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Was WISSEN schafft

Waffen töten, nicht "World of Warcraft"

Sieben Jahre nach Erfurt ist die Diskussion neu entfacht, ob brutale Computerspiele eine Ursache für Amokläufe von Schülern sind. Doch Computerspiele erhöhen nicht die Gewaltbereitschaft. Massenmorde wie in Winnenden sind unvermeidbare Kollateralschäden eines anderen Problems.
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Die Sprachlosigkeit nach dem Amoklauf von Winnenden dauerte nur wenige Stunden. Bereits am Abend des Tattages meldeten sich Innenpolitiker und Waffenexperten zu Wort und erklärten dem beunruhigten Volk, womit das Unglück auf keinen Fall etwa zu Tun haben kann: Das deutsche Waffenrecht sei „schon so was von dicht“, wie es ein Fachmann der Polizeigewerkschaft GdP ausdrückte, dass eine weitere Verschärfung nicht mehr Sicherheit bringe. Man sollte stattdessen lieber mal „nachbohren“, ergänzte Bayerns Ex-Ministerpräsident Günther Beckstein, ob der Täter „Killerspiele genutzt“ habe.

Sieben Jahre nach Erfurt ist die Diskussion neu entfacht, ob brutale Computerspiele eine Ursache für Amokläufe von Schülern sind. Doch die psychologische Datenlage ist dünn.

Eindeutig nachgewiesen ist immerhin, dass Ballerspiele (Ego- Shooter) wie „Counterstrike“ oder „Grand Theft Auto“ vorübergehend die Gewaltbereitschaft erhöhen. Wenn beispielsweise junge Probanden unmittelbar nach einigen Stunden Ego-Shooting aufgefordert werden, eine andere Person durch Lärm zu bestrafen, drehen sie die Lautstärke weiter auf als ohne vorheriges Ballerspiel. Ähnliche Experimente beweisen, dass brutale Computerspiele vorübergehend stärker gewaltbereit machen, als dies bei Gewaltvideos oder Gewaltcomics der Fall ist. Durch die virtuelle Realität und die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden, ist der emotionale „Lerneffekt“ beim Computerspiel stärker, gerade bei Kindern und Jugendlichen.

Doch bereits die nächste Frage, ob Ballerspiele auch längerfristig den Charakter beeinflussen, ist bislang ungeklärt. Bei Jugendlichen, die nur selten Killerspiele benutzen, konnte kein bleibender Einfluss auf die Gewaltbereitschaft nachgewiesen werden. Und geübte Spieler regt das virtuelle Gemetzel oft sogar weniger auf als Anfänger. Angesichts der riesigen Zahl der Anwender (alleine beim Marktführer „World of Warcraft“ sind es weltweit 11,5 Millionen) läge eine ursächliche Beteiligung an Amokläufen und anderen Gewalttaten, sofern es sie gibt, schon rein statistisch unterhalb der Nachweisgrenze. Ähnlich schwache statistische Zusammenhänge dürfte es mit dem Konsum von Gewaltfilmen, Hardcorepornos und Alkohol sowie mit Kampfsport, dem Testosteronspiegel und vielen anderen Faktoren geben. Auch als frühere Generationen mit Schreckschusspistolen „Du bist tot“ spielten, wurde ein Einfluss auf die Gewaltbereitschaft diskutiert. Ein Totalverbot von Shooter-Spielen, wie es Günther Beckstein und andere fordern, ist grundrechtlich nicht zu rechtfertigen.

Auch dass Neuntklässler durchschnittlich 141 Minuten täglich mit Computerspielen verbringen (15,8 Prozent der Jungen sogar über 4,5 Stunden), wie eine in dieser Woche veröffentlichte Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen zeigt, hat mit Gewaltbereitschaft nichts zu tun. Die derzeit im Zusammenhang mit dem Winnenden-Massaker zitierte Studie unterscheidet nämlich nicht zwischen aggressiven und friedlichen Spielen.

Was bleibt also, um Amokläufen an Schulen vorzubeugen? Der Lehrerverband will mehr Schulpsychologen. Die Polizeigewerkschaft fordert Zugangskontrollen mit Chipkarten. Kriminalpsychologen wollen mit Fragebögen potenzielle Amokläufer identifizieren. Familienministerin von der Leyen will über Gewalt aufklären. Der Philologenverband schlug eine Gefahrenzulage für Lehrer vor.

Nur das Waffenrecht, darin ist sich sogar die große Koalition einig, darf nicht geändert werden. Dabei steht fest, dass der Täter von Winnenden nicht nur Gewaltspiele „genutzt“ hat – sondern auch eine großkalibrige Beretta 92 aus dem Waffenarsenal seines Vaters. Wie dieser sind rund 1,5 Millionen Deutsche in Schützenvereinen organisiert. Dass Millionen legale Waffen samt Munition in deutschen Privathaushalten lagern, ist ein auf die mittelalterlichen Bürgerwehren zurückgehender Anachronismus. Warum müssen die Sportschützen heute, wo alle Gewalt vom Staat ausgeht, ihre Waffen nicht im Verein einschließen? Oder zumindest die Munition? Solange der Staat seinen Bürgern erlaubt, sich als Hobby private Waffenarsenale anzulegen, sind Massenmorde wie in Winnenden unvermeidbare Kollateralschäden.

Der Autor ist Institutsdirektor und Professor für Medizinische Mikrobiologie in Halle.



