High sein, frei sein, online muss dabei sein - die Netz-Piraten haben bei der Europawahl auch in Deutschland fette Beute gemacht. Dabei vergessen sie eines: Es gibt kein Menschenrecht auf kostenloses Internet.
Die Piraten sind auch im Berliner Szenebezirk Friedrichshain-Kreuzberg an Land gegangen. Sie haben sich zur Partei formiert und bei der Europawahl mit 3,4 Prozent der Stimmen fette Beute gemacht. Das ist so sensationell wie das Programm der Piratenpartei schmal: ein minimal reglementiertes Internet mit dem Recht auf kostenlose Downloads.
Am Montag haben mehrere deutschen Printverlage unfreiwillig darauf reagiert. Mit der „Hamburger Erklärung“ wehren sie sich gegen die fortgesetzte Netz-Piraterie, gegen den Diebstahl geistigen Eigentums, dass sich im Internet jeder auch dort kostenlos bedient, wo explizit keine Selbstbedienung herrschen soll.
High sein, frei sein, online muss dabei sein. Die Flatrate fürs Surfen als Freifahrschein fürs Kopieren (vulgo: Klauen?). Klar, unzählige Inhalte im Netz sind nicht einen Cent wert, viele „Einsteller“ denken überhaupt nicht ans Geldverdienen. Prima, soll so sein. Merkwürdig, ja bedenklich wird es, dass der Urheber einer Netz-Leistung stets ausgeblendet wird. Es herrscht das Regime des Nutzers. Wer klickt, hat recht, wer angeklickt, downgeloaded, kopiert wird, der hat Pech. Der Urheber ist rechtlos in einem rechtsfreien Raum. Das ist eine tiefe Missachtung, es ist ein Missbrauch.
Nimmt es der Kraft und der Herrlichkeit und der Anarchie des Internets etwas, wenn ein Netz-Kreativer für die Nutzung seiner Leistung die Hand aufhält? Wenn er von denen, die von ihm profitieren, seinen Profit haben möchte? Wer so argumentiert, hat in den Augen der Netz-Piraten längst verloren. Eine Spaßbremse ist er, ein „old boy“, der einfach nicht anerkennen will, dass es ein Menschenrecht auf ein Gratisinternet gibt, geben muss. Dahinter liegt ein Generationenkonflikt. Früher forderten die „alten Säcke“ lauthals „freie Liebe“, jetzt fordern sie ein „kostenpflichtiges Internet“ mit Rechten und Pflichten. Beim Gedanken, dass mit dem Online-Netz als Lebensgrundlage, als Geschäftsmodell Beute gemacht wird, fällt der Pirat tot vom Mast.
In der Realwirtschaft kostet ein Film im Kino Eintritt, kostet ein gedrucktes Buch, kostet eine Zeitung. Durch die freiwillige oder eben unfreiwillige Transformation der Inhalte in ein Medium der Bits & Bytes hat sich am Charakter der Inhalte nichts geändert. Doch die Anspruchshaltung hat sich verändert. Was einmal produziert und bezahlt worden ist, darf immer wieder reproduziert und muss niemals bezahlt werden, sagt der Nutzer.
Der Urheber und der Verwerter, sie dürfen anders denken. Wenn sie sagen, Leistung nur gegen Geld, haben sie nicht nur recht, dann ist ihre Forderung gerecht. Andernfalls werden sie schnöde um ihre Anstrengung gebracht und werden vielleicht keine neue Leistung im Netz für den Nutzer erbringen. Das Risiko liegt auf jeden Fall bei jenen, die Content nur gegen Bezahlung an die Netz-Rampe liefern: Sie können übergangen, ja missachtet werden. Sie werden schon sehen, was sie von ihrer Politik der aufgehaltenen Hand haben. Solches Risiko, eine solche Anarchie müsste den Piraten gefallen.
(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 10.06.2009)
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http://ich.waehlepiraten.de/
- in der Realwirtschaft kostet eine Lizenz zur Nutzung von Linux *nichts*. Andere Urheber, besser gesagt deren Verwerter, sehen das anders. Z.B. in Redmond nach dem alten Ansatz.
