Berlin -
Muslime sind etwas rückständig, sie haben viel unter westlichem Kolonialismus gelitten, ihr Groll auf den Staat Israel ist verständlich, man darf nicht jedes ihrer Worte auf die Goldwaage legen: Ein solch impliziter Rassismus durchzieht die zu Recht lebhafte Debatte über die Rehabilitierung des Holocaustleugners, Bischof Richard Williamson. Denn eine Frage drängt sich auf: Warum wird beim Papst und der katholischen Kirche die historisch-moralische Messlatte sehr hoch gelegt, im Fall Tausender Imame und islamischer Gelehrter aber bewusst ganz niedrig? Warum darf ein katholischer Geistlicher auf keinen Fall die in Auschwitz Ermordeten verhöhnen, während in vielen Freitagspredigten in der muslimisch-arabischen Welt die "Lüge vom Judenmord" und das "Märchen von den Gaskammern" gängige Metaphern sind?
Die Antwort ist leicht: Muslime werden im Westen tatsächlich nicht ganz ernst genommen. Ihr Antisemitismus gilt als eine Art Folklore, der wegen der besonderen kulturellen Rückständigkeit mildernde Umstände verdient hat - ein ideologischer Import aus Europa, der den Lehren Mohammeds nur übergestülpt wurde, ein Kunstprodukt, nichts Organisches. Darum dürfen bei Anti-Israel-Demos wegen des Gazakrieges selbst in Deutschland die übelsten Slogans skandiert werden. Würden Ethnodeutsche dieselben Hassparolen brüllen, wäre längst der Staatsanwalt tätig. Wer aber derart mit zweierlei Maß misst, ist entweder Ignorant oder Rassist.
Der Antisemitismus in der arabisch-muslimischen Welt ist weidlich erforscht. Ein Standardwerk ist das Buch "Halbmond und Hakenkreuz" (von Michael Mallmann und Martin Cüppers), man kennt die unrühmlichen Geschichten des Mufti von Jerusalem, Hadj Amin el-Husseini, der 1941 von Hitler empfangen wurde und von Berlin aus die muslimischen SS-Divisionen betreut hatte, und es klingen einem diverse Reden von Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad im Ohr (Etwa am 11. Feburar 2006: "Die westlichen Regierungen lügen, wenn sie behaupten, sie seien frei. Seit 60 Jahren hat es das zionistische Regime geschafft, alle westlichen Regierungen mit dem Mythos vom Holocaust zu erpressen. Sie sind Geiseln in den Händen der Zionisten.")
Wie Ahmadinedschad reden längst immer mehr, bei der Hisbollah, der Hamas, den Muslimbrüdern. Ein anderer Freund der Nazis, Gamal Abdel Nasser, fing als einer der ersten arabischen Staatschefs an, die "Protokolle der Weisen von Zion" nachzudrucken und zu verbreiten. Fast zur selben Zeit veröffentlichte die jordanische "Jerusalem Times" einen Offenen Brief an Adolf Eichmann, dem gerade in Israel der Prozess gemacht wurde. Darin hieß es, Eichmann habe "der Menschheit einen wirklichen Segen" erwiesen, und weiter: "Dieser Prozess wird eines Tages mit der Liquidierung der verbliebenen sechs Millionen (…) seinen Abschluss finden."
Das alles ist belegt, bekannt und dokumentiert. Doch welcher Vertreter des Nahost-Quartetts nimmt heute noch Anstoß an der Doktorarbeit von Mahmud Abbas, dem Mitbegründer der Fatah und heutigem Palästinenserpräsidenten, die er 1982 in Moskau ablegte? Ihr Titel: "Die geheimen Verbindungen der Nazis und der Führer der zionistischen Bewegung". Bis in die Gegenwart gehört zu den wichtigsten Topoi des islamistischen Antisemitismus die Behauptung, der Holocaust diene Israel bloß als Vorwand, deshalb sei bereits die Beschäftigung damit ein Verrat an den Palästinensern. Welchem deutschen Touristen wurde nicht schon einmal in Kairo, Amman oder Damaskus wegen der Judenvernichtung durch die Nazis anerkennend auf die Schulter geklopft?
