Berlin -
Sieht man von den fatalistischen ("Dagegen kann man nichts machen"), pädagogischen ("Den jungen Menschen aufmerksamer zuhören") und feuilletonistischen ("Ein Spiegel unserer Gesellschaft") Reaktionen auf den Massenmörder Tim K. ab, konzentriert sich der eher praktische Teil der Debatte auf drei Forderungen: einen besseren Schutz vor solchen Taten an Schulen, eine Verschärfung der Waffengesetze und ein striktes Verbot von interaktiven Computer-Gewaltspielen. Auf die ersten beiden Punkte soll an dieser Stelle nur kurz eingegangen werden. Erstens: Metalldetektoren und bewaffnetes Sicherheitspersonal an deutschen Schulen - das will sich im Ernst kaum einer vorstellen, geschweige denn wünschen. Zweitens: Die Waffengesetze in Deutschland sind bereits recht streng, geprüft werden muss allerdings, ob insbesondere der Vater von Tim K. seine Aufsichtspflicht grob verletzt hat.
Bleibt das ewige Thema "Killerspiele". Tim K. war depressiv und zeitweise in psychiatrischer Behandlung. Aber Depressionen allein produzieren noch keinen Massenmörder. Auch für Waffen und gewaltlastige Computerspiele hatte Tim K. eine Vorliebe. Das gilt inzwischen als bestätigt. Mithin wird die Diskussion darüber neu entfacht. Zu hoffen ist, dass sie ernster und konsequenter geführt wird als in der Vergangenheit. Denn es ist erwiesen: Killerspiele am Computer fördern aggressives Verhalten bei Jugendlichen. Was fehlt, sind zwar Studien über die Auswirkungen einzelner Spiele, also die so genannten "spielespezifischen Informationen". Aber daraus zu schließen, dass die Gefährlichkeit solcher Spiele generell nicht bewiesen sei, wäre falsch. Gestritten wird unter Wissenschaftlern lediglich noch über die Höhe des negativen Effekts.
Ein häufig gehörtes Gegenargument lautet: Tausende von Jugendlichen spielen solche Spiele, ohne zu Amokläufern zu werden. Das stimmt. Und es stimmt auch: Weder Depressionen, noch Liebeskummer, Geltungsdrang, unterdrückte Aggressionen oder Mobbing allein erklären einen Massenmord. Doch Killerspiele verhalten sich zu späterer Aggression wie das Rauchen zum Lungenkrebs: Es ist ein statistischer Zusammenhang, keiner, der auf jedes Individuum zutrifft. Und statistisch betrachtet ist es so: Bei der virtuellen Gewalt lernen Jugendliche, dass Brutalität belohnt wird, etwas Gutes ist. Entsprechend werden Endorphine ausgeschüttet, Glückshormone. Derart konditioniert verhalten sich die späteren Amokläufer bei ihrer Tat. Die Fähigkeit zum Mitleiden wurde ihnen virtuell abtrainiert. Es ist kein Zufall, dass Killerspiele ursprünglich in Militärkreisen entwickelt wurden, um Soldaten emotionsloser, sprich: effektiver, zu machen.
Eine Ausweitung des Verbots von interaktiven Computer-Gewaltspielen muss Kosten und Nutzen abwägen. Natürlich lassen sich solche Verbote relativ leicht umgehen, aber nach dieser Logik müssten auch Ladendiebstahl und der Alkoholkonsum Minderjähriger erlaubt sein. Einmal andersherum gefragt: Was spricht für solche Spiele, abgesehen von dem "Kick"? Nichts, rein gar nichts. Jugendliche dürfen nicht wählen, keinen Joint rauchen, keinen Wodka trinken, aber sie dürfen am Computer lernen, wie man wehrlose Menschen hinrichtet? Das darf nicht sein, das darf nicht länger wahr sein!
Kommentare [ 130 ] Kommentar hinzufügen »
Sonst müßte man sich ja mit den wirklichen Ursachen auseinandersetzen ...
Dave Grossman, bis 1998 Dozent für Militärpsychologie und Offizier an der US-Militärakademie in West Point in der ´Zeit´
1999 :
M.C. : ´Ich habe gerade Green Berets trainiert. Wenn ich denen das erzähle, glauben sie es nicht.´
Ein durchschnittlicher Polizist hat eine Trefferquote von eins zu fünf. Wie ist Michael Carneal so ein erstklassiger Pistolenschütze geworden? Durch sein Training mit Gewaltvideospielen wie Doom und Quake...Ja. Der natürliche Impuls ist, auf ein Opfer so lange zu schießen, bis es umfällt. Dann konzentriert man sich aufs nächste. Nicht so bei den Videometzeleien. Dort tauchen so viele Ziele gleichzeitig auf, dass man sehr schnell sein muss und sich nicht lange mit einem Kill aufhalten kann. Bei den meisten Spielen gibt es außerdem einen Sonderbonus für Kopfschüsse. Die Belohnung spornt zu verschärftem Training an.
Quelle :
http://www.zeit.de/1999/39/Warum_toeten_wir_?page=5
Eine virtuelle Waffe im Computerspiel verhält sich vollkommen anders, als eine reale. Wer nur den Joystick oder die Tastatur benutzt, wird sich wundern, wie sich eine reale Waffe beim Schuss verhält.
Nein. Für meine These spricht auch die Art und Weise, wie der Junge die Tat ausführte. Er hielt die Waffe mit beiden Händen und bewegte sich nicht. Er schoss weder weit nach links noch nach rechts. Er hatte einen vollkommen abwesenden Gesichtsausdruck. Er pumpte jeweils nur eine einzige Kugel in jedes Opfer. Die tauchten quasi auf seinem Bildschirm auf: one shot, one kill.
Wie jedoch jeder der sich mit dem Thema beschäftigt weiß:
steht der Spielinhalt von den genannten Shootern diesen Verhaltensweisen diametral entgegen. Dort hat man die Hand an der Maus, schießt meistens in Bewegung - oder sogar im Sprung - und braucht oft weit mehr als einen Schuss um einen Gegner zu erledigen. So verwundert es nicht, dass die These von Herrn Grossmann, wie auch bei dem von Frontal21 zitierten Gieselmann, auf Ablehnung stößt.
http://stigma-videospiele.de/wordpress/?page_id=835
Dieser ist der erste Kommentar wo ich Ihnen zustimmen kann. Besonders der letzte Absatz ist sehr logisch und richtig und nachvollziehbar.
Ich weiß nicht wie man dieses Verbot online kontrollieren will aber richtig wäre es schon.
sie blasen mit ihrem artikel in das mediale horn der csu und von frau von der leyen, die seit langer zeit schon eine strengere zensur des internets über die provider und von sog. "killerspielen" fordern.
interessant ist weiterhin das sie andauernd wissenschaftliche arbeiten und fachpersonal erwähnen, ohne die quellen dafür anzugeben.
oder liegt das vielleicht daran, das es bis heute keine einzige, ernsthafte studie darüber gibt, die einen kausalzummenhang zwischen aggressivem verhalten und solchen conmputerspielen nachweisen konnte? gibt es nämlich nicht.
im gegenteil. studien der fu berlin 2006, der havard uni 2004, der uni tübingen 2008, der swinbourne uni 2007 und etliche andere kommen allesamt zu dem schluß das es keinerlei kausale zusammenhänge gibt, sondern das bereits aggressive kinder tendenziell eher zu gewaltspielen greifen, das gefestigte kinder aus einem intakten elternhaus von gewaltspielen überhaupt nicht beeinflusst werden, das kinder sich spiele aufgrund ihrer individuellen verhaltensmuster aussuchen und nicht umgekehrt.
und entgegen ihrer darstellung ist es, auch legal, nicht wirklich schwierig an waffen zu kommen. ich hab für meine gelbe waffenbesitzkarte 6 monate gebraucht. hier ist vielmehr das verhalten des vaters zu überprüfen, der eine waffe und munition frei herumliegen ließ und seine begeisterung für waffen (er hatte ja 14 stück zu hause) wohl direkt an den junior weitergegeben hat. außerdem können sie umgang und handhabe mit einer waffe nicht mit solchen spielen lernen. das ist schlicht unmöglich und muss ihm von anderer stelle beigebracht worden sein.
Der eigentliche HAuptverantwortliche ist hier ganz klar der Vater der eine scharfe Waffe nicht verschlossen aufbewahrt hat. Er gehört wegen Beihilfe zum Mord angeklagt und eingesperrt, schon als Warnung für die Eltern die der Meinung sind das ihre Unfähigkeit schon durch die Gesellschaft (Schule, Ausbildungsbetriebe oder Sozialamt) ausgebügelt werden.
Leider bringt das den Eltern ihre Toten Kinder auch nicht wieder, ist aber die Frage, ob man nicht doch die Möglichkeiten an Waffen zu kommen einschränkt oder den Schulen mehr Lehrer oder Sozialarbeiter zur Verfügung stellt, die sich um Kinder kümmern, die nicht so beliebt sind oder andere Probleme haben ihren Platz in der Gesellschaft zu finden - das wäre doch mal eine Möglichkeit... Aber wie gesagt dafür müsste die Politik etwas unternehmen und diejenige die nicht auf die Idee gekommen sind müssten den anderen ja dann Recht geben, das würde ja auch nicht gehen.
Noch mal kurz am Rande:
Ich habe Abitur gemacht und auch jahrelang sogenannte "Killerspiele" gespielt - mir geht es sehr gut und mein drang Menschen zu töten ist nicht besonders ausgeprägt. Andererseits war ich auch in der Schule kein Außenseiter und habe einige gute Freunde - also können "Killerspiele" alleine nicht Schuld sein.
Mein zu tiefst empfundenes Beileid für die Eltern und Angehörigen der getöteten...
Dass "Killerspiele" reale Gewalt fördern, ist entgegen der Behauptung des Autors gerade NICHT wissenschaftlich bewiesen, sondern höchst umstritten. Und ohnehin: Wer eine Reihe von Menschen tötet, um sich danach selbst eine Kugel zu verpassen, der ist nicht auf der Suche nach Glückgefühlen. Das ist kein Bungee-Jump und keine Achterbahnfahrt, sondern ein Abgang mit ausgestrecktem Mittelfinger. Belohnungssysteme spielen dabei mit Sicherheit keine Rolle.
Zur statistischen Wahrscheinlichkeit: Wenn 8 von zehn starken Rauchern früher oder später Lungekrebs bekommen, dann ist das ein statistischer Zusammenhang. Wenn alle paar Jahre einer aus Millionen (!) von Computerspielern weltweit austickt und anfängt Menschen umzubringen, dann steht doch gerade die Statistik dafür, dass es keinen kausalen Zusammenhang zwischen Computerspiel und Amoklauf gibt.
Schlichtweg unwahr ist auch die Behauptung, "Killerspiele" seien ursprünglich vom Milität entwickelt worden. Welche Spiele sollten das denn gewesen sein? Das erste Spiel, das tatsächlich vom Militär entwickelt wurde, erschien lange nach den ersten Ego-Shootern unter dem Titel "America´s Army" und diente in erster Linie der Rekrutierung von Nachwuchs, richtete sich also an die Zivilbevölkerung.
Was für "solche Spiele" spricht, wird für Sie als jemanden, der offenbar nicht die geringste Erfahrung hiermit hat, schwer nachvollziehbar sein. Ich persönlich kann die Reize von Synchronschwimmen oder Volksmusik auch nicht nachvollziehen, werde aber anderen das Vergnügen nicht untersagen wollen.
Jugendliche dürfen nicht wählen, keinen Joint rauchen, keinen Wodka trinken und auch keine Spiele erwerben, die keine USK-Freigabe für Jugendliche erhalten. Im Übrigen gibt es - dank der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften - im deutschen Handel kein einziges Spiel, welches darauf abzielt, wehrlose Menschen hinzurichten.