- die Zeitungen haben es in 20 Jahren Internet versäumt, ein passendes Geschäftsmodell fürs Internet zu entwickeln. So wie die Mönche in den katholischen Klöstern, deren Monopol bei Einführung des Buchdrucks fiel (mit dem Lateinmonopol der Katholiken übrigens). Die Mönche waren dann realwirtshaftlich einfach raus aus dem Geschäft. (Geschäftsbeschreibung siehe Umebrto Eco: Der Name der Rose.)
- in der Realwirtschaft kann man von Rundfunkgebühren befreit werden und beim Telefon einen Sozialtarif bekommen. Mit der Neuzeit ändert sich halt die Kultur. Ausser natürlich bei Zeitungen. Deren Business Model ist für die Ewigkeitz. Bis keiner mehr hingeht.
- die Römer haben uns in einem begnadeten schöpferischen Akt das Römische Recht beschert, auf dem noch heute unser Rechtsstaat basiert, den der Autor implizit referenziert in polemischer und unsachlicher Weise. Die Römer kannten kein Copyright, kein Patentrecht und wenig andere Mechanismen, ohne Arbeit Geld zu verdienen. Das kam erst im 18 Jahrhundert, als man Begriffe aus der dinglichen Welt vergewaltigend auf das Abstrakte anwendete.
Die Römer kannten auch keine Dampflokomotiven. Die Dampflokomotiven sind wieder verschwunden, so wie es das Copyrightrecht und das Patentrecht auch tun werden, weil sie den Fortschritt behindern, wie man bei den Zeitungen sehen kann.
Aber das Römische Recht und der Rechtsstaat werden weiterleben. Trotz Polemiken von Menschen mit nicht nachhaltigen Geschäftsmodellen. So ist die Realwirtschaft halt.
Pythagoras und Thales kann man nicht "klauen", die kann man nur verstehen wie ein rationales Geschäftsmodell in der Realwirtschaft. Oder auch nicht. Dann plappert man halt und ruft Zeter und Mordio wie die Mönche im Angesicht der Apokalypse mit dem Buchdruck.
Ganz offensichtlich hat sich der Absatzmarkt für Medien aller Art, sei es Film, Musik, Meinung oder software, mit den Möglichkeiten des Internets potenziert. Das reproduzieren von digitalen Waren ist nicht nur für den Konsumenten, sondern auch für den Produzenten praktisch mit keinerlei Kosten verbunden!
Medien müssen einfach um Größenordnungen billiger werden. Massenproduktion hat preisverfall zur folge. Es geht nicht darum, alles umsonst zu bekommen, sondern für einen angemessenen Preis. Wenn ein Album nicht mehr 20 Euro, sondern nur noch 5 oder vielleicht 3 kostet, wird letztendlich der Umsatz der gleiche bleiben, einfach weil die Nachfrage der Kunden sehr viel höher ist.
Stattdessen versuchen die Contenverwerter (nicht die Kustschaffenden wohlgemerkt!) die Pfründe zu sichern und die Konsumenten zu schröpfen, die Preise zu halten, obwohl dass im Zeitalter unbegrenzten digitalen Reproduktion auf Dauer unhaltbar sein muss.
Und die Piratenpartei unmittelbar nachdem in Deutschland die Zensur wiedereingeführt und das Postgeheimnis abgeschafft wurde auf Urheberrechtsfälle zu beschränken geht an der Sache ziemlich weit vorbei.
Dass die Medienschaffenden das Internet nicht entdeckt hätten und nutzen, ist doch hahnebüchener Unsinn - waren Sie denn nie im Internet, oder wie soll ich mir Ihre Äusserung erklären????
Eine digitale Kopie kostet fast nichts, ein Brötchen kostet etwas.
Leider ist es momentan so, dass die Brötchen beim Bäcker nebenan 8 Euro kosten (obwohl die Herstellung fast umsonst ist) und der Bäcker selbst nur 50 Cent davon sieht, weil die Verkäuferin das meiste einbehält.
