Konjunktur : Falsches Krisengemurmel

Es kann eigentlich nur bergab gehen. Wenn die wichtigsten Handelspartner Deutschlands mit ihrer drückenden Schuldenlast kämpfen, die Banken vor dem Kollaps stehen und die Finanzmärkte den Euro attackieren, ist eine tiefe Konjunkturkrise unvermeidlich, raunen die Rezessionspropheten. Doch die Realität sieht bislang anders aus: Immerhin 7000 deutsche Manager finden, dass es wohl nicht so schlimm kommen wird in der nächsten Zeit. Der Ifo-Geschäftsklima-Index steigt wieder, nachdem er zuvor vier Mal in Folge gesunken ist. Das Getöse um die Finanz- und Schuldenkrise überdeckt, dass die deutsche Wirtschaft noch immer recht robust ist: Die Unternehmen investieren in neue Maschinen, Anlagen und Fahrzeuge – was sie nicht tun würden, rechneten sie mit einem nahen Nachfrageknick. Und auch die Verbraucher geben munter ihr Geld aus. Die weiterhin niedrige Arbeitslosigkeit und die zuletzt ordentlichen Tarifabschlüsse haben dafür gesorgt, dass die Binnenwirtschaft den Außenhandel als Wachstumstreiber abgelöst hat. Sicher, üppige Zuwachsraten wie in diesem oder im vergangenen Jahr wird es in der Bundesrepublik vorerst nicht geben. Wer aber das Chaos an den Börsen als Beleg für eine baldige Krise der Realwirtschaft nimmt, liegt offenbar weit daneben. brö

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben