Sieben Jahre nach Erfurt ist die Diskussion neu entfacht, ob brutale Computerspiele eine Ursache für Amokläufe von Schülern sind. Doch Computerspiele erhöhen nicht die Gewaltbereitschaft. Massenmorde wie in Winnenden sind unvermeidbare Kollateralschäden eines anderen Problems.
Die Sprachlosigkeit nach dem Amoklauf von Winnenden dauerte nur wenige Stunden. Bereits am Abend des Tattages meldeten sich Innenpolitiker und Waffenexperten zu Wort und erklärten dem beunruhigten Volk, womit das Unglück auf keinen Fall etwa zu Tun haben kann: Das deutsche Waffenrecht sei „schon so was von dicht“, wie es ein Fachmann der Polizeigewerkschaft GdP ausdrückte, dass eine weitere Verschärfung nicht mehr Sicherheit bringe. Man sollte stattdessen lieber mal „nachbohren“, ergänzte Bayerns Ex-Ministerpräsident Günther Beckstein, ob der Täter „Killerspiele genutzt“ habe.
Sieben Jahre nach Erfurt ist die Diskussion neu entfacht, ob brutale Computerspiele eine Ursache für Amokläufe von Schülern sind. Doch die psychologische Datenlage ist dünn.
Eindeutig nachgewiesen ist immerhin, dass Ballerspiele (Ego- Shooter) wie „Counterstrike“ oder „Grand Theft Auto“ vorübergehend die Gewaltbereitschaft erhöhen. Wenn beispielsweise junge Probanden unmittelbar nach einigen Stunden Ego-Shooting aufgefordert werden, eine andere Person durch Lärm zu bestrafen, drehen sie die Lautstärke weiter auf als ohne vorheriges Ballerspiel. Ähnliche Experimente beweisen, dass brutale Computerspiele vorübergehend stärker gewaltbereit machen, als dies bei Gewaltvideos oder Gewaltcomics der Fall ist. Durch die virtuelle Realität und die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden, ist der emotionale „Lerneffekt“ beim Computerspiel stärker, gerade bei Kindern und Jugendlichen.
Doch bereits die nächste Frage, ob Ballerspiele auch längerfristig den Charakter beeinflussen, ist bislang ungeklärt. Bei Jugendlichen, die nur selten Killerspiele benutzen, konnte kein bleibender Einfluss auf die Gewaltbereitschaft nachgewiesen werden. Und geübte Spieler regt das virtuelle Gemetzel oft sogar weniger auf als Anfänger. Angesichts der riesigen Zahl der Anwender (alleine beim Marktführer „World of Warcraft“ sind es weltweit 11,5 Millionen) läge eine ursächliche Beteiligung an Amokläufen und anderen Gewalttaten, sofern es sie gibt, schon rein statistisch unterhalb der Nachweisgrenze. Ähnlich schwache statistische Zusammenhänge dürfte es mit dem Konsum von Gewaltfilmen, Hardcorepornos und Alkohol sowie mit Kampfsport, dem Testosteronspiegel und vielen anderen Faktoren geben. Auch als frühere Generationen mit Schreckschusspistolen „Du bist tot“ spielten, wurde ein Einfluss auf die Gewaltbereitschaft diskutiert. Ein Totalverbot von Shooter-Spielen, wie es Günther Beckstein und andere fordern, ist grundrechtlich nicht zu rechtfertigen.
Auch dass Neuntklässler durchschnittlich 141 Minuten täglich mit Computerspielen verbringen (15,8 Prozent der Jungen sogar über 4,5 Stunden), wie eine in dieser Woche veröffentlichte Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen zeigt, hat mit Gewaltbereitschaft nichts zu tun. Die derzeit im Zusammenhang mit dem Winnenden-Massaker zitierte Studie unterscheidet nämlich nicht zwischen aggressiven und friedlichen Spielen.
Was bleibt also, um Amokläufen an Schulen vorzubeugen? Der Lehrerverband will mehr Schulpsychologen. Die Polizeigewerkschaft fordert Zugangskontrollen mit Chipkarten. Kriminalpsychologen wollen mit Fragebögen potenzielle Amokläufer identifizieren. Familienministerin von der Leyen will über Gewalt aufklären. Der Philologenverband schlug eine Gefahrenzulage für Lehrer vor.