(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 18.03.2009)
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Kommentare [ 71 ] Kommentar hinzufügen »

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von bierus bierus ist gerade offline | 17.3.2009 18:00 Uhr
Falsch
Menschen töten, nicht Waffen.
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von pizza pizza ist gerade offline | 17.3.2009 19:05 Uhr
erwürgen?
So so... und wie hätte der Amokläufer seine Tat ohne Waffen ausgeübt? Hätte er die Opfer erwürgt? Da wäre er wohl nicht weit gekommen! Und genau das ist der Grund warum Waffen schuld sind - denn ohne Waffen ist die Ausführung nicht möglich. Auch mit einem Küchenmesser wäre er wohl nicht sehr erfolgreich gewesen - nach kurzer Zeit hätte er einen Schulstuhl über den kranken Schädel gezogen bekommen... der hat nämlich die größere Reichweite, ist in Schulen frei verfügbar und die potentiellen Stuhlumsichschlagwerfer sind massiv in der Überzahl. Also reden sie keinen Unfug - Schusswaffen gehören KOMPLETT VERBOTEN. Es gibt keinen nachvollziehbaren Grund warum eine Privatperson in unserer Gesellschaft Zugang zu Schusswaffen haben sollte.
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von monitor monitor ist gerade offline | 17.3.2009 19:12 Uhr
Falsch?
Menschen töten...MIT Waffen!
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von nyarlat nyarlat ist gerade offline | 17.3.2009 18:05 Uhr
Schön
das es im Tagesspiegel auch noch Kommentatoren gibt die die Stimme der Vernunft hören und klar Analysieren können! Eigentlich sollte es allen klar sein, daß man nur mit einer echten Waffe und viel Munition so viele Menschen töten kann. Aber alle politischen Kräfte mißbrauchen eine solche "Gelegenheit" um ihre seit Jahren gepflegte Agende zu befördern. Und die CSU haßt Computerspiele und liebt die Bundeswehr. Spielen taugt nichts, Töten für´s Vaterland um so mehr.
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von demokratorius demokratorius ist gerade offline | 17.3.2009 19:28 Uhr
.... so ist es. Eine einfache Formel.
@ bierus und nyralat

Menschen töten und nicht die Waffen.

... und es sind schon genug Menschen im Staatsdienst "legal" "ausgerastet" und haben viel Leid über das Volk gebracht.

ro
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von ganymed ganymed ist gerade offline | 17.3.2009 18:19 Uhr
waffenrecht ist dicht,
halten muss man sich dran.
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von beinta beinta ist gerade offline | 17.3.2009 21:01 Uhr
Waffenrecht
ist offensichtlich nicht dicht. Und wenn sich nicht daran gehalten wird, gehört es verschärft. Und warum auch nicht? Darauf haben wir alle ein Anrecht. Das heißt die unter uns, die nicht abgeknallt werden wollen.
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von unterwanderer unterwanderer ist gerade offline | 17.3.2009 18:37 Uhr
Ahnungslos
Bei unseren schweizer Nachbarn gibt es praktisch in jedem Haushalt ein Sturmgewehr mit scharfer Munition - was das der Landesverteidigung tatsächlich bringt ist ein Problem der Eidgenossen. Aber von einem Amokläufer in einem Kantönli habe ich weder gelesen noch gehört, wohl aber von einem Amokläufer mit einem Messerchen und sieben Todesopfern (Japan, Juni 2008). Im übrigen war der Täter vor der Messerattacke noch mit einem Lieferwagen in eine Personengruppe gerast, auch das geht ohne Pistole oder Revolver.
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von martin.holz martin.holz ist gerade offline | 17.3.2009 21:23 Uhr
Amoklauf im Zuger Kantonsparlament
Im Zuger Kantonsparlament wurden 2001 14 Menschen von einem Amokläufer erschossen. Der Täter hatte unter anderem ein Armeesturmgewehr.
Das Thema Selbstmord mit Armee-Waffen ist in der Schweiz lange totgeschwiegen worden, ist aber sehr real. Seit Kurzem lagern die meisten Reservisten keine Munition mehr zu Hause.
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von lbohm lbohm ist gerade offline | 17.3.2009 18:42 Uhr
Soso . . .
Der Marktführer unter den "Ego-Shootern", die korrekt übrigens First Person Shooter heißen, ist also "World of Warcraft". Dumm nur, dass WoW überhaupt kein Ego-Shooter ist, sondern ein Rollenspiel, in dem es unter sehr vielen anderen Dingen (z.B. dem Erlernen von so unglaublich gewalttätigen Berufen wie Händler, Kräuterkundler oder Juwelenschleifer) auch um Strategie und "Kriegsführung" (auf einem relativ abstrakten Level, das eigentlich eher an Spiele wie "Risiko" erinnert) geht. Mit traditionellen "Ballerspielen" wie "Doom", "Quake", "Counter-Strike" oder auch "FarCry" aber hat WoW so gut wie nichts zu tun. Nachlesen statt einfach nachplappern, was schon hundert andere geschrieben haben - die dabei offenbar auf den zugegebenermaßen etwas martialischen Titel hereingefallen sind -, kann bisweilen nicht schaden.
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von phoibosapollon phoibosapollon ist gerade offline | 17.3.2009 18:59 Uhr
Herzlichen Dank...
...für diesen klar analysierten und sachlichen Bericht zur Wirkung von 'Killerspielen'. Ich für meinen Teil als Kommunikationswissenschaftler kann dem nur zustimmen!

Unter Wissenschaftlern ist übrigens folgender Satz schon länger bekannt: "Manche Darstellungen von medialer Gewalt können für manche Individuen unter manchen Bedingungen negative Folgen nach sich ziehen." - Da ist es fast schon irrelevant welches Medium dort genau wirkt, wenn eine Pathologie vorliegt.

Diese unsinnige Diskussion über das 'Verbot von Killerspielen' ist damit hoffentlich beendet, zumal schwerjugendgefährdende Computerspiele nach §130 und §131 des Strafgesetzbuches sowieso in Deutschland verboten sind. Vielleicht sollte Herr Beckstein sich dieses Mal zu Gemüte führen, Zeit dürfte er ja nun genug haben.

Vorschlag zur Gegendiskussion - wie wäre es mal über ein Elterntauglichkeitstest nachzudenken? ;)
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von trebor trebor ist gerade offline | 17.3.2009 19:10 Uhr
Wie jetzt?
"Und geübte Spieler regt das virtuelle Gemetzel oft sogar weniger auf als Anfänger"

Aber darum geht es doch grade! Es regt sie nicht mehr auf, es stumpft sie ab! Sie nieten mal eben Virtuell ein Paar Dutzend Leute um, ohne mit der Wimper zu zucken.

Neulich kam eine sehr gute Doku im Fernsehen (leider erst Nachts) über die Auswirkungen von Ego-Shootern auf die Persönlichkeit, und da wurde festgestellt, daß solche Spiele sehr wohl mit dazu beitragen können, daß jemandem die Hemmung fehlt, wenn man sich in der Wirklichkeit in einer ähnlichen Situation befindet, wie in den Spielen. Das Gehirn schaltet dann auch in der Realität auf Autopilot und der Körper führt die eingeübten Abläufe aus.

