Berlin -
Seit der Gründung des Staates Israel ist in der Region ein interessantes Wettrennen im Gange. Die zentrale Frage lautet: Werden die Araber durch ihre Nähe zum demokratischen Gemeinwesen Israel zivilisiert? Oder werden die Israelis durch ihre Nähe zu den Arabern orientalisiert? Für beide Thesen gibt es Belege. Ägypten und Jordanien haben mit Israel Frieden geschlossen, die Palästinenser gelten heute als relativ demokratisch und gebildet. Arabisches Satellitenfernsehen hat mit der Deutungsmacht der Staatspropaganda gebrochen. Das ist nicht viel, aber immerhin.
Leider ruhen auch jene Kräfte nicht, die Israel orientalisieren. Korruption und Vetternwirtschaft sind heute weit verbreitet. Es gibt religiösen Fanatismus und Holocaust-Leugner. Und spätestens, seit im September 2005 ein Siedler im Norden Israels in einen Bus stieg und vier unschuldige Araber abknallte - darunter die beiden Schwestern Hazar (20) und Dina Turki (21) -, um gegen den geplanten Abzug Israels aus dem Gazastreifen zu protestieren, ist auch die Methode des politisch motivierten Terrors kein Privileg militanter Islamisten mehr. Was die können, können wir schon lange: Diese trotzige Devise setzt sich offenbar zwischen Haifa und Eilat langsam durch.
Das jüngste Beispiel ist der plumpe Versuch, auch einmal einen Karikaturenstreit vom Zaun zu brechen, mit allem, was so dazugehört - offiziellen Protesten, Nazi-Vergleichen, Warenboykott. Was fehlt, sind noch die Flaggenverbrennungen und diverse Tote infolge gewalttätiger Auseinandersetzungen. Was war passiert? Das schwedische Boulevardblatt "Aftonbladet" hatte vor einer Woche einen zweiseitigen Text auf seinen Kulturseiten veröffentlicht, in dem Israelis ohne jeden Beleg vorgeworfen wird, die Organe toter Palästinenser zu stehlen. Nun ist es bei dem gröbsten Unsinn so, dass der, der ihn bestreitet, ihn auch aufwertet. Wer behauptet, die Erde sei eine Scheibe, Frauen seien minderwertig und Außerirdische lebten mitten unter uns, möge mit seinen Ansichten gefälligst alleine bleiben. Wer in einen Diskurs über solchen Schwachsinn eintritt, adelt diesen als diskussionswürdig.
Diese Regel hat nun die israelische Regierung leichtsinnigerweise verletzt und von der schwedischen Regierung eine offizielle Verurteilung des Artikels verlangt. Das lehnt Schweden, das derzeit auch den EU-Ratspräsidenten stellt, mit Hinweis auf die Pressefreiheit ab. Prompt wird in Jerusalem über alle möglichen Sanktionen nachgedacht, von Verleumdungsklagen gegen den Autor des Artikels bis hin zu einer Absage des Besuchs des schwedischen Außenministers Carl Bildt.
Die Analogie zum Karikaturenstreit drängt sich auf. Am 31. Januar 2006 verabschiedeten die Innenminister von 17 arabischen Staaten in Tunis eine Resolution, der zufolge die dänische Regierung die Urheber der Karikaturen "streng bestrafen" müsse, was im Westen mit Verweis auf die Unabhängigkeit der Medien zum Glück zurückgewiesen wurde. Innenminister Wolfgang Schäuble sagte zwei Tage später: "Warum sollte sich die Regierung für etwas entschuldigen, was in Ausübung der Pressefreiheit passiert ist? Wenn sich da der Staat einmischt, dann ist das der erste Schritt zur Einschränkung der Pressefreiheit." In Israel heißt es heute, die Skandinavier verwechselten Pressefreiheit mit der Freiheit zur Diffamierung. Genau dasselbe wurde dem Westen damals von der islamischen Welt vorgeworfen.
