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Was WISSEN schafft

Die Impfung muss sein – aus Verantwortung fürs Gemeinwohl

Jeder kann helfen, die Schweinegrippe einzudämmen. Leider verhalten sich die deutschen Behörden immer noch widersprüchlich.
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Die Schweinegrippe verläuft fast immer harmlos. Die für Deutschland bestellten Impfstoffe haben dagegen mehr Nebenwirkungen als nötig. Für Kinder wird die Impfung bislang gar nicht empfohlen, obwohl das Virus derzeit reihenweise die Klassenzimmer leerfegt. Schwangere sollen sich dagegen laut offizieller Empfehlung dringend impfen lassen – aber mit einem Impfstoff ohne Wirkverstärker, der in Deutschland nicht verfügbar ist.

Ärzteorganisationen gehen auf Distanz zu den Empfehlungen der Bundesbehörden, viele Mediziner halten die Impfung für Unsinn. Besonders vehemente Kritiker wittern hinter der Aufregung um die Schweinegrippe gar einen Komplott der Pharmaindustrie.

Warum sollen wir uns also impfen lassen? Diese Frage wird leider auch von den deutschen Behörden widersprüchlich beantwortet. Einigkeit besteht darüber, dass medizinisches Personal und Risikogruppen – also chronisch Kranke und Schwangere – geimpft werden sollen, weil dadurch die Zahl der schweren Verläufe und Todesfälle gesenkt werden kann. Das Robert-Koch-Institut (RKI) und das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) wollten aber eigentlich auch die Virusverbreitung eindämmen. Dafür aber wäre unter anderem die Impfung von Kindern essenziell, weil diese das Virus verbreiten wie keine andere Altersgruppe. Deren Impfung hat die „Ständige Impfkommission“ (STIKO), die alleine für die amtlichen Empfehlungen zuständig ist, jedoch nicht empfohlen.

PEI-Präsident Johannes Löwer räumt deshalb ein, dass die Bundesrepublik nicht mehr das Ziel verfolge, die Ausbreitung des Virus zu unterbinden. Zur gleichen Zeit ruft RKI-Präsident Jörg Hacker allerdings dazu auf, durch Impfung möglichst vieler Menschen die Virusverbreitung einzudämmen, weil dadurch eine mögliche Mutation des Schweinegrippevirus verhindert werden könne. Theoretisch könnte das Schweinegrippevirus tatsächlich sein Erbmaterial mit einem saisonalen Influenzavirus vermengen und dadurch gefährlicher werden. Beispielsweise könnte es resistent gegen das Virusmittel Tamiflu werden oder der Schutzwirkung des H1N1-Impfstoffes ausweichen. Ein genetisches Vermischungsrisiko ist in der bevorstehenden Influenzasaison besonders hoch, wenn viele Menschen zugleich mit der Schweinegrippe und einem saisonalen Grippevirus infiziert werden. Die Massenhaltung von Schweinen hat durch ähnliche Doppelinfektionen zur Entstehung des Virus H1N1 geführt.

Virologen sehen deshalb mit Bangen einem Ritual entgegen, das aus Sicht des Virus durchaus Ähnlichkeit mit der Massentierhaltung hat: Ende November pilgern 2,5 Millionen Menschen aus 160 Ländern nach Saudi-Arabien. In Mekka werden sie fünf Tage lang Schulter an Schulter beten, sich an den Händen fassen, die Absperrungen berühren und aus dem heiligen Brunnen Zamzam trinken. Der Hadsch, die größte regelmäßige Menschenansammlung auf dem Planeten, gilt als gefährlichster Schmelztiegel für die Entstehung eines neuen Influenzavirus. Im schlimmsten Fall tragen die Gläubigen danach ein Pandemievirus Version 2.0 in die Welt, rund 45 000 von ihnen nach Europa. Die dringend notwendige Empfehlung für Mekka-Pilger, sich vor der Reise impfen zu lassen, wurde bisher nicht ausgesprochen.

Doch auch ohne das Worst-Case-Szenario einer Virusmutation gäbe es gute Gründe, Kinder und gesunde Erwachsene gegen Schweinegrippe zu impfen. Jeder Infizierte steckt andere Menschen an, auch wenn bei ihm selbst die Symptome harmlos sind. Weiter unten in der Infektionslawine können Menschen sterben – wie bei einem Skifahrer, der ein Schneebrett lostritt und selbst davonkommt.