Bischof Richard Williamson sollte für seine Ansichten nicht mit einem hohen Amt in der katholischen Kirche geadelt werden. Man sollte ihn unter Quarantäne stellen - wie die Hamas, die in ihrer Charta die Juden zu Drahtziehern des Zweiten Weltkriegs erklärt. Wenn mit Williamson ein Dialog nicht möglich ist, dann gilt das erst recht für die Hamas. Wer nur Williamson beklagt, aber die Hamas "irgendwie einbinden" will, lügt sich selbst in die Tasche und die Öffentlichkeit an.
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In der Region, die laut deinem Bekunden soviel Respekt vor den Juden und den Christen hat, ist "Mein Kampf" ein Bestseller und es werden Kongresse zur Leugnung des Holocausts abgehalten.
Diese "Medienkampagne" zeigt bereits zwanghafte Züge.
Seine "Angaben" spiegeln sich m. E. in der Realität nicht wieder.
Die Kernfrage ist doch, wovon will man hier eigentlich ablenken?
Sind Medien manipulierbar?
Das sind die wesentlichen Fragen, denen wir uns stellen müssen.
Nicht zu vergessen, dass auf deutschen Anti-Israel-Demos, also auf deutschen Straßen, wieder ungestraft "Israel vernichten" und andere Slogans gebrüllt werden darf. Auch von deutschen Linken. Ein Skandal, der viel offensiver thematisiert werden müsste.
und hier in deutschland wird palästina neugegründet, der widerstand wäre hier auch gegeben, wenn die usa aber die palästinenenser unterstützen würden, hätten wir hier riesenprobleme.
ein araber versteht die situation halt anders, er sagt, das in europa 6 mio. juden verbrannt wurden und dann im arabischen raum israel gegründet wurde von den engländern.
jetzt auch noch zu unterstellen, dass die arabische welt rückständig ist, kann man mit westlicher arroganz bezeichnen.
Trotzdem, ist die Rückschrittlichkeit der arabischen Welt ein Faktum. Es war schon einmal besser. Seit der iranischen Revolution hat sich vieles zurückentwickelt. Den Menschen geht es schlechter, die Unterdrückung ist stärker und die Chancen auf eine prosperierende Zukunft sind schlechter. Staat und Religion werden zu einem Gebilde gemacht. Außer Öl kommt nichts aus den arabischen Staaten. Vom eingenommenen Geld in Milliardenhöhe wurde nichts aufgebaut, außer Glas- und Stahlpalästen zum Angeben. Bildungssysteme, Kultur, Gesundheitssysteme, Freiheit und Wohlstand für die Bürger, alles Fehlanzeige. Die einzigen Beiträge aus den arabischen Ländern außer Öl sind: Ärger, Stress, Terrorismus, Forderungen, Probleme. Es regiert immer noch der alte Mann mit dem langen Bart, der nur zu seinem eigenen Wohl handelt. Auch im Westen nimmt Egoismus zu. Die Zukunft heißt aber: Aufklärung, Menschenrechte, Religionsfreiheit und vor allem Trennung von Staat und Kirche.
http://www.memritv.org/video.html
nachzusehen, was Hamas über Juden und Westeuropäer zum Besten gibt.
Also bitte die Suppe komplett essen oder das Linsenpicken sein lassen.
Ich folgere: da wir versuchen mit Terroristen im Nahen Osten zu verhandeln, fordern Sie im Gegenzug die Rehabilitierung aller Straftäter der katholischen Kirche? So in etwa könnte man es doch ausdrücken? Der Umkehrschluss ihres Gedanken wäre dann, wenn wir mit den Holocaust-Leugner der christlichen Welt nicht in den Dialog treten, sondern sie verurteilen und entmachten, da wir es können, dass wir zum Ausgleich unsere Überflüssigen Atomwaffen über dem Iran abzuwerfen und alle Überlebensen nach Kuba zu schicken?