Israels Regierung unter Benjamin Netanjahu ist überzeugt davon, dass die schlechte Reputation ihres Landes in der Welt nichts mit Israels Politik zu tun hat, sondern das Ergebnis antisemitisch eingestellter Medien ist. Frei nach dem Motto: Kann der Bauer nicht schwimmen, ist die Badehose schuld.
Kommentare [ 87 ] Kommentar hinzufügen »
Einem Mann wie Schäuble kann man den Unterschied zwischen Freiheit und Anarchie nicht erklären, weil er ein nihilistischer Werterelativist ist.
Oder was wollen Sie uns sonst sagen?
Mit dem Artikel bin ich übrigens sehr einverstanden. Besonders mit dem letzten Absatz, der mir eine gewisse, über Israel hinausgehende Allgemeingültigkeit zu haben scheint und den sich einige Leute (auch vom hiesigen Zentralrat) in Kreuzstichmuster über den Arbeitsplatz hängen können.
Warum wurden denn -trotz Pressefreiheit!- die eigentlich harmlosen Karrikaturen nicht veröffentlicht? Wenn dagegen frei erfundene Anschuldigungen gegen Israel erhoben werden, dann gibt es keinerlei Zurückhaltung. Zurückhaltung wird erst dann geübt, wenn wegen der erwiesenen Unrichtigkeit der Anschuldigungen Israel gegenüber eigentlich eine Richtigstellung nötig wäre...
PS:
@Herrn Lehming
Wenn sie sich die internationalen (aber durchaus auch deutschsprachigen!) Kommentare zu diesem Thema durchlesen, scheint es fast so, als würde die Mehrheit behaupten "die Erde sei eine Scheibe, Frauen seien minderwertig und Außerirdische lebten mitten unter uns" - nicht zu reden davon, daß diese Mehrheit den Israelis so ziemlich *alles* Schlechte zutraut. Hat aber bestimmt nichts mit dem Bild zu tun, daß die Medien von Israel verbreiten...
So etwas muss einem erstmal einfallen.
Erinnert mich an Felix Dahn: die Verderbtheit der welschen Lebensart gefährdet die Reinheit der germanischen Völker.
Das kann man zwar mit Pressefreiheit begründen, jedoch ist hier m. E. der Tatbestand der Volksverhetzung erfüllt.
Man stelle sich mal vor, was in der Öffentlichkeit los wäre, hätten Israelis in einer Zeitung fälschlicherweise behauptet, die Moslems würden Organhandel mit jüdischen Leichen betreiben. Es ist immer wieder auffallend, dass es in der Öffentlichkeit und hinsichtlich der allgemeinen Empörung da nur eine Richtung zu geben scheint: Israelis als "Täter", Moslems als "Opfer".
Tatsache ist jedoch, dass es sich bei dem Artikel in der schwedischen Zeitung um eine bewusste und gezielte Falschmeldung handelte, um Moslems und andere Menschen gegen Israel aufzuhetzen. Hier geht es nicht um Meinung, Karikatur, Satire oder Stellungnahme, sondern schlicht um Falschmeldung, und man darf wohl getrost davon ausgehen, dass diese nicht zufällig so ausgewählt wurde und nicht anders. Dazu kommt, dass man hier an die alten antisemitischen Hetzlegenden, Juden würden Christenblut trinken oder gar Kinder töten, anschließt, die in vergangenen Jahrhunderten zu zahlreichen Pogromen an Juden geführt haben. Dass man gerade dieses Organhandel-Thema ausgewählt hat, um gegen Israel zu hetzen, ist kein Zufall.
Ich halte das Ganze durchaus für einen ziemlichen Skandal, und besonders fällt mal wieder auf, dass kaum eine Zeitung das alles für berichtenswert hält - was wohl seine Ursache darin hat, dass man weit und breit Israelis gerne in der Täterrolle sieht, womit sich ja jedes Mal der Holocaust ein bisschen "relativiert".