Die Nebenwirkungen des bestellten Impfstoffes sind ärgerlich, weil sie vermeidbar gewesen wären. Wenn die Zahl der Toten in den kommenden Wochen steigt, wird jedoch auch in Deutschland die Bereitschaft zunehmen, vorübergehende Schmerzen und Fieber für die Allgemeinheit in Kauf zu nehmen. Spätestens dann wird jedoch deutlich werden, dass die verfügbare Impfstoffmenge für Kinder und gesunde Erwachsene gar nicht reicht. Die Eindämmung der Virusausbreitung, da hat PEI-Präsident Löwer leider recht, ist nicht mehr strategisches Ziel der Bundesrepublik.

Der Autor ist Institutsdirektor und Professor für Medizinische Mikrobiologie in Halle. Foto: J. Peyer



(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 04.11.2009)
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Kommentare [ 11 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von uwemohrmann uwemohrmann ist gerade offline | 3.11.2009 17:30 Uhr
Herr Kekule
versucht es wirklich mit allen Mitteln, die Bürger an die Impfnadel zu treiben
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von unbekannt | 4.11.2009 1:01 Uhr
kopfzebrechen
WIE SOLL ICH MICH ALS VATER VON DREI KINDERN (16-13-7)VERHALTEN BITTE.MEINE KIDIS IMPFEN LASSEN ODER NICHT?STECKEN SIE SICH AN DAN BEREUEN WIR ES DAS WIR SIE NICHT IMPFEN LASSEN HABEN.LASSEN WIR SIE IMPFEN TRETEN DANN SOGAR VIELLEICHT BLEIBENDE SCHÄDEN ODER TOT DURCH NEBENWIRKUNG KANN ES SEIN ?
ICH ZERBRÄCHE MIR DEN KOPF UND ERLICH GESAG HABE ICH AUCH TIERISCH ANGST DIESES BLÖDE PANIK MACHE ODER .
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von macthepirat macthepirat ist gerade offline | 3.11.2009 21:18 Uhr
Hr. Kekule
in aller Deutlichkeit: ich fange an darüber nachzudenken mich impfen zu lassen wenn die erste Million an diesem Virus eingegangen ist. Und ich werde solange darüber nachdenken bis es 20 Mio sind. - Und das Gemeinwohl.... lesen sie bei Götz v.Berlichingen nach was es mich kann.
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von sanchopanza sanchopanza ist gerade offline | 4.11.2009 0:24 Uhr
Die Beweise das Grippeimpfungen effektiv sind steht noch aus
schreibt Dr. Thomas Jefferson in seinem Beitrag für das British Medical Journal, nachdem er die verfügbaren Studien über die Effektivität von Grippeimpfstoffen ausgewertet hat:

"Summary points
[...]
Evidence from systematic reviews shows that inactivated vaccines have little or no effect on the effects measured

Most studies are of poor methodological quality and the impact of confounders is high

Little comparative evidence exists on the safety of these vaccines

Reasons for the current gap between policy and evidence are unclear, but given the huge resources involved, a re-evaluation should be urgently undertaken.


The optimistic and confident tone of some predictions of viral circulation and of the impact of inactivated vaccines, which are at odds with the evidence, is striking. The reasons are probably complex and may involve "a messy blend of truth conflicts and conflicts of interest making it difficult to separate factual disputes from value disputes"22 or a manifestation of optimism bias (an unwarranted belief in the efficacy of interventions).23"

Quelle

Systematische Überprüfungen von Studien haben gezeigt, dass inaktiveirte Impfstoffe nur geringen oder keinen Effekt haben.

Es gibt wenige Hinweise auf die Sicherheit der Impfstoffe.

***

In der
online Zeitung \"Age of Autism\"

kann man nachlesen, was Eltern autistischer Kinder über die Auswirkungen von Impfstoffen zusammengetragen haben. Einschliesslich der wissenschaftlichen Studien die die negativen Auswirkungen von Thimerosal ( dem Konservierungsstoff in Pandemrix ) auf die Gehirnentwicklung beweisen.
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von homosapien homosapien ist gerade offline | 4.11.2009 6:18 Uhr
Herr Homosapien
Krass!!!
Da werd ich mich gleich Impfen lassen, bevor rauskommt das es zu wenig Serum gibt und alle zum Impfer rennen!!!

