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Auf den Punkt

Grausame Realitäten

Malte Lehming über die Kriegsziele Israels im Gazastreifen
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Malte Lehming, Leitender Redakteur (Meinung) - Foto: Kai-Uwe Heinrich
Berlin -  Krieg löst keine Probleme. Kaum einen Satz würde man lieber unterschreiben als den. Leider stimmt er nicht, weder im allgemeinen Fall noch im konkreten, dem Gazakrieg.

Zunächst eine rasche, nicht chronologische und unvollständige Liste einiger durch Kriege gelösten Probleme: die Niederlage Hitler-Deutschlands, die Vertreibung der Franzosen aus Algerien, die Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten, die Befreiung Kuwaits, der Sturz von Saddam Hussein, von Slobodan Milosevic, vom Mullah-Regime in Afghanistan.

Fast nie wurde in diesen Kriegen das Prinzip einer streng proportionalen Verhältnismäßigkeit beachtet, wie es aktuell gern von Israel gegenüber der Hamas verlangt wird, nach dem Motto: Israel darf nicht mehr Palästinenser töten als Israelis durch Palästinenser getötet worden waren. Eine idiotische Forderung! Wie war es denn sonst? Amerikaner töteten im Zweiten Weltkrieg viel mehr Deutsche und Japaner als umgekehrt Amerikaner durch Deutsche und Japaner starben. Und beim Sturz von Hussein, Milosevic und Mullah Omar wurden ebenfalls weitaus mehr Irakis, Serben und Afghanen getötet als Mitglieder der westlichen Allianzen. Würde das Prinzip der Verhältnismäßigkeit tatsächlich streng proportional angewendet, müssten am Ende aller Kriege die Chinesen gewonnen haben, weil sie schlicht die meisten sind.

Auch die insgesamt positive Entwicklung des Nahostkonflikts ist ohne Kriege kaum denkbar. 1948, 1967 und 1973 sicherte Israel seine schiere Existenz als Staat und festigte seine Stellung in der Region als einzige Demokratie. Mit Ägypten konnte daraufhin Frieden geschlossen werden, der mit Syrien vereinbarte Waffenstillstand hält bis heute, nach der Niederlage des Iraks im ersten Golfkrieg folgte der Frieden mit Jordanien.

Auch die beiden Libanonkriege, 1982 und 2006, waren durchaus erfolgreicher, als sie oft gesehen werden. Die Vertreibung der PLO aus Beirut stellte Jassir Arafat vor die Alternative, entweder als wirkungsloser Exil-Terrorist in die Geschichte einzugehen oder sich auf das Prinzip "Land gegen Frieden" einzulassen. Er entschied sich fürs Zweite, gefolgt von Oslo und dem Friedensprozess. Leider hielt Arafat, obwohl gekrönt durch den Friedensnobelpreis, seinen Strategiewechsel nicht lange durch.

Nach dem zweiten Libanonkrieg schließlich gestand Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah, sich gründlich verkalkuliert zu haben. Die Israelis hatten im Beiruter Stadtteil Dahiya die gesamte Kommandozentrale seiner Organisation zerstört. Der Schock hält an: Keine einzige Rakete hat die Hisbollah, die ja aufs Engste mit der Hamas sympathisiert (beide werden aus Teheran finanziert), seit Beginn des Gazakrieges auf den Norden Israels abgefeuert. Das nennt man Abschreckung.

Was könnte das Ziel nun der Operation "Gegossenes Blei" im Gazastreifen sein? Die Antwort fällt nicht schwer: eine entscheidende Schwächung der Hamas, sowohl militärisch als auch organisatorisch, eine wirksame Unterbindung des Waffenschmuggels durch Tunnel via Ägypten (eventuell überwacht von internationalen Truppen), eine Einbeziehung Ägyptens und der Fatah in die politische Neuordnung des Gazastreifens. Falls das gelingt, hätte Israel wieder einen echten Partner, um über das von aller Welt angestrebte Zwei-Staaten-Modell zu verhandeln.

