Kontrapunkt : Ein Börsencrash geht alle an

19.08.2011 13:50 UhrVon Simon Frost
Am Donnerstag stürzte der Dax dramatisch ein. Foto: dpa
Am Donnerstag stürzte der Dax dramatisch ein. - Foto: dpa

Die Staatenlenker geben vor, alles im Griff zu haben. Doch Tatsache ist: Gerüchte lösen Kursstürze von irrationalem Ausmaß aus. Die aktuellen Turbulenzen am Aktienmarkt sollten nicht nur den Börsianern Bauchschmerzen bereiten.

Was ist da eigentlich los? Den zweiten Tag in Folge sacken die Aktienindizes in Europa ab, der deutsche Leitindex Dax verliert nach knapp sechs Prozent am Donnerstag im Handel am Freitag weitere drei Prozent. An den übrigen bedeutenden Handelsplätzen in Europa, den USA und Asien sieht es nicht anders aus.

Kennen Sie schon, werden Sie sagen, war ja schon in der vergangenen Woche so. Täglich grüßt das Murmeltier. Die spinnen, die Börsianer! Die Wirtschaft brummt, wenn auch vielleicht etwas weniger laut, der Aufschwung macht sich endlich auch auf dem Lohnzettel bemerkbar.

Also: Was geht es mich an, was die Zocker auf den Finanzmärkten treiben!?

In der Tat mögen die Turbulenzen, die sich in den letzten 14 Tagen in New York, London, Frankfurt oder Tokio abspielen, kaum Auswirkungen auf die Otto-Normal-Verbraucher haben. Wer von ihnen sein Geld an der Börse investiert, tut dies meist in Form von Fonds, die Dank breiter Streuung und langfristiger Nutzung Verluste in Grenzen halten und über die Jahre Rendite bringen.

Ein Teil der derzeitigen Achterbahnfahrt der Kurse hat zudem mit dem modernen Handel zu tun, bei dem Computer bei Erreichen einer Kursuntergrenze automatisch Aktien abstoßen, so genannte Stop-Loss-Verkäufe auslösen.

Doch der Computerhandel allein erklärt nicht die extremen Ausschläge von heute minus fünf Prozent, morgen plus drei, übermorgen minus vier. Diese Ausschläge sind menschengemacht, Zeichen der Verunsicherung von Anlegern, Händlern und Analysten und weniger Zeichen von um sich greifender Zockerei mit undurchsichtigen Finanzprodukten, die die letzte Finanzkrise mit auslöste.

Warum politische Initiativen wie die von Merkel und Sarkozy die Märkte unbeeindruckt lässt, lesen Sie auf Seite 2.

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