Nur das Waffenrecht, darin ist sich sogar die große Koalition einig, darf nicht geändert werden. Dabei steht fest, dass der Täter von Winnenden nicht nur Gewaltspiele „genutzt“ hat – sondern auch eine großkalibrige Beretta 92 aus dem Waffenarsenal seines Vaters. Wie dieser sind rund 1,5 Millionen Deutsche in Schützenvereinen organisiert. Dass Millionen legale Waffen samt Munition in deutschen Privathaushalten lagern, ist ein auf die mittelalterlichen Bürgerwehren zurückgehender Anachronismus. Warum müssen die Sportschützen heute, wo alle Gewalt vom Staat ausgeht, ihre Waffen nicht im Verein einschließen? Oder zumindest die Munition? Solange der Staat seinen Bürgern erlaubt, sich als Hobby private Waffenarsenale anzulegen, sind Massenmorde wie in Winnenden unvermeidbare Kollateralschäden.
Der Autor ist Institutsdirektor und Professor für Medizinische Mikrobiologie in Halle.
(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 18.03.2009)
Kommentare [ 71 ] Kommentar hinzufügen »
Menschen töten und nicht die Waffen.
... und es sind schon genug Menschen im Staatsdienst "legal" "ausgerastet" und haben viel Leid über das Volk gebracht.
ro
Das Thema Selbstmord mit Armee-Waffen ist in der Schweiz lange totgeschwiegen worden, ist aber sehr real. Seit Kurzem lagern die meisten Reservisten keine Munition mehr zu Hause.
Unter Wissenschaftlern ist übrigens folgender Satz schon länger bekannt: "Manche Darstellungen von medialer Gewalt können für manche Individuen unter manchen Bedingungen negative Folgen nach sich ziehen." - Da ist es fast schon irrelevant welches Medium dort genau wirkt, wenn eine Pathologie vorliegt.
Diese unsinnige Diskussion über das 'Verbot von Killerspielen' ist damit hoffentlich beendet, zumal schwerjugendgefährdende Computerspiele nach §130 und §131 des Strafgesetzbuches sowieso in Deutschland verboten sind. Vielleicht sollte Herr Beckstein sich dieses Mal zu Gemüte führen, Zeit dürfte er ja nun genug haben.
Vorschlag zur Gegendiskussion - wie wäre es mal über ein Elterntauglichkeitstest nachzudenken? ;)
Aber darum geht es doch grade! Es regt sie nicht mehr auf, es stumpft sie ab! Sie nieten mal eben Virtuell ein Paar Dutzend Leute um, ohne mit der Wimper zu zucken.
Neulich kam eine sehr gute Doku im Fernsehen (leider erst Nachts) über die Auswirkungen von Ego-Shootern auf die Persönlichkeit, und da wurde festgestellt, daß solche Spiele sehr wohl mit dazu beitragen können, daß jemandem die Hemmung fehlt, wenn man sich in der Wirklichkeit in einer ähnlichen Situation befindet, wie in den Spielen. Das Gehirn schaltet dann auch in der Realität auf Autopilot und der Körper führt die eingeübten Abläufe aus.
Niemand hat gesagt, daß diese Spiele aus glücklichen, friedlichen Menschen Killermaschinen machen, aber sie sind durchaus ein Teil des Puzzles, wenn man solche Fälle, wie nun in Winnenden, analysiert.
Dazu gibt´s den passenden Sound: "Gott sei Dank Mann, gibt´s ne Pumpgun!"
Aber manche Leute können nicht abstrahieren.
Wie schon mehrfach gesagt: Auch der schlimmste Psychopath kann nicht Massenmord begehen ohne echte Waffen.
Ich werde eh nie begreifen wie irgend welche senilen Politiker oder verdrehten/überdrehten Wissenschaftler sich überhaupt ein Urteil über Leute erlauben können die Egoshooter spielen "ohne" selber zu spielen geschweige denn Mitglied in einem Clan oder einer ähnlichen Vereinigung zu sein. Hier werden mal wieder "alle" über einen Kamm geschert.