Niemand hat gesagt, daß diese Spiele aus glücklichen, friedlichen Menschen Killermaschinen machen, aber sie sind durchaus ein Teil des Puzzles, wenn man solche Fälle, wie nun in Winnenden, analysiert.
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von nyarlat nyarlat ist gerade offline | 17.3.2009 19:53 Uhr
Ich johle
sogar vor Freude wenn ich meinen besten Kumpel voll mit der Pumpgun erwischt habe. Aber nur weil er drei Sekunden später schon respawned wird. Im echten Leben haße ich Waffen.
Dazu gibt´s den passenden Sound: "Gott sei Dank Mann, gibt´s ne Pumpgun!"
Aber manche Leute können nicht abstrahieren.
Wie schon mehrfach gesagt: Auch der schlimmste Psychopath kann nicht Massenmord begehen ohne echte Waffen.
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von kritiker_01 kritiker_01 ist gerade offline | 18.3.2009 10:03 Uhr
So ist es ...... @nyarlat
Und als Mitglied eines Clans/Vereins macht es noch mehr Freude wenn man die andere Gruppe, auch Mitglieder des selben Clans/Vereins, mal wieder vernichtend geschlagen hat. Nicht desdotrotz werden nette LAN-Partys o.ä. abgehalten, dem "Miteinander" wegen.

Ich werde eh nie begreifen wie irgend welche senilen Politiker oder verdrehten/überdrehten Wissenschaftler sich überhaupt ein Urteil über Leute erlauben können die Egoshooter spielen "ohne" selber zu spielen geschweige denn Mitglied in einem Clan oder einer ähnlichen Vereinigung zu sein. Hier werden mal wieder "alle" über einen Kamm geschert.

Ich will nicht bestreiten das es eventuell auch Leute gibt die sich von Egoshooter beeinflußen lassen. Aber bei denen liegt dann bereits ein entsprechender Defekt im Zwischenmenschlichenbereich vor. Und hier muss man ansetzen. Warum ist einer eventuell empfänglich. Was für Probleme hat er usw. usw.. Denn eines ist doch "glasklar" gemessen an den Millionen von Menschen die Egoshooter spielen, dürfte die Anzahl derer die sich von diesen Spielen beeinflußen lassen oder inspiriert fühlen das nachzuspielen im Bereich von 0,00001% befinden. Das heißt man will 99,99999% der "normalen" Spieler ihr Spiel verbieten weil 0,00001% der Spieler einen "Defekt" aufweisen der zu Gewalttaten führen kann. Dann müsste man ebenso Autos, Motorräder etc. verbieten, denn hier liegt die Prozentzahl derer die "bewußt" unter Alkohol und Drogen fahren und somit die Allgemeinheit gefährden bei weitem höher.

Und was diese "dummen" Versuche angeht die in dem Artikel beschrieben werden, kleine Frage dazu. Hatte man eine Kontrollgruppe die statt der Egoshooter z.B. Autorennen oder andere Spiele am Computer gespielt haben ? Nein ? Dann taugen diese Versuche nämlich nur zu einem, für den Mülleimer.
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von vadunon vadunon ist gerade offline | 18.3.2009 12:47 Uhr
Vorverurteilung
Ich vermute, Sie hätten das Gleiche geschrieben, wenn das Erregungsniveau einfach nur auf das Normalmaß zurückgegangen wäre. Wäre es höher geblieben, hätten Sie dies als Nachweis für erhöhte Aggression betrachtet. Richtig?
Ich verfolge die Diskussion um "Killerspiele" aufmerksam, da ich sie als interessantes Beispiel für das Entstehen eines Dogmas oder fast schon einer Ideologie sehe. Eine Meinung verbreitet sich über Politiker und Medien zu Bürgern und generiert dadurch eine Diskussion, in der Teile der freiheitlichen Grundordnung ignoriert werden (verbieten wir diese Computerspiele einfach!). Und weder Politiker noch Medien noch die "besorgten Bürger" haben Ahnung, wovon sie da reden - weil sie sich nicht die Mühe gemacht haben, nach seriösen Informationen zu suchen. Es gibt ausgiebige Studien zum Thema Ego-Shooter und ähnlicher Computerspiele, die diese freisprechen; seriöse Studien, die den Befürwortern eines Verbotes recht geben, habe ich auf meiner langen Suche jedoch keine gefunden. Da die Tatsachen aber der Theorie widersprechen, werden sie ignoriert.

Es wundert mich übrigens nicht, wenn ein Amokläufer Ballerspiele gespielt hat: Solche Menschen verfügen aufgrund eines defekten sozialen Umfeldes über Aggressionen - und Ballerspiele eignen sich hervorragend dazu, Aggressionen auszuleben. Man sollte Ursache und Wirkung nicht verwechseln.

Computerspiele sind nicht Teil des Alltags der Politiker und auch nicht Teil des Alltags vieler Menschen in den mittleren Jahren. Deswegen sind sie diesen suspekt und damit ein beliebtes Angriffsziel. Die Entrüstung, dass der Vater des Jungen eine Schusswaffe, also ein dezidiertes Tötungsinstrument, frei herumliegen ließ, hält sich dagegen in Grenzen - Schützenvereine sind ja "normaler" Teil unseres Lebens. Bequemerweise unterbleibt somit differenzierte Untersuchung, die unbequeme Wahrheiten aufdecken könnte.

Ach ja: Hat der Amokläufer gewalttätige Filme gesehen? Sollte man vielleicht den "Tatort" verbieten?
Comment
von kritiker_01 kritiker_01 ist gerade offline | 18.3.2009 15:16 Uhr
Ihr Kommentar hat mir ...... @vadunon
sehr gut gefallen. Denn er entspricht der Realität. Auch schön die Anmerkung über "Tatort" oder ähnliche Filme/Sendungen.
Comment
von demokratorius demokratorius ist gerade offline | 17.3.2009 19:22 Uhr
... meine Gedanken Teil 1
Ich trage die Forderung nach dem absoluten Verbot eines privaten Waffenbesitzes voll mit.
... jedoch halte ich die Diskussion so für zu einfach: Hätte er keine Waffen gehabt, gäbe es keine Toten.