Krieg löst keine Probleme? Einige schon, jedenfalls manchmal. Was aber auf jeden Fall stimmt: Er produziert auch viele neue. Fortsetzung folgt.
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Kommentare [ 33 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von timchen timchen ist gerade offline | 7.1.2009 14:50 Uhr
das...
... ist Comedy.

oder?!
Comment
von pinocchio pinocchio ist gerade offline | 7.1.2009 14:54 Uhr
Sorry....
Es ist die persönliche Meinung des Autors, Herrn Malte Lehming. Zunächst vermutete ich, daß es sich um ein Interview mit der israelischen Außenministerin Frau Tzipi Livni handelt.

Diese Meinung kann man vertreten - ich teile sie allerdings nicht.
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von trebor trebor ist gerade offline | 7.1.2009 14:54 Uhr
Der Unterschied...
...zu früheren Kriegen ist jedoch die Tatsache, daß die Weltöffentlichkeit durch die Medien viel mehr in das Geschehen eingebunden ist und emotionalisiert ist. Selbst ein Krieg für einen letzlich guten Zweck wird durch die Bilder von Leidenden als ungerecht und unverhältnismäßig erscheinen. Die Bilder werden fast ausschliesslich von den Palästinensern geliefert. Daß sie insgesamt nicht die ganze Wahrheit zeigen, versteht sich von selbst.
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von wusch wusch ist gerade offline | 7.1.2009 15:14 Uhr
Das sieht die Hamas ganz genauso wie Herr Lehming
Zitat Malte Lehming:

"Zunächst eine rasche, nicht chronologische und unvollständige Liste einiger durch Kriege gelösten Probleme: die Niederlage Hitler-Deutschlands, die Vertreibung der Franzosen aus Algerien, die Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten, die Befreiung Kuwaits, der Sturz von Saddam Hussein, von Slobodan Milosevic, vom Mullah-Regime in Afghanistan."

Ganz genau das ist die Haltung von Hamas (und auch PLO, Al-Qaida). Nur eben von der anderen Seite aus. Für die Hamas ist nämlich die Anwesenheit von Juden in Palästina dasselbe wie seinerzeit die Anwesenheit von Franzosen in Algerien (die dort auch schon seit immerhin fast vier Generationen gesiedelt hatten, also ein gewisses "Heimatrecht" in Algerien hatten). Und aus Sicht von Hamas (und auch PLO) ist die Gewalt gegen Israel derselbe Krieg wie der der FLN 1954-61 in Algerien.

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von plumpe plumpe ist gerade offline | 7.1.2009 15:24 Uhr
Symmetrie?
Zu dem (häufig geäußerten) Argument, Israel agiere in diesem Feldzug gegen die Hamas unverhältnismäßig: Man geht der palästinensischen Propaganda doch auf den Leim, wenn man sich von den Opferzahlen beeindrucken läßt und der israelischen Armee Brutalität vorhält. Man stelle sich einmal vor, die Hamas verfügte über effektive Waffen, z. B. zielgenaue Raketen mit atomaren Sprengköpfen. Glaubt jemand, sie hätte Skrupel diese auf Tel Aviv abzufeuern und unermeßliche Opferzahlen zu produzieren? Das glaubt doch niemand. Es ist ja politisches Ziel dieser Terrororganisation, Israel auszulöschen. Die israelischen Streitkräfte tun also gut daran, die Hamas zu zerschlagen, ehe sie mit iranischer Hilfe ihr Ziel erreichen könnte. Es ist außerdem ausgesprochen widerlich, wenn die Hamas einerseits die Zivilbevölkerung des Gazastreifens als Geisel nimmt (und in Moscheen oder Krankenhäusern und Schulen Waffenlager einrichtet) und sich andererseits medienwirksam über zivile Opfer beschwert. Nein, es ist schon richtig, wenn die deutsche Regierung Israels Schicksal zur deutschen Staatsraison erhebt. In diesem Konflikt gibt es für Deutsche keine Neutralität. Wir stehen an der Seite Israels.
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von rivka rivka ist gerade offline | 7.1.2009 15:36 Uhr
Meinungsvielfalt
Vielleicht ist in diesem Zusammenhang auch eine andere Meinung interessant, nämlich die von Uri Avneri: http://www.sueddeutsche.de/politik/637/453329/text/
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von kookkurrenz kookkurrenz ist gerade offline | 7.1.2009 17:15 Uhr
Nein, eher nicht
Schon die Suggestivfragen der SZ...
... und erst die Antworten dieses alten Mannes.
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von jens jens ist gerade offline | 7.1.2009 17:42 Uhr
Relevanz von Herrn Avneri
Welche Rolle spielt dieser Mann-außer Interviewgeber für rechte Blätter wie Junge Freiheit?
Die linke Partei Meretz, die Partner der deutschen LINKE ist, hat 3% in der letzten Knessetwahl erhalten. Selbst diese Partei unterstützt den Gaza-Feldzug!!!!!
Avneri hat 0% Unterstützung!
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von epunion.de epunion.de ist gerade offline | 7.1.2009 16:03 Uhr
Haie und kleine Fische
Wie wurde schließlich der Nordirland Konflikt gelöst?

