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PORTRÄT ASTRID KLUG, SPD-GESCHÄFTSFÜHRERIN IN SPE

"Ich bin keine Gabriel-Frau"

Wie sie nicht wahrgenommen werden will in den nächsten Jahren, das hat Astrid Klug die Öffentlichkeit bereits am Tag ihrer Nominierung wissen lassen.
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Astrid Klug - Foto: ddp
 „Ich bin keine Gabriel-Frau“, sagte die 41-Jährige nach der Präsidiumssitzung der SPD am Montag, bei der sie von Sigmar Gabriel und Andrea Nahles als Bundesgeschäftsführerin vorgeschlagen worden war. Klug trat damit dem naheliegenden Verdacht entgegen, sie, die ehemalige Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, ziehe als Büchsenspannerin des früheren Umweltministers und künftigen Parteichefs Gabriel ins Willy-Brandt-Haus ein.

Sie sei von Gabriel und Nahles ausgewählt worden, beteuerte Klug: „Ich freue mich, dass beide das Vertrauen haben. Ansonsten hätte ich es nicht gemacht.“

Klug als gemeinsame Wunschkandidatin – das fügt sich gut ins Bild. Jedenfalls in das, welches die künftige SPD-Spitze vor, auf und nach dem Bundesparteitag in Dresden in zehn Tagen abgeben will. Über Jahre hinweg haben sich Sigmar Gabriel und Andrea Nahles in der SPD bekämpft oder bestenfalls ignoriert. Jetzt müssen sie der SPD als Paar vorleben, was die verfeindeten Flügel in Zukunft leisten müssen, damit die Partei wieder auf die Beine kommen kann.

Es geht um  eine vertrauensvolle Zusammenarbeit, bei der der gemeinsame Erfolg das Ziel ist. Und nicht die Niederlage des jeweils anderen. Es geht um einen Neuanfang. Und die Entscheidung für Astrid Klug, die sowohl dem reformorientierten SPD-Netzwerk als auch der Demokratischen Linken in der SPD angehört, soll zeigen, wie ernst es Gabriel und Nahles damit ist.

„Sympathisch, kooperativ und sozial intelligent“ – so wird die Parlamentarische Staatssekretärin a. D. von früheren Mitarbeitern im Umweltministerium beschrieben. Geschick wird ihr insbesondere attestiert, wenn es um Menschenführung geht. Das kann der Saarländerin, die bei der Wahl am 27. September ihren Direktwahlkreis Homburg und damit ihr Bundestagsmandat an einen CDU-Politiker verlor, bei der neuen Aufgabe nur von Nutzen sein.

Das Willy-Brandt-Haus gilt als Ort der stockenden Karrieren und zerstobenen Träume. Auch deshalb dürfte es nicht leicht werden, die Parteizentrale neu zu organisieren und sie zur „Dienstleistungszentrale für die Partei weiterzuentwickeln“, wie Astrid Klug ihr Ziel selbst formuliert hat.



(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 04.11.2009)
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