Ich weiß nicht, der Platz reicht hier nicht aus, bitte sprechen Sie mal mit Herrn Karrasek, ich denke er hat etwas Zeit, Ihnen geschichtlichen Empfinden zu vermitteln. Sie liegen so daneben, dass es mit einem Satz nicht getan ist.
Und zum Artikel: Parolen gegen Israel und die Juden dürfen bei pro-palästinensischen Demonstrationen in Europa nicht deshalb gerufen werden, weil die Araber rückständig sind, sondern weil es von ihnen schon jetzt so viele in unseren Ländern gibt.
Wenn denn schon Bischof Williamson unter Quarantäne zu stellen ist, dann möge man bitte auch alle Moslems aus Europa rauswerfen, die hier auf unseren Straßen derzeit unbehelligt das Ende Israels fordern dürfen. Alles andere wäre rassistisch.
Auch wenn es sicher nicht zum Kommentar passt , vielleicht noch dies :
Ich teile nicht die Meinung von Richard Williamson und finde es als Katholik nicht gut , dass der Holocaust-Leugner wieder in die katholische Kirche aufgenommen wurde .
Aber richtet sich Kampagne in Deutschland wirklich gegen Richard Williamson , oder gegen den konservativen Papst Benedikt XVI ?
Es gab in den letzen Jahren viele solcher Kampagnen gegen Menschen , die gegen die politische Korrektheit verstoßen .
Frau Eva Herman ist dafür ein sehr bekanntes Beispiel , aber auch die CDU - Politiker Hohman und Krause .
Und nun Papst Benedikt XVI ?
Meinen Sie mit dem "großen Respekt" des Islam von den Buchreligionen, daß deren Anhängern im "Haus des Friedens" nur das Konvertieren, der Tod oder das Leben als Menschen zweiter Klasse unter Zahlung der Sondersteuer bliebe?
Und die Hamas ist "nicht antisemtisch"? Dann muß ich die Charta der Hamas falsch verstanden haben, nach der unter jedem Stein nachzuschauen ist, ob sich da nicht noch irgendwo ein Jude verbirgt ...
Zitat aus der "Charta der Hamas":
"'Die Zeit' wird solange nicht kommen, solange Moslems nicht die Juden bekämpfen und sie töten. Dann aber werden sich die Juden hinter Steinen und Bäumen verstecken, und die Steine und Bäume werden rufen: 'Oh Moslem, ein Jude versteckt sich hinter mir, komm' und töte ihn.'"
Noch Fragen?
Einen Unterschied gibt es allerdings: die Piusbrüder haben keinerlei Verbrechen verübt, aus ihren Reihen sind keine Selbstmordattentäter gekommen, sie haben niemanden umgebracht, niemandem geschadet!
Die gesamte Kirche wird in Sippenhaft genommen für etwas, das in Deutschland und in Österreich eine Straftat ist und dort von weltlichen Gerichten verfolgt werden sollte.
Die Dialogbereitschaft des Papstes ist fast unendlich. Er baut Brücken, besucht Moscheen und Synagogen. Aus den Reihen der anderen Religionen, besonders aber denen der antireligösen Medien kommen nur Anwürfe.
Mit gleichem Maß messen, den Religionen mit Verständnis und Wohlwollen begegenen, wenn sie dem Wohl der Menschen nicht schaden. Das wäre die angemessene Haltung.
damit wirbt ogdan hier offen für Unterstützer rechtsradikaler (auch) Parteien...
Die Piusbrüder selbst sind von weltlichen Dingen abgewandte Gläubige, die keinem Menschen etwas zuleide tun. Man kann sie für religiöse Spinner halten, die sich überholten Riten hingeben und ihr Leben Gott weihen und den Menschen helfen und Krankenhäuser und Seniorenheime betreiben.