Kriege, die angeblich Gutes bewirkten?!

Jugoslawien?

Hätten die EU und damals auch die UN Bosnien-Herzegowina sofort als Staat anerkannt und die Unabhängigkeit zugebilligt , unterstützt - wie vorher Slowenien, dann wäre es wahrscheinlich nie zur angesprochenen Eskalation gekommen.

War es falsch, dass Kennedy bei der Kuba-Krise auf Verhandlungsgeschick setzte - und nicht auf ´bleierne Worte´?

Es gibt viele Optionen - Krieg ist immer die Letzte, wenn alles ausgeschöpft wurde.

Was den GAZA - Streifen betrifft : Offensichtlich hat man sich in der israelischen Führung über verschiedene Option nicht einmal unterhalten. Hier setzte ein gut ausgebildeter Boxer lediglich auf seine Fäuste - und das nicht einmal im UN-Boxring mit den entsprechenden Regeln.

Es ist auch äußerst zynisch über einen 2. Weltkrieg zu sprechen als ob daran etwas gut gewesen sei :

Es fanden 55 Millionen Menschen den Tod. Und hier wurden auch viele Entscheidungen gefällt, die mit einem Handschlag hunderttausende von Menschenleben auslöschten. Krieg hat viel mehr mit Größenwahn zu tun als mit Weisheit. Oft wird dann nachträglich, durch scheinbare Erfolge der Siegerseite, das Handeln nachträglich scheinbar legitimiert. (Nagasaki, Hiroshima, Stalingrad usw.). Das ist Pokern mit Menschenleben.

Wenn wir uns wieder darauf besinnen, dass ´Krieg die Fortsetzung von Politik mit anderen Mitteln sei´, dann werden wir uns schneller als uns lieb sein kann, wieder dort befinden, wo der 1. Weltkrieg begann. Das ist nämlich lediglich wieder Schauvinismus des 19. Jahrhunderts.






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von rolf_s rolf_s ist gerade offline | 7.1.2009 16:45 Uhr
Das bleibt einem die Spucke weg
Israel bombardiert UN-Schulen (!) und Ambulanzen (!) im Gazastreifen, und der Autor bemüht abstruse, ahistorische Analogien, um diesen irrsinnigen Krieg zu entschuldigen.

Einen Krieg gegen einen Gegner, den Israel selbst gezüchtet hat, denn die Hamas ist -- nicht nur, aber auch -- ein gepäppeltes Produkt Israels aus jener Zeit, als die PLO durch gezielte Bruderkämpfe geschwächt werden sollte.

Zum Libanonkrieg 2006:

Kein Wort des Autors zum infernalischen Horror der geächteten Phosphor- und Streubomben und Schrapnellgeschosse israelischer Truppen gegen die libanesische Zivilbevölkerung.

Kein Wort zur Kriegsgrundlüge, die israelische Militärmacht würde angeblich zwei ihrer Soldaten befreien wollen (wovon pünktlich nach Beginn der Invasion keine Rede mehr war).

Kein Wort über die Winograd-Kommission, die die dilettantische Kriegsführung des israelischen Generalstabs öffentlich machte, was u.a. die Rücktritte des Generalstabschef der israelischen Streitkräfte Dan Chalutz und des Verteidigungsministers Amir Peretz zur Folge hatte.

Kein Wort über die Angriffe der israelischen Streitkräfte auf unbewaffnete Soldaten der UN-Truppen, die weithin sichtbar als UN-Angehörige gekennzeichnet waren.

Kein Wort über die Stärkung der Hisbollah durch den Krieg, die im Libanon nach wie vor eine unangreifbare politische und militärische Macht darstellen.