Woher Herr Lehming übrigens die Ansicht nimmt, Palästinenser seien demokratisch, wo doch die Hamas Abtrünnigen gerne in die Knie schießt oder sie gleich ermordet, erschließt sich mir nicht.
Ich glaube die Meldung zwar auch nicht, einmal generell und zum Anderen, weil sich ein gläubiger Jude wohl kaum Organe eines Muslims implantieren lässt aber ich weiß nicht, ob Organe entnommen wurden oder nicht.
Man kann die Insuniierungen geschmacklos finden, es ist aber alles noch im gesetzlichen Rahmen. Ansonsten hätte Israel auch längst eine Gegendarstellung erwirken können. Diesen Weg hat man aber nicht gewählt.
Halten wir mal fest: Aftonbladet legt nicht einen einzigen Beweis vor, ja nicht mal Indizien.
Tatsache ist, dass Leichen nach unnatürlichen Todesfällen zumindest in Deutschland (und ich schätze ebenso in Israel) obduziert werden. Aus einer "aufgeschnittenen" Leiche zu schließen, dass man ihr Organe entnommen hätte, ist entweder dumm oder bösartig. Klarheit hätte eine weitere Obduktion bringen können, auf die man aber verzichtet hat. Warum wohl?
Dazu wurden - wie Sie sagen - "betroffene Palästinenser" befragt, die ihre "Meinung" sagen konnten.
Halten wir mal fest:
- "betroffene Israelis" hat man gar nicht erst befragt. Hier zeigt sich die schäbige Form eines Journalismus, der Anschuldigungen veröffentlich, ohne der betroffenen Seite die Möglichkeit der Rechtfertigung/Erklärung zu geben.
- persönlich betroffene Palästinenser, die gerade ein Kind/Verwandten/Bekannten verloren haben, werden kaum imstande sein, sich objektiv zum Vorfall zu äußern, zumal im arabischen TV ständig das Gerücht in die Welt gesetzt wird, Israelis würden palästinensische Organe verkaufen, um die arabische Welt gegen Israel aufzuhetzen und entsprechend emotional einzuheizen.
In Aftonbladet werden - ich beziehe mich hier auf ihren Bericht - demnach ausschließlich "Meinungen", "Verdachtsmomente" usw. geäußert, aber nicht EIN EINZIGER BEWEIS oder Indiz vorgelegt. Die meisten Leser werden jedoch nach so einem Artikel einen bestimmten emotionalen Eindruck zurückbehalten, der ein Mosaiksteinchen bilden wird zur Haltung gegenüber Israel. Das ist tendenziös und suggestiv und sollte meiner Ansicht nach in einem seriösen Nachrichtenblatt keine Platz haben.
Leider erlebt man vergleichbares (auch zu anderen Themen) in der deutschen Presse auch sehr häufig.
Das müsste doch auch einem Ignoranten wie Ihnen klar sein, oder?
Ich wüsste auch nicht, dass es in Schweden jemals Progrome gegen Juden gegeben hätte... viel. können Sie mich da eines besseren belehren...
... "dass kaum eine Zeitung das alles für berichtenswert hält " ist wohl eher der Tatsache geschuldet, dass es sich beim Aftonbladet nicht gerade um ein renommiertes, seriöses, international bedeutendes Blatt handelt - um so weniger verstehe ich das Verhalten der israelischen Regierung...
"- was wohl seine Ursache darin hat, dass man weit und breit Israelis gerne in der Täterrolle sieht, womit sich ja jedes Mal der Holocaust ein bisschen "relativiert". "
Es gibt in Schweden, genau wie in unserem und anderen Ländern unverbesserliche Holocaustrelativierer oder gar -leugner.
Die sind aber in Schweden keineswegs "populär" und es ist sicher auch nicht symptomathisch für unseren nördlichen Nachbarn.
Die schwedischen Regierungen der Nachkriegszeit haben sich international (bei Amis und Russen mal mehr, mal weniger...) einen guten Namen gemacht, da sie häufig neutral und erfolgreich bei Konflikten vermitteln konnten.