Nebenbei erfüllen einzelne Fragezeichen denselben Zweck wie mehrere und sehen dabei deutlich besser aus
Es kommt nicht darauf an, was die Herstellung der Kopie kostet (und Sie haben ohnehin keinerlei Recht, aus dem Kostengesichtspunkt irgendetwas für sich selbst abzuleiten, schon gar nicht irgendein Recht an der kopierbaren Sache, aber das nur nebenbei...). Es kommt auf den Wert an, den die CD (oder was auch immer) VERKÖRPERT! Ihrer "Logik" zufolge müsste die Tageszeitung gratis sein, das 200seitige dtv-Taschenbuch neu nicht mehr als 0,99 Euro kosten. Man kann Ihre Geisteshaltung übrigens auch auf Gebiete ausserhalb des Immaterialgüterbereiches ausdehnen:
Der Zahnarzt dürfte, weil es ja nicht lange dauert, für das Ziehen eines Zahnes nicht mehr als 20,00 Euro bekommen (zumal das ja längst Routine für ihn ist und wenig Aufwand, die Zange nutzt sich auch kaum ab dabei, also soll er mal gefälligst nicht so habgierig sein...), der Rechtsanwalt für das "Mal schnell rübergucken" über einen Vertragsentwurf ebenfalls etwa diesen Betrag. 5 DIN-A-4-Seiten sind schliesslich in 15 Minuten gelesen - also wieso soll das mehr kosten als 20 Euro?
Da sehen Sie, wo Ihre Gratismentalität führt...
Wenn nicht, kann er den Titel z.B. aus dem Radio aufnehmen oder sich von einem Freund eine Kopie machen lassen, beides ist legal.
Geld ist, wenn man genau hinschaut, eine Wertschätzung für die Arbeit von Menschen. Es wird kein Honig fließen, wenn man einen hundert Euro Schein hinhält, und kein Mehl gemahlen, wenn nicht Menschen tätig werden, gegen Bezahlung. Allerdings wird dieser Wertschätzungsgedanke immer mehr in den Hintergrund gerückt, wenn es um Macht geht. Der Polizist will nicht wertgeschätzt werden, sondern das Bußgeld. Die Finanzbeamtin will ebenfalls keine Komplimente sondern eine pünktliche Steuererklärung etc. . Und die Kreativen wollen das, was alle wollen, Geld und Auskommen. Mit Leistung oder gar Anerkennung hat das oft schon nicht mehr zu tun. Arme Gesellschaft!
Nur wenn diese Menschen für ihre Leistung bezahlt werden können sie davon leben und hochwertige Produkte erzeugen. Es geht um Millionen von Existenzen. Es geht um den Kern unserer Kultur.
In der Vergangenheit gab es da kein wesentliches Problem. Informationen waren an materielle Informationsträger gebunden. Der Kunde erwarb Information genauso, wie z.B. ein Brot. Die Informationserzeuger konnten genauso bezahlt werden wie ein Bäcker.
Im Zeitalter digitalisierter Informationen verändert sich dieses einfache System. Spätestens, wenn sich Lesegeräte mit "digitalem Papier" verbreitet haben, deren Lesequalität dem von Papier in nichts mehr nachsteht, wird die Lage sehr ernst.
Wer Informationen frei kopiert hat selten ein Unrechtsbewußsein, weil er vordergründig niemandem damit schadet. Aber er finanziert eben auch nicht mehr die Produzenten der Information. Wer für Informationen dagegen noch bezahlt ist doppelt der Dumme, denn er muß auch noch die anderen mitfinanzieren.
Die Kriminalisierung der "Schwarzkopierer" ist hierbei sicherlich ein schlechte und völlig unzureichende Lösung. Die völlige Überwachung der Datenströme, wäre ebenfalls ein allzu tiefer Einschnitt in die freiheitlichen Bürgerrechte.
Es ist für uns alle existentiell wichtig, tragfähige Antworten auf dieses Dilemma zu geben. Hier müssen alle Seiten gehört werden und Vorschläge einbringen können. Darum ist die Piratenpartei wichtig, denn sie sie hat Vorschläge und will diese in die Politik einbringen. Das kann ich nur begrüßen, auch wenn ich nicht unbedingt die Vorschläge teile. Aber gute Ideen sind wirklich gefragt, jeder Vorschlag ist diskussionswürdig.
Es ist kein Zufall, daß die Piraten aus dem Stand ins Europaparlament gewählt wurden. Es lebe Europa!
