Partei, das mit den Propagandamethoden des fiesesten Zynismus die Lügen weiterleben lässt. Richtig ist: Es geht darum, die Fragen von heute zu lösen. Es wird mit wirtschaftlichen Problemen auch (noch) größere soziale Fragen geben. Was hier aber manche wollen, ist nicht eine gerechtere Welt. Sondern eine zutiefst ungerechte aus rein persönlichen Motiven schönreden. Auf Lügen baut man aber keine bessere Zukunft. Sie wissen doch nicht einmal, wie ihre Gerechtigkeit aussehen soll. Wie leere Regale und Stasiterror wohl nicht. Rein destruktiv motivierte Leute aber vergiften auch die nachwachsenden Generationen, weil der Machtverlust unerträglich ist. Und es scheint mit der Zeit sogar besser zu funktionieren.
Comment
von commentator commentator ist gerade offline | 12.11.2009 13:02 Uhr
traumatisch



Zitat von traum

Wir haben nun leider mit dem Erbe zu kämpfen, dass die Privilegierten in der DDR auch die Bildungs-Chancen hatten und sich heute besser artikulieren können als die Masse damals.



Das ist Ihr Problem?

Viel problematischer ist das Erbe einer atavistischen Gesellschaftsspaltung, die heute mehr und mehr hartzendes Bildungsprekariat erzeugt, um einem möglichst großen Bevölkerungsanteil, mittels aldibrillenfreundlicher Lettern, ungestraft das Hirn verkleben zu können. - Mit Feindbildgespinsten wider Migrationshintergründler und Sozialschmarotzer, linke Socken, wahlweise Gutmenschen aus dem Reich des Bösen oder Neinilewwenheidschegger vom Hindukusch.

Das ist nicht „das Erbe der Partei, das mit den Propagandamethoden des fiesesten Zynismus die Lügen weiterleben lässt“, sondern der aktuelle Zynismus fiesester Lügen einer sich „Leistungsträger“ etikettierenden ranzigen Gierkaste, die noch immer in der Lage war, sich pöbelnder oder publizierender Kofferträger zu versichern. - Was kostet die Welt?
Für eine Weile.

(Besonders putzig sind übrigens Ihre „leeren Regale“. Was glauben Sie eigentlich, wo das Lebensniveau der DDR-Leute im realen internationalen Vergleich angesiedelt war?
Schauen Sie sich einmal die Dokumentationen zu den Demonstrationen in der DDR und zu den DDR-Flüchtlingen an: Alles unterernährte in Lumpen gehüllte Elendsgestalten, nicht wahr?
Zum Vergleich gehen Sie dann heute über den Alexanderplatz oder fahren mit der S-Bahn nach Marzahn.
Oder Sie genießen die Ihnen geschenkte Reisefreiheit und besuchen Detroit, Kalkutta, Mexico City, Wladiwostok, Kairo, Sao Paulo, Nairobi, Liverpool. Die Welt ist ja groß, wie Sie wissen ...

Wer sehen will, sieht. Der eine oder andere allerdings hat es auch verlernt.

Comment
von Lilien Lilien ist gerade offline | 10.11.2009 9:28 Uhr
Unser neuer Innenminister
Thomas de Maizieré hat gestern zum 20. Jahrestag des Mauerfalls doch tatsächlich in einem Fernsehinterview im Beisein seines Cousins Lothar de Maizieré bedauert, dass dieser in der gesamtdeutschen Regierung keinen Ministerposten einnehmen wollte. Er hat allerdings nicht kommuniziert, dass sein Cousin Lothar de Maizieré als Stasi-Mitarbeiter enttarnt wurde. Von wem werden wir denn innenpolitisch regiert? Das sind die "verdammten Seilschaften" unserer Kanzlerin.

Es wird immer deutlicher, dass diese Frau sich von diesem System noch immer nicht distanziert hat.

Mir gruselt es !!!
Comment
von commentator commentator ist gerade offline | 10.11.2009 10:43 Uhr
Diese Frau.


Zitat von Lilien

Es wird immer deutlicher, dass diese Frau Merkel) sich von diesem System (DDR) noch immer nicht distanziert hat.
Mir gruselt es !!!



Sie wird das schon noch. ... Spätestens, wenn Sie den Dativ so gruselig verwendet wie Sie.

Comment
von kohlfreund kohlfreund ist gerade offline | 10.11.2009 11:42 Uhr
Mich gruselt es auch
Frau Merkel hat nicht das Problem, sie könne sich nicht von der DDR distanzieren. Vielmehr findet sie jenseits des Stromes auf dem konservativ-christlichen Ufer ein ähnlich krankhaftes Verhältnis zur Macht vor, wie in den politischen Eliten der DDR. Und darauf konnte man sich weder mit dem Abzeichen für gutes Wissen in Gold noch im besten Agitationszirkel der "Republik" vorbereiten. Da darf auch eine allseits gelobte und gestandene Bundeskanzlerin einmal schlichtweg ratlos sein.