Tatsache ist, dass es überhaupt keinen Grund und keine Rechtfertigung für Waffen in Privatbesitz gibt. So wie der Staat das Gewaltmonopol innehat, sollte er auch das Waffenmonopol innehaben.
Aber auch hier der Hinweis: Verbannen Sie alle Schusswaffen aus privater Hand, dann wird der nächste Mörder (Amok nenne ich es nicht, denn es war keiner) eben Küchenmesser oder eine Axt oder einen Spaten (der seine Tauglichkeit in den Gräben des WK I beweisen hat) benutzen.
Was nun? Werden Küchenmesser oder Gartengeräte verboten?
Das Traurige an der Sache: Der Mensch denkt wirklich an das undifferenzierte Geschreibsel, dass er von sich gibt.
Natürlich wäre es schöner, wenn sich die Zocker eher an Computerspielen vergnügen, die auch den Geist fordern, aber hier zum 100ten male irgendwelche Statistiken zu bemühen, die man auch völlig anders interpretieren kann, bringt nichts.
Nicht die Tatsache, dass er diese Ballerspiele konsumiert hat macht ihn zum Amokläufer, sondern die Tatsache, dass ihn sein konservatives und forderndes Umfeld nicht integriert hat, macht ihn zum Ballerspielkonsumenten.
Diese Ballerspiele sind in der Regel Ablenkungen von der realen Welt, eine eigene Art von Aggressionsabbau. Wenn diese Ablenkung in diese Richtung tendiert, stimmt was mit der realen Umwelt nicht.
Es scheint aber der Bedarf an dieser Art Ablenkung zu großen Teilen zu bestehen, ansonsten kämen diese Verkaufszahlen nicht zustande.
Und wenn diese Ablenkung dann verboten wird, kanalisiert sich dieser Bedarf evtl. in eine weitaus unangenehmere Richtung.
Egoshooter sind wie Räuber und Gendarm spielen. Nur das eine unabhängige Instanz die Regeleinhaltung überwacht und man sich nicht die Nase polieren muß weil einer meint das er noch nicht getroffen wurde.
Was mich immer wundert ist auch das Konservative von links bis rechts immer denken das alles verboten werden muß was agressiv macht aber bei der Bundeswehr lernt man was fürs Leben. (Nämlich das Töten mit echten Waffen.)
Wahrscheinlich haben sie Angst die Agression könnte sich mal gegen sie richten und nach der Bundeswehr hat man gelernt Andere auf Befehl zu töten.
Bigot nennt sich das glaube ich.
So kann man natuerlich die Hauptursache fuer das Blutbad auch angehen.
Der Junge kann soviel 'Killerspiele' spielen wie er will, wenn er keine Waffe in die Haende bekommt, dann kann er auch nix anstellen.
Andersrum kann aber jemand der noch nie was von 'Killerspielen' gehoert hat, aber an eine Waffe gelangt, ebenjene Tat durchfuehren.
Logik kann manchmal so schoen einfach sein. Leider ist sie in dem Kommentar gaenzlich fehlend. So wird Hr. Lehmings Kommentar als das entbloesst was es ist. Das Verfolgen einer eigenden Agenda, welche nicht sonderlich an den tatsaechlichen Ursachen interessiert ist.
Mich persoenlich interessieren Killerspiele eher nicht, aber das ueberall auftauchende Geschrei nach Verboten im Zuge der Entwicklung unserer 'Informationsgesellschaft' halte ich fuer auesserst unangebracht.
gruss
Carsten
Der Umkehrschluß, dass solche Filme und Spiele (die ja noch den verstärkenden Effekt haben, dass man als Handelnder auftritt, nicht blos als Zuschauer)jemanden zum Killer machen ist auch falsch - dafür sprechen die Millionen Menschen, die sich damit beschäftigen ohne Auffällig zu sein.
Solches Polarisieren hilft nicht. Aber einige Überlegungen müssen erlaubt sein:
Was passiert, wenn sich ein psychisch labiler Mensch seine Ersatzbefriedigung darin holt, dass er der Held in einem Spiel wird? Was passiert, wenn Aggression und Hass dadurch kompensiert werden? Ist soetwas der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt?