Auch im Rahmen der Trennung von Staat und Kirche muß ist es nur rechtmäßig, daß diese Leute ihren Glauben so leben wie sie möchten. Genauso wie die Piusbrüder Riten leben, die vor 50 Jahren aktuell waren, leben die Moslems Riten, die 1600 Jahre alt sind und die Juden Riten, die 2500-3000 Jahre alt sind.
Schwierig wird es doch nur, wenn man keine Toleranz aufbringt und religiöse Menschen als "ultrakonservativ" (was ist das?) diffamiert. Wie soll man einen Dialog mit religiösen Menschen anderer Religionen führen, wenn man das noch nicht mal innerhalb der eigenen Konfession schafft.
Das ist doch kein bischen rechtsextrem. Der Begriff "rechts" passt nicht einmal.
Liebe Leute! Wo lebt ihr eigentlich? Macht doch mal bitte Eure Augen und Ohren auf und sagt uns in zwanzig Jahren nicht "wir haben das alles nicht gewusst"!
Folgende Tatsachen bitte ich zur Kenntnis zu nehmen:
1.) Im Deutschland des Jahres 2009 können tausende Frauen (zu Recht) unbehelligt durch Tragen eines bestimmten Kleidungsstückes in der Öffentlichkeit ihre Zugehörigkeit zu einer gewissen Religionsgemeinschaft bekunden, jüdische Männer jedoch trauen sich nicht mehr mit ihrer Kippa auf die Straße, weil sie um Leib und Leben fürchten müssen. Kaum jemand in unserem Lande jedoch scheint das als Schande zu empfinden.
2.) Die schlimmsten antisemitischen Kundgebungen seit 1945 sind auf deutschen Straßen möglich, ohne dass es Konsequenzen gibt. Bei Report Mainz konnte man kürzlich sehen, wie ein Migrant vor laufender Kamera mit Blick auf eine israelische Fahne in einem Duisburger Fenster fragte: "Wo ist der Hitler? Der hätte hier mit dem Sauhaufen aufgeräumt!" Hat dieser Mann mit strafrechtlicher Verfolgung zu rechnen? Ich glaube nicht.
3.) Wer regelmäßig mit dem M29 Bus in Berlin fährt, kann Zeuge werden, dass die beliebtesten Schimpfworte unter muslimischen Jugendlichen "Schwuchtel, Jude und Spasti" sind.
4.) Bei meinem Urlaub in Ägypten ging ich durch die Kairoer Altstadt in Begleitung eines (aus Ägypten wegen seiner Homosexualität geflohenen) Freundes, der inzwischen niederländischer Staatsbürger ist. Er sagte mir, aus den Lautsprechern der Moscheen hörte er nur Reden geprägt von Hass auf Juden, den Westen und Ungläubige und es sei sehr schade, dass die Touristen das nicht verstehen könnten.
Faktum ist nur leider, dass nicht nur auf der Bühne deutscher sondern auch europäischer Politik eine Ideologie des "Weichspül-Appeasement" betrieben wird und gerne die Augen vor solch "kulturell immanenten" Verfassungswidrigkeiten verschlossen wird.
Einzig logische Konsequenz wäre das harte und unnachgiebige Durchgreifen gegen Gesetzesüberschreitungen auf muslimischen "Anti-Israel"-Demonstrationen.
Sie war nämlich die Siegerin in allgemeinen, gleichen, freien und geheimen Wahlen im Jahr 2006 und ist somit die legitime Vertretung des palästinensischen Volkes.
Oder wollen Sie diese Rolle Herrn Mubarak übertragen?
Umgekehrt wird ein Schuh daraus: warum soll man eigentlich die Tatsache akzeptieren, daß Israel seit nunmehr 40 Jahren über das palästinensische Volk herrscht, ohne dazu demokratisch legitimiert zu sein?
Ich halte die sogenannten "Friedensverhandlungen" für vollkommen überflüssig. Man sollte die israelische Regierung vor die glasklare Alternative stellen: entweder "ordnungsgemäße Annexion" der besetzten Gebiete mit vollen Bürgerrechten für alle Bewohner zwischen Mittelmeer und Jordan einschließt oder aber bedingungsloser Abzug.