Das "Mit Volldampf in die Meziere" war doch auch bloß auf dem alten Agitationsmist gewachsen. Ich kann die DDR-Freunde hier nur auffordern, in den Regierungen, in denen sie mitwirken, viel besser zu sein als die anderen, schon haben sie in 10 Jahren (vielleicht) einen gesamtdeutschen Sozialismus. Hoffentlich nicht den, von dem der Mielke früher geträumt hat.
Comment
von commentator commentator ist gerade offline | 12.11.2009 16:53 Uhr
Gruselig

Woher rührt Ihr Grusel? Aus dem Umstand, dass der oder die "Dienste" eines Landes ihre Informationen aus dem ganzen Land beziehen?

Von Stolpe bis de Maiziere bis zum Umfeld der Frau Doktor Merkel haben sicher so ziemlich alle DDRler auch 'mal oder öfter 'mal Gesprächspartner gehabt, die sie als BRDler lieber nicht gehabt hätten.
Das Unbehagen erwächst aber weniger einer per se solchen Kontakten anhaftenden Verwerflichkeit, sondern viel eher aus der paranoiden Hysterie, mit der man dem im Land des großen Einheitstraums begegnete und begegnet.

Dass das MfS in der Binnentätigkeit eine an Idiotie grenzende Beflissenheit und treudeutsche Gründlichkeit an den Tag legte, ist nach Kenntnisnahme der in Kilometer messenden Nonsensaktenordner kaum zu bestreiten. Zu bestreiten ist allerdings auch nicht, dass im Postkehredeutschland gründlich aufgeholt wird. Dass man dies nun in Terabyte messen kann, ändert nichts oder nur insofern, als das in Akten deutlich mehr als Terameter wären, also noch viel mehr als die Stasi jemals Protokollierpapier hätte auftreiben können ohne den Globus abholzen zu lassen.

Woran mag das liegen?
Gewöhnlich ist es so, dass mit tatsächlicher oder gefühlter innerer Bedrohung von Staatswesen ihr Bedürfnis nach Observation des Staatsinhaltes wächst.

Noch nicht einmal die Inkarnation des deutschen Freiheitskampfes als der FDP unter Frau Leutheusser-Schnarrenberger konnte das verhindern.

Der "Raub der Sabine" durch Ministrierung bedeutet, dass es nicht besser werden wird.
Genug Stoff für Grusel.

Kommentar hinzufügen Neue Community-Funktionen Richtlinien


Sie können noch Zeichen schreiben.
Kommentare werden nicht sofort angezeigt. Beachten Sie hierzu unsere Richtlinien.

Um diesen Beitrag absenden zu können, müssen Sie eingeloggt sein.

Benutzername  
Passwort  
     
Sie haben noch keinen eigenen Account? Dann bitte
Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.
Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet, und nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben werden!

gewünschter Benutzername:
gewünschtes Passwort:
Wiederholung Passwort:
Email:


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wie viel ist 24 - 4 = 


Anzeige
Weitere Themen

Die Aufgaben des Herkules Lesezeichen hinzufügen

Von Moritz Döbler
1,7 Billionen Euro Schulden hat der deutsche Staat inzwischen angehäuft, den ... mehr...

Generation Guru Lesezeichen hinzufügen

Von Christine Lemke-Matwey
Walser, Grass, Weizsäcker, Schmidt: Große alte Männer braucht das Land – nur ... mehr...

Bewegende Geschichte Lesezeichen hinzufügen

Von Matthias Schlegel
Die Feierstunde zur Erinnerung an die erste freie Volkskammerwahl wurde von ARD ... mehr...

Her und Hin Lesezeichen hinzufügen

Von Corinna Visser
Siemens entlässt 4200 Mitarbeiter in seiner IT-Sparte. mehr...

Jens Kreuter: „Es kann zur Ausstiegswelle kommen“ Lesezeichen hinzufügen

Von Fabian Leber
Jens Kreuter ist Bundesbeauftragter für den Zivildienst. mehr...
Fotostrecken

Generaldebatte im Bundestag (22 Bilder)

Simulationen zur Museumsinsel (4 Bilder)

Gefährliche Hunde (9 Bilder)

Paralympics-Fotoreportage (22 Bilder)

Spektakuläre Paralympics (16 Bilder)

Duckomenta (20 Bilder)