Konjunktur : Im Prinzip Hoffnung

Mehr Industrie-Aufträge im Juni als im Mai. Ist das Aufschwung? Nein, aber ein kleines gutes Zeichen

Henrik Mortsiefer

Die Auftrags- und Produktionsdaten aus Schlüsselbranchen der deutschen Wirtschaft machen Hoffnung. Industriekunden aus dem Ausland bestellen mehr, die Stahlkocher werfen die Öfen an, die Stimmung im Mittelstand bessert sich. Kreditklemme? Auftragseinbruch? War da was? Es wäre zu früh, aus den jüngsten Statistiken herauszulesen, dass der Aufschwung jetzt in Sicht ist. Was ist schon gewonnen, wenn man einen katastrophalen April 2009 mit einem etwas weniger katastrophalen Mai 2009 vergleicht? Aufschwung ist das nicht, nicht mal eine Wende. Sondern bestenfalls ein Hoffnungswert. Aber auch Hoffnung kann eine Antriebsfeder sein – und die brauchen Industrie, Stahlfirmen und Mittelstand dringender denn je. Gemessen am Frühsommer 2008 liegen die wichtigsten deutschen Branchen nämlich noch am Boden. Deutsche Autos sind im Auslandsgeschäft ein Ladenhüter. Sechs von 15 Hochöfen stehen still. Der Maschinenbau verlor im Mai die Hälfte seiner Aufträge. Das stecken selbst gesunde Wirtschaftszweige nicht in wenigen Monaten weg. Die Erschütterungen werden noch 2010 zu spüren sein – dann vor allem auf dem Arbeitsmarkt. mot

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