Wenn es dieser ist - sind diese Form von Spielen so nötig, dass das Risiko dem Menschenleben zu opfern berechtigt ist?
Wesentlich intensiver sollten aber die Fragen gestellt werden, die den Rest der Füllung dieser "Fässer" ausmachen:
Was in unserer Gesellschaft führt dazu, dass junge Menschen, trotz allem materiellen Wohlstands, derart psychologisch verwahrlosen? Sind wir eine gute geölte auf Produktivität und maximalen Gewinn ausgerichtete Gesellschaft geworden, die menschliche Aspekte einfach viel zu sehr in den Hintergrund drängt? Was tun wir, was tut der Staat um die kleinste und wichtigste Keimzelle sozialen Zusammenlebens, die Familie, zu stärken?
Und hier müssen noch viele Fragen folgen, die sich nicht nur, aber auch mit dem Thema gewaltverherrlichende Medien auseinandersetzen - und meiner Ansicht nach gibt es allgemeine aber auch ganz persönliche Antworten darauf.
Und, hat es was geholfen?
Wer Waffen missbrauchen will, schert sich nicht um Verbote.
Da fragt man sich, ob es zwischen amoklaufenden "Schüler-Killern" und der Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln auch einen statistischen Zusammenhang gibt!?!
Meiner Meinung nach sind Kinder, die nicht die passende Erziehung (Beachtung des Kindes, eingehen auf seine Probleme, Zuneigung...) erhalten, eher gefährdetsind, als Kinder, die Counter-Strike oder ähnliches Geballer spielen.
Der Schreiber "Zwilling68" zählt sie ja schon auf, die Gegenstudien, was aber Christlich-Konservative mit den virtuellen Fingern in den Ohren konsequent ignorieren.
sonst stimme ich mal mehr, mal weniger mit ihren Kommentaren überein. Aber diesmal habe ich leider den Eindruck, dass Sie keine Ahnung haben worüber Sie schreiben. Bei den Gesetzen zu Computerspielen ist es wie mit den Gesetzen zu Waffen. Kinder dürfen keine Gewaltspiele spielen. Genauso wie sie nicht an Waffen dürfen. Wollen Sie jetzt Waffen verbieten, weil ein Kind dieses Verbot umgangen hat?
Sie schreiben sogar selbst, dass die Waffengesetze ausreichen. Haben Sie Sich die Richtlinien zu Computerspielen wenigstens einmal angesehen? Denn diese sind in Deutschland bereits jetzt in einigen Punkten zu scharf. Denn für jede Software braucht es jetzt ein kostenpflichtiges Prüfsiegel zum Jugendschutz. Es wird schwieriger freie Software (Linux und Co) zu verteilen. Ein wichtiger Baustein für eine freie Zukunft.
Warum wollen Sie "Killerspiele" (was für ein Ausdruck!) verbieten, aber Waffen und Alkohol weiterhin erlauben? Und was ist mit Pornos. Die tragen auch zur Abstumpfung bei. Und Kinder kommen da auch ran.
Aber Sie befinden Sich in bester Gesellschaft. Das öffentlich rechtliche Fernsehen mag auch keine Killerspiele und nimmt es da mit den Fakten ebenfalls nicht so genau. Dazu ein sehr lehrreiches Video:
http://www.youtube.com/watch?v=R9JRm3iQQak
mein gott, soviele lösungen - und das problem passt einfach nicht dazu...
Es war ein Computerspiel...
Was ein Kaese.
Etc. pp
Warum sind manche so versessen darauf die Freiheit, und damit auch die eigene, abzuschaffen?
die auf tagesspiegel.de zu sehen ist.