Das wäre zumindest der Anfang! (Jede Waffe müsste verboten werden!! ... nicht nur in privater Hand!) Hier verlasse ich aber die Realität, denn ich meine, auch der Waffenbesitz in staatlicher Hand (als Machtmonopol der Demokratie) richtet viel Unheil an. Dieses Unheil drückt sich in einer Vielzahl von Getöteten und Kriege aus! Das werde ich auch gar nicht weiter vertiefen, denn ich möchte zu dem tragischen Geschehen in Winnenden Bezug nehmen und einen Lösungsansatz zur Vermeidung liefern.
Um aber einer Ursache auf die Spur zu kommen, nützt es natürlich nichts, der kranken Gesellschaft die Schuld zu geben. (Wobei auch eine Schuldzuweisung niemals etwas Geschehenes ungeschehen macht.) Weil eine Verantwortungsübernahme mit einer Verhaltensänderung einhergehen müsste. Die Anklage der Gesellschaft ist mir auch zu anonym.
Das Elternhaus, der Kindergarten, die Schule und der "erste Freundeskreis" sind die prägenden Institutionen einer intakten bzw. gestörten Entwicklung. Hier muss deshalb zwangsläufig auch der Ansatz einer Lösung erfolgen. Respekt (Achtung, Wertschätzung) und Verantwortung für seine Mitmenschen werden in diesen Jahren der Entwicklung festgelegt.
Hierzu benötigen Menschen auch keine Tausende von Gesetzesanwendungen und deren Ausnahmen. So kompliziert ist es gar nicht. Die Einhaltung der "Zehn Gebote", ja!!! es sind dem Grunde nach nur zehn! Regeln, würden das Zusammenlaben schon lebenswerter machen (Das betrachte ich jetzt keinesfalls religiös sondern eher von den Inhalten).

... 2
Comment
von demokratorius demokratorius ist gerade offline | 17.3.2009 19:23 Uhr
... meine Gedanken Teil 2
In der Demokratie überlässt der Bürger durch Wahlen die Regelung des eigenen Zusammenlebens einer "Volksvertretung".
Diese Volksvertretung sollte in erster Linie in der Lage sein, soviel Personal für Kindergärten und Schulen sowie die Unterstützung der Eltern im Transfer von Bildung (Kultur, Sport etc.) und sozialer Kompetenz zu gewährleisten, dass diese Auswüchse der Geschehnisse - hier Winnenden - schon im Keim erkennbar und beeinflussbar werden.
Da der Mensch unzulänglich ist - das ist auch gut so für seine Entwicklung - werden wir trotzdem keine menschlichen Tragödien vermeiden können, schon gar nicht durch gesetzliche Beschränkungen.
Unterhalte Sie sich doch einmal mit Lehrern, Sozialarbeitern und Kultureinrichtungen darüber, inwieweit deren Handlungsspielraum zum Einen durch einen Wust von Paragraphen und zum Anderen durch fehlende Mittel und fehlender anderer staatlicher Unterstützung (Motivation) beschränkt wird.
Unsere Volksvertreter werden durch Lobbyisten (... auch Partei- und Machtinteressen) und Juristen gelenkt und vernachlässigen sträflich die eigentliche Zelle der Gesellschaft, z.B. die Familie).
Die (unabhängig sollten sie sein) Medien fördern obendrein die Untaten der Politik. Sie sind keinesfalls auf Seiten der Bürger. Wie Sie auch feststellen werden, die Täter-Opfer-Beziehung wird immer in die typische Richtung aufbereitet: Die Opfer werden zur Randfigur.
... so wie in der Politik der Bürger zur Randfigur wird, es sei denn, es ist Wahltag. Aber auch diese Versprechen sind schon am nächsten Tag gebrochen. Je länger ich auf der Welt bin, desto mehr verachte ich diese Machenschaften!
ro