Der Bischof Williamson hingegen spricht für niemanden außer sich selbst und kann deshalb getrost ignoriert werden, solange er sich nicht in Deutschland aufhält. Hierzulande müßte sich höchstens ein Staatsanwalt mit ihm befassen.
Palästinenser haben genauso wie jedes andere Volk auch, sich für einen eigenen Staat einzusetzen und für ihr Recht zu kämpfen. Aber sowohl der bewaffnete Kampf, als auch der blinde Judenhass und der Wunsch nach Vernichtung Israels führen in die Sackgasse. Genau aus diesem Grund kann die Hamas als Verhandlungspartner im Nah-Ost-Konflikt nicht akzeptiert werden.
Ein wirklich guter wie notwendiger Kommentar von M. Lehming, insbesondere in Hinblick auf die Offenlegung der historisch engen Kontakte zwischen bestimmten muslimischen Gruppierungen und dem nationalsoz. Regime.
Es ist langsam unerträglich, wie stark der klassische Antisemitsmus wieder gesellschaftsfähig wird, nur weil er von Migranten kommt. Migranten, die mit Hitler verbündet waren und ihm geholfen haben, Serben, Sinti und Roma und Juden zu ermorden...wie der Onkel von Arafat, der Großmufti der Palästinenser!
Den "Respekt" des Islams für die Anhänger der Buchreligionen kann man im Kuran nachlesen und sieht man in der Ausführung in der Realität der islamischen Staaten.
Von was erzählen Sie uns also?
So, und dann kommt da noch etwas Antisemitismus dazu und schon müssen auch die Araber herhalten, damit aus dem Antisemiten Williamson vielleicht doch noch ein, wenn auch etwas braun angehauchtes, gutes Schaf der katholischen Kirche wird.
Ein Volk, das sich dadurch als Volk versteht, dass es in diesem Land einen Staat errichtet hat, der sich über die Religion definiert und begründet!!! ist für die Muslime identisch mit der Religion.
Da interessieren die "Juden" in USA nur insofern, als sie die Juden in "Palästina/Israel unterstützen.
Somit ist die religiöse Dissonanz identisch mit der politischen.
Der abendländische Antisemitismus entwickelte sich und besteht UNABHÄNGIG von einer räumlichen Gebundenheit, indem man den Juden "völkischen" Charakter zuordnet und diese dann diskriminiert, gar getötet wurden.
Dies macht den europäischen Antisemitismus nicht vergleichbar mit dem arabischen.
Dass die Beziehungen der Arabern zu Deutschland sogar im Faschismus recht gut waren lag nicht zuletzt daran, dass sie auch dort die gleichen Feinde, nämlich Juden und ENGLÄNDER hatten, ist also ebenfalls eher in eine politische Kategorie einordnen und nur AUCH einen (im europäischen Sinne) antisemitischen Aspekt haben...
Ich will es mir jetzt aber nicht zur Aufgabe machen, Lehming in der Art eines Besserwissers sozusagen die Fehler unter die Nase zu reiben. Nachdem aber innerhalb kurzer Zeit zwei Leitartikel zum Thema Antisemitismus erschienen, würde ich demnächst einen Beitrag zum Thema Antiislamismus anregen. Denn die Folklore einerseits und die Rationalisierung andererseits, die diese Form des Rassismus hervorbringt, besitzen auffällige Ähnlichkeit mit dem, das Lehming hier für den Antisemitismus beschreibt. Und man muß hierzu auch nicht weit in die Ferne schweifen, um ihn zu beobachten. Bei einem Besuch etwa in Berlin-Pankow begegnet man ebenso vielen Schulterklopfern und Beifallklatschern wie in Kairo, Amman oder Damaskus.
Ich zitiere aus Ihrem Artikel: "Darum dürfen bei Anti-Israel-Demos wegen des Gazakrieges selbst in Deutschland die übelsten Slogans skandiert werden. Würden Ethnodeutsche dieselben Hassparolen brüllen, wäre längst der Staatsanwalt tätig. Wer aber derart mit zweierlei Maß misst, ist entweder Ignorant oder Rassist."
