Krankenversicherungs-Einheitstarif : Gesund machen

Wer nicht von den Entwicklungen überrollt werden will, muss beizeiten in die Offensive gehen. Deshalb ist es überfällig, dass bei einigen privaten Krankenversicherungsunternehmen das Nachdenken darüber einsetzt, wie sie sich für das nächste Jahrzehnt aufstellen wollen.

Cordula Eubel

Bislang konnte die Assekuranz ganz komfortabel mit dem Geschäftsmodell leben, das auf einer Zweiteilung des Krankenversicherungsmarktes beruhte: auf der einen Seite die Privatversicherer, die mit der Absicherung junger und gesunder Gutverdiener gute Gewinne machen konnte, auf der anderen Seite die soziale Krankenversicherung, die den Großteil der Bürger aufnehmen musste. Bequem in ihrer Nische eingerichtet, wehrten die Lobbyisten der Branche in der Vergangenheit jeden Reformversuch ab. Doch dieses Modell ist nicht nur einmalig in der Welt, sondern es hat sich auch überlebt. Es fördert weder den Wettbewerb im Gesundheitssystem, noch ist es gerecht. Inzwischen geraten die Versicherer zunehmend unter Druck, weil ihnen der Nachschub an jungen und gesunden Versicherten ausgeht. Es ist daher vernünftig, wenn sie nun über Alternativen nachdenken. Der Einheitstarif für alle ist ein interessantes Gedankenspiel. ce

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