Comment
von unbekannt | 17.3.2009 20:00 Uhr
@demokratorius
Danke für den lesenswerten Beitrag!
Comment
von eteco eteco ist gerade offline | 17.3.2009 19:30 Uhr
Gefahr der Verödung
Computer lassen Jugendliche nicht geistig aber gesellschaftlich veröden, das reale Gespräch fehlt und wird durch Chaträume ersetzt. Die Gefahr geht also nicht nur von "Killerspielen" aus, sondern bereits von der Entwicklung unserer Gesellschaft allgemein. Wie sagte Thilo S. so schön: es wird in den städtischen Kindergärten zu wenig gesungen und kaum gelesen. Und da fängt es an. Dann die kaum vorhandenen Vorbildfunktionen der Eltern in vielen Familien. Der Mangel an gesellschaftlichen Werten ist dramatisch gestiegen und damit auch die Gewaltbereitschaft. Diese Jugendlichen reden von Respect und wissen nicht, was Respekt ist.
Comment
von epunion.de epunion.de ist gerade offline | 17.3.2009 19:38 Uhr
Demut
Kekulé studierte Philosophie, Biochemie und Humanmedizin - somit kein Psychologe. Die Opfer in Winnenden mit dem Wort Colateralschäden zu versehen - kaltblütig! Also lediglich ein Begleitschaden. 11,5 Mio Kunden wiegen offenbar schwerer als 15 Leichen und der Kummer der Angehörigen. 11,5 Mio sind ´immerhin´ 0,17% der Weltbevölkerung!!! Da ist Rücksichtsnahme angesagt, damit das Schlachtvergnügen am Bildschirm keinen Dämpfer erhält? Der Vergleich des Autors zwischen Räuber und Gendarm - eine Fehlleistung. Beim wirklichen Spiel schreien die Opfer und wehren sich, sagen´NEIN´ und ein wirklicher Unfall endet im Krankenhaus und lässt sich nicht mit einem einfachen´reset´beheben. Töten am Bildschirm als Freizeitausgleich ausdrücklich erlaubt? Was wird als nächstes freigegeben. Welche simulierten, verbrecherische Taten dürfen Jugendliche und Erwachsene demnächst am Rechner vollziehen? Wir sind gespannt. Können wir in die Köpfe der Menschen schauen und wissen, welche Saat in den Köpfen angepflanzt wird? Erkenntnis darüber erhalten wir erst, wenn Leute ungehindert an Waffen kommen können. Angesichts anderer Opferzahlen (Straßenverkehr Deutschland 5091 Opfer(2006), tödliche Arbeitsunfälle 941(2006))sollen wir die Akten der Toten zur Seite legen und weiter gemütlich ´MORDEN´ spielen?! Begleitschäden? Das wird den Opfern nichtgerecht und die Diskussion über EGO-Shooter ist auch eine Diskussion über Ethik, über Werte. Wie steht es mit unserer Ethik?! Wo ist das große Opfer derjenigen, wenn Sie nicht mehr diese Spiele nutzen dürften? Angeblich sei es doch das gleiche wie Schach. Also dann dürften die Spieler bei einem Verbot immer noch Schach spielen -ist doch das gleiche, also ein adäquater Ersatz. Im Gegenzug würden wir dann zukünftig bei anderen Taten nicht mehr aus dem Fernsehen erfahren, dass der Täter exzessiv am PC Ego-Shooter gespielt haben. Demut vor den Opfern!!!. Und die Spiele-Firmen?! Vielleicht entwickeln sie dann ethische Spiele, um Umsatz zu machen. Ein Gewinn.
Comment
von kritiker_01 kritiker_01 ist gerade offline | 18.3.2009 10:12 Uhr
Dummes Geschwätz @epunion.de
Ihre Ausführungen über Spiele (Killerspiele) ist dummes Geschwätz. Wenn etwas verboten wird muss dahinter auch Hand und Fuß stehen. Und nicht so ein Dummfug von wegen eventuell sülz laber blabla. Nur weil 0,00001% der Leute die solche Spiele spielen einen Defekt im Zwischenmenschlichenbereich haben soll den restlichen 99,99999% ebenfalls das Spielen untersagt werden. Hallo aufwachen ! Wir leben in einer Demokratie und da sagt die "Mehrheit" wo es lang geht und nicht die "Minderheit". Wenn Sie so anfangen zu argumentieren wie Sie es tun müsste man auch sofort das Auto verbieten, denn fortbewegen könnte man sich auch mittels Pferd oder Pferdewagen, würde die Unfallzahlen "drastisch" senken. Nur um mal auf Ihren Spielevergleich Egoshooter und Schach anzuspielen.
Comment
von epunion.de epunion.de ist gerade offline | 18.3.2009 12:52 Uhr
@kritiker01
Die Relationen spielen eine Rolle. Unmoralisch wird es bezüglich des Straßenverkehrs, wenn z.B. Maßnahmen weiß oder vermutet, die ohne große Opfer umsetzbar wären und Menschenleben retten würden und diese aus rein kommerzieller Sicht nicht umgesetzt werden. Der Kutschenverkehr war übrigens auch teilweise lebensgefährlich (durchgehende Pferde).

Es ist eine Frage der Ethik und Freiheit wird auch in einer Demokratie an bestimmten Stellen sinnvoll durch Gesetze eingeschränkt. Das ist auch Demokratie. Und es geht um Maßnahmenpakete. Nur ein Verbot oder eine Einschränkung der Spielekultur genügen nicht - auch das Waffengesetz muss verschärft werden.

Woher haben Sie übrigens die Zahl von 0,00001%? Erklären Sie doch bitte den Rechenweg.

Prof. Christian Pfeiffer*1 (Kriminologe)und ehemaliger Minister und Michael Wallies (Medizinstudent)teilen Übrigrens unsere Aufassungen. Alles ´Unfug´?

Zitat:


Je mehr man Ego-Shooter spielt, desto höher ist die eigene Gewaltbereitschaft...



06.02.2008 :
Zitat:


...Es gibt keine einzige Studie, die wissenschaftlich nach den Regeln der Kunst durchgeführt wurde und nicht erbracht hätte: visuell verarbeitete Gewalt, passiv genossen, hat mittelstarke Effekte. Aktiv gespielte Gewalt hat hohe Effekte. Die Computerindustrie konnte mir bisher weder Wissenschaftler noch Studien nennen, die das Gegenteil erbringen, weil es sie schlicht nicht gibt.


Prof C. Pfeiffer

Hier dazu der LINK zur ´Phoenix - Runde´ / Nach dem Amoklauf – Wie gefährlich sind ´Killerspiele´?

http://www.phoenix.de/content/phoenix/die_sendungen/diskussionen/231281#

Quellen :
http://actiongames-adenturegames.suite101.de/article.cfm/computerspiele_und_gewalt

*1 http://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Pfeiffer
Comment
von vadunon vadunon ist gerade offline | 18.3.2009 15:07 Uhr
@epunion.de
Bei allem Respekt Medizinstudenten gegenüber - ein Medizinstudent ist kein Experte zum Thema Medienkonsum. Zu Prof. Christian Pfeiffer zitiere ich aus dem Wikipedia-Artikel:

"Pfeiffers Aussagen und Schlussfolgerungen sind umstritten, nicht zuletzt, da die den Studien zugrundeliegenden Quellen in vielen Fällen nicht veröffentlicht wurden."
und
"Eine Korrelation zwischen Videospielen und einer damit zusammenhängenden Gewaltbereitschaft der User konnte nicht nachgewiesen werden"
Was Prof. Pfeiffers Zitat zu Studien angeht: Es ist bemerkenswert schwammig, wenn er nur allgemein von "Effekten" spricht. Ein Effekt ist auch eine 2minütige Phase, in der die Erregbarkeit gesteigert ist und danach wieder sinkt. Das ist übrigens tatsächlich nachgewiesen - aber nicht gefährlich.

Darüber hinaus gibt selbst Pfeiffer zu: "Erst in Kombination mit Faktoren, wie Gewalt in der Familie, soziale Randlage, Misserfolg in der Schule, falsche Freunde, bewirken solche Spiele, dass man doch mit höherer Wahrscheinlichkeit gewalttätig wird." Mich würde sehr interessieren, auf was für Studien er sich da bezieht - Studien, die bei so vielen negativen Faktoren den Einfluss der Computerspiele herausfiltern können. Meines Wissens existieren solche Studien nämlich nicht.