Und natürlich kein Wort über die wochenlange Blockade des Gazastreifens durch Israel, über das Aushungern und Austrocknen eines übervölkerten Landstrichs, über die Weigerung, internationale Hilfsgüter wie Nahrung, Kleidung, Medikamente, Brenn- und Treibstoff verteilen zu lassen -- obwohl Israel eine Fürsorgepflicht für den Gazastreifen besitzt.

Man ist als Leser der redaktionellen Meinungsseite des Tagesspiegels einiges gewohnt. Aber allmählich fragt man sich, wohin die Reise gehen soll.
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von juergenf juergenf ist gerade offline | 7.1.2009 16:55 Uhr
Nun wundert mich gar nichts mehr ...
Lieber Herr Lehming,

danke für ihren erhellenden Einblick in Ihr Denken. Das erklärt mir so manchen Artikel in Ihrer Zeitung, bei dem ich fassungslos bin, wie er über Kriegsverbrechen berichtet.

Ihrer Argumentation folge ich nicht. Aus meiner Sicht plappern Sie da was nach, was ihnen Propagandisten des Militärisch Industriellen Komplexes mit auf den Weg gegeben haben. Die sind längst in ziviler Kleidung unter uns. Ein bestes Beispiel dafür ist Xavier Solana, der Ex-NATO Generalsekretär, der Jugoslawien bombardieren ließ.

Noch nie hat ein Krieg Probleme gelöst. Was Sie dagegen vorgetragen haben ist lediglich Siegergeschichte. Und da schaut es dann tatsächlich so aus, als hätte sich irgend etwas gelöst. Tatsächlich gibt es auch immer Verlierer, Opfer und das massenhaft. Es setzt sich nur nach Cowboymanier der Stärkere durch. Kongflikte schwelen weiter unter der Oberfläche und können jederzeit erneut ausbrechen.

Jedes einzelne Beispiel läßt sich widerlegen. Das sie dann aber Verbrechen wie den letzten Libanonkrieg hier gar als Erfolg anpreisen, dass läßt mich verzweifeln. Was wird aus dem Tagesspiegel, wenn er Leute wie Sie zu leitenden Redakteuren macht?

Comment
von rtobias rtobias ist gerade offline | 7.1.2009 18:56 Uhr
Distanz und Ehrlichkeit
Die Diskussion in diesem Forum und in anderen (ARD etc..) zeigt, dass die konkreten Bilder, Videos, Blogs usw. aus Gaza ihre Wirkung nicht verfehlen; mit dem Ergebnis, dass offenbar weit verbreitete anti-israelische bzw. anti-jüdische Reflexe hochschnellen. Ich kann nur hoffen, dass diese kognitiven und unmoralischen Verwirrungen einiger Forumsteilnehmer deren undistanzierter, spontaner Emotionalität geschuldet sind. Ansonsten sollte man ehrlich zu sich sein und erkennen, dass Israel im Rahmen seiner Möglichkeiten sowohl verhältnismäßig vorgeht (ansonsten gäbe es den Gaza-Streifen, kaum größer als Sylt(!), schlicht nicht mehr) als auch moralisch legitimiert war, die militärische Option zu wählen. Ich bitte diejenigen Forumsteilnehmer, die Israel als "Terrorstaat" beschimpfen und der arabischen Romantik verfallen sind, um eine ehrliche Antwort auf die Frage, wo sie denn - unabhängig von der aktuellen Lage - lieber leben, arbeiten, Urlaub verbringen usw. würden...Und wem Gaza als Vergleich nicht zusagt, kann auch gern die Frage anhand der Differenzen Israel/Syrien, Israel/Iran, Israel/Lybien etc. beantworten.