Die Entscheidungsträger an der Spitze unserer Gesellschaft sind weder ignorant, noch rassistisch. Sie haben vor den Muslimen, vor der muslimischen Welt, ANGST und hoffen, dass sich ihr beschwichtigendes, konfliktvermeidendes Nicht-Verhalten so auswirkt, dass die muslimische Welt, dankbar für die geheuchelte, verständnisvolle Rücksichtnahme, Frieden mit ihnen schließt und sich in einer erträumten Zukunft ruhig verhalten wird. Erwachsene Menschen, Eliten, verhalten sich wie Kinder, die die Augen verschließen, um nicht gesehen zu werden.
Ich glaube, dass die Wirkung auf die muslimische Welt leider genau gegenteilig ist und zusammengefasst ungefähr so lautet: "Die westlichen Politiker und Eliten sind feige. Sie treten nicht für ihre, wenn auch falschen, Werte ein. Sie sind dekadent, ungläubig und unmännlich. Wir haben es ja schon immer gewusst". Und bei der nächsten Gelegenheit werden sie uns und unsere Politiker wieder mit einem beeindruckenden Aufschrei der verletzten Ehre, der gequälten Opferseele, in Schockstarre versetzen. Vielleicht verbieten uns die Politiker irgendwann sogar das Tragen von Miniröcken, um die Gefühle der Muslime in Deutschland nicht immer und immer wieder zu verletzen. Der UN-Menschenrechtsrat hat´s ja auch gesagt...
Ich bin nicht sicher, ob es was nützt, mit der Hamas zu reden, aber davon überzeugt dass es dumm und unverantwortlich ist für einen Politiker (oder einen Tagesspiegelredakteur) von vorneherein einen Dialog mit der Hamas auszuschliessen. Das hindert mich nicht festzustellen, dass der Antisemitismus der Hamas oder eines Herrn Ahmedinejad vielfach gefährlicher und mörderischer ist als der des Herrn Williamson.
Herrn Williamson und die Organisation, die ihn zu neuen Ehren hat kommen lassen, kann und muss man kritisieren. Hamas auch und noch viel mehr. Aber wenn es die politische Notwendigkeit verlangt, "Hamas irgendwie einzubinden", z.B. weil sie die Mehrheit der Palestineser repräsentiert, dann ist das zu tun und hat nichts mit zweierlei Mass zu schaffen.
Aber es dürfte auch klar sein, dass ein Teil der Leserschaft als unbelehrbar gilt. Obwohl wie im Artikel angedeutet Pro-Hamas Mobs durch die deutsche Strasse laufen und Naziweisheiten der 30iger Jahre brüllen, in Dänemark Juden angeschossen und in Frankreich Synagogen angezündet werden. Der ressentimentgeladene, strukturelle Antisemitismus hat wieder Konjunktur. Denn jene sehen mal wieder die Schuld bei Israel und den Juden. Es muss diesen Menschen wahrlich sauer aufstoßen, dass Juden und Israelis sich nach tausenden Jahren nun aktiv gegen Antisemitismus wehren.
Nein hier ist ein klare Positionierung angebracht. Hier gibt es keine Anerkennung faschistoid handelnder Hamas, die im internationalen politischen Kontext als isoliert gilt, weil sie eben nicht nur Juden vernichten will, sondern weil sie u.a. auch politische Gegner erschießen lässt oder die eigene Bevölkerung drangsaliert und Kinder abrichtet.
Der Gaza gilt als höchstes alimentiertes Gebiet der Welt und die paläst. Führungen schaffen es nicht einmal eine Müllabfuhr einzurichten? Weil Sie nur ein heiliges Ziel haben!
Von der außenpolitischen Janusköpfigkeit Adolf Hitlers gelernt:
„Hinter dem Ruf nach Frieden verschanzen sich die Mörder“ Paul Spiegel