Ich will nicht bestreiten das es eventuell auch Leute gibt die sich von Egoshooter beeinflußen lassen. Aber bei denen liegt dann bereits ein entsprechender Defekt im Zwischenmenschlichenbereich vor. Und hier muss man ansetzen. Warum ist einer eventuell empfänglich. Was für Probleme hat er usw. usw.. Denn eines ist doch "glasklar" gemessen an den Millionen von Menschen die Egoshooter spielen, dürfte die Anzahl derer die sich von diesen Spielen beeinflußen lassen oder inspiriert fühlen das nachzuspielen im Bereich von 0,00001% befinden. Das heißt man will 99,99999% der "normalen" Spieler ihr Spiel verbieten weil 0,00001% der Spieler einen "Defekt" aufweisen der zu Gewalttaten führen kann. Dann müsste man ebenso Autos, Motorräder etc. verbieten, denn hier liegt die Prozentzahl derer die "bewußt" unter Alkohol und Drogen fahren und somit die Allgemeinheit gefährden bei weitem höher.
Und was diese "dummen" Versuche angeht die in dem Artikel beschrieben werden, kleine Frage dazu. Hatte man eine Kontrollgruppe die statt der Egoshooter z.B. Autorennen oder andere Spiele am Computer gespielt haben ? Nein ? Dann taugen diese Versuche nämlich nur zu einem, für den Mülleimer.
Ich verfolge die Diskussion um "Killerspiele" aufmerksam, da ich sie als interessantes Beispiel für das Entstehen eines Dogmas oder fast schon einer Ideologie sehe. Eine Meinung verbreitet sich über Politiker und Medien zu Bürgern und generiert dadurch eine Diskussion, in der Teile der freiheitlichen Grundordnung ignoriert werden (verbieten wir diese Computerspiele einfach!). Und weder Politiker noch Medien noch die "besorgten Bürger" haben Ahnung, wovon sie da reden - weil sie sich nicht die Mühe gemacht haben, nach seriösen Informationen zu suchen. Es gibt ausgiebige Studien zum Thema Ego-Shooter und ähnlicher Computerspiele, die diese freisprechen; seriöse Studien, die den Befürwortern eines Verbotes recht geben, habe ich auf meiner langen Suche jedoch keine gefunden. Da die Tatsachen aber der Theorie widersprechen, werden sie ignoriert.
Es wundert mich übrigens nicht, wenn ein Amokläufer Ballerspiele gespielt hat: Solche Menschen verfügen aufgrund eines defekten sozialen Umfeldes über Aggressionen - und Ballerspiele eignen sich hervorragend dazu, Aggressionen auszuleben. Man sollte Ursache und Wirkung nicht verwechseln.
Computerspiele sind nicht Teil des Alltags der Politiker und auch nicht Teil des Alltags vieler Menschen in den mittleren Jahren. Deswegen sind sie diesen suspekt und damit ein beliebtes Angriffsziel. Die Entrüstung, dass der Vater des Jungen eine Schusswaffe, also ein dezidiertes Tötungsinstrument, frei herumliegen ließ, hält sich dagegen in Grenzen - Schützenvereine sind ja "normaler" Teil unseres Lebens. Bequemerweise unterbleibt somit differenzierte Untersuchung, die unbequeme Wahrheiten aufdecken könnte.
Ach ja: Hat der Amokläufer gewalttätige Filme gesehen? Sollte man vielleicht den "Tatort" verbieten?
... jedoch halte ich die Diskussion so für zu einfach: Hätte er keine Waffen gehabt, gäbe es keine Toten.
Das wäre zumindest der Anfang! (Jede Waffe müsste verboten werden!! ... nicht nur in privater Hand!) Hier verlasse ich aber die Realität, denn ich meine, auch der Waffenbesitz in staatlicher Hand (als Machtmonopol der Demokratie) richtet viel Unheil an. Dieses Unheil drückt sich in einer Vielzahl von Getöteten und Kriege aus! Das werde ich auch gar nicht weiter vertiefen, denn ich möchte zu dem tragischen Geschehen in Winnenden Bezug nehmen und einen Lösungsansatz zur Vermeidung liefern.
Um aber einer Ursache auf die Spur zu kommen, nützt es natürlich nichts, der kranken Gesellschaft die Schuld zu geben. (Wobei auch eine Schuldzuweisung niemals etwas Geschehenes ungeschehen macht.) Weil eine Verantwortungsübernahme mit einer Verhaltensänderung einhergehen müsste. Die Anklage der Gesellschaft ist mir auch zu anonym.
