Berlin -
Ein leckerer, fettiger Döner - wo schmeckt er am besten? In einer fettigen Döner-Bude. Verbraucherschützer mögen gut dafür sein, Waschmaschinen zu testen oder die besten Riester-Sparverträge herauszusuchen, aber in geschmacklichen Dingen sind sie von Berufs wegen inkompetent. "Fehlende Sauberkeit" in jeder dritten Döner-Bude hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) registriert und das groß hinausposaunt.
"Sauberkeit" - was ist das überhaupt für ein Kriterium? Es kommt darauf an, ob es einem schmeckt, nicht ob es sauber ist. Und schmecken tut es meistens da, wo es schmuddelig ist. In Großomas Küche, wo sich seit 50 Jahren in den Ritzen eine heimelige Patina angesetzt hat, ein gewisser Grundgeruch herrscht, der sofort den Mund wässrig macht, weil hier seit 50 Jahren der beste Schweinebraten geschmort wird. Für Leute, die noch zu schätzen wissen, was am Schweinebraten am besten schmeckt: das Fett. Deswegen ist es auch nicht schlimm, ja geradezu gut, wenn im Döner auch illegal fettiges Schweinefleisch verarbeitet wird.
Lebensmittelgesetze sind für Geschmacksbanausen. Prekäres Separatorenfleisch mit Knorpel und festeren Fettresten, noch an einem Stück Markknochen hängend - das ist in China, feinstens mariniert, eine Delikatesse. Wer je ein richtig gutes Restaurant in China besucht hat, eines, in dem verstaubte Straßenarbeiter zu Mittag essen, weiß das. Da mögen der Boden, die Wände, der Tisch, der Stuhl, ja, das Geschirr verdreckt sein, es schmeckt einzigartig. Das machen zwar nur wenige Frauen mit, so einen Trip, aber die Frau kann ja in der Zeit shoppen gehen.
Das beste Geschmackserlebnis ist es, in Vietnam am schmutzigen Straßenrand auf einem schmierigen Schemel zu sitzen und sich von einer alten Frau in ärmlichen, alten und lange nicht gewaschenen Kleidern eine Suppe kochen zu lassen. Diese Suppe vergisst keiner, der eine solche je probieren durfte. Mit Geld kann das nicht bezahlt werden, nur mit Liebe zu den wahren schönen Dingen des Lebens.
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"Unmündig nennt man uns und Knechte, duldet die Schmach nun länger nicht!"
Aber ist ja sowieso egal: Hauptsache, es schmeckt!
Aber bitte schützt Korea vor dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL).
Wer abends nicht mehrere Gläser Soju mit Geschäftsleuten oder älteren Koreanern getrunken, perdon gesoffen hat, wer nie von den verschiedenen Banchans etc. probiert hat, der hat Korea nicht erlebt. Der Autor hat definitv recht. Wo es steril ist, ist es langweilig. Und gestorben bin ich in Korea auch noch nicht. Bei aller Liebe zur Ordnung, manchmal kann man damit auch einfach zu weit gehen.
Ich weiß nicht aber ich esse lieber dort wo es sauber ist.
Korea ist kein Entwicklungsland (Samsung, Hyundai, Kia, Ulead, LG, Dawoo, Lotte etc.). Vielleicht hast du aber noch nicht über den Tellerrand geschaut. Das ist natürlich nicht schlimm, aber wenn man (du) nicht dort gewesen ist, kann man das nicht beurteilen.
P.S. Koreareisen sind gar ncht so teuer. Und ein nettes kleines Abenteuer in vielerlei Hinsicht ist es immer.
Gegen Gammelfleisch hilft auch kein Putzen ...
Tatsache ist, dass in rund 24,1 % der kontrollierten Lebensmittelbetrieben in Deutschland Mängel festgestellt wurden - nämlich in 130.000 Betrieben.
"Bei der Überprüfung von 875 Imbissbetrieben, die Geflügelfleischdöner anbieten, wurden in 30 % der Betriebe Mängel festgestellt.", so das BVL. Also nicht 1/3 = 33,3% wie jetzt hinausposaunt wird.
Wichtig dabei zu wissen, dass Geflügelfleisch besonders anfällig und problematisch bei der Verarbeitung ist.
Wie bekömmlich die Currywurst ist - oder das halbe Hähnchen wird bewusst verschwiegen.
Quelle :
http://www.bvl.bund.de/nn_495478/DE/08__PresseInfothek/01__Presse__und__Hintergrundinformationen/01__PI__und__HGI/Rueckstaende/2009/pi__mnkp__2008.html__nnn=true
Da seine Vorlieben beim Essen nicht die meinen sind und auch nicht werden, verzichte ich auf Döner & Co. seit Jahren, bin damit nicht unglücklich und doch genussvoll, gesättigt.
von gestern oder von sonstwann an der heimatlichen Küchenfliese klebt. Und wenn doch,
dann weiß er immernhin,welche Schicht davon welchen Braten als Ursache hatte.
Ich glaube ,dass die Mehrheit der Menschen schon
gern in einem Umfeld essen möchte,das auch dem Auge angenehm ist. Mit Steriltät hat das nichts zu tun.
Ich meine auch,dass der Herr Oswald bewusst zugespitzt formuliert hat.Etwas Aufmerksamkeit
kann nicht schaden.
Und das mit China,das lassen wir mal hier lieber.
Es ist gerade Essenszeit.....
Der Artikel ist dem Umstand gewidmet, daß es sich hier um Dönerbratereien handelt....und deshalb kann man auch schonmal Korea oder Vietnam als Gegenbeispiel auspacken
Diese Patina, gerade auf dem 1. Foto sieht einfach nur nach "Mmh, lecker" aus.....
;-)
Nun ja, ganz unrecht hat Herr Oswald nicht, selbst dort wo man es mit der Sauberkeit nicht ganz so genau nimmt, kann es schmecken, beispielhaft seien hier mal höchst köstliche Fleischspieße an jeder zweiten brasilianischen Straßenecke erwähnt. Allerdings sollte eine gewisse Grundhygiene schon Standard sein.
Sauberkeit muss zumindest soweit gewährleistet sein, so dass kein Ungeziefer (Ratten, Fliegen, Kakerlaken) angelockt wird. Diese sind Überträger von mehr als fiesen Krankheiten und haben weder im edelsten Restaurant, noch beim Chinamann um die Ecke was zu suchen.
Wenn es beim Kochen spritzt und kleckert und die Arbeits- bzw. Kochplatten nicht astrein aussehen, geht das in Ordnung, ich meine, jeder hat schließlich ein in der Regel gut funktionierendes Immunsystem, aber Saubermachen sollte trotzdem Pflicht sein.