EU-Parlament fordert besseren Schutz der Kinder vor Videospielen - „Roter Knopf“ soll schädliche
Spiele blockieren = Straßburg, 12. März (AFP) - Einen Tag nach dem Amoklauf im baden-württembergischen Winnenden hat das Europaparlament einen besseren Schutz von Kindern und Jugendlichen vor schädlichen Videospielen gefordert. Dazu könne ein „roter Knopf“ an den Konsolen geschaffen werden, der so genannte Killerspiele und Videos mit Gewaltszenen blockiert,
regte das Straßburger Parlament am Donnerstag in einer Entschließung an. Die EU-Kommission und die 27 Mitgliedsländer sollten diese Möglichkeit gemeinsam mit der Industrie prüfen.
Die Abgeordneten forderten die Mitgliedsländer außerdem auf, mit zivil- und strafrechtlichen Regelungen den Verkauf von Killerspielen an Minderjährige einzuschränken. Außerdem müssten
Besitzer von Internet-Cafés verpflichtet werden, mehr auf den Inhalt der dort angebotenen Spiele zu achten. Ferner forderte das Europaparlament eine Verbesserung des bestehenden Kennzeichnungssystems für Videospiele (PEGI), das Altersempfehlungen und eine Inhaltsangabe der Hersteller umfasst. Dieses System und die Kriterien für die Alterseinstufung sollten EU-weit vereinheitlicht werden. Ziel sei es, junge Menschen besser vor Videospielen zu schützen, die „Gewalt auf die leichte Schulter nehmen oder gar verherrlichen“, sagte die SPD-Europaabgeordnete aus Baden-Württemberg, Evelyne Gebhardt. Dazu müssten alle technischen Möglichkeiten genutzt werden. Zudem müssten Eltern und
Lehrer besser über mögliche Gefahren durch Videospiele informiert werden. Laut Polizei besaß der 17 Jahre alte Amokläufer von Winnenden mehrere so genannte Killerspiele.
Was halten Sie von Pornographie? Ist diese ethisch bedenklich? Und wie sieht es mit Schwulen aus? Oder mit Fernsehen? Wo wir gerade am Verbieten sind, ich finde viele Zeitungen ziemlich benkenlich. Besonders den Tagesspiegel.
Lesenswert dazu sind auch die Kommentare von hontentonten oder der Stigma Videospiele Beitrag zum Thema Nutzen.
Das Problem ist, dass dieses Gesetz nicht durchgesetzt wird und auch nicht durchgesetzt werden kann. Was ein generelles Verbot solcher Spiele auch für Erwachsene daran ändern soll, wäre zu beweisen, mal ganz abgesehen von dem Paternalismus, der darin deutlich wird, erwachsenen Menschen, den verantwortlichen Umgang mit solchen Medien nicht zuzutrauen, obwohl nur 0,00000001% von ihnen Amok laufen.
Das ist eine Frage der praktischen Konkordanz zwischen Sicherheit und Freiheit, die mE eindeutig zu Gunsten der Freiheit entschieden werden muss. Denn
absolute Sicherheit vor Spinnern kann und wird es nicht geben. Das in einem gesunden Fatalismus zu begreifen, erleichtert das Leben ungemein.
1. "Tausende von Jugendlichen spielen solche Spiele, ohne zu Amokläufern zu werden." Falsch: Nicht "Tausende" spielen solche Spiele, sondern Millionen. Nahezu jeder männliche Jugendliche oder junge Erwachsene spielt gelegentlich oder häufig Egoshooter. Und eben nicht nur Jugendliche, sondern auch Erwachsene.
2. "Was spricht für solche Spiele, abgesehen von dem "Kick"?" Mal anders gefragt: Spielen Sie? Irgendwas? Vielleicht Schach, oder PacMan, oder Räuber & Gendarmen (früher)? Was spricht für solche Spiele? Was spricht überhaupt für Spiele? Zerstreuung, Unterhaltung?
Fast alle jungen Männer spielen Egoshooter. Auch die Amokläufer tun das, denn sie sind junge Männer. Deshalb ist es auch so wenig überraschend, dass man Egoshooter bei den Männern findet. Eigentlich ist das überhaupt nicht beachtenswert, schließlich spielt nahezu jeder junge Mann Egoshooter. Weil man Egoshooter aber mit Gewalt und nicht mit Spielen in Verbindung bringt, wird eine Nebensächlichkeit zu einer Alarmmeldung aufgebauscht: Der hat Killerspiele gespielt!