Das Elternhaus, der Kindergarten, die Schule und der "erste Freundeskreis" sind die prägenden Institutionen einer intakten bzw. gestörten Entwicklung. Hier muss deshalb zwangsläufig auch der Ansatz einer Lösung erfolgen. Respekt (Achtung, Wertschätzung) und Verantwortung für seine Mitmenschen werden in diesen Jahren der Entwicklung festgelegt.
Hierzu benötigen Menschen auch keine Tausende von Gesetzesanwendungen und deren Ausnahmen. So kompliziert ist es gar nicht. Die Einhaltung der "Zehn Gebote", ja!!! es sind dem Grunde nach nur zehn! Regeln, würden das Zusammenlaben schon lebenswerter machen (Das betrachte ich jetzt keinesfalls religiös sondern eher von den Inhalten).
... 2
Diese Volksvertretung sollte in erster Linie in der Lage sein, soviel Personal für Kindergärten und Schulen sowie die Unterstützung der Eltern im Transfer von Bildung (Kultur, Sport etc.) und sozialer Kompetenz zu gewährleisten, dass diese Auswüchse der Geschehnisse - hier Winnenden - schon im Keim erkennbar und beeinflussbar werden.
Da der Mensch unzulänglich ist - das ist auch gut so für seine Entwicklung - werden wir trotzdem keine menschlichen Tragödien vermeiden können, schon gar nicht durch gesetzliche Beschränkungen.
Unterhalte Sie sich doch einmal mit Lehrern, Sozialarbeitern und Kultureinrichtungen darüber, inwieweit deren Handlungsspielraum zum Einen durch einen Wust von Paragraphen und zum Anderen durch fehlende Mittel und fehlender anderer staatlicher Unterstützung (Motivation) beschränkt wird.
Unsere Volksvertreter werden durch Lobbyisten (... auch Partei- und Machtinteressen) und Juristen gelenkt und vernachlässigen sträflich die eigentliche Zelle der Gesellschaft, z.B. die Familie).
Die (unabhängig sollten sie sein) Medien fördern obendrein die Untaten der Politik. Sie sind keinesfalls auf Seiten der Bürger. Wie Sie auch feststellen werden, die Täter-Opfer-Beziehung wird immer in die typische Richtung aufbereitet: Die Opfer werden zur Randfigur.
... so wie in der Politik der Bürger zur Randfigur wird, es sei denn, es ist Wahltag. Aber auch diese Versprechen sind schon am nächsten Tag gebrochen. Je länger ich auf der Welt bin, desto mehr verachte ich diese Machenschaften!
ro
Es ist eine Frage der Ethik und Freiheit wird auch in einer Demokratie an bestimmten Stellen sinnvoll durch Gesetze eingeschränkt. Das ist auch Demokratie. Und es geht um Maßnahmenpakete. Nur ein Verbot oder eine Einschränkung der Spielekultur genügen nicht - auch das Waffengesetz muss verschärft werden.
Woher haben Sie übrigens die Zahl von 0,00001%? Erklären Sie doch bitte den Rechenweg.
Prof. Christian Pfeiffer*1 (Kriminologe)und ehemaliger Minister und Michael Wallies (Medizinstudent)teilen Übrigrens unsere Aufassungen. Alles ´Unfug´?
06.02.2008 :
Prof C. Pfeiffer
Hier dazu der LINK zur ´Phoenix - Runde´ / Nach dem Amoklauf – Wie gefährlich sind ´Killerspiele´?
http://www.phoenix.de/content/phoenix/die_sendungen/diskussionen/231281#
Quellen :
http://actiongames-adenturegames.suite101.de/article.cfm/computerspiele_und_gewalt
*1 http://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Pfeiffer
"Pfeiffers Aussagen und Schlussfolgerungen sind umstritten, nicht zuletzt, da die den Studien zugrundeliegenden Quellen in vielen Fällen nicht veröffentlicht wurden."
und
"Eine Korrelation zwischen Videospielen und einer damit zusammenhängenden Gewaltbereitschaft der User konnte nicht nachgewiesen werden"
Was Prof. Pfeiffers Zitat zu Studien angeht: Es ist bemerkenswert schwammig, wenn er nur allgemein von "Effekten" spricht. Ein Effekt ist auch eine 2minütige Phase, in der die Erregbarkeit gesteigert ist und danach wieder sinkt. Das ist übrigens tatsächlich nachgewiesen - aber nicht gefährlich.