Außerdem haben wir es mit einem Land zutun, dass zusammen mit der Schweiz die bisher längste Friedenszeit aller europäischen Staaten vorweisen kann.
Dazu glaube ich, wenn man die schwedische Mentalität ein klein wenig kennt, dass Hetze, Haß oder gar Aufstachelung in der schwedischen Öffenlichkeit nicht verfangen.
Ohne den Artikel verteidigen zu wollen, Schweden und das Verhalten der schwedische Regierung jedoch schon, frage ich mich, was wirklich dahinter steckt, dass die israelische Regierung so vehement die schwedische Regierung angreift.
Ich glaube nicht, dass es dieser Zeitungsartikel alleine sein kann...! Da stimmt etwas nicht...
(http://de.wikipedia.org/wiki/Verleumdung)
(Hervorhebung von mir)
Nu, und das beweisen Sie mal...
Es werden also keine falschen Tatsachenbehauptungen aufgestellt. Wäre dies der Fall, hätte Israel auf rechtlichem Wege leicht eine Gegendarstellung erwirken können.
Wer des Schwedischen mächtig sein sollte, kann den Artikel hier nachlesen: http://www.aftonbladet.se/kultur/article5652583.ab
Natürlich weiß der Autor des Aftonbladets sich durch entsprechend vage Formulierungen vor rechtlichen Schritten zu schützen (das machen deutsche Boulevard-Blätter ja auch nicht anders). Boström verbreitet willig jene antisemitischen Gerüchte, die im Nahen Osten ohnehin seit Jahrzehnten kursieren.
Europa hat zu Beginn dieses Jahres bereits die größten antisemitischen Aufmärsche seit dem Zweiten Weltkrieg erlebt ("Hamas, Hamas - Juden ins Gas!" wurde etwa in den Niederlanden skandiert). Dass nun auch noch die Presse in diese Judenhetze einstimmt, ist traurig.
Mir scheint viel eher Europa einer zunehmenden "Orientalisierung" ausgesetzt als Israel.
@kosmo22
Ihnen beiden ist gemein, dass Sie aus deutscher Sicht und evtl. noch nach deutschem Rechtsverständnis schreiben.
Ich weiss nicht, ob es in Schweden überhaupt den Straftatbestand der Volksverhetzung gibt;
aber ganz sicher gilt in Schweden nicht der §187 StGB;
evtl. gibt es im schwedischen Recht einen ähnlichen
Paragraphen - vielleicht auch nicht...
israel ist trotz der angeblichen "nazi regierung" netanyahus eines der führenden gesellschaften weltweit, wenn es um selbstkritik und individuelle freiheit geht. sogar die 20% araber haben dort weitaus mehr rechte, als in arabische länder, obwohl sie mehrheitlich staatsfeindlich eingestellt sind.
-muhammad karrikaturen waren, wie broder sagte, "aggressiv harmlos", während wir bei diesem schwedischen artikel dieser von marxisten und maoisten kontrollierte zeitung über organraub von gerüchten sprechen, die es seit jahrhunderten gegen juden gibt, und die millionen juden das leben gekostet haben.
-auch die reaktion israels und der juden mit denen der moslems nach den karrikaturen zu vergleichen, ist leider unwahr. es brennen weder schwedische botschaften, noch wurden und werden menschen deswegen umgebracht oder mit todes-fatwahs belegt. das ist einzig die methode der "religion des friedens".
die juden reagieren hingegen zivilisiert auf diese antisemitische hetze. und das wussten die macher derzeitung ganz genau, dass sie ohne risiko so etwas veröffentlichen konnten. dieselben autoren und dieselbe regierung, die in sachen muhammad-karrikaturen sogar webseiten sperren liess und sich vorrauseilend dafür bei der ummah entschuldigte.
insofern ist deren gerede von der verteidigung der meinungsfreiheit doppelzüngig und bestenfalls sarkastisch.
