Meinung : Konferenz der Tiere

„Ein Zwischenruf zum Dioxin“

von Ursula Weidenfeld vom 16. Januar

Dieser Zwischenruf reizt zum neuen Zwischenruf, und das gehörig. Behauptet wird, dass „industriell hergestellte Lebensmittel nicht stärker, sondern meistens weniger belastet sind als solche, die in kleinen Bauernhöfen artgerecht und tierlieb hergestellt“ wurden. Und das behauptet Frau Weidenfeld anlässlich des Dioxin-Skandals! Zu dem ist es aber nur deshalb gekommen, weil minderwertige Fette aus der technischen Produktion an Hühner verfüttert worden sind, natürlich in industrieller Massentierhaltung. Außer dieser offenkundigen falschen Behauptung ärgert mich aber besonders die Unterstellung, dass Menschen, die sich um einen anständigen Umgang mit Tieren sorgen, nicht nur nicht ernst zu nehmen, sondern irgendwie völlig daneben seien. Wie soll man den letzten Satz anders verstehen: „Er hat ein Problem mit seiner Rolle als Mensch in der Welt.“ Statt rational über die Bedürfnisse von Lebewesen nachzudenken, und zwar denen der Menschen (= Verbraucher) und der Tiere, wird hier völlig unsachlich von Tierliebe gefaselt und davon, dass „Tiere zu kleinen Menschen stilisiert“ werden sollen. Hühner sind Hühner und brauchen deshalb keine Restfette aus der technischen Industrie, und Schweine sind Schweine und brauchen statt Dauerantibiotika einen Platz zum Suhlen. Mit Tierliebe hat das wenig zu tun, wohl aber mit der Einsicht, dass Tiere keine Maschinen, sondern Lebewesen sind. Und diese gebietet die Vernunft, die Menschen potenziell zu eigen ist. Wenn wir das einmal einsehen und beherzigen würden, dann hätten wir vielleicht wirklich etwas von unserer Rolle als Mensch in der Welt verstanden.

Heidi Hilbig, Berlin-Charlottenburg

Sehr geehrte Frau Weidenfeld,

kaufen Sie weiterhin verpacktes Frischfleisch beim Discounter, aber bitte erzählen Sie Ihren Lesern nicht, dass es eine Kühlkette für Eier gibt. Das ist zumindest für Deutschland falsch. Frische Eier dürfen 18 Tage ungekühlt gelagert werden. Und genau das passiert hier so. Wenn ein Ei einmal im Kühlschrank war, dann sollte es da auch bis zum Verzehr bleiben. So viel zu Ihrer Kühlkette.

Wolfgang Bonin, Berlin-Lichterfelde

Der Beitrag ist offenkundig als Provokation gemeint und sollte schon deshalb nicht allzu ernst genommen werden. Er ist nichtsdestotrotz ein wunderbares Beispiel für die Degeneriertheit eines rein betriebswirtschaftlich konditionierten Denkens.

H. Nitsche, Berlin-Tegel

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