Darüber hinaus gibt selbst Pfeiffer zu: "Erst in Kombination mit Faktoren, wie Gewalt in der Familie, soziale Randlage, Misserfolg in der Schule, falsche Freunde, bewirken solche Spiele, dass man doch mit höherer Wahrscheinlichkeit gewalttätig wird." Mich würde sehr interessieren, auf was für Studien er sich da bezieht - Studien, die bei so vielen negativen Faktoren den Einfluss der Computerspiele herausfiltern können. Meines Wissens existieren solche Studien nämlich nicht.
Davon abgesehen ist es eines der Zeichen einer freiheitlichen Grundordnung, nur Sachen zu verbieten, wenn es dringend notwendig ist. Wir verbieten ja nicht einmal das Rauchen, obwohl es nachweislich schädlich ist, süchtig macht und geschätzt zu 3.300 toten PASSIVrauchern jedes Jahr in Deutschland führt. Für die Verantwortung von Computerspielen in puncto Amokläufe gibt es keine belastbaren Indizien, geschweige denn den Hauch eines Beweises. Es ist weder juristisch möglich noch gesellschaftlich wünschenswert, in einer solchen Lage ein Verbot für eine Freizeitbeschäftigung auszusprechen - auch wenn sie dem eigenen Geschmack noch so sehr widerstreben mag.
Natürlich spielen immer mehrere Faktoren eine Rolle bei der Entwicklung Jugendlicher. Das wird von uns auch nie bestritten worden. Zur Tat gehört auch eine psychische Veranlagung, Störung, Erkrankung usw.
Aber ein angeblich geringer Einfluss von Medien und von Killerspielen? Warum Ihre Verharmlosungsversuche?
Es gibt keine Studie, die IHRE Behauptung belegt.
Das die Aussagen Pfeiffers nicht belegt seien, ebenfalls eine fadenscheinige Behauptung des Wiki-Autors (s. Quellenangaben der u.a. Studie)
Quelle :
Die PISA-Verlierer – Opfer ihres Medienkonsums.
Eine Analyse auf der Basis verschiedener empirischer Untersuchungen. Die PISA-Verlierer – Opfer ihres Medienkonsums
Seiten 20/21 (PDF Dokument)
http://www.kfn.de/versions/kfn/assets/pisaverlierer.pdf
Und Ihrer "bescheidenen" Logik folgend müsste ich mit 25 Jahren Killerspielerfahrung längst hingegangen sein und ein Massaker veranstaltet haben. Oh nein, so einfach ist es nun doch nicht lieber epunion.de. Da müssen wohl noch andere Faktoren eine Rolle spielen bevor wer zum Amokläufer wird. Vielleicht sollten Sie sich mal mehr mit diesen anderen Faktoren auseinander setzen bevor Sie hier nur Dummfug von sich geben.
Lesen Sie mal den Kommentar von "vadunon", denn der wiederlegt ihren so hoch geschätzen Herrn Pfeiffer (Was nun auch nicht weiter schwer ist). Nehmen Sie nur das neue "Machwerk" ihres Herrn Pfeiffer, da kommt er auf ganz andere Zahlen als das Bundeskriminalamt. Na huch, wer liegt denn nun falsch Pfeiffer oder das BKA ?
Falls ich es Ihnen noch nicht geschrieben habe:
1) Waffen töten nicht, es sind immer Menschen die Waffen einsetzen um zu töten.
2) Auch Spiele töten nicht. Oder schon mal ein Spiel gesehen (Außer im Film) das hingeht und mordet ?
3) Wenn sich einer durch eine Waffe oder ein Spiel animiert fühlt andere zu verletzen oder zu töten, so sollte sich diese Person ganz schnell in entsprechende Betreuung begeben.
Aber ich fürchte in Ihrer bescheidenen Denkweise werden Sie erneut nicht begreifen das zum Auslösen eines Amoklaufes mehrere Faktoren zusammen kommen müssen. Und ein Killerspiel ist "keines" dieser Faktoren. Denn wie vadunon schon schrieb: "Solche Menschen verfügen aufgrund eines defekten sozialen Umfeldes über Aggressionen - und Ballerspiele eignen sich hervorragend dazu, Aggressionen auszuleben. Man sollte Ursache und Wirkung nicht verwechseln." Na begriffen ? Ich fürchte allerdings "nein".