Ich zöge Israel vor und wäre dann - nebenbei bemerkt - froh, wenn sich man sich dann gegen die "arabischen Hetzer" zur Wehr setzen würde.
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von alterschwede alterschwede ist gerade offline | 7.1.2009 17:17 Uhr
Lustige Beispiele
Die Vertreibung der Franzosen aus Algerien und die Unabhängigkeit der USA kamen wie zustande? Genau, durch Terror unter Nutzung der Zivilbevölkerung als Schutzschild. Will M. Lehming damit der Hamas zu verstehen geben, dass sie so weitermachen soll wie bisher, um sich in den Besitz ganz Palästinas und Israels zu setzen?
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von artcore artcore ist gerade offline | 7.1.2009 17:33 Uhr
Juden im Nahen Osten
Juden leben im Nahen Osten nicht erst seit 1948 oder dem Zionismus. Das tun sie länger schon, als es Christen und sogar Muslime gibt. Das tun sie schon seit einigen tausend Jahren! Israel ist darüber hinaus ein eigenstädiger Staat und keine Kolonie. Zumal man anerkennen muss, dass Israel der einzige freiheitliche Staat dort unten ist. Ich möchte nicht unter dem Kuratel der Hamasbrüder leben. Wir könnten Süditalien aus gleichen Gründen ja auch der Mafia überlassen. Es sollte nicht das Recht des Skrupelloseren herrschen. Deshalb muss eine Insatnz her, die eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas auch wirklich garantieren kann, ohne dass morgen schon wieder irgenwelche testosterongeladene Übermänner Raketen abfeuern können.
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von paule paule ist gerade offline | 7.1.2009 18:27 Uhr
Israel
ist schon eon demokratischer Staat... wenigstens wenn es sich um Israelis dreht.
Comment
von jens jens ist gerade offline | 7.1.2009 17:38 Uhr
Kriege
@ epunion.de
Wie wurde der Nordirlandkonflikt gelöst?
a) Die Unterstützer der IRA lösten sich auf (DDR, CSSR). Libyen
hat nach massivem Druck der USA seine Terrorismusunterstützung eingestellt.
b) Nach ethnischer Säuberung wurden in Belfast "Peace lines" gebaut, hohe Mauern (bis zu 12 m) um irisch-katholische und protestantisch-britische Viertel zu trennen.

???Sind Sie der Meinung, dass Stalingrad ein Verbrechen der Sowjetunion war...oder wie darf ich sie verstehen?
Comment
von epunion.de epunion.de ist gerade offline | 7.1.2009 18:54 Uhr
@jens
Ihre Geschichtskenntnisse in Ehren, lesen Sie noch einmal nach : Die Wende war 1989 !!! oder?

Zähe, jahrelange Verhandlungen führten endlich zum Erfolg!!!

-1998 Das Karfreitagsabkommen (engl. Good Friday Agreement, Belfast Agreement oder Stormont Agreement)

-28. Juli 2005 die IRA beendet den bewaffneten Kampf.

-3. Mai 2007 erklärte die Führung UVF keine Gewalt mehr anzuwenden

-Am 31. Juli 2007 beendete die britische Armee nach 38 Jahren ihren Einsatz in Nordirland.

usw.

Also - es geht auch so - oder?!

Zitat:


The Good Friday Agreement was little short of an historic breakthrough. The 65-page document, signed in 1998, sought to address relationships within Northern Ireland; between Northern Ireland and the Republic; and between both parts of Ireland and England, Scotland and Wales. The rocess, however, was gruelling. The Ulster Unionist leader David Trimble insisted that UK Prime Minister Tony Blair amend the agreement to ensure that no one in the proposed Northern Ireland Assembly could take office if it had links to paramilitary groups still engaged in violence. Mr Blair refused to make amendments but offered an assurance that politicians linked to paramilitaries who refused to hand over weapons would not hold office in a Northern Ireland government. He also promised decommissioning would have to begin immediately after the Assembly came into being....


Quellen :
http://news.bbc.co.uk/hi/english/static/northern_ireland/understanding/events/good_friday.stm

http://www.independent.co.uk/news/uk/this-britain/northern-ireland-the-longest-tour-of-duty-is-over-459668.html

Zu Stalingrad :
---------------
In Stalingrad wurden Soldaten und Zivilisten sowohl durch Stalin als auch von Hitler menschenverachtend verheizt.
Comment
von klaus_weiss klaus_weiss ist gerade offline | 7.1.2009 19:33 Uhr
Ach herrje
Zunächst einmal hat Herr Lehming jedes Recht, das zu schreiben, was er möchte. Das kann er ausgewogen tun (selten), das kann er einseitig tun, wie hier auch.

Er wiederholt die Ziele des israelischen Angriffs, wie sie von Armee- und Regierungssprechern dargestellt werden, und stellt sie als Ergebnis eigener Überlegungen dar. Das ist leicht verdientes Geld, wer will ihm das verdenken? Er läßt Widersprüche in der Argumentation erkennen: Was früher an Gemetzeln zulässig war, muß heute auch noch gelten dürfen (da gab es mal einen Ministerpräsidenten ...); gleiches Recht auf Skrupellosigkeit für alle, als ob sich die Welt nicht weitergedreht hätte; man darf alles mit allem vergleichen, aber bloß nicht alles, was vor 1945 war, mit heute ...