Es geht wohl u.a. mehr um die innenpolitische Stellung Netanjahus und die schwedische Regierung steht sozusagen stellvertretend für alle 27 EU-Staaten da sie gerade die Ratspräsidentschaft innehat.
Mein schwedisch ist alles andere als perfekt und mir fehlt jetzt die Zeit den Inhalt insgesamt weiterzugeben.
Aber, der TSP könnte ja mal einen Artikel auflegegen wie die ganze Sache in Schweden diskutiert wird und was der wirkliche politische Hintergrund für den "Sturm im Wasserglas" ist, den die israelische Mitte-Rechts Regierung ganz bewusst erzeugt hat. Moralische Empörung steckt wohl nicht dahinter... sie ist höchstens der Trittbrettfahrer...
Was einfache Hirne sich doch so alles ausdenken, wenn es denn nur gegen Juden, äh, Zionisten geht.
Wie kommt eine Regierung aus einem Tausende Kilometer entfernten Land dazu, soviel Aufmerksamkeit auf einen Zeitungsartikel zu lenken und ihm soviel Bedeutung beizumessen, dass daraus eine diplomatische Krise entsteht?
Warum macht man dann auch noch die Regierung dafür verantwortlich für das was irgendein Schreiberling zu Papier gebracht hat?
Obwohl man sich ja eigentlich mit Pressefreiheit auskennt...
Vielleicht können Sie mir ja diese "einfachen" Fragen beantworten?
Haben Sie mal nachgezählt wie viele Israelische Ministerpräsidenten allein in den letzten Jahren wegen Straftaten (Untreue, dieser Vorwurf der Vergewaltigung einer Sekretärin, Unregelmäßigkeiten...) im Amt aufgetaucht sind.
Auch der derzeitige Ministerpräsident hatte ja ein Verfahren am Hals. Lt. Gericht war er auch schuldig.
Auf die anderen Vorwürfe gegen Parteien und Minister (div. Spendenskandäle) muss man da noch nicht mal eingehen.
Wie Netanjahu kommen fast alle Beschuldigten immer wieder zurück ins Rampenlicht.
Vorreiter in Demokratie sehen für mich anders aus.
Die schwedische Regierung hätte den Artikel schon deshalb verurteilen sollen, weil er den haarsträubenden Antisemitismus der Palästinenser nährt, die die "Protokolle der Weisen von Zion" für eine Aufklärungsschrift halten und unlängst mehrheitlich die Hamas wählten, deren erklärtes Ziel nicht nur die Zerstörung Israels, sondern die Vernichtung des jüdischen Volkes ist.
Auch die Reaktion der Israelies hat nichts mit dem Aufstand zutun, den Muslime anlässlich der Mohammed-Karikaturen aufführten. Brennen schwedische Botschaften? Muss Donald Boström, Autor des besagten Artikels, sein Leben unter ständiger Bewachung fristen? Nein. Natürlich nicht.
Übrigens stand der besagte Artikel nicht im Nachrichten- sondern Kulturteil und berichtet von einem Vorwurf seitens palästinensischer Familien, ohne ihn sich zueigen zu machen. Daher ist die Zeitung formal auf der sicheren Seite, und das weiß man natürlich auch in Israel.
Dass der Vorwurf des Organraubs an gefangenen Palästinensern (sie müssen schon noch leben, sonst kann man die Organe nicht verwenden) ungeheuerlich ist, sollte allerdings auch dem Aftonbladet einleuchten. Daher hätte man dort schon ordentlich recherchieren sollen, bevor man solche Geschichten raushaut.
Ich denke, hier geht es um andere Dinge. Schweden hat die EU-Ratspräsidentschaft inne, und Israel will einfach mal Muskeln zeigen und von inneren Problemen ablenken.
Während schwedische Medien bereits über die Hintergründe der heftigen Wahlattacken seitens der israelischen Regierung spekulieren und weite Teile der israelischen Öffentlichkeit von dem "Schauspiel" vollkommen unbeeindruckt ist und der eigenen Regierung misstraut... z.B. Boykottaufrufe gegen Ikea in Israel haben bisher noch gar nichts bewirkt...