Die Frage ist doch wie werden Kultur und Journalismus finanziert, und wem gehoeren Kultur und Wissen. Kultur durch Urheberrechte und Zugangsbescraenkung zu finanzieren hat in der Vergangenheit durch die materiallen Medientraeger funktioniert - das Konzept hat aber im Zeitalter des freien Datenflusses, und der Medienunabhaengigen Kulturschaffung im Internet ausgedient, oder muss zumindest veraendert werden. Zudem sind die Physischen Notwendigkeiten, wie grosse Studios und Verlage nicht mehr notwendig.
Die Verlage und Labels haben die Neuerungen leider varschlafen - und koennen auch nicht erwarten, wie Fachjournale, keine eigenen Leistungen zu Erbringen (z.B. Publicity und Nachwuchsfuerderung sind im Web 2.0 kostenlos) und trotzdem zu kassieren.
Im 21. Jh. sind neue Konzepte Notwendig: Finanzierung aus anderen Quellen (Konzerte, Kunstwerke verkaufen, Stiftungen, Oeffentl. Gelder etc.), Werbung, Zusatzservices, freiwillige micro-Donationen, zeitliche Abonnements oder micro-Zugangsbezahlung (die der groesseren proliferierung Rechnung traegt).
Das Urheberrecht hingegen ist kein Menschenrecht.
Joachim Huber schmeißt die Begriffe Eigentum und Urheberrecht wild durcheinander. Deshalb liest man hier Blödsinn wie "Diebstahl geistigen Eigentums". Eigentum ertreckt sich nur auf körperliche Gegenstände (§90 BGB). Diebstahl kann man nur an beweglichen Sachen verüben (§242 StGB).
Er suggeriert, dass Kopieren "Klauen" sei. Auch das ist Blödsinn. Denn beim Klauen hat der Beklaute nichts mehr, beim Kopieren aber gibt es beides - das Original und die Kopie.
Im übrigen ist niemand - auch der Tagesspiegel - nicht gezwungen, irgendwas kostenlos ins WWW zu stellen.
Fakt ist, dass viele Urheber und Rechteinhaber die technische Revolution der Digitalisierung nicht begreifen. Sie versuchen das überkommene Geschäftsmodell zu retten, indem sie de facto die Abschaffung von Grundrechten fordern, z.B. die Abschaffung des Fernmeldegeheimnisses und des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung und des Rechts auf die Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme. Zumindest fordern viele Urheber, die Grundrechte in ihrem Wesensgehalt anzutasten, was aber verfassungswidrig ist (Art. 19 Abs. 2 GG).
Die Piratenpartei wehrt sich gegen die geforderten Einschränkungen der Grundrechte. Schon immer durfte man für private Zwecke Kopien straffrei erstellen. Auch dieses Recht soll den Konsumenten genommen werden.
Die Piratenpartei weiß auch, dass Urhebern für ihre Leistungen ein Entgelt zusteht. Dazu müssen aber nicht Grundrechte verstümmelt werden.
und mit dem internet wird auch dieser zwischenhändler vollkommen überflüssig werden, so wie es noch aktuelle der fall ist, das wird sich auch nicht nach / mit ihrer meinung aufhalten lassen?! das problem is nicht nur das verlag,musik und filmindustrie ihre selbsterhaltung einfordern, da sie bis vor kurzem über das materielle monopol der technischer voraussetzungen von produktion verfügten ... doch dies is heut nicht mehr der fall, der direkte ungefilterte (vlt. auch freiheitliche) dialog - durch das internet - zwischen urheber und rezipenten, macht die vorrübergehende periode eines zwischenhändlers schlichtweg überflüssig, jedenfalls auf der basis der materiellen herstellung.
alle anderen vor und nachteile die ein zwischenhändler hat sind noch zu bewerten, man sollte ihn wie einen weisen betrachten, der sich durch besonderes fachwissen, oder durch neue perspektiven schaffung für den rezipienten auszeichnet und auch nur davon motiviert ist... das alleinige geld anhäufen sollte in den hintergrund treten
naja würde mich wundern, wenn das ein zwischenhändlern versteht.
mich würde ihre meinung zu dem historichen sachverhalt interessieren. was war zu erst da, der urheber oder der verkäufer?
kind of regards
Das Programm der Piratenpartei geht erst bei Punkt 3 auf Urheberrechte ein und dort steht klar und deutlich "Dabei geht es ihr aber nicht darum, das Urheberrecht vollständig abzuschaffen."