Davon abgesehen ist es eines der Zeichen einer freiheitlichen Grundordnung, nur Sachen zu verbieten, wenn es dringend notwendig ist. Wir verbieten ja nicht einmal das Rauchen, obwohl es nachweislich schädlich ist, süchtig macht und geschätzt zu 3.300 toten PASSIVrauchern jedes Jahr in Deutschland führt. Für die Verantwortung von Computerspielen in puncto Amokläufe gibt es keine belastbaren Indizien, geschweige denn den Hauch eines Beweises. Es ist weder juristisch möglich noch gesellschaftlich wünschenswert, in einer solchen Lage ein Verbot für eine Freizeitbeschäftigung auszusprechen - auch wenn sie dem eigenen Geschmack noch so sehr widerstreben mag.
Comment
von epunion.de epunion.de ist gerade offline | 18.3.2009 17:20 Uhr
@vadunon
Klar, Verbote gibt es nur, wenn sich eine demokratische Gesellschaft darauf verständigt, dass diese Vebote sinnvoll sind. Deswegen diskutieren wir hier auch alle. Das ist gelebte Deomkratie. Ihr zitierter Satz aus wikipedia, dass es keinen Zusammenhang zwischen Gewaltbereitschaft und Videospielen gebe, ist offensichtlich eine verfälschte Wiedergabe der Aussagen Pfeiffers durch den WIKI-Autor. Diese Aussage widerspricht grundlegend den Aussagen Pfeiffers aus dem von uns gebrachten Interviewausschnitt und bleibt durch den WIKI-Autor unbelegt.

Natürlich spielen immer mehrere Faktoren eine Rolle bei der Entwicklung Jugendlicher. Das wird von uns auch nie bestritten worden. Zur Tat gehört auch eine psychische Veranlagung, Störung, Erkrankung usw.

Aber ein angeblich geringer Einfluss von Medien und von Killerspielen? Warum Ihre Verharmlosungsversuche?

Es gibt keine Studie, die IHRE Behauptung belegt.

Zitat:


Die These, wonach die Schulnoten (und PISA-Leistungen) umso schlechter ausfallen, je mehr Zeit die Kinder und Jugendlichen mit Medienkonsum verbringen und je gewaltintensiver dessen Inhalt ist, hat sich klar bestätigt.... Eine Analyse des KFN zur Alterseinstufung von gewalthaltigen Computerspielen durch die USK hat zudem erbracht, dass nur bei gut einem Drittel der Spiele von einer angemessenen Alterseinstufung ausgegangen werden kann. Wir empfehlen deshalb eine grundlegende Reform der Selbstkontrolle von Unterhaltungssoftware.



Das die Aussagen Pfeiffers nicht belegt seien, ebenfalls eine fadenscheinige Behauptung des Wiki-Autors (s. Quellenangaben der u.a. Studie)

Quelle :
Die PISA-Verlierer – Opfer ihres Medienkonsums.
Eine Analyse auf der Basis verschiedener empirischer Untersuchungen. Die PISA-Verlierer – Opfer ihres Medienkonsums
Seiten 20/21 (PDF Dokument)
http://www.kfn.de/versions/kfn/assets/pisaverlierer.pdf




Comment
von kritiker_01 kritiker_01 ist gerade offline | 18.3.2009 15:37 Uhr
Oh Gott den Pfeiffer .... @epunion.de
als Maßstab zu nehmen zeugt nur von einem "Unüberlegtheit". Der hat schon bei anderem völlig daneben gelegen.

Und Ihrer "bescheidenen" Logik folgend müsste ich mit 25 Jahren Killerspielerfahrung längst hingegangen sein und ein Massaker veranstaltet haben. Oh nein, so einfach ist es nun doch nicht lieber epunion.de. Da müssen wohl noch andere Faktoren eine Rolle spielen bevor wer zum Amokläufer wird. Vielleicht sollten Sie sich mal mehr mit diesen anderen Faktoren auseinander setzen bevor Sie hier nur Dummfug von sich geben.

Lesen Sie mal den Kommentar von "vadunon", denn der wiederlegt ihren so hoch geschätzen Herrn Pfeiffer (Was nun auch nicht weiter schwer ist). Nehmen Sie nur das neue "Machwerk" ihres Herrn Pfeiffer, da kommt er auf ganz andere Zahlen als das Bundeskriminalamt. Na huch, wer liegt denn nun falsch Pfeiffer oder das BKA ?

Falls ich es Ihnen noch nicht geschrieben habe:

1) Waffen töten nicht, es sind immer Menschen die Waffen einsetzen um zu töten.
2) Auch Spiele töten nicht. Oder schon mal ein Spiel gesehen (Außer im Film) das hingeht und mordet ?
3) Wenn sich einer durch eine Waffe oder ein Spiel animiert fühlt andere zu verletzen oder zu töten, so sollte sich diese Person ganz schnell in entsprechende Betreuung begeben.

Aber ich fürchte in Ihrer bescheidenen Denkweise werden Sie erneut nicht begreifen das zum Auslösen eines Amoklaufes mehrere Faktoren zusammen kommen müssen. Und ein Killerspiel ist "keines" dieser Faktoren. Denn wie vadunon schon schrieb: "Solche Menschen verfügen aufgrund eines defekten sozialen Umfeldes über Aggressionen - und Ballerspiele eignen sich hervorragend dazu, Aggressionen auszuleben. Man sollte Ursache und Wirkung nicht verwechseln." Na begriffen ? Ich fürchte allerdings "nein".
Comment
von unbekannt | 17.3.2009 19:57 Uhr
Ich sehe zwei Probleme
Erstens die Waffen:
Distanzwaffen und automatische Waffen, gehören nicht in die Hände der Bürger. Am besten in niemandes Hände. Denn solche Waffen erleichtern das Verletzen und Töten im großen Stil.

Zweitens die Gesellschaft:
Sie lässt sich von niedrigstem Dreck "unterhalten". Menschen werden vorgeführt, die letzten Unterklasse-Trottel, die kaum lesen und schreiben können, werden zu "Vorbildern" und "Stars" erklärt. In Filmen wird geprügelt, gestochen, geschossen. Ab 22 Uhr aufgeschlitzt und gefoltert. Titten wabbeln über den Bildschirm und große Telefonnummern, die jeder besoffene Halbaffe noch erkennen kann, sollen angerufen werden. Aus dem Radio quillt stumpfe Kaufhausmusik und plappern dämliche Moderatoren kichernd über alles und jeden. Die lieben Kleinen sitzen mit verkrampften Händen und einem toten Blick vor Computerbildschirmen, auf denen sie virtuell Monstermenschen verfolgen und abschlachten. In der Küche erhizt Mammi eine Fertigmahlzeit in der Mikrowelle (das dauert aber...).