Dass Killerspiele gewalttätig machen, ist nicht belegt. Haben Sie Belege für diese Behauptung?
Ich würde gerne eine Gegenthese aufstellen zu Ihrer Behauptung, die virtuelle Gewalt forme die Gewalttäter. Wie wäre es damit, dass gewaltaffine Menschen mit suizidalen Tendenzen gerne gewalttätige Spiele, Filme und Bücher studieren und konsumieren?
Da Sie im Zusammenhang mit der Tatvon "schrankenloser Freiheit" schrieben, haben Sie sich geoutet.
Und Filme in denen Gewalt vorkommt auch gleich verbieten.
Und auch Lieder die nicht nur von Liebe und Weltfrieden handeln.
Und Wasserpistolen, mit denen schon 4-jährige Krieg spielen, müssen auch weg
und und und...
wo soll das enden?
Spiele müssen altersgerecht indiziert werden, da stimme ich zu. Und es gibt tatsächlich einige Killerspiele die auch ich generell verbieten würde. Aber so ein pauschales Richturteil ist doch recht einseitig.
Ab wann ist ein Killerspiel eigentlich ein solches? Gilt z.B. das alte Moorhuhn spiel auch schon als Killerspiel?
Und wie ist es überhaupt mit den Schiessbuden auf Jahrmärkten? Da wird doch auch nicht immer nur auf leblose Kreise geschossen, oder?
Diskussionswürdiger erscheint mir die Frage wieso der Junge seine Künste im Schützenverein trainieren konnte.
Ich zum Beispiel finde ja Horrorfilme total doof, ebenso Krimis (z.B. Tatort), außerdem jegliche Art von Thrillern. Außerdem hat Experte XY vor zwei Jahren belegt, dass bei extrem labilen Charakteren im Extremfall bereits der Anblick eines Mordes im Fernsehen ausreichen kann, damit er durchdreht und ebenfalls Menschen tötet. Deshalb fordere ich, sämtliche gewalttätigen Filme zu verbieten, also alle Thriller, Horrorfilme, Krimis, auch "Aktenzeichen XY" und dergleichen Schund, sämtliche gewalttätigen amerikanischen Serien und überhaupt noch einiges mehr.
Wer das für bescheuert hält, den frage ich: Was spricht für solche Filme, abgesehen von dem "Kick"? Nichts, rein gar nichts. Jugendliche dürfen nicht wählen, keinen Joint rauchen, keinen Wodka trinken, aber sie dürfen am Fernseher zuschauen, wie wehrlose Menschen ermordet werden? Das darf nicht sein, das darf nicht länger wahr sein!
Und dann sollte man auch damit aufhören gefährliche Schusswaffen als Sportwaffen zuzulassen. Der Waffenbesitz des Vaters war schon in Bad Reichhall (schon vergessen) und nun erneut das Arsenal für einen Amokschützen.
Man sollte die Polizei dann auch entwaffnen, schließlich haben auch schon Poliziszn durchgedreht und mit ihrer Waffe ein Blutbad angerichtet.
Wie Recht Malte Lehming mit seinem Kommentar hat, merkt man an den Kommentaren. Ich greife mal einen Satz heraus (hontentonten):
"Nahezu jeder männliche Jugendliche oder junge Erwachsene spielt gelegentlich oder häufig Egoshooter."
Ganz offensichtlich verändern derartige Spiele massiv die Wahrnehmung, daß man zu solchen Fehl-Einschätzungen kommt.
Also: Mein Sohn hat es nie gespielt und wird es nie spielen und hat viele Freunde, die das ebenso halten.
Und das ist das Verheerende: Die kranken (Spieler) halten sich für normal!
Killerspiele sind genauso krank wie Gewaltvideos, sie gehören genauso verboten, wie Fernseher nicht in Kinderzimmer gehören.
Das Ganze ist ein typisches Resultat der Medienverwahrlosung.