Bevor man die gar nicht mal so lustige Polemik-Keule zieht, sollte man sicher sein, dass man auch weiß worüber man schreibt.
2. Es gibt kein geistiges Eigentum! Es gibt geistiges Wissen, geistiges Können, geistige Werke und geschützte Informationen.
3. Die Bedeutung der Kopie für die Zivilisation wird im Gegensatz zur Bedeutung der Innovation verleugnet! Viele vermeintliche Originale sind doch sehr oft nur eine Collage aus Kopien! Die Zivilisation besteht aus unzähligen Kopien von vergleichsweise wenigen Innovationen!
4. Kopieren ist kein Diebstahl und kein Raub! Kopieren ist das Erstellen einer Abbildung eines Originals. Das kann legal lizensiert oder illegal oder überhaupt nicht lizenspflichtig sein.
5. Wer angeklickt, gedownloaded und kopiert wird hat Glück! Denn er erhält Aufmerksamkeit. Die kann er nutzen, um Werbung zu schalten, Product Placement zu machen oder Premium-Content zu verkaufen!
Copyright freespeech
(Kopieren fängt beim Betrachten an, also Vorsicht beim unlizensiertem Lesen!)
Die Verlage sind die Urheber?
Irgendwas stimmt an dem Artikel nicht.
"Doch die Anspruchshaltung hat sich verändert ??" Warum!
Alles wird kontrolliert abgegeben.
Aber diese Kontrollen lassen sich auch ja ohneweiteres im Internet einbauen - Passwort, Benutzerkennung usw. Diese Person, Verlag usw. würde ja auch kein Buch einfach auf die Parkbank legen und nur einen Zettel beifügen, bitte das Geld dann " an mich" überweisen.
Internet wird also nur "missverstanden " von Kreisen, die glauben nur Kasse machen zu können ohne jemand an die Kasse setzen zu müssen.
Wo ist da der Unterschied - Internet ist nur eine öffentliche Parkbank - jeder kann sie benutzen - wer kassieren möchte, weil es seine private ist, muß sich dazu setzen.
Kopieren ist kein Argument - auch ein gedrucktes Buch kann technisch gesehen- jeder schon immer kopieren.
Mal ein paar grundsätzliche Dinge. Privatsender senden alles kostenlos, kriegen auch kein Geld von der GEZ und verdienen ihre Asche über Werbung. Und da ich höchselbst mit son einem Modell Geld verdiene, im Internet, weiß ich, dass das geht. Allerdings nicht so, wie die Journaille sich das vorstellt. Mit austauschbaren Trashartikeln und dpa Nachrichten ist kein Geld zu verdienen. Nur ein Bestant an qualitativ hochwertigem Content bringt Geld.
Zweitens: Wahrscheinlich subventioniert das Internet die Verlage, das ist der Diebstahl. Auf CD Brennern, CDs, Druckern etc. ist eine Abgabe, die über die Verwertungsgesellschaften an die Verlage ausgeschüttet wird in der völlig unfundierten Annahme, dass überwiegend deren Material auf CD gebrannt, kopiert und gedruckt wird. Mit zunehmend höherwertien Content im Internet, der frei angeboten wird, ist auf diesen Medien aber freies Material. Das Internet subventioniert damit die Dinosaurier, nicht umgekehrt.
Der im Artikel genannte Aufruf der Verlage wird hier gar nicht abgedruckt, das wollte wohl nicht so sein, dem Autor war wohl klar, dass es reines Gesülze ist. Zitat: "Zahlreiche Anbieter verwenden die Arbeit von Autoren, Verlagen und Sendern, ohne dafür zu bezahlen. Das bedroht auf die Dauer die Erstellung von Qualitäts-Inhalten und von unabhängigem Journalismus."
Punkt. Kein Wort darüber, wer konkret was von wem verwendet. Anzunehmen ist, dass die Artikel von Zeitungen kein ernstzunehmender Content Anbieter im Internet verwenden würde. Dafür sind die Artikel nämlich meistens zu hohl. Nicht mal geschenkt.
Schade, der Tagesspiegel hatte auch schon mal differenziertere Beiträge zum Thema. Oder waren die etwa nur aus der ZEIT kopiert?
Interessant wäre, zu welcher Partei der Autor zugehörig ist, beziehungsweise sich zugehörig fühlt.