Distanzwaffen und automatische Waffen, gehören nicht in die Hände der Bürger. Am besten in niemandes Hände. Denn solche Waffen erleichtern das Verletzen und Töten im großen Stil.
Zweitens die Gesellschaft:
Sie lässt sich von niedrigstem Dreck "unterhalten". Menschen werden vorgeführt, die letzten Unterklasse-Trottel, die kaum lesen und schreiben können, werden zu "Vorbildern" und "Stars" erklärt. In Filmen wird geprügelt, gestochen, geschossen. Ab 22 Uhr aufgeschlitzt und gefoltert. Titten wabbeln über den Bildschirm und große Telefonnummern, die jeder besoffene Halbaffe noch erkennen kann, sollen angerufen werden. Aus dem Radio quillt stumpfe Kaufhausmusik und plappern dämliche Moderatoren kichernd über alles und jeden. Die lieben Kleinen sitzen mit verkrampften Händen und einem toten Blick vor Computerbildschirmen, auf denen sie virtuell Monstermenschen verfolgen und abschlachten. In der Küche erhizt Mammi eine Fertigmahlzeit in der Mikrowelle (das dauert aber...).
Und wie sieht es am Arbeitsplatz aus? Die Leute werden gemobbt und mobben andere. Alle haben Angst, ihren "Job" zu verlieren. Welchen "Job" sie machen, das ist egal, Hauptsache, sie haben einen. Die wirklich wichtigen Arbeiten werden unterbezahlt (z.B. Polizei, Krankenpflege, Altenpflege, Bäckerei, Landwirtschaft) während die überflüssigen hoch bezahlt werden (z.B. Werbeindustrie, Makler, Banker, TV-Moderator). Alle funktionieren.
In diesem Mainstream-Brei (ich habe völlig übertrieben) wachsen Kinder auf, denen keiner mehr zuhört, die nicht wissen, ob sie sich nun für die Britney-Spears-Karriere oder den geilen Guido-Westerwelle-Erfolg fit machen sollen...
Die Eltern wissen auch nicht mehr, was richtig ist. Hauptsache "Job", Hauptsache Geld, Hauptsache "oben" sein. Au weia!
Ich glaube, der Amoklauf ist viel banaler, als wir es uns wünschen. Es gibt keine Erklärung, es ist ganz normal. Zum Glück sehr selten. Ein Festmahl für die Medien in unserer Gesellschaft.
Ja, sogar der ´Secret Service´ in den USA will herausgefunden haben, dass es keinen Zusammenhang zwischen diesen Spielen und ausgeübten Taten gäbe. Wen wundert das? Also springt ein Teil der Wissenschaft im Lehminggalopp auf den Zug und spricht scheinbar weise : Ja, solche Spiele machen ein wenig agressiv, schaffen aber keine Täter. Und warum ist die Reaktion auf Verbots. bzw. Einschränkungsforderungen so agressiv? Warum ist die Antwort auf all die Fragen zu diesen Taten so entgültig?
Wenn es um genmanipulierten Mais geht, urteilt Herr Kekule ganz anders und nimmt Thesen und Fiktion über die Folgen für das Ökosystem sehr ernst. Auch hierzu gibt es lediglich zahlreiche Thesen. In der ZEIT schrieb er :
Quelle :
http://www.zeit.de/online/2009/10/kekule-genmais?page=2
Bei diesem Thema wird kritisch hinterfragt. Bei bestimmten PC_Spielen hingegen stehen die Antworten fest, wie wir der Überschrift entnehmen können, obwohl sich lediglich auch nur Thesen gegenüberstehen. Warum?
Quellen :
http://w4.siemens.de/siemensforum/sf_erlangen/sothe08_healthcare/pdf/vitae_prof_kekule.pdf
Killerspiele sind schlicht überflüssig und durch Sinvolles zu ersetzen. Geübt und Trainiert jedenfalls darf nur das werden, was Anwendung finden soll. Das Einüben von Fehlern und falschen, schädlichen Verhaltensweisen ist einfach zu unterbinden. Ich spare mir dazu erneute weitere Ausführungen.
