Kontrapunkt : Als Senator kann Frank Henkel nur verlieren

Seit klar ist, dass SPD und CDU in Berlin über eine Koalition verhandeln, scheint es auf einen Innensenator Frank Henkel hinauszulaufen. Warum eigentlich?, fragt Lorenz Maroldt. Wer hat davon denn was?

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Wo soll sich Frank Henkel (l.) positionieren? In der Regierung neben Klaus Wowereit oder besser als Fraktionschef?
Wo soll sich Frank Henkel (l.) positionieren? In der Regierung neben Klaus Wowereit oder besser als Fraktionschef?Foto: dapd

In Berlin brennen Autos, Briefkästen, Kinderwagen, seit neuestem auch Bahnkabel, aber es war keine gute Idee von der CDU zu hören, wie das zu verhindern wäre. Mit ein paar Polizisten mehr ist es da jedenfalls nicht getan. Die SPD hat mit Ehrhart Körting zudem einen Mann im Senat, dessen Amtsführung sich nicht wesentlich unterscheidet von der seiner CDU-Vorgänger in den achtziger und neunziger Jahren, von ein paar Harakiri-Aktionen wie der Einkesselung Kreuzbergs durch Wilhelm Kewenig oder dem Napoleon-Auftritt Heinrich Lummers vor einem geräumten Haus einmal abgesehen.

Es lässt sich jedenfalls kaum behaupten, dass die Innere Sicherheit unter Körting arg gelitten hätte. Im Wesentlichen konsequent ist er vorgegangen, die Polizei konnte sich auf ihn verlassen, und selbst beim verbalen Säbelrasseln stand er einem Heckelmann oder Werthebach nicht nach. Sein Wort von den rotlackierten Faschisten sollte Beleg genug sein.

Acht Fragen an Frank Henkel
Der 48-jährige Spitzenkandidat der Christdemokraten Frank Henkel ist in Berlin geboren. Seit Herbst 2008 ist er sowohl Fraktionschef im Abgeordnetenhaus als auch Landesvorsitzender. Acht Fragen an den Spitzenkandidaten der CDU, Frank Henkel.Alle Bilder anzeigen
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13.09.2011 18:11Der 48-jährige Spitzenkandidat der Christdemokraten Frank Henkel ist in Berlin geboren. Seit Herbst 2008 ist er sowohl...

Was könnte Henkel da besser machen? Der CDU-Mann liefe eher Gefahr, als Produktenttäuschung bezeichnet zu werden, falls auch unter ihm als Innensenator, wie zu erwarten wäre, Autos, Briefkästen, Kinderwagen, Bahnkabel brennen. Dann braucht es nur noch einen 1. Mai, der dem Gesetz der Serie folgend mal wieder etwas mehr aus dem Ruder läuft, und es wäre um seine Reputation geschehen.

Willkürlich geschürte Konflikte dienen nicht der Inneren Sicherheit, schaden aber dem Inneren Frieden, auch wenn es nur ein relativer ist. Liberaler zu agieren als Körting wiederum wäre auch recht schwierig, denn dieses Spektrum beherrscht der Amtsinhaber bei Bedarf auch. Also was soll’s?

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