Meinung : Krach um Lärm

„Hauptsache, der Westteil Berlins ist

entlastet“ vom 6. Juli

Wir wohnen seit zwei Jahren als vierköpfige junge Familie in Friedrichshagen. Wir haben die hohen Mieten nicht gescheut, da wir hier eine traumhafte Natur und zugleich noch erstklassige

Wohninfra- und Sozialstruktur

vorgefunden haben.

Mit der aktuellen Flugroutenplanung werden alle sieben Minuten Flugzeuge startend über den Müggelsee fliegen, den größten und saubersten See Berlins. Die Auswirkungen werden katastrophal sein.

Man fragt sich, warum der feine Südwesten plötzlich entgegen der ursprünglichen Planungen verschont bleibt und das Problem mal wieder verostet wird. Wo die Polit- und Finanzelite Wohnung bezogen hat, wissen wir alle sattsam.

Warum prangert diesen durchsichtigen Schachzug niemand an?

Juliane M. & Lars K.,

Berlin-Friedrichshagen

Der Ostteil gilt bei den Verantwortlichen der Stadt offenbar nichts. Anders ist nicht zu erklären, wieso hier alles um den Müggelsee herum im Lärm versinken soll. Während für Potsdam und den Wannsee lange hin und her überlegt wurde, soll der Müggelsee nun in einem Kilometer Höhe überflogen werden – von mehr als 120 Maschinen am Tag .

So etwas kann nur entscheiden, dem die Region vollkommen egal ist. Nach dem Motto Prominente gibt's hier nicht, da muss man keine Angst haben, denen auf Partys zu begegnen.

Erkner soll entlastet werden, sehr zu Recht, aber es wird nicht weiträumig umflogen, sondern die ganze Region drumherum wird auch noch mit Lärm überzogen. Das ist keine Entlastung, sondern zynisch und unerhört. So bringt man Menschen gegen sich auf.

Karen Andresen,

Berlin-Friedrichshagen

Das Thema regt mich sehr auf. Ich lebe in Siemensstadt-Spandau und weiß seit 1965, wie es sich so lebt, Tag und Nacht mit Fliegern über sich, niemand hat etwas dabei gefunden. Die gegenwärtigen Debatten und Beschwerden für Südberlin sind zu verstehen, aber Schönefeld bedingt diese Änderungen.

Das bringt das Fliegenwollen so mit sich. Besonders der Raum Müggelsee, der schon zu DDR-Zeiten den Lärm

abbekam, ist betroffen. Es ist wie immer, jeder will von allem profitieren, aber

keiner will darunter leiden.

Doris Kipke, Berlin-Siemensstadt

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