Ein neuer Zug ist das Aufleben des Krieges als Vater aller Dinge ("Auch die insgesamt positive Entwicklung des Nahostkonflikts ist ohne Kriege kaum denkbar.").

Der Rest ist nicht neu: Ich lasse am besten die Geschichte außen vor und suche mir nur aus, was in die Argumentationsstruktur paßt. Aber damit sind wir wieder am Anfang: Wir leben in einer Marktwirtschaft. Darin ist vieles erlaubt.
Comment
von beija_flor beija_flor ist gerade offline | 9.1.2009 16:52 Uhr
Die Marktwirtschaft
Ja, sie ist grausam.
Besser wäre natürlich eine Planwirtschaft, wo Meinungen selbstverständlich nicht gekauft sind und kleine NVA-Feldwebel die grossen Diskurse beherrschen.

Jetzt müssen wir uns leider mit dem kleinen Amüsement zufriedengeben, dass ein Hauptschullehrer gnädigerweise Meinungsfreiheit zulässt.
Comment
von snowfox snowfox ist gerade offline | 7.1.2009 20:12 Uhr
verhältnismäßig
Ich denke, Malte Lehming benutzt (provokativ ?) einen verengten Begriff von Verhältnismäßigkeit. Meines Erachtens ist mit "verhältnismäßig" nicht gemeint, jeden toten Israeli mit einem Palästinenser aufzurechnen. Vielmehr wird damit auf eine defensive Einstellung rekurriert, die die Ausübung von Gewalt auf das für die Selbstverteidigung absolut notwendige Minimum beschränkt. Der Krieg selbst kann in dieser Perspektive nur ein allerletztes Mittel sein. Zwar nimmt Israel genau diese Begründung für seinen Einsatz in Anspruch, aber die massive Anzahl der zivilen Opfer - nicht nur in diesem Krieg - lässt doch erhebliche Zweifel an der Verhältnismäßigkeit der israelischen Militäraktionen aufkommen.
Comment
von michaelm michaelm ist gerade offline | 7.1.2009 20:59 Uhr
Ach ja, Herr Lehming
Nicht mal eines der Ergebnisse des ersten Libanon-Kriegs kennt er: Die Entstehung und den Aufstieg der Hisbollah, die gab es bis zu diesem Krieg nämlich nicht.
Was wirklich zu der Katastrophe im Gaza-Streifen zu sagen ist, steht immerhin in der gleichen Zeitung, allerdings an ganz anderer Stelle:
http://www.tagesspiegel.de/meinung/kommentare/Gazakrieg;art141,2700188

Bleibt die schwache Hoffnung, daß Herr Lehming das auch liest und nicht nur die Bulletins der israelischen Staats-Terroristen.
Comment
von stachel stachel ist gerade offline | 7.1.2009 21:14 Uhr
Zynisch
Der Kommentar von Herrn Lehmig ist an Zynismus kaum zu überbieten. Ich frage mich, ob Zynismus immer mit Dummheit gepaart ist?
Comment
von wilhelm wilhelm ist gerade online | 7.1.2009 22:32 Uhr
Vollständig verfehlte Kritiken
Malte Lehming hat zu Beginn seines Textes gesagt, worüber er sich äußern möchte. Nur daran ist der Text zu messen. Hat der Text das vom Autor gesetzte Ziel erreicht? Irgendwelche Erwartungen der Leser, über das gesetzt Ziel hinaus, sind irrelevant.
Comment
von wilhelm wilhelm ist gerade online | 7.1.2009 22:55 Uhr
stachel | 07.01.2009 21:14:48 Uhr
Ob der Artikel zynisch ist – darüber ließe sich streiten. In jedem Fall kann Zynismus mit Worten manchmal mehr erreichen, etwa die Schaffung von Aufmerksamkeit und öffentlichem Bewusstsein, als das Gesalbe der Friedensapostel, die nun schon seit Jahrzehnten reden und reden und reden.