So gehen viele Kommentatoren hier der Regierung Netanjahu auf den Leim und laufen verbal Amok... Überall werden Feinde Israels und Antisemitismus vermutet...
Ich sage noch einmal, der Artikel im Aftonbladet gibt gar keinen Grund für moralische Empörung oder antischwedische Hetze her... Es wird von der israelischen Regierung nur vorgeschoben um innenpolitisch zu punkten bzw. die EU zu diskreditieren.... warum kann sich jeder bei dieser Mitte-Rechts Koalition selber ausmalen.
Ansonsten, weiss jeder der meine bisherigen Kommentare gelesen hat, dass ich ein Freund Israels bin.... Das schliesst jedoch die jetzige Regierung nicht mit ein!
Ich betone das, weil ich hier ein heftiges schwarz-weiß Denken feststelle, so nach dem Motto: wer nicht für uns ist ist gegen uns....
Dabei haben die meisten sicher den umstrittenen Artikel im Aftonbladet gar nicht gelesen!
Wer oder was gibt Ihnen eigentlich das Recht, im Falle des (verbalen) Protestes gegen den Schmutzartikel im Aftonblatt von "antischwedischer Hetze" zu reden?
Regen Sie sich mal ab.... und dann kann man vielleicht auf sachlicher Ebene weiterdiskutieren...
Mit Wahlattacken habe ich mich verschrieben. Ich meinte Verbalattacken.
Ich habe nie behauptet, dass die israel. Regierung den Artikel im A-bladet bestellt hätte.
Sie werden auch keine Aussage von mir finden in der ich den Artikel gutheiße oder gar an den Inhalt glaube.
Die Mitte-Rechts Koalition in Israel hat doch wohl ein gewaltiges Problem mit dem Druck der mittlerweile seitens der Regierung Obama und der EU ausgeübt wird, endlich den Friedensprozeß im Nahen Osten zu beschleunigen, bestimmte Siedlungsgebiete aufzugeben und einen souveränen, unabhängigen Palästinenserstaat zu ermöglichen.
Da sind ja wohl für Hrn.Netanjahu und für Hrn.Lieberman einige Kröten zu schlucken!
Und Sie werden mir schon erlauben, meinen Kopf eigenständig zu nutzen um mir Gedanken zu machen. Denn, beantworten Sie mir bitte mal die Frage warum die israel. Regierung so einen "Zirkus" veranstaltet wegen eines Artikels in einem zweitklassigen Boulevardblatt das außerhalb Schwedens so gut wie gar nicht wahrgenommen wird, und in dem es um einen geschilderten Fall aus dem Jahr 1992 geht?
Den Inhalt des Artikels hat @alterschwede hier bereits beschrieben.
Haben Sie den Artikel gelesen?
Die ganze Aufregung kann sich nur um einen Vorwand handeln... oder werden von israel. Seite permanent sämtliche Medien auf diesem Planeten beobachtet und nach evtl. antisemitischen Artikeln "gefahndet"?
So eine Aufregung um einen letztendlich so unbedeutenden Artikel habe ich von isrelischer Seite bisher noch nie erlebt.
Oder könnte es daran liegen, dass Lieberman und Netanjahu halt ganz besondere "Sensibelchen" sind? Auch das glaube ich kaum...
Was sagen Sie denn dazu, dass sowohl die schwedische als auch die israelische Öffentlichkeit das Geplänkel kaum wahrnimmt bzw. sehr gelassen damit umgeht?
So eine Aufregung um einen letztendlich so unbedeutenden Artikel habe ich von isrelischer Seite bisher noch nie erlebt.
Frage: Glauben Sie, dass diese Karikatur aus dem Nichts entstanden ist?
Wenn es sch um einen so unbedeutenden Artikel handelte wie Sie uns weismachen wollen, warum springen dann etliche arabische Blätter auf den Zug auf?