Meinung : Konzern ohne Kopf

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Die Reaktion war eindeutig: Als die Börse von Klaus Kleinfelds Rückzug bei Siemens erfuhr, stürzte die Aktie innerhalb von Minuten um 1,6 Prozent ab. Nun ist die Börse weit davon entfernt, immer recht zu haben. Aber in diesem Fall lag sie richtig. Siemens ist durch die Schmiergeldaffäre in schwere Turbulenzen geraten. Der Job eines Konzernchefs in einer solchen Situation ist es, die kriminellen Machenschaften rückhaltlos aufzuklären und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass das Geschäft erfolgreich läuft. An beidem hat Kleinfeld keinen Zweifel gelassen. Er steht anders als andere auch nicht im Visier der Staatsanwälte. Das aber hat dem Aufsichtsrat nicht gereicht. Man kann argumentieren, dass der skandalerschütterte Technologiekonzern sich eher beruhigt, wenn es zu einem radikalen personellen Neuanfang kommt. Doch die Besetzung des Postens ist keine leichte Aufgabe: Immerhin geht es darum, einen Konzern mit weltweit 475 000 Mitarbeitern zu führen, die Produkte von der Glühlampe bis zur Dampfturbine herstellen. Wie soll hier jemand aufräumen, der das Unternehmen nicht kennt? Der Aufsichtsrat hat den Konzern nun in eine noch schwierigere Lage gebracht. vis

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