Ihre Frage ist unverständlich. Von seinem Ursprung her betrachtet ist Zynismus ohne Intelligenz nicht möglich. Unintelligenter Zynismus, wenn es denn so etwa gäbe, ist nichts anderes als Menschenverachtung gepaart mit Brutalität. Wenn ich’s recht bedenke, wird dieser Begriff heute tatsächlich meist so gebraucht. Soll sein. Menschenverachtung und Brutalität aber finden sich in dem Text von M . L. nicht.
Comment
von meisterdietrich meisterdietrich ist gerade offline | 8.1.2009 0:19 Uhr
Der erste Golfkrieg.....
...endete 1988.
Gemeint hat der Verfasser des Artikels den zweiten von 1990-91.
Comment
von snowfox snowfox ist gerade offline | 8.1.2009 2:02 Uhr
verhältnismäßig
Ich denke, Malte Lehming benutzt (provokativ ?) einen verengten Begriff von Verhältnismäßigkeit. Meines Erachtens ist mit "verhältnismäßig" nicht gemeint, jeden toten Israeli mit einem Palästinenser aufzurechnen. Vielmehr wird damit auf eine defensive Einstellung rekurriert, die die Ausübung von Gewalt auf das für die Selbstverteidigung absolut notwendige Minimum beschränkt. Der Krieg selbst kann in dieser Perspektive nur ein allerletztes Mittel sein. Zwar nimmt Israel genau diese Begründung für seinen Einsatz in Anspruch, aber die massive Anzahl der zivilen Opfer - nicht nur in diesem Krieg - lässt doch erhebliche Zweifel an der Verhältnismäßigkeit der israelischen Militäraktionen aufkommen.
Comment
von stachel stachel ist gerade offline | 8.1.2009 6:26 Uhr
@wilhelm
Ich halte es durchaus für menschenverachtend, Krieg, und damit das Töten von Menschen, als Mittel der Konfliktlösung zu akzeptieren. Den Irak-Krieg mit dem Sturz Saddam Husseins zu rechtfertigen, halte ich durchaus für zynisch und dumm!
Comment
von trebor trebor ist gerade offline | 8.1.2009 9:57 Uhr
Der eigentliche Feind...
aller unschuldiger Zivilisten in Gaza ist nicht die israelische Armee, sondern die Hamas. Sie hat die eigene Bevölkerung verraten. Sie sind (wenn auch indirekt) die eigentlichen, die heimtückischen Mörder ihres eigenen Volkes.
Comment
von matzeb2007 matzeb2007 ist gerade offline | 8.1.2009 11:44 Uhr
@wilhelm
Richtig, genau das hat er am Anfang des Artikels getan! Von unzähligen Konflikten die durch Verhandlungen gelöst wurden steht in seinem Pamphlet jedoch kein Wort!
Deshalb hat er das gesetzte Ziel eben nicht erreicht, denn wenn ich nur eine Seite der Medaille betrachte kann ich mir das Ganze auch gleich sparen, weil es irrelevant ist.
Comment
von wilhelm wilhelm ist gerade online | 8.1.2009 17:54 Uhr
stachel | 08.01.2009 06:26:12 Uhr
Hat M. L. (oder habe ich) etwas anderes gesagt? Hat M. L. den Irak Krieg als gerechtfertigt bezeichnet? Nein. Lesen Sie den Text nach!
Comment
von wilhelm wilhelm ist gerade online | 8.1.2009 17:59 Uhr
matzeb2007 | 08.01.2009 11:44:00 Uhr
Bitte? Auf welchem Artikel nehmen Sie Bezug? Wenn Sie von obigem Artikel sprechen, sind Ihre Ausführungen nicht zutreffend sondern schlichtweg falsch. Sie können dies durch eine zweite Lektüre ganz leicht selbst überprüfen.
Comment
von besserwisser besserwisser ist gerade offline | 9.1.2009 17:14 Uhr
herr lehming
sofort als leitender redakteur zurücktreten!
ein schlimmes beispiel für möchte gern und kann nicht kommentar. das leid der palestinenser kann man nicht zynischer rechtfertigen.
Comment
von wilhelm wilhelm ist gerade online | 9.1.2009 23:10 Uhr
besserwisser | 09.01.2009 17:14:37 Uhr
Würden Sie bitte dem erstaunten Forum erläutern, wovon Sie überhaupt sprechen?

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