Und wie sieht es am Arbeitsplatz aus? Die Leute werden gemobbt und mobben andere. Alle haben Angst, ihren "Job" zu verlieren. Welchen "Job" sie machen, das ist egal, Hauptsache, sie haben einen. Die wirklich wichtigen Arbeiten werden unterbezahlt (z.B. Polizei, Krankenpflege, Altenpflege, Bäckerei, Landwirtschaft) während die überflüssigen hoch bezahlt werden (z.B. Werbeindustrie, Makler, Banker, TV-Moderator). Alle funktionieren.

In diesem Mainstream-Brei (ich habe völlig übertrieben) wachsen Kinder auf, denen keiner mehr zuhört, die nicht wissen, ob sie sich nun für die Britney-Spears-Karriere oder den geilen Guido-Westerwelle-Erfolg fit machen sollen...

Die Eltern wissen auch nicht mehr, was richtig ist. Hauptsache "Job", Hauptsache Geld, Hauptsache "oben" sein. Au weia!

Ich glaube, der Amoklauf ist viel banaler, als wir es uns wünschen. Es gibt keine Erklärung, es ist ganz normal. Zum Glück sehr selten. Ein Festmahl für die Medien in unserer Gesellschaft.
Comment
von beinta beinta ist gerade offline | 17.3.2009 20:59 Uhr
Übertrieben...
haben Sie nicht, fürchte ich.
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von epunion.de epunion.de ist gerade offline | 17.3.2009 20:01 Uhr
Demut 2
Die Behauptung, dass es keinen Zusammenhang zwischen EGO-Shootern und diesen Taten gäbe, ist ebenfalls nur eine These. Aber Sie paßt offenbar besser in den Mainstream der Gesellschaft.
Ja, sogar der ´Secret Service´ in den USA will herausgefunden haben, dass es keinen Zusammenhang zwischen diesen Spielen und ausgeübten Taten gäbe. Wen wundert das? Also springt ein Teil der Wissenschaft im Lehminggalopp auf den Zug und spricht scheinbar weise : Ja, solche Spiele machen ein wenig agressiv, schaffen aber keine Täter. Und warum ist die Reaktion auf Verbots. bzw. Einschränkungsforderungen so agressiv? Warum ist die Antwort auf all die Fragen zu diesen Taten so entgültig?

Wenn es um genmanipulierten Mais geht, urteilt Herr Kekule ganz anders und nimmt Thesen und Fiktion über die Folgen für das Ökosystem sehr ernst. Auch hierzu gibt es lediglich zahlreiche Thesen. In der ZEIT schrieb er :

Zitat:


Die Maissorte MON810 wurde gentechnisch so verändert, dass sie ein Gift gegen den Maiszünsler produziert, dessen Larven sich in die Stängel der Maispflanze fressen. Er hat sich in Deutschland ausgebreitet, weil beim maschinellen Maisanbau im großen Stil die Stoppel, in denen sich die Larven verpuppen, nicht mehr untergepflügt werden. Das Gift wirkt aber, in geringerem Ausmaß, auch auf andere Insektenarten und auf Würmer. Eine unkontrollierte Ausbreitung könnte deshalb langfristige Auswirkungen auf das Ökosystem haben.


Quelle :
http://www.zeit.de/online/2009/10/kekule-genmais?page=2

Bei diesem Thema wird kritisch hinterfragt. Bei bestimmten PC_Spielen hingegen stehen die Antworten fest, wie wir der Überschrift entnehmen können, obwohl sich lediglich auch nur Thesen gegenüberstehen. Warum?

Quellen :
http://w4.siemens.de/siemensforum/sf_erlangen/sothe08_healthcare/pdf/vitae_prof_kekule.pdf
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von lionfood lionfood ist gerade offline | 17.3.2009 21:05 Uhr
Die Waffen also...
Jaja, die bösen Waffen waren es dann also... Den Menschen trifft kein Fehler. Dann sollte man doch konsequenterweise all die Aliens verhaften die sie herstellen, verkaufen und die ihren Verkauf leglisieren, oder?
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von winnie_1957 winnie_1957 ist gerade offline | 17.3.2009 21:11 Uhr
Waffenrecht
Das, was uns beim Waffenrecht fehlt, ist meiner Meinung nach ein Bundeszentralregister. So wie es für Autos schön üblich ist. Aber abgesehen davon wird es niemals einen hundertprozentigen Schutz geben; ebenso wie es Autofahrten ohne Führerschein gibt, obwohl der Führerschein Pflicht ist. Was bleibt, ist die Frage, wie man verhindern kann, daß junge Menschen zu einer solchen Verzweifelungstat animiert werden, bzw. in die absolute innere Isolation abdriften, aus der es dann - wohl aus ihrer eigenen Sicht - nur diesen einen verhängnisvollen Weg gibt ...???!!!
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von berggeist berggeist ist gerade offline | 17.3.2009 22:06 Uhr
Ausflüchte von A - Z
Es wird also Zeit, das unser Grundgesetz eine grundlegende Überarbeitung oder Neufassung erfährt. Oder liegt es nur an der Auslegung?

Killerspiele sind schlicht überflüssig und durch Sinvolles zu ersetzen. Geübt und Trainiert jedenfalls darf nur das werden, was Anwendung finden soll. Das Einüben von Fehlern und falschen, schädlichen Verhaltensweisen ist einfach zu unterbinden. Ich spare mir dazu erneute weitere Ausführungen.

Berggeist
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von kritiker_01 kritiker_01 ist gerade offline | 18.3.2009 10:29 Uhr
Da war er wieder ... @berggeist
der Moralapostel der bestmmen will was sinnvoll ist und was nicht. Der bestimmen will was die Leute in ihrer Freizeit zu tun und zu lassen haben, bzw. zu spielen oder eben nicht zu spielen haben. Woran erinnert mich so eine Vorgehensweise ? Ahja, jetzt fällt es mir wieder ein. Sowas nennt man in der Regel Diktatur. Also Meinungsdiktatur, Freizeitdiktatur, Gesinnungsdiktatur etc. pp.. Eine freie Gesellschaft definiert sich aber anders.