DAS WAR SATIRE!!!
Comment
von homosapien homosapien ist gerade offline | 4.11.2009 6:23 Uhr
arzneimittel
Da werd ich mich lieber gleich Impfen lassen, bevor noch alle mitkriegen das zu wenig Serum da ist und alle zum Impfer rennen
Comment
von froggy08 froggy08 ist gerade offline | 4.11.2009 12:48 Uhr
Bald gibt es Impfzwang
Wenn das deutsche Volk nicht zum Großversuch "Impfung mit wenig erprobten Zusatzstoffen" antreten möchte und Angst und Panikmache nichts nützen, wird eben die Impfplicht eingeführt. Dafür wird die körperliche Unversehrtheit einfach ausgesetzt. Dann muss jeder seinen Impfpass mit sich führen und wird von den zuständigen Organen kontrolliert und ggf. mit Zwang geimpft. Vier bullig schwitzende schwarze Sheriffs halten den Impfunwilligen fest und ein Amtsarzt haut die Spritze mit sadistischen Grinsen in den Hintern. Zusätzlich werden mobile Impfjäger durch die Strassen jagen und wahllos in die Menge stechen.

Wäre doch gelacht, wenn wir die Impfdosen nicht auf diese Weise unters Volk bringen.
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von uwemohrmann uwemohrmann ist gerade offline | 4.11.2009 14:09 Uhr
froggy
könnte man sich bei nem Minister, der der FDP angehört, und der Pharmolobby bestimmt nahe steht, sehr gut vorstellen
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von lautemann lautemann ist gerade offline | 4.11.2009 15:30 Uhr
Geschäft ist geschäft
Es wäre schön und nützlich und wahrlich angebracht gewesen, wenn dieser beflissene Herr sein TAGESSPIEGEL-Publikum über den banalen aber wohlweislich verschwiegenen Sachverhalt informiert hätte, dass das Risiko sich zu infizieren im Alter abnimmt. Der alte oder ältere Mensch hat im Verlauf seines Lebens so viele Viren abgewehrt und überlebt, dass er auf ein äußerst wehrhaftes Immunsystem zurück greifen kann - anders als Kleinkinder, Kinder und junge Menschen, die deshalb gefährdeter sind sich anzustecken.
Aber Monsieur Kekulé ist besorgt ums Geschäft mit dem Impfstoff, der - leider, leider - so ärgerliche und vermeidbare Nebenwirkungen aufweist.
Pourquoi, Monsieur?
Weil es schnell gehen muss, das Bequatschen der Leute, sich impfen zu lassen. Geschäft ist Geschäft, nicht wahr?
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von Penserosi Penserosi ist gerade offline | 7.11.2009 11:08 Uhr
Impfung zu spät!
Warum gibt es denn keinen Mediziner, der mal sagt: Auskurieren! Hustensaft, Wadenwickel, Pfefferminz- und Kamillenteee ..., ggf. herkömmliche Schmerztabletten. 9 Tage: drei Tage kommt sie, drei Tage bleibt sie, drei Tage dazu - ist alles vorbei. Alles Schlechte ist raus aus dem Körper! Aber damit kann man nichts verdienen!
Es läuft ein Irrwesen in den Medien herum. Wer sagt nicht, dass dieser Virus schon Jahre existiert? Wieso plötzlich und so schnell aus Mexico? Ich kann das alles nicht mehr glauben! Wir sind sowieso alle Virenverseucht durch unsere herrlich modern existierende Umwelt!
Comment
von Penserosi Penserosi ist gerade offline | 7.11.2009 11:38 Uhr
Impfung zu spät!
Warum gibt es denn keinen Mediziner, der mal sagt: Auskurieren! Hustensaft, Wadenwickel, Pfefferminz- und Kamillenteee ..., ggf. herkömmliche Schmerztabletten. 9 Tage: drei Tage kommt sie, drei Tage bleibt sie, drei Tage dazu - ist alles vorbei. Alles Schlechte ist raus aus dem Körper! Aber damit kann man nichts verdienen!
Es läuft ein Irrwesen in den Medien herum. Wer sagt nicht, dass dieser Virus schon Jahre existiert? Wieso plötzlich und so schnell aus Mexico? Ich kann das alles nicht mehr glauben! Wir sind sowieso alle Virenverseucht durch unsere herrlich modern existierende Umwelt!

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