Berggeist
Nebenbei bemerkt gibt es jede Menge "Überflüssiges". Da fällt mir z.B. spontan das Handy oder der Computer ein.
Sie machen den selben Fehler wie all die anderen "Experten" Sie setzen bei der "Wirkung" an nicht bei der Ursache. Denn wenn 0,00001% von einem Killerspiel beeinflußt werden könnten (Denn absolut sicher ist dies nicht zu belegen) und 99,9999% nicht, dann muss doch bei diesen 0,00001% etwas anders sein als bei den restlichen 99,99999%. Und dieses "anders" sein gilt es heraus zu finden und dem entgegen zu wirken, bzw. wenn es möglich ist abzustellen. Nicht mehr und nicht weniger.
Alles andere ist Augenwischerei. Ich will dazu mal ein wenn auch krasses Beispiel geben. Wenn demnächst einer mit einem Baseballschläger oder Golfschläger Amok läuft und auf dessen Computer dann Baseball- oder Golfspiele gefunden werden, müssen diese Spiele dann ebenfalls verboten werden ? Weil der ist ja auch von diesen Spielen beeinflußt worden, sonst hätte er ja nicht den Baseballschläger oder Golfschläger benutzt.
Friedrich Nietzsche
Das Bundeszentralregister für Waffen muss her, es ist einfach nur unglaublich, dass es dieses Register noch nicht gibt.
Berggeist
Wäre die betreffende Waffe sachgemäß gelagert worden, ja was wäre dann... hätte der Sohn den Waffenschrank öffnen können? Hätte er vielleicht ohnehin selbstverständlich Zugang dazu gehabt - ich meine: wer vermutet in seinem Kind schon einen latenten Amokläufer...
Ich bin mir selbst nicht ganz schlüssig, was ich bezüglich der Waffengesetze für richtig halten soll, eine Verschärfung oder eine Lockerung. Sicher ist eines: Die bösen Jungs werden immer Waffen haben, egal wie die Gesetzeslage ist.
Nicht nur, dass erhebliche Genre-Unterschiede vom Strategiespiel bis zum 1st Person-Shooter regelmäßig einfach ignoriert werden. Es werden auch Spiele, wie GTA oder Mafia, deren Figurenzeichnung, geschichtliche Dramaturgie und Ästhetik ohneweiteres vergleichbar ist mit Filmklassikern wie Boyz n the Hood von John Singleton oder den Machwerken Martin Scorseses, mal eben als sinn- und inhaltlose virtuelle Metzeleien dargestellt. Welch Ignoranz gegenüber einer Industrie, die schon längst mehr Umsatz macht, als Hollywood. Welch Verbohrtheit regiert hier, dass sich die Coen-Brüder mit ihrem vor Brutalität nur so strotzenden Film 'No Country for old man' als Genies feiern lassen dürfen, dass eine Herschar sogenannter Kritiker zwar in der Lage ist, die Ironie eines Tarantino vom Pathos eines Spielberg zu unterscheiden, aber sobald die Figuren per Maus bewegt werden, fällt der Blick nur noch durch die kulturpessimistische Brille.
Wer nicht weiß, worüber er redet, sollte es lieber bleiben lassen.
Also keine.
Der Koletaralschaden entsteht ja durch die 1,5 Millinen Kunden von Schusswaffen, nicht den 11,5 Mio Spielern!
in "Etwas verstehen" kanalisiert.
Ein Film des Regisseurs Uwe Boll hat mir dazu verholfen.
Der Titel des Filmes ist:
Heart of America.
Das ist ein geistig fein "gezeichneter" Film, ausleihbar in jeder guten Videothek, der den Werdegang und die Ausführung eines Amoklaufs beinhaltet.
P.s.:
Ich möchte keine Schleichwerbung an dieser Stelle veranstallten.
Aber:
Dieser Film sagt mehr aus, als das Geschwätz der sogenannten Experten, die sich über Winnenden äußern
!
Wenn einer, der Amok lief, heftig am Computer gemordet hatte, dann ist das schon sehr aussagekräftig. Der Mensch ist ein Wesen, das von seiner Umgebung inspiriert wird. Jede negative Inspiration ist zu meiden. Die positive Inspiration ist zu suchen.