Nebenbei bemerkt gibt es jede Menge "Überflüssiges". Da fällt mir z.B. spontan das Handy oder der Computer ein.

Sie machen den selben Fehler wie all die anderen "Experten" Sie setzen bei der "Wirkung" an nicht bei der Ursache. Denn wenn 0,00001% von einem Killerspiel beeinflußt werden könnten (Denn absolut sicher ist dies nicht zu belegen) und 99,9999% nicht, dann muss doch bei diesen 0,00001% etwas anders sein als bei den restlichen 99,99999%. Und dieses "anders" sein gilt es heraus zu finden und dem entgegen zu wirken, bzw. wenn es möglich ist abzustellen. Nicht mehr und nicht weniger.

Alles andere ist Augenwischerei. Ich will dazu mal ein wenn auch krasses Beispiel geben. Wenn demnächst einer mit einem Baseballschläger oder Golfschläger Amok läuft und auf dessen Computer dann Baseball- oder Golfspiele gefunden werden, müssen diese Spiele dann ebenfalls verboten werden ? Weil der ist ja auch von diesen Spielen beeinflußt worden, sonst hätte er ja nicht den Baseballschläger oder Golfschläger benutzt.
Comment
von epunion.de epunion.de ist gerade offline | 18.3.2009 19:31 Uhr
@kritiker_01
Wir sollten die Diskussion beenden :

Zitat:


Man verdirbt einen Jüngling am sichersten, wenn man ihn anleitet, den Gleichdenkenden höher zu achten als den Andersdenkenden.



Friedrich Nietzsche
Comment
von berggeist berggeist ist gerade offline | 17.3.2009 22:11 Uhr
Bundeszentralregister ?
von winnie_1957 | 17.03.2009 21:11:24 Uhr

Das Bundeszentralregister für Waffen muss her, es ist einfach nur unglaublich, dass es dieses Register noch nicht gibt.

Berggeist
Comment
von schwarzesrauschen schwarzesrauschen ist gerade offline | 17.3.2009 23:17 Uhr
Waffen in den Vereinen
Die Waffen werden absichtlich nicht in den Vereinen eingeschlossen, um zu vermeiden, dass kriminelle Banden sich auf einen Schlag mit großen Waffenarsenalen eindecken können (sollten sie so einen Verein überfallen).
Wäre die betreffende Waffe sachgemäß gelagert worden, ja was wäre dann... hätte der Sohn den Waffenschrank öffnen können? Hätte er vielleicht ohnehin selbstverständlich Zugang dazu gehabt - ich meine: wer vermutet in seinem Kind schon einen latenten Amokläufer...
Ich bin mir selbst nicht ganz schlüssig, was ich bezüglich der Waffengesetze für richtig halten soll, eine Verschärfung oder eine Lockerung. Sicher ist eines: Die bösen Jungs werden immer Waffen haben, egal wie die Gesetzeslage ist.
Comment
von karnival karnival ist gerade offline | 18.3.2009 0:30 Uhr
Ahnungslosigkeit regiert die Welt der Älteren
Es ist schon frappierend, wie oft in selbst als angeblich wissenschaftlich recherchierten Artikeln die Autoren ihre Ahnungslosigkeit des Kulturbetriebes "Computerspiele" offenbaren.
Nicht nur, dass erhebliche Genre-Unterschiede vom Strategiespiel bis zum 1st Person-Shooter regelmäßig einfach ignoriert werden. Es werden auch Spiele, wie GTA oder Mafia, deren Figurenzeichnung, geschichtliche Dramaturgie und Ästhetik ohneweiteres vergleichbar ist mit Filmklassikern wie Boyz n the Hood von John Singleton oder den Machwerken Martin Scorseses, mal eben als sinn- und inhaltlose virtuelle Metzeleien dargestellt. Welch Ignoranz gegenüber einer Industrie, die schon längst mehr Umsatz macht, als Hollywood. Welch Verbohrtheit regiert hier, dass sich die Coen-Brüder mit ihrem vor Brutalität nur so strotzenden Film 'No Country for old man' als Genies feiern lassen dürfen, dass eine Herschar sogenannter Kritiker zwar in der Lage ist, die Ironie eines Tarantino vom Pathos eines Spielberg zu unterscheiden, aber sobald die Figuren per Maus bewegt werden, fällt der Blick nur noch durch die kulturpessimistische Brille.
Wer nicht weiß, worüber er redet, sollte es lieber bleiben lassen.
Comment
von mutexx mutexx ist gerade offline | 18.3.2009 0:55 Uhr
Falsch verstanden...
Aus dem Kommentar geht doch nur hervor, dass eine genauso signifikante Korrelation zwischen Amokläufen und "Killerspielen" wie mit Verzehr von festkochenden Kartoffeln besteht.
Also keine.

Der Koletaralschaden entsteht ja durch die 1,5 Millinen Kunden von Schusswaffen, nicht den 11,5 Mio Spielern!
Comment
von ja ja ist gerade offline | 18.3.2009 0:57 Uhr
Waffen töten, nicht "World of Warcraft" - Der Mensch zieht den Abzug oder drückt auf den Knopf der Waffe
Meine Sprachlosigkeit nach dem Amoklauf von Winnenden hat sich unabhängig von den Experten- Äußerungen (siehe Artikel)
in "Etwas verstehen" kanalisiert.
Ein Film des Regisseurs Uwe Boll hat mir dazu verholfen.
Der Titel des Filmes ist:
Heart of America.
Das ist ein geistig fein "gezeichneter" Film, ausleihbar in jeder guten Videothek, der den Werdegang und die Ausführung eines Amoklaufs beinhaltet.
P.s.:
Ich möchte keine Schleichwerbung an dieser Stelle veranstallten.
Aber:
Dieser Film sagt mehr aus, als das Geschwätz der sogenannten Experten, die sich über Winnenden äußern
!
Comment
von unbekannt | 18.3.2009 1:26 Uhr
Gewaltbereitschaft testen? Ha! Ha!

Wenn einer, der Amok lief, heftig am Computer gemordet hatte, dann ist das schon sehr aussagekräftig. Der Mensch ist ein Wesen, das von seiner Umgebung inspiriert wird. Jede negative Inspiration ist zu meiden. Die positive Inspiration ist zu suchen.

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