Dass die kommerziellen Anbieter im Netz es nicht auf die Reihe kriegen, Geschäftsmodelle zu entwickeln, die attraktiv und sicher für sie sind, das ist dann auch deren Problem. Lösungen dafür gibt es ja!
Dass kostenlose Angebote manchmal höherwertig sind als die traditionell vermarkteten, das wird sich durch Entrüstung und Getobe nicht verhindern lassen. Man kann niemand dazu zwingen für Schund zu bezahlen, wenn es eine bessere kostenlose Alternative gibt. Einfach mal den ollen Arsch hochkriegen und besser werden, oder untergehen.
Wers halt nicht auf die Reihe kriegt, für die Internetgeneration ein Geschäftsmodell zu entwickeln, die haben da auch zu Recht wohl nix zu suchen. Willkommen im 21. Jahrhundert.
Und das weinerliche Recht auf "aber alles muss doch so sein wie es früher war", das gibt es halt nicht.
Zurecht legt das Internet hier einen bypass um die Althergebrachten aussterbenden Wegelagerer und Abzocker wie Verlage und Musikgesellschaften. Der Künstler selber und der Hörer haben mehr davon wenn sie direkt verhandeln und einen Austausch betreiben.
Daß ein Fahrrad irgendwo unangeschloßen herumsteht, ist kein ausreichender Grund anzunehmen, daß es herrenlos ist, genausowenig wie ein auf dem Beifahrersitz eines mit heruntergelassenen Scheiben im Parkverbot abgestellten Cabrios abgelegtes Portemonnaie. Das ist Diebstahl und dort ist die Hauptschuld zu suchen. Wenn Sie Ihr Rad vermissen, sollten Sie mal schauen, ob es jemand auf den Gehweg gestellt hat, oder beim Ordnungsamt bzw. beim Fundbüro nachfragen. (Nur mal so am Rande)
Aber dagegen, daß jemand ein Foto/Kopie (Bild) oder unzählige Fotos/Kopien (Film) ihres unangeschloßenen Rades macht, werden Sie wenig einwenden können. Das ist kein Diebstahl und kein Raub. Aber es ist die passende Analogie!
Versuchen Sie doch mal, mit 'nem Foto von 'nem Fahrrad Fahrrad zu fahren.
Stellen Sie sich vor, es gebe eine Software, mit der jemand ihren Computer durchsuchen könnte, und alles, was er darauf findet, zu Geld macht. Sie haben nichts verloren, es handelt sich ja nur um Kopien. Wollen Sie das?
Ein Lizenzbruch ist aber kein Diebstahl, er ist ein Lizenzbruch.
Die Wahrheit liegt wohl nicht rechts oder links, sondern irgendwo in der Mitte. Wir brauchen eine halbwegs offene Gesellschaft. Einverstanden?
Und was ist damit? Darf ich noch Chartlieder nachsingen, ohne meinen Rechtsanwalt fragen zu müssen? Genau genommen ist das ohne Lizenz ein Urheberrechtsverstoß. Da geht doch jede Freude verloren. Im Moment, liebe Kreativindustrie, laßt mich lieber in Frieden.
Noch einmal ausdrücklich zum Nachschreiben: "Eine Urheberrechtsverletzung ist kein Diebstahl, sie ist eine Urheberrechtsverletzung!" Geistiges Eigentum gibt es nicht. Wissen kommt und Wissen geht, wie das Leben! Es kann völlig unabhängig voneinander an verschiedenen Orten bei fremden Menschen entstehen. Meine Gedanken sind frei. Ihre anscheinend nicht. Sie wollen Gedanken und Ideen knebeln. Gott bewahre!
Was Künstler "Inspiration" nennen ist geistiger Diebstahl, nach ihrer eigenen Diebstahlsdefinition. Ein Verkäufer der nicht gestehen will, daß er Hehlerware anbietet, das ist ein Künstler, der sich beschwert. Eigentum ist Diebstahl, denn es setzt die Aneignung voraus, und das ist der heikle Akt! Wirkliche Innovation ist ausgesprochen selten, um es noch einmal deutlich zu sagen. Von diesen Innovationen profitieren in der Regel nicht die Innovatoren, sondern die Rechtverwerter.
Lets make money..